Der Foundation-Zyklus ist Teil des Werkes des Science-Fiction-Schriftstellers Isaac Asimov. Den bekanntesten und ursprünglich zentralen Teil bildet die Foundation-Trilogie (bestehend aus: Terminus, der letzte Planet bzw. Der Tausendjahresplan, Der Mutant bzw. Der galaktische General und Alle Wege führen nach Trantor), die den Untergang eines galaktischen Imperiums und den darauffolgenden Neuaufbau einer interstellaren menschlichen Zivilisation beschreibt. Asimov war bei der Schilderung stark beeinflusst von Edward Gibbons Klassiker Verfall und Untergang des Römischen Imperiums.
Zentrales Element ist die von dem Mathematiker Hari Seldon entwickelte fiktive Wissenschaft der Psychohistorik. Für den Aufbau der neuen Zivilisation wird das Tarnprojekt der Enzyklopädie-Foundation gegründet, deren vordergründiger Zweck die Sammlung allen Wissens in einer Encyclopaedia Galactica ist und die tatsächlich durch die Konzentration der besten Wissenschaftler ihrer Zeit Forschung und Entwicklung zu neuen Blüten treiben wird.
Später ergänzte Asimov die Foundation-Trilogie um weitere Werke, um sie mit seinen früheren Roboter- und Imperiumsromanen zu verbinden und einen kohärenten Foundation-Zyklus zu bilden. Nach seinem Tod wurde eine zweite Foundation-Trilogie von Gregory Benford, Greg Bear und David Brin geschrieben, die Asimovs Chronologie des Foundation-Universums ergänzt.
Inhaltsübersicht ChronologieTitelAlternativtitelOriginaltitelErscheinungsjahrAnmerkungen01.Ich, der RoboterIch, der RobotI, Robot1950Veröffentlicht als: Alle Roboter-Geschichten02.Geliebter RoboterEarth Is Room Enough195703.Der ZweihundertjährigeThe Bicentennial Man and Other Stories197604.Die StahlhöhlenDer Mann von drübenThe Caves of Steel195405.Die nackte SonneMord unter fremder SonneThe Naked Sun195706.Aurora oder Der Aufbruch zu den SternenDer Aufbruch zu den SternenThe Robots of Dawn198307.Das galaktische ImperiumRobots and Empire198508.Sterne wie StaubTyrannThe Stars, Like Dust1951Veröffentlicht als: Die frühe Foundation-Trilogie09.Ströme im AllDer fiebernde PlanetThe Currents of Space195210.Ein Sandkorn am HimmelRadioaktivPebble in the Sky195011.Die Rettung des ImperiumsPrelude to Foundation198812.Das Foundation-ProjektForward the Foundation199313.FoundationTerminus, der letzte Planet;Der TausendjahresplanFoundation1951Veröffentlicht als: Die Foundation-Trilogie14.Foundation und ImperiumDer Mutant;Der galaktische GeneralFoundation and Empire195215.Die zweite FoundationAlle Wege führen nach TrantorSecond Foundation195316.Die Suche nach der ErdeFoundation’s Edge198217.Die Rückkehr zur ErdeFoundation and Earth1986XDas Ende der EwigkeitAm Ende der EwigkeitThe End of Eternity1955Außerhalb der normalen Zeitlinie, aber Teil des Foundation-Universums Der Zyklus umfasst, soweit die frühen Roboter-Geschichten berücksichtigt werden, einen Zeitraum von über 20.000 Jahren. Die eigentliche Hauptfigur des gesamten Zyklus ist der menschlich erscheinende Roboter R. Daneel Olivaw (das R zeigt an, dass es sich um einen Roboter handelt). Er tritt erstmals im zweiten Buch des Zyklus, Die Stahlhöhlen, auf und existiert über den gesamten Zyklus. Olivaw lenkt im Hintergrund und für die Menschen weitgehend unsichtbar die Geschicke der Menschheit in der gesamten Galaxis. So löst er bspw. während einer Phase der Stagnation der Menschheit eine zweite Besiedlungswelle der Menschen auf der Erde in die Milchstraße aus, er steuert als Berater des Kanzlers des galaktischen Imperiums mit sanfter Hand das Reich, initiiert die Erfindung der Psychohistorik durch Hari Seldon, beeinflusst sowohl die Foundation auf Terminus als auch auf Trantor und führt im letzten Buch die Weiterentwicklung der Menschheit zu einer Schwarmintelligenz auf dem Planeten Gaia herbei, die später die gesamte Galaxis umfassen soll.
Roboter-Kurzgeschichten Die Roboter-Kurzgeschichten führen in die Handlungsmuster und Denkweise der Roboter in Asimovs Romanen ein. Sie beschreiben die Entwicklung der Roboter und des sie herstellenden Unternehmens US Robot und Mechanical Brain A. G. (US Robots and Mechanical Men), die 1982Isaac Asimov: Einführung. In: Meine Freunde, die Roboter. Heyne 06/20, 1982, S. 13 von Lawrence Robertson gegründet wurde. Die einzelnen Kurzgeschichten stellen dabei jeweils einen Aspekt, der sich aus den Robotergesetzen ergibt, in den Mittelpunkt. Dabei treten bevorzugt als Figuren die Roboterpsychologin Dr. Susan Calvin, der Leiter der Forschungsabteilung Dr. Alfred Lanning und sein Nachfolger Dr. Peter Bogert sowie die beiden Ingenieure Gregory Powell und Mike Donovan auf.
Die Roboter-Romane Die Roboter-Romane können auch als SF-Kriminalromane bezeichnet werden. Als zentrale Figur agiert der Kommissar der New Yorker Polizei Elijah Baley. Er löst auf der Erde und verschiedenen Welten Mordfälle, die immer im Zusammenhang mit Robotern stehen. Dabei trifft er auch gleich zu Beginn den Roboter R. Daneel Olivaw, der ihn zunächst als Assistent unterstützt und später zum Freund wird. Dieser Zeitabschnitt ist dadurch gekennzeichnet, dass die erste Besiedelungswelle von der Erde aus in den Weltraum stattgefunden hat. Dabei ist es zu einer Spaltung zwischen Erde und den besiedelten 50 Planeten, den Spacer-Welten gekommen. Die Spacer verstehen sich als die besseren Menschen und verhindern zunächst, dass weitere Welten durch die Menschen der Erde besiedelt werden. Durch die Manipulation von R. Giskard Reventlov, einem Roboter und Mentor von R. Daneel Olivaw, in deren Folge die Erde radioaktiv verseucht wird, startet eine zweite Besiedlungswelle der Menschen.
Die Imperium-Romane Als Imperium-Romane (englisch Trantorian Empire) wird die Trilogie bestehend aus den Romanen Radioaktiv…! (Pebble in the Sky, 1950) – deutsche Neuübersetzung als Ein Sandkorn am Himmel Sterne wie Staub (The Stars, Like Dust, 1951) Der fiebernde Planet (The Currents of Space, 1952) – deutsche Neuübersetzung als Ströme im All bezeichnet. Die drei Romane beschreiben die Zeit nach der weitgehenden Besiedlung der Galaxie durch die Menschen, die im Gegensatz zur ersten Besiedlungswelle weitgehend ohne Roboter stattfand. Es sind unterschiedliche Zivilisationen entstanden, die Ähnlichkeit mit der Zivilisation der ursprünglichen Erde schwindet ebenso wie die Kenntnis der Menschen um ihre Herkunft von nur einem einzigen Planeten. Es gibt Rivalitäten zwischen unabhängigen Machtblöcken, die jeweils Teile der Galaxis dominieren. Letztendlich entsteht das Galaktische Imperium, welches vom Planeten Trantor aus die gesamte besiedelte Galaxis beherrscht.
Die chronologische Sortierung der Romane weicht dabei von der Erscheinungsreihenfolge ab: Sterne wie Staub: Es sind erst wenige Planeten der Galaxis besiedelt (einige tausend), die genaue Anzahl und die Reihenfolge der Besiedelung gelten als bekannt. Die besiedelten Planeten befinden sich alle noch mehr oder weniger in der Nähe der Erde, das Zentrum der Galaxis wurde noch nicht erreicht. Es gilt als allgemeiner Konsens, dass die Planeten von der Erde aus besiedelt wurden. Der fiebernde Planet: Die Menschheit hat sich über einen Großteil der Galaxis ausgebreitet. Der Planet Trantor, der spätere Hauptplanet des Galaktischen Imperiums, ist ebenfalls besiedelt, und Trantor ist ein sehr bedeutendes Königreich. Das galaktische Imperium existiert jedoch noch nicht. Eine Million Welten sind von Menschen besiedelt. Radioaktiv…!: Spielt in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends des Galaktischen Imperiums (827 G. Ä. (Galaktische Ära)), dessen Hauptplanet Trantor ist. Einige Archäologen versuchen zu beweisen, dass die Menschheit von der Erde stammt. Dies wird von der öffentlichen Meinung außerhalb der Erde jedoch als unsinnig angesehen. 200 Millionen Welten sind von Menschen besiedelt.
In der Liste des Autors wird als Reihenfolge Der fiebernde Planet, Sterne wie Staub und Radioaktiv…! angegeben; in Sammelbänden findet sich teilweise eine nochmals abweichende Reihenfolge.
Die Foundation-Romane Die Foundation-Romane beschreiben eine Zeit ab dem Jahr 12.020 G. Ä. (Galaktische Ära)Isaac Asimov: Umschlagrückseite. In: Die Rettung des Imperiums. Heyne Allgemeine Reihe 01/7815, 1989, S. Umschlag und enden etwa 377 F. Ä. (Foundation-Ära),Isaac Asimov: Ende des Krieges. In: Die Foundation-Trilogie; Zweite Foundation. Heyne Science Fiction & Fantasy 06/8209, 2002, S. 780 wobei das Jahr 12.069 G. Ä. das Jahr 1 F. Ä.Isaac Asimov: Seldon, Hari; Encyclopaedia Galactica. In: Das Foundation-Projekt. Heyne Allgemeine Reihe 01/9563, 1995, S. 447 darstellt.
Vorgeschichte Die Vorgeschichte umfasst die beiden von Asimov zuletzt verfassten Romane: Prelude to Foundation (1988) (deutsch: Die Rettung des Imperiums 1989) Forward the Foundation (1993) (deutsch: Das Foundation-Projekt 1995)
Das galaktische Imperium steht vordergründig in seiner vollen Blüte und beherrscht die Milchstraße mit rund 25 Millionen besiedelten Welten und Billionen von Menschen. Die Geschichte beginnt mit dem ersten Erscheinen des 33-jährigen Hari Seldon im Jahr 12.020 G. Ä. Er besucht Trantor, den Hauptplaneten des Imperiums, um die ersten Ideen seiner neuen Wissenschaft vorzustellen. Gesteuert von R. Daneel Olivaw, der hier in zwei weiteren Figuren als Eto Demerzel und Chetter Hummin auftritt, wird Seldon motiviert und angeleitet, die Wissenschaft und Mathematik der Psychohistorik zur Reife zu entwickeln. Mit Hilfe der Psychohistorik erkennt Seldon, dass der Niedergang des Imperiums aufgrund vieler verschiedener, zusammenspielender Faktoren unausweichlich ist und die folgende Zeit des Chaos und der Barbarei etwa 30.000 Jahre umfassen würde. Seldon wird von dem Gedanken geplagt und motiviert, wie diese Entwicklung aufgehalten oder zumindest abgeschwächt werden könnte. Mittels der Psychohistorik beginnt er, vage an einem Plan zu arbeiten, mittels dessen die Zeit des Interregnums auf 1.000 Jahre begrenzt und ein stabileres, neues Imperium sicher aufgebaut werden kann. Mit einer Kolonie von Wissenschaftlern, die die Geburtszelle des neuen Imperiums darstellen sollen, könnte diese Steuerung gelingen. Durch weitere, geschickte Manöver des R. Daneel Olivaw gelangt Seldon zunehmend in Positionen auf Trantor, von denen aus er seinen Plan ausbauen und schließlich in die Tat umsetzen kann.
Die Trilogie Die Trilogie bestand ursprünglich aus Sammlungen von Kurzgeschichten, die sukzessive in den folgenden drei Bänden veröffentlicht wurden: Foundation (1951, deutsch: Terminus, der letzte Planet, auch unter dem Titel: Der Tausendjahresplan) Foundation and Empire (1952, deutsch: Der Mutant, auch unter dem Titel: Der galaktische General) Second Foundation (1953, deutsch: Alle Wege führen nach Trantor)
Die Trilogie setzt mit dem letzten Lebensjahr Hari Seldons auf Trantor ein. Geschickt motiviert Seldon die kaiserliche Hierarchie dazu, die Foundation auf Terminus, einem Planeten am Rande der von Menschen besiedelten Milchstraße zu gründen. 100.000 Wissenschaftler werden nach Terminus umgesiedelt und arbeiten dort vorgeblich an der Enzyklopaedia Galactica. Durch den langsamen Niedergang des Imperiums lösen sich allmählich die äußeren Provinzen vom galaktischen Reich und Terminus steht isoliert da. Durch den Fokus auf Wissenschaft und nichtmilitärische Lösungen angesichts stets wiederkehrender Konflikte, aber auch aufgrund manipulativer Strategien (Schaffung einer künstlichen „Wissenschaftsreligion“, dann wirtschaftliche und technologische Abhängigkeiten) gelingt es der Foundation, ihre Unabhängigkeit zu wahren und ihren Einfluss auf die umliegenden Königreiche und Republiken auszudehnen.