Die Schweizerische Epilepsie-Liga (ehemals Schweizerische Liga gegen Epilepsie) ist eine gesamtschweizerisch tätige Fachorganisation und ein Interessenverband um das Krankheitsbild Epilepsie. Sie ist Mitglied der International League Against Epilepsy (ILAE) und bildet deren nationale Sektion in der Schweiz (seit 1964).International League against Epilepsy (ILAE): Chapter Spotlight: Switzerland. Abgerufen am 8. Januar 2020. Die Epilepsie-Liga fördert die Forschung und berät Fachleute, Patienten und Angehörige. Zudem informiert und sensibilisiert sie die Öffentlichkeit für das Thema Epilepsie. Damit will sie zur Integration von Epilepsiebetroffenen in der Gesellschaft beitragen.
Tätigkeiten Die Schweizerische Epilepsie-Liga publizierte bis 2018 die Fachzeitschrift Epileptologie, die viermal pro Jahr erschien. Seit 2022 erscheint die Fachzeitschrift im Springer Medizin Verlag gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie und der Österreichischen Gesellschaft für Epileptologie - zunächst unter dem Titel "Zeitschrift für Epileptologie", seit 2023 als "Clinical Epileptology".
Sie organisiert regelmäßige Jahrestagungen, auf denen Wissenschaft und Fortbildung vermittelt werden, im jährlichen Wechsel mit anderen Schweizer Fachgesellschaften sowie als „Dreiländertagung“ gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie und Österreichischen Gesellschaft für Epileptologie.
Einige Kommissionen bearbeiten medizinische und organisatorische Aspekte der Epilepsie.
Sie verleiht jährlich einen mit 25.000 CHF dotierten Forschungsförderungs- und alle drei Jahre einen mit 1.000 CHF dotierten Promotionspreis an junge Wissenschaftler. Ausserdem vergibt sie zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie und Österreichischen Gesellschaft für Epileptologie jeweils anlässlich der Dreiländertagungen den mit 10.000 Euro dotierten Alfred-Hauptmann-Preis.
Sie organisiert den Tag der Epilepsie vom 5. Oktober und jährlich mindestens eine Tagung für Patienten und Angehörige. Sie stellt Informationen für alle Interessierten zur Verfügung. Rund dreimal jährlich finden Fachveranstaltungen zur Weiterbildung auf dem Gebiet der Epileptologie und Publikumsveranstaltungen zur Information der Öffentlichkeit über das Krankheitsbild statt.
Die Liga engagiert sich auch politisch und macht seit 2019 auf die Gefahr von Medikamenten-Engpässen speziell für Epilepsiebetroffene aufmerksam. Im Jahr 2019 veröffentlichte sie die Ergebnisse einer Bevölkerungsbefragung zum Thema EpilepsieBevölkerungsbefragung 2018: Einstellungen zu Epilepsie in der Schweiz In: Leading Opinions Neurologie & Psychiatrie 5/2019, S. 22–24. sowie einen Kurzfilm über erste Hilfe bei einem epileptischen Anfall; . Kurze Erklärvideos und zahlreiche Info-Flyer in diversen Sprachen ergänzen das Angebot.
Bisherige Präsidenten
Finanzierung Die Epilepsie-Liga wird durch Mitgliederbeiträge, Spenden, Sponsoring und zu einem kleinen Teil durch Dienstleistungseinnahmen finanziert; sie erhält keine öffentlichen Zuschüsse mit Ausnahme von Projektförderung durch kantonale Lotteriefonds.
Geschichte Die Vorgängerorganisation der Epilepsie-Liga war der im Jahr 1931 in Zürich gegründete „Schweizerische Hilfsverband für Epileptische“. 1963 wurde er in die „Schweizerische Liga gegen Epilepsie“ mit neuen Statuten umgewandelt.H.-G. Wieder, K. Karbowski: Geschichte der Schweizerischen und Internationalen Liga gegen Epilepsie. In: G. Krämer, H.-G. Wieser (Hrsg.) für die Schweizerische Liga gegen Epilepsie: Epilepsie-Bericht Schweiz 2002. Hippocampus-Verlag, Bad Honnef 2002, S. 119–127. Zum 1. Januar 2016 wurde die „Schweizerische Liga gegen Epilepsie“ in „Schweizerische Epilepsie-Liga“ umbenannt.
Weblinks Website der Schweizerischen Epilepsie-Liga Pierre Arnold u. a.: Update der Verkehrskommission der Schweizerischen Epilepsie-Liga: Fahreignung mit Epilepsie In: Swiss Medical Forum 6. November 2019, S. 737–740.
Einzelnachweise
Kategorie:Organisation (Epileptologie) EpilepsieLiga Kategorie:Interessenverband (Gesundheitswesen) Kategorie:Verein (Zürich) Kategorie:Vereinsgründung 1931 Kategorie:Schweizerische Organisation (Gesundheitswesen)