Airbus Helicopters, von 1992 bis 2013 Eurocopter, ist ein europäischer Hersteller von Hubschraubern und Flugzeugbauteilen, der 1992 aus den Hubschrauber-Sparten der DASA und der französischen Aérospatiale entstand. Airbus Helicopters war eine hundertprozentige Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns Airbus Group (früher EADS) und ist seit 2017 eine enger angebundene Sparte direkt von Airbus.
Airbus Helicopters ist weltweit führend am zivilen und halbstaatlichen Markt für Hubschrauber bei einem Marktanteil von 57 % im Jahr 2024. 2016 waren insgesamt etwa 12.000 Hubschrauber von etwa 3.000 verschiedenen Betreibern im Einsatz.
Geschichte mini|Ehemaliges Logo mini|AS350 BA Ecureuil mini|Eurocopter Dauphin
Die Firma Eurocopter entstand 1992 aus einer Zusammenlegung von französischen, deutschen und spanischen Hubschrauberfirmen bzw. -sparten. Noch heute sind alte Modellbezeichnungen von vor dieser Zeit anzutreffen. Im Zuge der Umstrukturierung und Umbenennung des Mutterkonzerns EADS wurde der Konzern zum Jahreswechsel 2013/2014 von Eurocopter in Airbus Helicopters umbenannt. 2017 wurde es als Sparte der Airbus Group enger angegliedert.
Wirtschaftliche Aspekte Markt
+ Anzahl der gelieferten Hubschrauber Jahr Anzahl 2018 356Airbus Helicopters: Key figures 2018, abgerufen am 24. März 2019 2019 332Airbus Helicopters: Orders and deliveries 2019, abgerufen am 14. Februar 2020 2020 30020213382022344 2023 346 2024 361
Das Unternehmen steht in direkter Konkurrenz zu der italienischen Leonardo S.p.A., der US-amerikanischen Bell Helicopter, dem russischen Hubschrauberkonsortium Oboronprom und anderen Herstellern.
Firmenstruktur Airbus Helicopters wurde im Jahr 1992 gegründet und ist ein deutsch-französisch-spanischer Konzern und Geschäftsbereich der Airbus Group, einem weltweit führenden Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt und im Verteidigungsgeschäft. Organisatorisch gliedert sich Airbus Helicopters in einen deutschen, einen französischen und einen spanischen Teil. Das internationale und französische Hauptquartier liegt in Marignane, das deutsche in Donauwörth und das spanische in Madrid.
Forschungs- und Produktionsstätten Standorte finden sich in Deutschland in: Donauwörth (Geschäftsführung Airbus Helicopters Deutschland GmbH, Entwicklung, Prototypenbau, Wartung, Rotoren- und Endfertigung, Flugzeugtüren, Testcenter, Kundenservice, Trainingscenter); Ottobrunn (ehemals Entwicklung, seit 2013 nach Donauwörth verlagert) und Kassel (Wartung, Ausstattung sowie technisches Training);
in Frankreich in: Marignane (Geschäftsführung, Entwicklung, Prototypenbau, Wartung, Endfertigung, Logistik, Testcenter und Kundenservice) und La Courneuve (Rotorenbau und -Entwicklung, Marketing);
in Spanien in: Madrid (Geschäftsführung Airbus Helicopters Spanien, Rumpffertigung, Wartung und Herstellung von Bauelementen) Albacete (Rumpf- und Endfertigung, Logistik und Wartung)
seit 2017 in Rumänien in: Brașov (Endmontage der H215)
seit 2019 in China in: Qingdao (Endmontage ziviler H135)
seit 2022 in Ungarn in: Gyula (Teile für H225M und H145M)
In den Vereinigten Staaten befindet sich die Geschäftsführung von Airbus Helicopters, Inc. in Grand Prairie (Texas) und eine Produktionsstätte in Columbus (Mississippi).
In Brasilien hält Airbus Helicopters Anteile an dem dortigen Hubschrauberhersteller Helibras.
Weltweit Die Firma unterhält darüber hinaus weltweit Präsenzen. Hierzu zählen insbesondere auch diverse Wartungsbetriebe und Schulungseinrichtungen, die teilweise auch mit lokalen Partnerfirmen betrieben werden.
Leitung Seit 2003 war Fabrice Brégier CEO von Eurocopter und wurde im November 2006 zum COO von Airbus bestellt. Sein Nachfolger als CEO bei Eurocopter war Lutz Bertling, der diese Position bis zum März 2013 innehatte. Sein Nachfolger war Guillaume Faury der Anfang April 2018 durch Bruno Even abgelöst wurde.
+ Leitung von Airbus Helicopters Person Zeitraum Jean-François Bigay 1992–1998 Patrick Gavin 1998–2000 Jean-François Bigay 2000–2003 Fabrice Brégier 2003–2006 Lutz Bertling 2006–2013 Guillaume Faury 2013–2018 Bruno Even 2018–2026 Matthieu Louvot seit 2026
Flugzeugbauteile Airbus Helicopters stellt als Zulieferer auch Flugzeugteile her, insbesondere die Passagiertüren und Frachttore für nahezu alle Airbus-Flugzeugtypen. Die Fertigung erfolgt größtenteils in Donauwörth. Des Weiteren werden in Donauwörth die Kunststoffverkleidungen für den Bereich des hinteren Fahrwerks der A320 hergestellt.
Hubschraubertypen Bezeichnungssystematik Airbus Helicopters benutzte bis zum 3. März 2015 für die Bezeichnung seiner Modelle einen einheitlichen Code, der sich aus drei Ziffern zusammensetzt. Diese Bezeichnungen haben sich auch durch die Umbenennung Anfang 2014 nicht geändert.br.de: , aufgerufen am 7. Januar 2014 Dabei gilt: Ziffer: Einsatzgebiet des Hubschraubers, wobei „1“ für eine zivile, „6“ für eine militärische Variante steht. Ziffer: MTOW („Maximum Takeoff Weight“) aufgerundetes maximales Abfluggewicht in Tonnen. Übersteigt es 10 t, wird die Zehnerstelle zur ersten Ziffer addiert. Ziffer: Anzahl der Triebwerke, mit „0“ für Hubschrauber mit einem und „5“ für Hubschrauber mit zwei Triebwerken.
Beispiel: EC135, zivile Variante eines 3-t-Hubschraubers mit zwei Triebwerken oder EC725, militärische Variante eines 12-t-Hubschraubers mit zwei Triebwerken (dieser Code gilt nicht oder nur teilweise für ältere Muster, also MBB oder SA).
Seit dem 3. März 2015 wird diese Logik – ersichtlich durch die Änderung des Präfixes „EC“ in „H“ – für neu entwickelte Modelle (erstmals mit der H160) nicht weitergeführt. Bereits bestehende Modelle, die jedoch weiterentwickelt werden, erhalten auch das „H“, während die älteren Typen nach wie vor „EC“ heißen. Beispiel: Nur die neuen Versionen der EC135 ab P/T3 heißen H135. Bis zur Version 135 P/T2 „e“ bleibt es bei der alten Bezeichnung.
Liste der Hubschrauber mini|EC 135 mini|EC 145 mini|Tiger
Legende der Herstellerkürzel in der Liste: H : Airbus Helicopters EC : Eurocopter AS : Aérospatiale (Société nationale industrielle aérospatiale ou SNIAS) (Frankreich) SA : Sud-Aviation (SA) (Frankreich) SE : Société Nationale de Constructions Aéronautiques du Sud-Est (SNCASE) (Frankreich) BO : Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) (Deutschland) BK : Messerschmitt-Bölkow-Blohm-Kawasaki (MBK) (Deutschland/Japan) NH : NATO Helicopter
+ Legende Nicht mehr von Airbus Helikopters hergestellte Hubschraubermodelle Aktuelle Hubschraubermodelle In der Entwicklung
zivile Bezeichnung militärische Bezeichnung Airbus Helicopters Klasse Type Certificate Alte zivile Bezeichnung Alte militärische Bezeichnung SA 315 Lama SA 318 Alouette II SE.3130 SA 321 Super Frelon SA-321 SA 330 Puma SA 330 J SA 341 Gazelle, SA 342 SA 342L, SA 342M SA 341 SA 360 DauphinSA 360 BK 117BK 117 A-1, BK 117 A-3, BK 117 A-4, BK 117 B-1, BK 117 B-2, BK 117 C-1 Bo 105Bo 105M, Bo 105PBo 105 H120LightEC120 EC120 Colibri H125 H125M Light AS350 AS 350 B3e AS550 C3e Fennec H130 LightEC130 B4 EC130 H130 Light EC130 T2 EC130 H135 H135M Light EC135 EC135 EC635 H140 Light EC145 Light BK 117 C-2 EC145 EC645, UH-72A H145 H145M Light BK 117 D-2 (mil: BK 117 D-2m) BK 117 D-3 (5-Blatt-Rotor)EC145 T2 EC645 T2 AS 365 N3+ Dauphin AS 565 Mbe Panther Medium AS365 N3+ H155 Medium AS 365 N4 EC155 Dauphin H160 H160M Guepard Medium H160 H175 H175M Medium EC175 EC175 H215 H215M HeavyAS 332 C, L, C1, L1 AS 332 C1e H215 AS 532 Ale HeavyAS 332 C, L, C1, L1 AS 332 L1e H225 H225MHeavyEC 225 LPEC225 Super-Puma EC725 Caracal EC665 Eurocopter Tiger Specialized Tiger NH90 (TTH und NFN) Specialized NH90
Forschung Geräuscharme Rotorblätter Seit 1998/99 arbeitet Airbus Helicopters an einer Möglichkeit, das charakteristische „Hacken“ eines Hubschraubers zu minimieren. Ansatzpunkt sind dabei die Rotorblätter, da der Lärm in erster Linie von diesen verursacht wird; die Antriebsturbine tritt hierbei weniger störend in Erscheinung. Die aerodynamische Entwicklung der Rotoren machte in den vergangenen Jahrzehnten zwar erhebliche Fortschritte, sodass die Geräusche im Reiseflug drastisch verringert wurden, ganz vermieden werden kann dieses „Knattern“ mit herkömmlichen Rotorblättern allerdings nicht. Ähnlich wie an den Tragflächenenden eines Flugzeugs entstehen an den Rotoren spiralförmige Wirbel, die im Reiseflug relativ wenig stören, weil sie von der anströmenden Luft schnell aus der Rotorebene transportiert werden. Befindet sich der Hubschrauber im langsamen Sink- oder Steigflug, durchschlägt das nachfolgende Rotorblatt die entstehenden Wirbel des vorangegangenen. Diese schlagartige Druckänderung wirkt wie eine knallende Peitsche – die schnelle Abfolge dieser „Peitschenhiebe“ wird am Boden als lästiges Knattern wahrgenommen. Um diesem Effekt zu begegnen, wurde ein Rotorblatt mit Doppelpfeilung – ähnlich den Flügeln eines Albatrosses – entwickelt. Dadurch konnte der Lärmpegel um 3 bis 4 dB reduziert werden.Eurocopter Zeitschrift „Rotor“ Ausgabe April/Mai 2010, S. 16–17 () (Website mit der veralteten Adobe-Flash-Technik).
Die Geräuschentwicklung der Rotorblätter lässt sich außerdem durch aktive Klappen an den Rotorblättern dämpfen, die im Takt der Umdrehung angesteuert werden. Dadurch lässt sich eine deutliche Minderung des Lärmpegels und der Vibrationen erreichen. Langfristig sollen sogar Verringerungen der Vibration um 90 % denkbar sein. Im Herbst 2005 wurde das System auf dem Experimentalhubschrauber MBB/Kawasaki BK 117 S7045 am Eurocopter-Standort im bayerischen Donauwörth zum ersten Mal im Flugbetrieb erprobt. Erweist sich die Methode im Flugtest als funktionstüchtig und effizient, plant Eurocopter, die Klappen für den Einsatz am EC 145 serienreif zu machen. Später ist der Einsatz auch an anderen Hubschraubertypen von Eurocopter vorgesehen.techeblog.com: vom 26. Februar 2010.
Helikopter mit Dieselmotorantrieb Auf der Pariser Luftfahrtschau 2009 wurde erstmals das Konzept eines mit Dieselmotor (mit Hubkolben und hoher Kompression – statt Kerosinturbine) betriebenen Helikopters, des sogenannten Bluecopters, vorgestellt. Entwicklungsziel ist, die Lärmentwicklung um 10 dB, den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid um 30 % und den Ausstoß von Stickoxiden um 60 % zu verringern., abgerufen am 31. August 2019
Drohnenhubschrauber Im April 2013 stellte Eurocopter den A-Flight-Drohnenhubschrauber vor, der ein OPV-Hubschrauber auf Basis der EC 145 ist. Bei Bedarf lässt sich dieser Hubschrauber auch bemannt fliegen. Das System ist für den militärischen wie auch den zivilen Einsatz ausgelegt.
Airbus Helicopters X3
mini|Airbus Helicopters X3 auf der ILA 2012