André Marcel Ricouard (geboren am 14. Februar 1912; gestorben am 30. August 1944 in Wien) war ein französischer Kriegsgefangener, der wegen „Plünderns“ festgenommen, von der NS-Justiz zum Tode verurteilt und im Wiener Landesgericht geköpft wurde.

Leben Ricouard kam 1944 als „beurlaubter“ Kriegsgefangener zu Brevillier & Urban im niederösterreichischen Neunkirchen. Der Terminus „Beurlaubung“ bedeutete freilich nicht, dass er nach Frankreich zurückkehren konnte, sondern nur formal aus der Kriegsgefangenschaft entlassen worden war und den gleichen Lohn wie ein französischer Zivilarbeiter erhielt. Dadurch verlor er jedoch den – zumindest theoretisch bestehenden – Schutz für Kriegsgefangene durch Genfer Konvention und Internationales Rotes Kreuz. Das Fabrikgebäude wurde im Zuge eines US-Bombenangriffs am 30. Mai 1944 schwer beschädigt. Ricouard soll bei den Aufräumarbeiten ein Stück Chromledertreibriemen zur Seite geschafft haben. In der Folge wurden dann in seiner Nähe rund 1,5 Meter Treibriemen – in kleine Stücke geschnitten – entdeckt.

Er wurde Anfang Juni 1944 wegen „Plünderns“ festgenommen und am 25. Juli 1944 nach der „Verordnung gegen Volksschädlinge“ zum Tode verurteilt. Er selbst bestritt die Tat. „Schließlich sollte das Urteil wohl auch eine abschreckende Wirkung haben, da es im Betrieb zuvor zu mehreren Diebstählen gekommen war.“„Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, 85

Todesurteil und Hinrichtung

Am 25. Juli 1944 wurde Ricouard zum Tode verurteilt:

Am 30. August 1944 wurde er hingerichtet.

Quelle

Einzelnachweise

Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer) Kategorie:Person (Wien) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1912 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Mann Kategorie:Französischer Kriegsgefangener von Deutschland