Botswana („Land der Tswana“), nach amtlicherStändiger Ausschuss für geographische Namen: Liste der Staatennamen und ihrer Ableitungen im Deutschen (PDF; 343 KB; ) Liste der Staatennamen–1, Lfd-Nr. 25 (Seite 1). Hrsg.: StAGN-Geschäftsstelle im Bundesamt für Kartografie und Geodäsie (BKG), 14. Ausgabe, November 2021, Frankfurt/Main; Abgerufen am 28. OktoberEidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten: Liste der Staatenbezeichnungen (PDF; 727 kB). deutscher Schreibweise Republik Botsuana [], ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika. Es grenzt im Südosten und Süden an Südafrika, im Westen und Norden an Namibia und im Nordosten an Sambia und Simbabwe.
Botswana war von 1885 bis zu seiner Unabhängigkeit 1966 unter dem Namen Betschuanaland eine Kolonie („Protektorat“) des Vereinigten Königreichs. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zählt Botswana heute zu den Ländern mit hoher menschlicher Entwicklung.
Seit 2012 ist Botswana gemäß dem Demokratieindex das demokratischste Land auf dem afrikanischen Festland. Zudem hat das Land dort die niedrigste Korruptionsanfälligkeit seit der ersten Erfassung im Korruptionswahrnehmungsindex 1998. In beiden Indizes übertrifft es jährlich auch viele westliche Industriestaaten, bspw. Italien und die meisten ost- und südosteuropäischen Staaten.
Geographie Botswana erstreckt sich zwischen 17° 50’ und 26° 50’ südlicher Breite sowie 20° 00’ und 29° 20’ östlicher Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt wie die Ost-West-Ausdehnung ungefähr 900 km. Das Land hat eine Fläche von etwa 582.000 km² und rund zwei Millionen Einwohner. Damit gehört es zu den am dünnsten besiedelten Ländern der Erde.
Große Teile des Landes macht die Halbwüste Kalahari im Südwestteil aus. Sie besteht aus Dornstrauch- und Grassavannen. Darüber hinaus gibt es Salzpfannen und Salzseen, die während der Regenzeit zu großen, seichten Seen werden. Im Nordwesten liegt das Okavangodelta, das große Binnendelta des Flusses Okavango. Das Land ist überwiegend Hochland mit wenigen Hügeln. Gebiete wie das Okavangodelta, die Makgadikgadi-Pfanne und die Region am Limpopo liegen weniger als 1000 Meter über dem Meeresspiegel, höchste Erhebung ist mit 1494 Metern über dem Meeresspiegel der Monalanong Hill südwestlich der Hauptstadt Gaborone.Eintrag bei peakbagger.com (englisch), abgerufen am 22. Juli 2015.
Bei Kazungula im Nordosten des Landes treffen sich die Grenzen von Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe in der Mitte des Sambesi, manchen Ansichten zufolge an einem einzigen Punkt.Botswana: Location. Botswana Tourism Organisation, abgerufen am 30. Oktober 2014. Für die Annahme eines multilateral anerkannten Vierländerecks fehlt jedoch die vertragliche Grundlage. Zusammenfassung unter . Bei: nicolette.dk von Michael Donner und Jesper Nielsen.
Klima und Klimawandel In Botswana herrscht semi-arides Savannen- und Halbwüstenklima. Die Temperaturen schwanken zwischen 35 °C im Sommer und etwas über 20 °C im Winter. Im Winter fallen die Temperaturen vor allem nachts stark, im ganzen Land ist zu dieser Jahreszeit Frost möglich, Temperaturunterschiede von über 20 °C zwischen Tag und Nacht sind normal. So werden zum Beispiel in Gaborone im Juli tagsüber durchschnittlich 23 °C gemessen, während es nachts nur etwa 3 °C sind. Die Trockenzeit ist im ganzen Land mit sechs bis neun Monaten sehr lang. Im Jahr fällt etwa 250 bis 500 Millimeter Niederschlag, der meiste von Dezember bis März.
Das südliche Afrika liegt in einer überwiegend semi-ariden und ariden Zone, die damit sehr anfällig für Klimaveränderungen ist. Die Folgen durch die Klimakrise sind eine zunehmende Hitze, längere Dürreperioden und geringere Niederschläge. In Botswana ist die Temperatur binnen 100 Jahren um drei Grad angestiegen, was die höchste Zunahme in der gesamten südlichen Hemisphäre darstellt.Bartholomäus Grill: Drohende Katastrophe in Sambia: „Die fürchterlichste Dürre, an die sich Menschen erinnern können“. In: Spiegel Online, 16. September 2019, abgerufen am 24. September 2019.
Botswana wird als hoch anfällig für die Folgen von Klimaveränderungen eingestuft. Der Klimawandel hat auch auf Grund der hohen Abhängigkeit von der Landwirtschaft und Bioressourcen, einer hohen Armutsquote gerade in ländlichen Gebieten und einer geringen Anpassungsfähigkeit signifikante Auswirkungen. Primäre Herausforderungen stellen die Verfügbarkeit von Wasser, veränderte Niederschlagsaufkommen und steigende Ansprüche der Bevölkerung dar. Das Klima, wenig produktive Anbauflächen und das sozioökonomische Umfeld in semi-ariden Gebieten in Botswana machen dort lebende Gemeinschaften anfällig für eine Gefährdung der Ernährungssicherheit und des Lebensunterhalts sowie nicht nachhaltige landwirtschaftlich-ökonomische Systeme.
Gewässer Das Land wird von vier Einzugsgebieten geprägt.Water resources in Botswana with particular reference to the Savanna regions. Die südliche Grenze bildet der Molopo mit seinem Nebenfluss Nossob. Er gehört zum Einzugsgebiet des Oranje, auch wenn kein Oberflächenwasser in den Oranje aus ihm mündet. Im Nordosten bildet der Chobe die Grenze zu Namibia, und ein winziges Stück des Sambesi verbindet das Land mit Sambia. Außer über den Limpopo, der die Südost-Grenze bildet, fließt allerdings kaum Wasser Richtung Ozean. Das größte Einzugsgebiet des Landes ist das Okavango- oder Makgadikgadi-Becken. Der aus Angola kommende Okavango versickert in diesem Becken im Okavangodelta, und sein Wasser erreicht nur bei hohen Ständen die Makgadikgadi-Salzpfannen.
Die Einzugsgebietsflächen werden je nach Quelle sehr unterschiedlich angegeben. Insbesondere die des Molopo und des Okavangobecken variieren teils sehr. In manchen Quellen wird etwa die Hälfte als nicht spezifiziert dargestellt, da von diesen Flächen, auf Grund des Wüstenklimas das dort herrscht, kein realer Abfluss stattfindet.
Flora und Fauna mini|Zebras und Antilopen sind Teil der einheimischen Tierwelt mini|Palmen im Okavangodelta Die Flora wird von den vorherrschenden Trocken- und Dornstrauchsavannen geprägt. Das Okavangodelta und das Gebiet am Chobe sind Feuchtsavannen mit einem großen Artenreichtum.
Die Kalahari ist durch Gräser und dornige Sträucher und Akazien charakterisiert. Typische Arten sind auch die Weißstamm-Boscia (Boscia albitrunca), der Mongongo-Baum (Schinziophyton rautanenii) und die Afrikanische Teufelskralle. Im Okavangodelta wurden 1300 Pflanzenarten nachgewiesen. Im Norden des Landes gibt es Mopane- und Combretumwälder, in der Chobe-Region auch Miombowälder.Chris McIntyre: Botswana: Okavango Delta, Chobe, Northern Kalahari. Bradt Travel Guides, Chalfont St Peter 2007, ISBN 1-84162-166-8. Auszüge bei books.google.de.
In Botswana kommen zahlreiche Säugetierarten vor. Die Elefantenpopulation ist mit rund 130.000 Exemplaren die größte Afrikas,Dramatisches Elefantensterben in Afrika. spiegel.de vom 1. September 2016, abgerufen am 1. April 2018. nachdem sie in den 1970er und 1980er Jahren nach Angaben der African Elephant and Rhino Specialists Group (AERSG) zeitweise auf nur noch 20.000 abgesunken war. Außerdem gibt es Giraffen, zahlreiche Antilopenarten, Löwen, Leoparden, Nashörner, Geparde und Zebras. Im Okavangodelta leben über 400 Vogelarten, über 120 Säugetierarten, 71 Fischarten, 33 Amphibienarten und 64 Reptilienarten. Jährlich kommt es zu großen Migrationen von Zebra- und Gnuherden zwischen Chobe bzw. Okavangodelta und den südlich und südöstlich gelegenen Gebieten, etwa am Boteti.Botswana’s zebra migration: Africa’s longest mammal migration. In: africageographic.com (englisch), abgerufen am 30. Januar 2019.
Städte Im Jahr 2023 lebten 73 Prozent der Einwohner Botswanas in Städten. Die fünf größten Städte sind (Stand Zensus 2022):Liste bei citypopulation.de, abgerufen am 14. Januar 2023.
244.107 Einwohner: Gaborone (Metropolregion 537.000 Einwohner) 102.444 Einwohner: Francistown (Metropolregion 172.302 Einwohner) 88.098 Einwohner: Molepolole 85.293 Einwohner: Maun 74.719 Einwohner: Mogoditshane
Bevölkerung Demografie
Botswana hatte 2025 2,45 Millionen Einwohner. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug 1,3 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 23,0 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 6,9 pro 1000 Einwohner, 2022) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 2,8, die der Region Ost- und Süd-Afrika betrug 4,3. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2025 bei 27,1 Jahren. Im Jahr 2025 waren 28,7 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 6,1 Prozent der Bevölkerung betrug.
Bevölkerungsstruktur Botswana hat gemäß Volkszählung von 2011 etwa 2,02 Millionen Einwohner. Die Bevölkerung teilt sich ethnisch wie folgt auf:
75,5 % Sotho-Tswana, zumeist Batswana 12,4 % Shona, zumeist BaKalanga 3,4 % San 2,5 % Khoikhoi 1,3 % Ndebele 4,9 % andere, darunter etwa 2 % Europäer
Sprachen Amtssprachen sind Setswana und Englisch. Die Kommunikation in der Bevölkerung findet in der Bantusprache Setswana statt, die vom überwiegenden Teil der Einwohner verstanden wird. Auf Englisch verhandelt das Parlament, und alle größeren Zeitungen erscheinen in englischer Sprache. In der Grundschule ist Setswana die Unterrichtssprache, ab der Sekundarstufe wird auf Englisch unterrichtet. Weitere gesprochene Sprachen sind Kalanga, Kgalagadi, Thimbukushu, sowie einige weitere Bantusprachen und Khoisan-Sprachen; in geringem Maß wird auch Afrikaans gesprochen.
Religionen 49,2 % Örtliche traditionelle Glaubensrichtungen 29,0 % Protestanten 11,8 % Afrikanische Christen 9,4 % Katholiken 0,6 % andere
Bildung mini|Fakultät für Betriebswirtschaft an der University of Botswana Im Jahr der Unabhängigkeit 1966 gab es in Botswana nur wenige erfolgreiche Schulabgänger, 100 Abiturienten und 22 Absolventen einer Universität.Daron Acemoglu & James A. Robinson: Warum Nationen scheitern. Die Ursprünge von Macht, Wohlstand und Armut, Fischer, Frankfurt 2014, ISBN 978-3-596-19558-9, S. 483 Lediglich 8 % der Jugendlichen besuchten eine Sekundarschule.Übersicht zur Bildung in Botswana. In: acmeq.org (englisch), abgerufen am 27. Januar 2014. Mit den Einnahmen aus der Diamantenförderung ab den 1970er Jahren wurde das Schulwesen stark ausgebaut. Trotzdem ist Botswana eines der wenigen Länder auf der Welt, in denen trotz einer bereits 1980 von der Regierung gestarteten Alphabetisierungskampagne keine Schulpflicht besteht.Übersicht über das Bildungssystem Botswanas. In: education.stateuniversity.com (englisch), abgerufen am 30. Oktober 2014. Die Rate der Schüler an Primarschulen lag 1996 bei 96 %; auch die Sekundarschulen, wo nach der zehnten Klasse das Junior Certificate abgelegt werden kann, werden von fast allen Jugendlichen der Jahrgänge besucht. Etwa ein Drittel der Schüler absolviert dann zwei weitere Schuljahre, um das Botswana General Certificate of Education zu erwerben, das zum Besuch einer Universität oder eines College berechtigt. 2006 wurden nach fast 20 Jahren kostenloser Schulausbildung erneut Schulgebühren eingeführt; diese werden zwar nicht für die Grundschule, aber ab der weiterführenden Schule erhoben.School fees hit Botswana learners. BBC News am 18. Januar 2006. In Botswana stieg die mittlere Schulbesuchsdauer über 25-Jähriger von 5,5 Jahren im Jahr 1990 auf 9,2 Jahre im Jahr 2015 an. Sie ist damit eine der längsten in Afrika.