Monplaisant (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Vallée de la Dordogne et Forêt Bessède. Die Bewohner werden Monplaisanais und Monplaisanaises genannt.

Geografie

Monplaisant liegt etwa 49 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 21 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 41 Kilometer ostsüdöstlich von Bergerac in der Landschaft des Périgord noir im gleichnamigen, touristisch benannten Landesteil. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Nauze, die es im Osten begrenzt, und vom Flüsschen Raunel.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Monplaisant liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteine teils aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine insgesamt wenig bewaldete Hügellandschaft, die durch die Täler der Nauze und des Raunel eingeschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt liegt im äußersten Westen mit Höhe in der Nähe des Lieu-dit Bonarme an der Grenze zur Nachbargemeinde Urval. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Nordosten mit Höhe beim Zusammenfluss von Nauze und Raunel und dem Austritt der Nauze aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum bei der Ortskirche liegt auf etwa Höhe.

Rund 71 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Grünland, genutzt, etwa 28 % sind bewaldet, etwa 1 % entfällt auf bebaute Flächen.

Monplaisant wird von folgenden fünf Gemeinden umgeben:

Klima Die vorherrschenden klimatischen Bedingungen in Monplaisant sind durch warme und gemäßigte Temperaturen gekennzeichnet. In der Gemeinde ist das ganze Jahr über Niederschlag zu verzeichnen, und selbst im trockensten Monat Juli gibt es noch erhebliche Niederschläge. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Monplaisant beträgt 13,2 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,4 °C, die höchste im Juli und im August mit 21,4 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen 867 mm.

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Monplaisant Naturrisiken manifestieren sich in Monplaisant als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Nauze Dürren Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1993, 1999, 2005 und 2008 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Obwohl das Gemeindegebiet mit vergleichsweise wenig Wald bedeckt ist, besteht im gesamten Gemeindegebiet zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 17 % des Gemeindegebiets von einer mittleren, im Westen teilweise auch von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft, das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Monplaisant besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind, als Ablösung von Steinen und Blöcken durch die Einwirkung von Erosion, Witterungsbedingungen und Wurzelsystemen auf die felsigen Hänge, sowie von Erdrutschen, mehr oder weniger langsamen Bewegungen von Hanglagen, bei denen sich das Erdreich ablöst. Ihr Auftreten hängt von der Bodenart, dem Hangwinkel und den Wetterbedingungen ab.

Die Gemeinde liegt flussabwärts des Staudamms Bort-les-Orgues im Département Corrèze, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter), das seit 2009 einem sog. Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesem Staudamm der Klasse A mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch dieses Bauwerks entstünde.

Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes erschien erstmals im Jahr 1095 in der Schreibweise Mont Plaisan und wurde zu Munplacens im Jahr 1156. Der Name kannte danach einige Varianten, Monplazenc im 13. Jahrhundert und Mons Plasenc im Jahr 1478. Er entwickelte sich i, Okzitanischen als Zusammensetzung von mont, hervorgegangen aus dem lateinischen mons, montis (), und von plasent, französisiert zu plaisant. Dieses Adjektiv ist das Participe présent von plàser, das vom lateinischen placere () kommt.Siehe Tanet, Hordé, Seite 228

In den Weilern Branchat, Cassagne und Gurmehil wurden prähistorische Stätten entdeckt, die eine sehr frühe menschliche Besiedlung dieser Gebiete im Périgord Noir belegen.

Bereits im 14. Jahrhundert (dokumentiert um 1305) gehörten die Kirche und der Ort Monplaisant zur mächtigen Abtei Fongauffier. Während der Französischen Revolution wurde die Abtei komplett zerstört.

Die Gemeinde verdankt ihren Namen ihrer reizvollen Lage und der Anmut ihrer Landschaft. Im Jahr 1626 bestand eine Bruderschaft aus Männern und Frauen, die jährlich eine Königin und einen König wählten. Das Fest wurde mit großem Pomp gefeiert, und die Ernennungen gingen an jene Person, die die größte Menge Wachs für die Kirche stiftete.

Die Änderung des Ortsnamens von Montplaisant zu Monplaisant erfolgte durch Beschluss des Conseil d’État vom 4. Mai 1985 (Problem der Identifizierung auf verschiedenen Dokumenten, die entweder mit einem zentralen -t- oder ohne -t- geführt wurden).

Bevölkerungsentwicklung

mini|Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste und Pfarrhaus Sehenswürdigkeiten Die einschiffige Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste mit ihrer halbrunden Apsis, ihrer schmucklosen Fassade und ihrem zweigeteilten Glockengiebel stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der an der Nordwand sichtbare Fischgrätenverband ist ein Hinweis auf ihren vorromanischen Ursprung. Unmittelbar angrenzend steht das ehemalige Pfarrhaus aus dem 16. Jahrhundert, welches die Dimensionen der Kirche übertrifft. Hübsch sind die halbrunden Giebelfronten der beiden Lukarnen mit ihren Fächerrosetten. Das Schloss Bosredon, oder Bos Redon, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Das Schloss Veziat datiert aus dem 17. Jahrhundert. Der sehr mächtige Seigneur Dominique de Peyrusse, Mitherr von Terrasson und Gouverneur von Sarlat, verstarb am 19. Februar 1778 auf Schloss Véziat und wurde in der Pfarrkirche von Monplaisant beigesetzt. Die Gemeinde beherbergt zudem zahlreiche Mühlen, darunter die Moulin du Cros, die heute als Spinnerei genutzt wird. Die Filature de Belvès ist ein bedeutendes Zeugnis des industriellen Erbes im Département Dordogne und ganz dem Textilhandwerk gewidmet. Sie ist in einer ehemaligen Fabrik untergebracht, die zu einem Museum umgestaltet wurde, und lädt Besucher dazu ein, in die Welt der Wolle einzutauchen – von der Verarbeitung bis hin zur fertigen Verwendung.

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2023 waren 127 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Monplaisant erwerbstätig, entsprechend 82,1 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (81,7 %) niedriger war als bei den Frauen (82,6 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit sieben Personen im Jahr 2023 niedriger als im Jahr 2017 (20). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 16,1 % (2017) auf 5,4 % (2023). Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen sank in diesem Zeitraum von 41,7 % auf 0 %.

Branchen und Betriebe 35 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2024 in Monplaisant wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Fertigung, Bergbau und andere Industrien12,9 %Baugewerbe514,3 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie720,0 %Finanzen und Versicherungen25,7 %Immobilien411,4 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten1234,3 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln38,6 %Andere Dienstleistungen12,9 %Gesamt35

Landwirtschaft Monplaisant liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde stieg von 10 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 11 im Jahr 2000 und sank auf 9 im Jahr 2010 und auf 6 im Jahr 2020, ein Rückgang von 40 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 148 Hektar im Jahre 1988 auf 240 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg deutlich von 14,8 Hektar auf 39,9 Hektar.

Verkehr Die zur Departementsstraße D 710 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 710 von Périgueux nach Fumel verläuft entlang der östlichen Gemeindegrenze. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Monplaisant mit den Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.

Die Bahnstrecke Niversac–Agen verläuft ebenfalls entlang der östlichen Gemeindegrenze ohne Haltepunkt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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