Togo ( [], []) ist ein Staat in Westafrika, am Golf von Guinea gelegen, und grenzt an Ghana im Westen, Benin im Osten und Burkina Faso im Norden. Hauptstadt und Regierungssitz ist Lomé.

Das Staatsgebiet von Togo umfasst den östlichen Teil der von 1884 bis 1916 bestehenden deutschen Kolonie Togo. Von 1916 bis 1960 war Togo Mandatsgebiet des Völkerbunds bzw. Treuhandgebiet der Vereinten Nationen unter französischer Verwaltung. Der autokratisch regierende Präsident Gnassingbé Eyadéma prägte das Land fast 40 Jahre lang. Nach dessen Tod 2005 ernannte die Armee seinen Sohn Faure Gnassingbé unter Missachtung der Verfassung zum neuen Präsidenten. Internationaler Druck und Unruhen im Lande führten nicht zur Rückkehr verfassungsgemäßer Zustände. Die folgenden Wahlen konnte Gnassingbé für sich entscheiden, wobei ihm die Opposition und auch die Europäische Union massiven Wahlbetrug vorwarfen. Nach wie vor befinden sich mehrere tausend Flüchtlinge im Ausland. Seit 2022 ist Togo Mitglied des Commonwealth of Nations.

Die Bezeichnung der Staatsangehörigen von Togo ist laut dem Ständigen Ausschuss für geographische Namen Togoer bzw. Togoerin.Verzeichnis der Staatennamen für den amtlichen Gebrauch in der Bundesrepublik Deutschland. Auswärtiges Amt, Stand 2. Juni 2018. Der Duden verzeichnet aber auch die gebräuchliche Form Togolese bzw. Togolesin.

Geographie mini|links|hochkant|Topographie Togos Togo hat eine Landesfläche von 56.785 km² und ist für afrikanische Verhältnisse ein Kleinstaat: Nur wenige Länder Afrikas haben eine noch kleinere Staatsfläche. Es hat eine langgestreckte, schmale Form mit einer Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung von etwa 550 km, in West-Ost-Richtung aber nur 50 bis 140 km. Davon sind 16 % bewaldet, 25 % Ackerland und 3,5 % Weideland.

Das Land liegt in Westafrika bei 8 Grad nördlicher Breite und 1° 10′ östlicher Länge. Es ist in die fünf Regionen Maritime, Plateaux, Centre, Kara und Savanes aufgeteilt. Die Landesgrenze hat eine Länge von 1647 km. Davon entfallen 644 km auf die Grenze zu Benin, 126 km auf die Grenze zu Burkina Faso und 877 km auf die Grenze zu Ghana.

Von den palmengesäumten Lagunen und Sandstränden der 56 km langen Küste erstreckt sich das Ouatchi-Plateau bis ins höhere Tafelland. Das im Südwesten des Landesinneren bewaldete Togo-Atakora-Gebirge verläuft nordostwärts bis nach Benin. In den niederen Lagen im Norden und Süden herrscht eine Savanne mit Antilopen und Elefanten vor.

Der höchste Berg des Landes ist der Mont Agou mit 986 m Höhe über dem Meeresspiegel. Der längste Fluss ist der Mono mit 467 km Länge. Er verläuft von Nord nach Süd und ist auf 50 km als Wasserstraße nutzbar.

Klima mini|links|Klimadiagramm von Lomé Das Klima ist ganzjährig tropisch-feucht mit durchschnittlichen Temperaturen von 30 °C im Norden und 27 °C an der Küste im Süden. Nachts findet nur eine geringe Abkühlung statt. Im Norden herrscht fast schon Savannenklima. Am heißesten wird es im Februar und März. Im Dezember und Januar weht der staubführende Harmattan aus dem Norden.

Im Norden gibt es eine Regenzeit des westafrikanischen Monsuns von Mai bis Oktober, der seine stärkste Intensität im August erreicht. Dieser ist mit Mittagstemperaturen von etwa 30 °C auch der kühlste Monat. Der Januar ist am trockensten, die Luftfeuchtigkeit beträgt dann etwa 22 %. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen dann bei etwa 35 °C, wobei im März zur Mittagszeit ca. 39 °C erreicht werden.

Im Süden kommt es zu zwei Regenzeiten, von April bis Juni und von September bis November. Die regenreichsten Monate sind der Juni und der Oktober. Die Luftfeuchtigkeit beträgt im Juni etwa 80 Prozent. Der trockenste Monat ist der Dezember. Am wärmsten ist es im März mit Mittagstemperaturen um die 32 °C. Der kühlste Monat ist der August mit Temperaturen von etwa 27 °C.

Hydrologie Togo ist grob in zwei Haupteinzugsgebiete aufgeteilt. Der Norden entwässert über den Oti (38 % der Landesfläche) in das Volta-System. Der Süden entwässert über den Zio und vor allem über den Mono.

Humangeografie – Regionen

Der Staat gliedert sich in fünf Regionen. Die Regionen sind in 39 Präfekturen und die Hauptstadt Lomé weiter untergliedert (Stand 2020). +Regionen Togos Name Hauptstadt Einwohner 2010 Einwohner 2022 Savanes Dapaong 828.224 1.143.520 Kara Kara 769.940 985.512 Centrale Sokodé 617.871 795.529 Plateaux Atakpamé 1.375.165 1.635.946 Maritime Lomé 2.599.955 3.534.991TogoLomé6.191.1558.095.498

Bevölkerung Demografie

Togo hatte 2023 9,3 Millionen Einwohner. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 2,3 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 31,5 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 8,2 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 4,2, die der Region West- und Zentral-Afrika betrug 4,9. Die Lebenserwartung der Einwohner Togos ab der Geburt lag 2022 bei 61,6 Jahren. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 18,7 Jahren. Im Jahr 2023 waren 39,9 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 3,2 Prozent der Bevölkerung betrug.

Bevölkerungsstruktur

Anteil Volk 40,1 % Ewe 23,1 % Temba-Kabre 13,2 % Akebu 9,7 % Gurma 12,8 % afrikanische Minderheiten 0,99 % andere Ethnien

Togo ist ein Vielvölkerstaat, der aus beinahe ebenso vielen Ethnien wie Sprachgruppen heterogen zusammengesetzt ist. Die Bevölkerungszahl der unterschiedlichen Ethnien reicht von einigen hundert bis zu einigen Millionen Menschen. Das Zugehörigkeitsgefühl zur eigenen Ethnie hat seit der Unabhängigkeit zugenommen, aber auch immer wieder zu Spannungen geführt.Rashid Oladoja Lasisi: Language, Culture, Ethnicity and National Integration: The Togo Experience since 1900. African Study Monographs, 14, 1, Juni 1993 (PDF-Datei; 614 kB)

Die wichtigsten ethnischen Gruppen sind die Ewe (rund 40 %) im Süden und die Kabiye (16 %) in der Mitte und im Norden. Die Ewe dominierten bereits in der deutschen Kolonialzeit das Staatssystem, und viele Beamte, Fachkräfte und Geschäftsmänner waren Ewe. Ab 1967 endete diese Dominanz und es wurde auch der zweitgrößten Volksgruppe des Landes, den Kabiye, eine gehobenere Position verschafft, da während der Diktatur Gnassingbé Eyadémas nun viele Militärangehörige und Sicherheitskräfte aus den Reihen der Kabiye rekrutiert wurden.Background Note: Togo. U.S. Department of State.

Minderheiten sind die Tem, die „Togo-Restvölker“ wie die Akebu (13,2 %) sowie Gurma (9,7 %) und Yoruba (6,8 %). Etwa 0,99 % der Bevölkerung stammen aus Europa oder sind anderer ethnischer Herkunft. Zu der hier genannten Gruppe der togoischen Minderheiten gehören neben kleineren Volksgruppen Togos auch andere afrikanische Minderheiten, die im Wesentlichen aus den Nachbarländern Togos stammen. Im Jahre 2017 waren 3,6 % der Bevölkerung im Ausland geboren.

Sprachen

Sprache Sprecherethnologue.com: Ethnologue report for Togo, abgerufen am 11. April 2011. Ewe 862.000 Kabiyé 700.000 Waci/Gbe 366.000 Tem 204.000(Kotokoli: 300.500) Gen/Mina 201.000 Moba 189.000

Nationalsprachen Togos sind Ewe und Kabiyé, alleinige Amtssprache ist allerdings Französisch, das ein Erbe der französischen Kolonialherrschaft darstellt.

Neben Ewe, Kabiye und verschiedenen Kwa- und Gur-Sprachen wird auch die Amtssprache Französisch gesprochen. Dazu kommen noch die „Togo-Restsprachen“, wie etwa das Akebu und einige weitere. Deren Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Sprachfamilien ist nicht restlos geklärt.

Im Land werden 39 lebende Sprachen gesprochen. Neben diesen Sprachen werden aufgrund von Handelskontakten zu den umliegenden Ländern sowie Migrationsbewegungen Sprachen, darunter Akan aus Ghana und Yoruba (Nigeria), aus den Nachbarstaaten oder anderen westafrikanischen Staaten von kleineren Minderheiten gesprochen. In Togo hat sich keine eigenständige Gehörlosensprache entwickelt, daher wird in Togo die französische Gebärdensprache verwendet. Etwa 100.000 Personen sprechen Deutsch als Fremdsprache.auswaertiges-amt.de.

Religionen mini|Neue und Große Moschee in Sokodé mini|Kathedrale des Heiligen Geistes in Kpalimé

Es besteht Religionsfreiheit. Fast die Hälfte der Bevölkerung bekennt sich zu den traditionellen Religionen – vor allem zur Religion der Ga und zur Religion der Yoruba. Daneben hat auch die Voodoo-Religion große Bedeutung. Innerhalb der Volksgruppengesellschaften üben Geheimbünde, vor allem die der Ewe, großen Einfluss aus.

Die Mehrheit der Christen gehören der römisch-katholischen Kirche an (etwa 26 % der Gesamtbevölkerung), etwa 9 % der Bevölkerung sind Protestanten.Auswärtiges Amt – Togo – Übersicht, zuletzt abgerufen am 23. November 2019. Dem Islam sunnitischer Richtung gehören ca. 20 % der Bevölkerung an, unter anderem Fulbe und Hausa. In den Küstenregionen gibt es einige kleine jüdische Gemeinden.

Urbanisierung Im Jahr 2021 lebten 43 % der Einwohner Togos in Städten. Es gibt eine ausgeprägte Wanderungsbewegung vom Land in die Städte. Dort besteht allerdings eine immer höher werdende Arbeitslosigkeit gerade unter jungen Menschen. Vor allem junge Männer wandern daher ins Ausland aus, mit dem Ziel, in Europa oder Nordamerika Arbeit zu finden.

Die größten Städte sind laut Berechnung des togoischen Statistikamtes für 2020: Lomé 2.174.000 Einwohner, Kara 115.000 Einwohner, Sokodé 109.000 Einwohner, Kpalimé 90.000 Einwohner und Atakpamé 81.000 Einwohner. Insgesamt lebten 2019 42 % der Bevölkerung in Städten – Tendenz steigend.

Bildung Die Schulpflicht beträgt sechs Jahre,. der Besuch der Grundschule ist gebührenfrei.unicef.org. Das Bildungswesen leidet unter Lehrermangel, geringerer Qualität im ländlichen Raum sowie hohen Wiederholungs- und Abbruchraten.

Schulangebot und Schulbesuch weisen ein erhebliches Nord-Süd- sowie Stadt-Land-Gefälle auf, wobei vor allem in den Städten des Südens die Menschen höhere Bildung haben; das unzureichende Bildungsangebot wird vor allem durch zahlreiche Missionsschulen ergänzt. Im Norden sind Koranschulen im Kommen. Die Analphabetenquote betrug 2020 noch 36,3 %. Dies liegt auch an der bisher geringen Schulbesuchsdauer der über 25-Jährigen von durchschnittlich 4,9 Jahren. Die heranwachsende Generation hat dagegen eine erwartete Schulbesuchsdauer von 12,7 Jahren.

Gesundheit Bevölkerungsdaten (2019) Geburtenrate 32,7 je 1000 Einwohner Fruchtbarkeitsrate 4,26 Kinder pro Frau Kindersterblichkeit 72 je 1000 Geburten Bevölkerungswachstum 2,4 % Bevölkerung unter 15 Jahren 41,0 % Bevölkerung über 65 Jahren 2,9 %

Die Lebenserwartung der Einwohner Togos ab der Geburt lag 2022 bei 61,6 Jahren (Frauen: 62,2, Männer: 60,9). Die Lebenserwartung stieg von 54,7 Jahren im Jahr 2000 bis 2022 um 13 %. Die hohe Kindersterblichkeit von 72 pro Tausend Lebendgeborenen ist ein wesentlicher Faktor für den vergleichsweise niedrigen Wert der Lebenserwartung.

Die Bevölkerungsstruktur stellt die klassische Bevölkerungspyramide dar. 41 % der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt. Das Medianalter lag 2020 bei geschätzten 19,4 Jahren.

Die weltweite COVID-19-Pandemie erreichte Togo erstmals am 6. März 2020 mit einer Patientin, die vorher Deutschland und Frankreich bereist hatte.

Geschichte

1958 gewann Sylvanus Olympio, ein Ewe aus dem Süden, die ersten allgemeinen Wahlen. Am 27. April 1960 wurde er mit der Unabhängigkeitserklärung von Frankreich der erste Präsident Togos. Bei einem Aufstand von Offizieren wurde er am 13. Januar 1963 ermordet. Es folgte eine instabile Mehrparteienregierung unter Präsident Grunitzky. Vom 13. Januar 1967 bis Anfang Februar 2005 beherrschte Präsident Gnassingbé Eyadéma das Land. Er gehörte zur Ethnie der Kabiyé aus dem Norden. Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen zwangen viele Menschen ins Exil.