mini|hochkant=1.6|Das „schwartz Moß“; Ausschnitt vom „Plan Über Den Wald Weithardt, So Abgethaillet worden Ao: 1740“ (um 1743) Das Gebiet Schwarzes Moos ist ein mit Verordnung vom 7. Dezember 2005 des Regierungspräsidiums Tübingen ausgewiesenes Naturschutzgebiet (NSG-Nummer 4.312) im Nordwesten der baden-württembergischen Gemeinde Ostrach im Landkreis Sigmaringen in Deutschland.
Geschichte Das etwa 25 Jauchert (= rund zehn Hektar) große Schwarze Moos war nach der Neuaufteilung des Weitharts im Jahr 1740 der größte und ist heute der einzige noch erhaltene Kompromissplatz.
Ein Kompromissplatz ist ein „öder Platz“, eine Fläche innerhalb eines Waldgebiets, die für eine Baumanpflanzung nicht tauglich scheint. Im Weithart gab es 1740 „öde Plätze“ im Umfang von 27 Hektar; sie mussten zur gemeinsamen Weidebenutzung offen bleiben.
1845 wurde die sumpfige, unfruchtbare Öde für wenig Geld an die Gemeinde Levertsweiler verkauft. Im selben Jahr erfolgten die Festlegung der Grenzen gegen den Wald sowie eine Begradigung, sodass die heutige rechteckige Form entstand. Später wurde das Moor entwässert und kultiviert. Für einen Morgen des Grundstücks zahlte man im Jahr 1870 300 Gulden.
Ende der 1980er Jahre war das Schwarze Moos in 52 Flurstücke eingeteilt, die 22 verschiedenen, meist Levertsweiler Bürgern gehörten.Jürgen Schmidt: Der Wald Weithart aus forstwirtschaftlicher Sicht, gestern und heute (1. Teil). In: Hohenzollerischer Geschichtsverein (Hrsg.): (PDF; 4,9 MB), S. 43–46.
Lage Das heute etwa elf Hektar große Naturschutzgebiet Schwarzes Moos gehört naturräumlich zu den Donau-Ablach-Platten. Es liegt acht Kilometer nordwestlich der Ostracher Ortsmitte und nordwestlich von Habsthal im Weitharter Wald, südwestlich der Kreuzung der Landesstraßen 268 und 286 auf einer Höhe von .
Schutzzweck Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung eines Gebietes mit landschaftstypischen und kulturhistorisch bedeutenden Wiesenbiotopen, die als Lebens- und Rückzugsbereich einer artenreichen und gefährdeten Pflanzen- und Tierwelt dienen und ein Relikt des letzten historischen Kompromissplatzes im Waldgebiet Weithart sind., Abschnitt „Schutzzweck“
Flora und Fauna Flora Folgende Pflanzenarten (Auswahl), nach Familien sortiert, sind im Schwarzen Moos erfasst: Geißblattgewächse Gewöhnlicher Teufelsabbiss (Succisa pratensis, Syn.: Scabiosa succisa L.) Rosengewächse Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris) Wegerichgewächse Schild-Ehrenpreis (Veronica scutellata) Weiderichgewächse Sumpfquendel (Lythrum portula, auch: Peplis portula)
Fauna Folgende Tierarten (Auswahl), nach Klassen, Ordnungen und Familien sortiert, sind im Schwarzen Moos erfasst: Insekten Heuschrecken (Orthoptera) Sumpfgrashüpfer (Chorthippus montanus) Sumpfschrecke (Stethophyma grossum, Syn. Mecostethus grossus) Schmetterlinge (Lepidoptera) Brauner Feuerfalter (Lycaena tityrus), auch Schwefelvögelchen genannt Rotklee-Bläuling (Polyommatus semiargus)
Lurche Froschlurche Grasfrosch (Rana temporaria) Teichfrosch (Pelophylax kl. esculentus, Pelophylax "esculentus" oder Rana "esculenta") Schwanzlurche Bergmolch oder Alpenmolch (Ichthyosaura alpestris; Syn.: Triturus alpestris, zwischenzeitlich auch Mesotriton alpestris) Teichmolch (Lissotriton vulgaris; Syn.: Triturus vulgaris)
Siehe auch
Weblinks
Verordnung, Datenauswertebogen und Karte im "Schwarzes Moos" steht unter Schutz bei Schwäbische Zeitung online, 13. Dezember 2005, abgerufen am 23. März 2015
Einzelnachweise
Kategorie:Naturschutzgebiet im Landkreis Sigmaringen Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Schutzgebiet in Ostrach Kategorie:Weithart (Waldgebiet) Kategorie:Schutzgebietsgründung 2005