Liederbach am Taunus ist eine Gemeinde mit  Einwohnern () im Main-Taunus-Kreis in Hessen.

Geographie Nachbargemeinden mini|hochkant|Ehemaliges Rathaus in Alt-Niederhofheim (erbaut 1691) Liederbach grenzt im Norden an die Stadt Bad Soden am Taunus, im Osten an die Gemeinde Sulzbach (Taunus), im Süden an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main sowie im Westen an die Stadt Kelkheim (Taunus).

Gliederung Liederbach besteht aus den beiden Ortsteilen Niederhofheim und Oberliederbach. Niederhofheim liegt im Westen der Gemeinde. Oberliederbach nimmt den östlichen Teil ein.

Grüne Mitte Das Landschaftsbild der Gemeinde ist von der so genannten „Grünen Mitte“ geprägt, welche größtenteils aus bewirtschafteten Ackerflächen und dem großzügigen Bachlauf des Liederbachs besteht. Die Grüne Mitte entspricht etwa einem Sechstel der Gesamtfläche Liederbachs, und die Gemeinde ist um deren Bestand sehr bemüht.

Geschichte mini|hochkant|links|Der Liederbach unterquert die Hauptstraße in Höhe der Gemarkung „Braubach“ Vermutlich um 550 wurden die Dörfer Niederhofheim, Oberliederbach und Unterliederbach gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 791 als Leoderbach, das sich im Besitz des Klosters Lorsch befand. 1100 geht Leoderbach als Lehen in den Besitz der Herren von Eppstein über. Diese verkauften das Dorf 1492 an die Landgrafschaft Hessen. Im 17. Jahrhundert hält die Reformation Einzug in Liederbach.

Die Gemeinden Oberliederbach, Unterliederbach und Niederhofheim kamen 1803 zu Nassau-Usingen und schließlich sechs Jahre später zum geeinigten Herzogtum Nassau. Nach dem Deutsch-Deutschen Krieg wurden die drei Orte 1866 der preußischen Provinz Hessen-Nassau zugeordnet. 1903 wurde mit der Station Niederhofheim-Oberliederbach an der Eisenbahnlinie Höchst-Königstein ein eigener Bahnhof errichtet.

1917 wurde Unterliederbach in die Stadt Höchst am Main eingemeindet, welche 1928 ein Stadtteil von Frankfurt am Main wurde. Oberliederbach und Niederhofheim wurden am 1. April 1928 in den neu geschaffenen Main-Taunus-Kreis integriert.

Im Zuge der hessischen Kommunalreform schlossen sich beide Gemeinden am 31. Dezember 1971 zur neuen Gemeinde Liederbach zusammen. Die nördlich gelegene Heidesiedlung wurde hauptsächlich von den Farbwerken Höchst errichtet, um ihren Mitarbeitern eine ortsnahe Unterkunft zu bieten.

Religion Bekenntnisse am 31. Dezember 2015Mehr Liederbacher aber weniger Kirchenmitglieder im Höchster Kreisblatt vom 16. Januar 2016.

römisch-katholisch protestantisch sonstige oder ohne 2216 = 23,9 % 2451 = 26,4 % 4600 = 49,6 %

Liederbach ist traditionell protestantisch geprägt, auch wenn sich bedingt durch den starken Zuzug von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg Protestanten und Katholiken heute die Waage halten. Die evangelische Pfarrei in Oberliederbach ist für die gesamte Gemeinde Liederbach zuständig.

Die katholische Kirche St. Marien in Liederbach wurde am 16. August 1987 eingeweiht, nachdem bereits 1974 eine Notkirche aus Holz errichtet wurde. Die Gemeinde in Liederbach ist Filiale der Pfarrei St. Franziskus in Kelkheim-Münster.Über St. Marien - Pfarrei St. Franziskus

Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Liederbach am Taunus erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2021 2016 2011 2006 2001 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 41,4 13 40,5 13 41,9 13 43,7 13 51,5 16 46,8 14 FWG Freie Wählergemeinschaft 21,3 7 21,2 7 16,3 5 13,2 4 – – 8,7 3 Grüne Bündnis 90/Die Grünen 17,1 5 17,4 5 11,8 4 14,8 5 9,0 3 8,5 3 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 13,0 4 13,8 4 20,3 6 22,2 7 23,6 7 26,7 8 FDP Freie Demokratische Partei 7,2 2 7,1 2 9,7 3 6,0 2 15,9 5 9,4 3 Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 58,0 61,8 54,6 51,2 48,3 57,5

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Liederbach am Taunus neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und sieben weitere Beigeordnete angehören.Gremien: Gemeindevorstand Bürgermeisterin ist seit dem 1. Januar 2009 Eva Söllner (CDU), die in der Kommunalpolitik zuletzt Fraktionsvorsitzende ihrer Partei war. Sie wurde als Nachfolgerin von Gerhard Lehner, der nach fünf Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 31. August 2008 ohne Gegenkandidaten im ersten Wahlgang bei 38,7 Prozent Wahlbeteiligung mit 86,7 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgten zwei Wiederwahlen, zuletzt, pandemiebedingt verschoben, im März 2021.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 14. März 2021 in Liederbach am Taunus Durch die verschobene Wahl verschob sich der Beginn der dritten Amtszeit auf den 23. April 2021.

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: Einzelergebnis 1996 ist nicht archiviert 2009–2026 Eva Söllner (CDU)Eva Söllner: Über mich - FR, 14. März 2021: Amtsinhaberin Söllner gewinnt - FNP, 6. April 2021: Mit großer Mehrheit wählten die Liederbacher die CDU-Politikerin Eva Söllner zum dritten Mal zur Bürgermeisterin: „… vor dem Start ihrer dritten Amtszeit. Sie wird offiziell am 23. April beginnen, denn die CDU-Frau wird am Abend zuvor in der ersten Sitzung der Gemeindevertretung nach der Kommunalwahl ihre erneute Ernennung erhalten.“ 1979–2008 Gerhard LehnerFR, Dezember 2008: Liederbach Bürgermeister Gerhard Lehner scheidet nach 34 Jahren aus dem Amt: „Länger im Amt ist laut Innenministerium nur Bürgermeister Ulrich Künz (CDU) aus dem osthessischen Kirtorf - er ist seit 1977 im Amt. … Von 1973 bis 1976 stand er an der Spitze der damals noch selbstständigen Gemeinde Rossert. Von 1979 bis heute leitet Lehner die Geschäfte der Gemeinde Liederbach. … Ende des Jahres scheidet er endgültig aus seinem Amt aus. Seine Nachfolgerin, die Christdemokratin Eva Söllner, wird das Amt im Januar antreten.“ - Hessisches Ministerium des Innern und für Sport, 22. November 2023: Auszeichnung: „Der Hessische Innenminister Peter Beuth hat Gerhard Lehner aus Liederbach im Rahmen einer Feierstunde der Gemeinde Liederbach mit der Freiherr-vom-Stein-Plakette für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.“

Wappen Beschreibung: In Gold und Blau gespalten mit je einem größeren Ort am Spalt in den verwechselten Farben; darin je eine zugewendete Wachtel, wiederum in verwechselten Farben.

Gemeindepartnerschaften Liederbach unterhält seit vielen Jahren mehrere Gemeindepartnerschaften in Deutschland und im europäischen Ausland:Partnergemeinden liederbach.eu, abgerufen am 26. Januar 2015 Frauenwald, Ortsteil der Stadt Ilmenau, Thüringen Villebon-sur-Yvette, Frankreich Verwood, Grafschaft Dorset, Großbritannien Saldus, Lettland Pietrowice Wielkie, Polen

Kultur Bauwerke Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Liederbach am Taunus

Regelmäßige Veranstaltungen Der Verein Die Liederbacher Kerbeborsch richtet jährlich zwischen September und Oktober die Kerb aus. Die Kerbeborsch haben dabei die Aufgabe ihren Hannes, eine lebensgroße angekleidete Strohpuppe, die auf dem Kirchweihbaum angehängt wird, zu bewachen. Traditionell versuchen andere Dörfer dieses Symbol zu entwenden. Verbunden mit der Kerb sind auch immer Tanz und ein Rummelplatz.

Der 2005 gegründete Jugendtreff von Liederbach bietet dreimal wöchentlich einen Treffpunkt für Jugendliche. Des Weiteren gibt es einen bestimmten Tag für Mädchen. Regelmäßig finden besondere Ausflüge und Aktionen wie Tanz- und Breakdance-Kurse sowie Film- und Spieleabende statt.Jugendtreff liederbach.de, abgerufen am 26. Januar 2015

Grünflächen und Naherholung mini|Liederbacher Heidesiedlung (vom Schmiehbachtal aus gesehen) Das im Nordwesten der Gemarkung gelegene Schmiehbachtal ist ein beliebtes Naherholungsgebiet der Liederbacher Bevölkerung. Man bemüht sich von Seiten der Gemeindeverwaltung naturnahe Streuobstwiesen neben landwirtschaftlichen Nutzflächen zu erhalten.

Vereine In Liederbach gibt es zahlreiche Vereine wie die Sportgemeinschaft Oberliederbach (SGO)Sportgemeinschaft Oberliederbach (SGO), in der hauptsächlich Fußball und Damengymnastik praktiziert wird. Ebenso gibt es die TSG NiederhofheimTSG Niederhofheim, in der die Sportarten Leichtathletik, Tischtennis, Handball, Schützen, Judo und Turnen vertreten sind. Neben diesen Sportarten wird auch Volleyball beim Volleyballclub Liederbach (VCL) betrieben. Des Weiteren sind die Freiwillige Feuerwehr Liederbach und das Deutsche Rote Kreuz in Liederbach vertreten.Vereine liederbach.eu, abgerufen am 27. Januar 2015

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft In Liederbach befand sich ab 1972 einer von 17 Abfüllstandorten von Coca-Cola in Deutschland. Nachdem die Liederbacher Bürger in einem Bürgerbegehren eine Erweiterung des Standorts ablehnten, kündigte das Unternehmen an, den Standort Liederbach aufzugeben, und schloss das Werk schließlich im Jahr 2021.Ende einer Ära: Letzte Flaschen befüllt – Coca-Cola schließt Standort in Liederbach - Frankfurter Neue Presse Auf der 70.000 Quadratmeter großen Fläche wird das US-Unternehmen Stack Infrastructure ein Rechenzentrum errichten.

Seit 2004 befindet sich in Liederbach das Werk von VARIO, einem Hersteller von Büromöbeln. VARIO wurde im Jahr 1872 in der benachbarten Möbelstadt Kelkheim gegründet.

Im Gewerbegebiet an der Höchster Straße im Ortsteil Niederhofheim gibt es mehrere Einzelhandelsbetriebe, im Gewerbegebiet am Ortsausgang Richtung Frankfurt sind einige Unternehmen im Dienstleistungssektor ansässig.

Bildung mini|hochkant|Alte Schule in der Feldstraße Die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises bietet Kurse an in der Alten Schule in der Feldstraße 6 und in der Kulturscheune in der benachbarten Feldstraße 4.VHS: Unsere Räume, Liederbach

Die Liederbachschule in der Wachenheimer Straße 67 stellt den ortsnahen Schulbesuch der Grundschulkinder sicher.Liederbachschule: Konzept unserer Schule

Weiterführende Schulen sind in benachbarten Städten wie Kelkheim, Bad Soden, Schwalbach, Frankfurt oder auch Sulzbach zu finden. Nicht zuletzt hat auch die nahegelegene Kreisstadt Hofheim einen Ruf als Schulstadt.

Verkehr miniatur|Bahnhof der Königsteiner Bahn Liederbach liegt an der Königsteiner Bahn mit dem Bahnhof Liederbach und dem Haltepunkt Liederbach Süd.

Parallel zur Bahnlinie führt die Landesstraße 3016 von Unterliederbach im Südosten durch Oberliederbach nach Kelkheim im Nordwesten. Die Landesstraße 3014 führt als Limesspange von Schwalbach am Taunus im Nordosten zwischen Bad Soden und Sulzbach hindurch nach Niederhofheim und weiter nach Kelkheim.

Dem überörtlichen Straßenverkehr dienen am nordöstlichen Ortsrand eine Anschlussstelle der Bundesstraße 8 und im Westen eine Anschlussstelle der Bundesstraße 519.

Literatur Michael Nitz, Simone Balsam, Sonja Bonin: Kulturdenkmäler in Hessen. Main-Taunus-Kreis. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, 2003, ISBN 3-8062-1650-9. Gesine Karsch, Margret Menzel: Liederbach. Die kleinste Gemeinde im Main-Taunus-Kreis. Selbstverlag, 1978, .

Weblinks

Internetauftritt der Gemeinde Liederbach am Taunus

Einzelnachweise

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Kategorie:Gemeindegründung 1971