In der Liste der Stolpersteine in Plauen sind die Stolpersteine aufgeführt, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Plauen verlegt wurden. Mit ihnen soll den Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Plauen lebten und arbeiteten. Der erste Stolperstein wurde am 8.April 2009 für Julius Brandeis verlegt. Zwei weitere Steine folgten am gleichen Tag. In einer zweiten Aktion wurden am 18.Juni 2011 fünfzehn weitere Gedenksteine eingebracht.
Legende Bild: zeigt ein Bild des Stolpersteins Adresse: gibt die Straße und Hausnummer an, an der sich der Stolperstein befindet sowie die Lage auf einer Karte Person: nennt den Namen der Person, der der Stolperstein gewidmet ist. Inschrift: gibt die Inschrift des Stolpersteins wieder. Auf dem Stolperstein sind alle Worte in Versalien geschrieben. Um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, wurde darauf in der Tabelle (außer beim Namen) verzichtet. Verlegung: gibt den Zeitpunkt der Verlegung des Stolpersteins an Informationen: liefert weitere Informationen zur Person, der der Stolperstein gewidmet ist.
Liste der Stolpersteine BildAdressePersonInschriftVerlegungInformationen100px16px|verweis=d:Q64008000Bahnhofstraße 16Wilhelm SelowskyHier wohnteWILHELM SELOWSKYJg. 1887verhaftet 1938BuchenwaldFlucht in den Tod6.12.193818.06.2011Wilhelm Selowsky war Inhaber eines Damenmodengeschäfts. Er sollte von den Nazis gezwungen werden sein Gewerbe aufzugeben und auszuwandern. Deshalb wurde er nach der Pogromnacht 1938 nach Buchenwald gebracht. Nach seiner Entlassung beging er am 6.Dezember 1938 Suizid.100px16px|verweis=d:Q64008195Eugen-Fritsch-Straße 5Eugen FritschHier arbeiteteEUGEN FRITSCHJg. 1884Stadtverordneter SPDVerhaftet 1933KZ Hohnsteingefolterttot an Folgen8.9.193318.06.2011Eugen Fritsch war ein bekannter regionaler Vertreter der Arbeiterbewegung und Mitglied in der Textilarbeitergewerkschaft. In Plauen war er Vorsitzender der SPD, Stadtverordneter und Redakteur der „Volkszeitung für das Vogtland“. Nachdem er vor der aufkommenden faschistischen Gefahr warnte, wurde er im April 1933 in Schutzhaft genommen und ins Zuchthaus Zwickau verbracht. In Haft sitzend erreichte ihn seine Berufung in den Sächsischen Landtag, dem er formal ab Mitte Juni angehörte. Auf Veranlassung des NSDAP-Gauleiters Martin Mutschmann wurde er jedoch nicht entlassen, sondern ins KZ Hohnstein überstellt. Dort wurde er am 8.September 1933 zu Tode geprügelt.100px16px|verweis=d:Q64008196Gustav-Adolf-Straße 37Eva HerzfeldHier wohnteEVA HERZFELDJg. 1922deportiert 1943ermordet 1943 inAuschwitz18.06.2011Eva Herzfeld war die Tochter der Lederwarenhändler Martin und Irma Herzfeld. Sie wurde 1943 von Berlin aus ins KZ Auschwitz deportiert und dort ermordet.100px16px|verweis=d:Q64008197Gustav-Adolf-Straße 37Irma HerzfeldHier wohnteIRMA HERZFELDgeb. BerwinJg. 1894deportiert 1942ermordet 1944 inAuschwitz18.06.2011Irma und Martin Herzfeld waren Inhaber eines Lederwarengeschäfts. Dieses mussten sie nach Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze aufgeben. Sie wurden im Judenhaus in der Karlstraße 10 mit anderen Plauener Juden zusammengepfercht. Am 8.September 1942 wurden sie mit einem Sammeltransport nach Theresienstadt gebracht. Am 19.Oktober 1944 wurde Irma Herzfeld schließlich nach Auschwitz gebracht und dort ermordet.100px16px|verweis=d:Q64008199Gustav-Adolf-Straße 37Martin HerzfeldHier wohnteMARTIN HERZFELDJg. 1889deportiert 1942Theresienstadttot 26.5.194318.06.2011Martin und Irma Herzfeld waren Inhaber eines Lederwarengeschäfts. Dieses mussten sie nach Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze aufgeben. Sie wurden im Judenhaus in der Karlstraße 10 mit anderen Plauener Juden zusammengepfercht. Am 8.September 1942 wurden sie mit einem Sammeltransport nach Theresienstadt gebracht. Dort starb Martin Herzfeld am 26.Mai 1943.100px16px|verweis=d:Q64008200Karlstraße 10Gertrud GoldbergHier wohnteGERTRUD GOLDBERGgeb. PrägerJg. 1898deportiert 1942Belzyceermordet 30.6.194218.06.2011Gertrud Goldberg war gelernte Kindergärtnerin und erledigte bis zur zwangsweisen Auflösung die Büroarbeiten in der jüdischen Gemeinde. Sie musste mit ihren Eltern, David und Julie Präger, im Judenhaus in der Karlstraße 10 wohnen. Ihr Ehemann konnte nach Südfrankreich fliehen. Der Versuch seine Frau nachzuholen scheiterte zum einen am Geld und zum anderen daran, dass Gertrud ihre Eltern nicht verlassen wollte. Die Tochter Marion war mit einem Kindertransport nach England gekommen, wo sie bei Pflegeeltern aufwuchs. 1942 wurde Gertrud Goldberg nach Bełżyce ins dortige Ghetto verbracht. Nachdem das Ghetto am 22.Mai 1942 aufgelöst wurde, wurden die Bewohner in Konzentrationslager deportiert. Dies wird auch mit Gertrud Goldberg geschehen sein. Sie wurde später für tot erklärt, wobei das Todesdatum 30.Juni 1942 angenommen wurde.100px16px|verweis=d:Q64008201Karlstraße 41Hugo EngländerHier wohnteHUGO ENGLÄNDERJg. 1885deportiert 1942Auschwitzermordet 10.12.194208.04.2009Hugo Engländer wurde 1885 in Hainsfarth geboren und betrieb mit seinem Bruder Jakob eine Firma. Sie wurden nach der Pogromnacht 1938 nach Buchenwald gebracht, wo sie gezwungen wurden ihr Geschäft aufzugeben. Nachdem sie sich jedoch geweigert hatten auch ihre Heimat zu verlassen, wurden sie 1942 nach Auschwitz deportiert, wo sie schließlich starben.100px16px|verweis=d:Q64008202Neundorfer Straße 16Marie GoldbergHier wohnteMARIE GOLDBERGJg. 1920Flucht 1938Frankreichinterniert Drancydeportiert 1942Auschwitzermordet 7.9.194218.06.2011Marie Goldberg war die Tochter des Geschäftsführers Seimel Goldberg. Sie konnte zusammen mit ihrer Familie noch vor der Pogromnacht 1938 nach Frankreich fliehen. Während der deutschen Besetzung wurde sie von der Gestapo aufgegriffen, ins KZ Auschwitz deportiert und dort am 7.September 1942 ermordet.100px16px|verweis=d:Q64008204Neundorfer Straße 16Perla GoldbergHier wohntePERLA GOLDBERGgeb. BursztynJg. 1897Flucht 1938Frankreichinterniert Drancydeportiert 1942Auschwitzermordet 4.9.194218.06.2011Perla Goldberg war die Ehefrau des Geschäftsführers Seimel Goldberg. Sie konnte zusammen mit ihrer Familie noch vor der Pogromnacht 1938 nach Frankreich fliehen. Während der deutschen Besetzung wurde sie von der Gestapo aufgegriffen, ins KZ Auschwitz deportiert und dort am 4.September 1942 ermordet.100px16px|verweis=d:Q64008205Neundorfer Straße 16Ruth GoldbergHier wohnteRUTH GOLDBERGJg. 1924Flucht 1938Frankreichinterniert Drancydeportiert 1942Auschwitzermordet 7.9.194218.06.2011Ruth Goldberg war die Tochter des Geschäftsführers Seimel Goldberg. Sie konnte zusammen mit ihrer Familie noch vor der Pogromnacht 1938 nach Frankreich fliehen. Während der deutschen Besetzung wurde sie von der Gestapo aufgegriffen, ins KZ Auschwitz deportiert und dort am 7.September 1942 ermordet.100px16px|verweis=d:Q64008206Neundorfer Straße 16Seimel GoldbergHier wohnteSEIMEL GOLDBERGJg. 1893Flucht 1938FrankreichSchicksal unbekannt18.06.2011Seimel Goldberg war Geschäftsführer eines Bekleidungsgeschäfts Ecke Neundorfer / Theaterstraße. Er konnte zusammen mit seiner Familie noch vor der Pogromnacht 1938 nach Frankreich fliehen. Während der deutschen Besetzung wurden seine Ehefrau und seine Töchter von der Gestapo aufgegriffen, ins KZ Auschwitz deportiert und dort am ermordet. Seimel Goldberg selbst gilt als verschollen.100px16px|verweis=d:Q64008208Oberer Steinweg 1Selma SimonHier wohnteSELMA SIMONgeb. MannheimJg. 1870deportiert 1942Theresienstadtbefreittot an Haftfolgen18.5.194508.04.2009Selma Simon wurde 1870 in Mannheim geboren. 1942 musste sie sich mit dem Rest ihres Vermögens ein „gesichertes Alter“ in der Judenstadt Theresienstadt erkaufen. Dort lebte sie unter entwürdigenden Bedingungen. Kurz nach der Befreiung durch die Rote Armee starb sie am 18. Mai 1945 an den Folgen ihrer Haft.100px16px|verweis=d:Q64008209Paul-Schneider-Straße 8Rudolf HallmeyerHier wohnteRUDOLF HALLMEYERJg. 1908verhaftetMitglied der KPDverurteilt 1943hingerichtet 7.9.1943Berlin-Plötzensee18.06.2011Rudolf Hallmeyer wurde 1908 in Plauen geboren. Er schloss sich dem Kommunistischen Jugendverband an und wurde 1932 Abgeordneter der KPD im Plauener Stadtrat. Nach dem Reichstagsbrand 1933, musste er im Untergrund leben und kämpfte in verschiedenen Ländern gegen den Nationalsozialismus. Am 24.August 1940 wurde er in Berlin verhaftet. Nach einem Prozess am Volksgerichtshof, wurde er zum Tode verurteilt und am 7.September 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet.100px16px|verweis=d:Q64008210Scholtzestraße 13Julius BrandeisHier wohnteJULIUS BRANDEISJg. 1888von Gestapoerschossen 20.3.1933bei Saalburg08.04.2009Der 1888 geborene Julius Brandeis betrieb ein Geschäft in Plauen. Er war der erste Einwohner Plauens, der durch die Gestapo verschleppt wurde. Nach Misshandlungen durch die Plauener SS wurde er am 20.März 1933 bei Saalburg erschossen.
Im April 2009 wurde für ihn der erste Stolperstein in Plauen verlegt.100px16px|verweis=d:Q64008212Theumaer Straße 8Walter HedlerHier wohnteWALTER HEDLERJg. 1912verhaftet 1934PolizeigefängnisDresdenauf der Fluchterschossen5.5.193518.06.2011Am 24.März 1912 geboren, trat Walter Hedler 1933 in die verbotene KPD ein. 1934 gehörte er zur illegalen Regionalleitung der Partei. Er schmuggelte antifaschistische Literatur ein und betreute den Druck der Bezirkszeitung in Stöckigt. Am 4.Mai 1935 nahm er an einem geheimen Treffen in Dresden teil, das von einem Gestapo-Spitzel verraten wurde. Walter Hedler wurde auf der Flucht erschossen.100px16px|verweis=d:Q64008213Weststraße 49Helene WolfsbergHier wohnteHELENE WOLFSBERGgeb. HiplerJg. 1911deportiert 1942ermordet inBelzyce18.06.2011Helene Wolfsberg war die Frau des Gardinenfabrikanten Karl Wolfsberg. Sie wurde, zusammen mit ihrem Sohn ins nach Bełżyce ins dortige Ghetto verbracht. Nachdem das Ghetto aufgelöst wurde, wurden die Bewohner in Konzentrationslager deportiert und ermordet. Dies wird auch mit Helene Wolfsberg geschehen sein.100px16px|verweis=d:Q64008214Weststraße 49Karl WolfsbergHier wohnteKARL WOLFSBERGJg. 1896verhaftet 1942ermordet inSachsenhausen18.06.2011Karl Wolfsberg, der Sohn von Sally und Lucie Wolfsberg, war ein jüdischer Gardinenfabrikant, der nach der Machtergreifung Hitlers, wie alle jüdischen Geschäftsleute, unter Repressionen zu leiden hatte. Als Vorsitzender der jüdischen Gemeinde musste er 1938 gezwungenermaßen dem Verkauf des Grundstücks mit der, in der Pogromnacht zerstörten Synagoge zustimmen. Am 3.Februar 1942 wurde er ins KZ Sachsenhausen deportiert. Er starb dort am 2.Oktober 1942.100px16px|verweis=d:Q64008215Weststraße 49Peter Joel WolfsbergHier wohntePETER JOEL WOLFSBERGJg. 1938deportiert 1942ermordet inBelzyce18.06.2011Peter Joel Wolfsberg war der Sohn des Gardinenfabrikanten Karl Wolfsberg. Er wurde als Kleinkind, zusammen mit seiner Mutter ins nach Bełżyce ins dortige Ghetto verbracht. Nachdem das Ghetto aufgelöst wurde, wurden die Bewohner in Konzentrationslager deportiert und ermordet. Dies wird auch mit Peter Joel Wolfsberg geschehen sein.
Weblinks
Website des Künstlers Gunter Demnig
Einzelnachweise
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