mini|hochkant|Wappen derer von Koseritz. Friedrich Fedor Kurt von Koseritz (* 25. Oktober 1838 in Dessau; † 1. März 1916 in Gernrode) war ein deutscher Staatsmann im Herzogtum Anhalt.
Leben Koseritz entstammte der uradeligen Familie von Koseritz. Der Autor Karl (Carl) von Koseritz war sein Bruder.Siehe: Alexis von Schoenermarck: Helden-Gedenkmappe des deutschen Adels. Verlag Wilhelm Petri, Stuttgart 1921, S. 166.
Er besuchte das Gymnasium in Dessau. Nach dem Abitur studierte er an der Universität Leipzig und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Philosophie, Staatswissenschaften und Rechtswissenschaften. 1859 wurde er im Corps Saxo-Borussia Heidelberg recipiert.Karl Rügemer (Hrsg.): Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910. C. Gerber-München-Verlag der Academischen Monatshefte, Starnberg 1910, 120 (Corps) / (Lfd. Nr. dort) 543. Nach dem Studium und der Promotion zum Dr. iur. wurde er 1861 Auskultator bei der Kreisdirektion in Köthen und 1866 herzoglich-anhaltischer Regierungsreferendar. 1872 trat er in den preußischen Staatsdienst über. 1873–1889 war er Landrat des Kreises Wittenberg.Rolf Jehke-Herdecke (Hrsg.): Landkreis Wittenberg Verwaltungsgeschichte und Landratsliste, In: Territorial.de. Stand 2022. 1886–1892 vertrat er den Wahlkreis Merseburg 2 (Schweinitz, Wittenberg) im Preußischen Abgeordnetenhaus. Er gehörte der Fraktion der Konservativen Partei (Preußen) an. Zwischenzeitlich wegen seiner Beförderung zum Polizeipräsidenten ausgeschieden, schied er am 16. Mai 1892, einen Tag nach seiner Ernennung zum Staatsminister in Anhalt, endgültig aus dem Preußischen Abgeordnetenhaus aus. 1890–1892 war er Polizeipräsident in Potsdam, zuerst betitelt als Polizei-Direktor.H. Klinckmüller: Deutsche Gemeinde-Zeitung. Wochenschrift für Deutsches Gemeinde- und Staats-Verwaltungswesen (Deutsche Kommunal-Zeitung). No. 33, XXIX. Jahrgang-Personal-Nachrichten, Begründer. Hermann Stolp, Verlag und Expedition P. Stankiewicz, Berlin, den 16. August 1890, S. 1. 1892 wurde er als Nachfolger von Anton von Krosigk zum Anhaltischen Haus- und Staatsminister berufen. In seine Aufgabengebiete fielen selbst noch die Verordnungen zu neuen Orden und EhrenzeichenGerd Scharfenberg: Die Orden und Ehrenzeichen der Anhaltischen Staaten 1811–1935. Motive: Klaus-Peter Merta, In: Phaleristische Monographien. Band 3-Edition Graf Klenau; PHV, Phaleristischer Verlag Autengruber, Offenbach 1999, S. 275. sowie die Teilführung des Hofstaates.Georg Duwe: Erzkämmerer, Kammerherren und ihre Schlüssel. Historische Entwicklung eines der ältesten Hofämter vom Mittelalter bis 1918. Biblio-Verlag, Osnabrück 1990, S. 331. Seit 1902 war er TrägerS. Hennings: Kongelig Dansk Fof- og Statskalender. Staatshaandbog for Danmark for Aaret 1912. J. H. Schultz, Kopenhagen 1912, S. 13. des Dannebrogordens.
Kurt von Koseritz erwarb große Teile der Halbinsel Sirmione im Gardasee und erbaute dort ab 1898 die „Villa von Koseritz“. Dort lebte er nach seiner Pensionierung (1903) bis zur Enteignung durch das Königreich Italien (1861–1946) im Ersten Weltkrieg durch den Londoner Vertrag (1915). Die Villa wird heute unter dem Namen Villa Cortine als Luxushotel betrieben.Kurt von Koseritz auf Palacehotelvillacortine.com (englisch) mit Bildern. Stand 2022.
Kurt von Koseritz starb im Haus Bergfrieden in Gernrode.Export. Organ des Centralvereins für Handesgeographie und Förderung Deutscher Interessen im Auslande usw. XXXVIII. Jahrgang, Nr. 31–34, Kommission Fried. Ludw. Herbig Verlagsbuchhandlung-Leipzig, Berlin, Dienstag, 25. Juli 1916, S. 188.
Ehrungen Charakterisierung als Wirklicher Geheimer RatVgl. Verein Deutscher Ingenieure (Hrsg.): Zeitschrift des Vereines Deutscher Ingenieure. Nr. 45-Band (Jahrgang) XXXIX, A. W. Schade-Berlin-Komm. Julius Springer-Selbstverlag, Berlin, Sonnabend, den 9. November 1895, S. 1363. mit dem Titel Exzellenz (1892) Ehrenbürger der Stadt Dessau (1903)
Literatur v. Koseritz, In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. Band 11, Hrsg. Bibliographisches Institut, Leipzig 1907, S. 525–526. v. Koseritz, In: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel. 1920. Jahrgang 21, Justus Perthes, Gotha 1919.Thomas Freiherr von Fritsch (Hrsg.): Die Gothaischen Taschenbücher Hofkalender und Almanach. In: Aus dem Deutschen Adelsarchiv. Band 2, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1968, S. 258. K. v. Koseritz, In: Bernhard Mann: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1867–1918. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3, Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7, S. 227.
Weblinks
Kurt von Koseritz auf Gedenkkultur-Dessau-Rosslau.de
Einzelnachweise
Kategorie:Landrat (Regierungsbezirk Merseburg) Kategorie:Polizeipräsident (Potsdam) Kategorie:Ministerpräsident (Anhalt) Kategorie:Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses Kategorie:Träger des Dannebrogordens Kategorie:Ehrenbürger von Dessau-Roßlau Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1838 Kategorie:Gestorben 1916 Kategorie:Mann Kategorie:Exzellenz (Preußen) Kategorie:Mitglied des Provinziallandtages der Provinz Sachsen