mini|Hermann Tappeiner (1886).Motiv: J. Leeb, München - Archiv des Corps Athesia Innsbruck. Hermann Anton Joseph Franz Xaver Tappeiner, ab 1899 Tappeiner Edler von TappeinEintrag auf Geneall.net. (Stand 6. Mai 2019). (* 18. November 1847 in Meran; † 12. Januar 1927 in München),Schüler von Carl Ludwig auf Uni-Kiel.de, S. 45 ff., hier Daten auf S. 55 und Bild auf S. 63 (PDF; 6,4 MB). war ein österreichischer Mediziner und Pharmakologe.
Leben Hermann Tappeiner war der Sohn des Arztes, Botanikers und Anthropologen Franz Tappeiner (1816–1902) und der Mathilde Anna Tschiderer von Gleißheim (1825–1878) aus Bozen stammend.Bernhard Koerner (Hrsg.): Genealogisches Handbuch Bürgerlicher Familien, ein Deutsches Geschlechterbuch. Band 16-1910, Zeichnungen: Ad. M. Hildebrandt, Oskar Roick, Verlag C. A. Starke, Görlitz/Berlin 18. November 1909, S. 600.
Er studierte Medizin an der Universität Innsbruck. 1868 wurde er im Corps Athesia aktiv.Otto Gerlach (Hrsg.): Kösener Corpslisten 1930. Im Verlag der Deutschen Corpszeitung, Frankfurt am Main 1930, 78 (Corps) / (Lfd. Nr. dort) 38. Als Inaktiver wechselte er an die Georg-August-Universität Göttingen, die Universität Leipzig, die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und die Eberhard Karls Universität Tübingen. In Leipzig war er an der Physiologischen Anstalt von Carl Ludwig tätig und wurde 1872 zum Dr. med. promoviert. 1877 habilitierte er sich für Physiologie an der Universität München bei Carl von Voit. Von 1879 bis 1887 lehrte er als Professor für Physiologie und Diätetik an der Königlichen Central-Thierarzneischule München. 1887 wechselte er auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Pharmakologie der Medizinischen Fakultät der Universität München. 1888 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. Ab 1893 war er ordentlicher Professor für Pharmakologie und Leiter des Instituts für experimentelle Pharmakologie an der Nussbaumstraße 28. Am 22. April 1893 hielt er seine Eröffnungsrede Ueber die Entwicklung und die Aufgaben der Pharmakologie. 1923 wurde er im Alter von 72 Jahren emeritiert.
In seiner Forschungsarbeit beschäftigte er sich unter anderem mit der Resorption und der Rolle der Darmbakterien, mit der Wirkung von Rhodotorula mucilaginosa als einhüllendes Mittel,Resorption und Exkretion (= Handbuch der normalen und pathologischen Physiologie. Band 4). 1929. Reprint. Springer, Berlin/Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-99712-9, S. 101 (Online)Schutz- und Angriffseinrichtungen. Reaktionen auf Schädigungen. In: Handbuch der normalen und pathologischen Physiologie. Band 13). 1929. Reprint: Springer, Berlin/Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-91032-6, S. 375 (Online) mit der Giftigkeit des Fluornatriums durch Fütterungsversuche mit HundenKnochen und Gelenke. In: Handbuch der speziellen pathologischen Anatomie und Histologie. Band 9, 1937. Springer, Berlin/Heidelberg 2013, ISBN 978-3-7091-5998-9, S. 65. (Online)Else Petri: Pathologische Anatomie und Histologie der Vergiftungen. 1930. Springer, Wien 2013, ISBN 978-3-7091-6003-9, S. 106. (Online) und mit der Sensibilisierung einzelner Zellen und ganzer Organismen gegen sichtbare Strahlen durch photodynamische Stoffe (Photodynamische Therapie).
Familie Hermann von Tappeiner war seit 1882 mit Elisabeth (Elsbeth) Charlotte Laura Anna Ziemssen (1861–1959), zweitälteste Tochter der Marie geb. von Wakenitz-Boltenhagen und des in Bayern (einzeln) nobilitierten Mediziners Hugo von Ziemssen, verheiratet.Eintrag auf Geneall.net. (Stand 6. Mai 2019). Ihre Kinder waren, alle in München geboren: Franz Hugo Hermann, 7. Februar 1883, Arzt, verh. m. d. Ärztin Greten Rehmke aus Greifswald, drei Kinder Mathilde Marie, 7. März 1886, verh. m. Reichsgerichtsrat (Leipzig) Emil Lersch Hedwig, geboren u. verstorben 1892 Erika Karoline Margarete 24. Dezember 1895, verh. m. Ober-Heeres-Archivrat Otto Freiherr von WaldenfelsSiehe Literatur: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1941. Jahrgang 33, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 498.
Ehrungen Geheimer Medizinalrat Nobilitierung (erblicher Adel) durch Otto von Bayern (1899)
Hermann starb mit 79 Jahren und wurde auf dem Waldfriedhof (München) beigesetzt.
Schriften Über die Zersetzung des Eiweißes unter der Einwirkung des übermangansauren Kalis. In: Arbeiten aus der Physiologischen Anstalt zu Leipzig. Band 6, Leipzig 1871, S. 57–59. (Ansicht) auf Vlp.Echo.Mpiwg-Berlin.mpg.de. Über den Zustand des Blutstroms nach Unterbindung der Pfortader. In: Arbeiten aus der Physiologischen Anstalt zu Leipzig. Band 7, 1872, S. 11–64. (Ansicht) Über die Oxydation der Cholsäure mit saurem chromsauren Kali und Schwefelsäure. Habilitationsschrift. Universität München 1877. Oldenbourg, München 1877. Ueber die Resorption der gallensauren Salze im Dünndarme. In: Ludwig von Buhl (Hrsg.): Mittheilungen aus dem pathologischen Institut zu München. Enke, Stuttgart 1878. Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre. Unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe. Vogel, Leipzig 1890. Weitere Auflagen (ebenda): 4. Auflage, 1901, 10. Auflage 1913, 15. Auflage, Leipzig 1922. Mittheilung über die Wirkungen des Fluornatrium. In: Archiv für experimentelle Pathologie und Pharmakologie. 27/1, 1890, S. 108–118 (doi:10.1007/BF01833393, Artikelanfang frei abrufbar). Anleitung zu chemisch-diagnostischen Untersuchungen am Krankenbette. Rieger, München 1885.; 10. Auflage. Rieger, München 1914. 11. Auflage München 1920. Über die Wirkung fluoreszierender Stoffe auf Infusorien nach Versuchen von Raab. In: Münchner Medizinische Wochenschrift. Band 1, München 1900, S. 5–7. mit Albert Jodlbauer: Über die Wirkung der photodynamischen (fluoreszierenden) Stoffe auf Infusorien. In: Deutsches Archiv der Klinischen Medizin. Band 80, Begründet: Hugo (von) Ziemssen, Bergmann, München 1904, S. 427–487. mit Albert Jodlbauer (Hrsg.): Die sensibilisierende Wirkung fluorescierender Substanzen. Gesammelte Untersuchungen über die photodynamische Erscheinung. Aus dem Pharmakologischen Institut der Universität München. Vogel, Leipzig 1907. Vergleichende Untersuchung einiger Mineralwässer und deren Ersatz durch die künstliche Mineralwasser-Salze von Dr. Sandow. In: Veröffentlichungen der Zentralstelle für Balneologie. Band 3, Heft 5. Hrsg. Ministerium des Innern, Berlin 1918, S. 97–127. Taschenbuch der allgemeinen Chirurgie. Klinkhardt, Leipzig 1922.
Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1909. Dritter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha Herbst 1908, S. 813. Albert Jodlbauer: Hermann von Tappeiner. In: Münchener Medizinische Wochenschrift. Band 74, München 1927, S. 285. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1941. Jahrgang 33, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 498. Isidor Fischer: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte der letzten 50 Jahre. Nachträge 1880–1930. Urban & Schwarzenberg, München/Berlin 1962 (Online) Wolfgang Forth: Häuser und Menschen. 100 Jahre Pharmakologie und Toxikologie an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München. In: LMU. Chronik 1. Oktober 1991 bis 30. September 1993. München 1993, S. 151–155. (Online, PDF) Eberhard J. Wormer: Tappeiner von Tappein, Hermann., In: Neue Deutsche Biographie. (NDB), Band 25, Duncker & Humblot, Berlin 2013, ISBN 978-3-428-11206-7, S. 785–786.
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Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Pharmakologe Kategorie:Hochschullehrer (Ludwig-Maximilians-Universität München) Kategorie:Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert) Kategorie:Geheimer Medizinalrat Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Person (Österreich-Ungarn) Kategorie:Nobilitierter (Bayern) Kategorie:Edler Kategorie:Geboren 1847 Kategorie:Gestorben 1927 Kategorie:Mann