Das Städtische Klinikum Braunschweig ist seit 2003 eine gemeinnützige GmbH und eines der größten Krankenhäuser in Niedersachsen. Es ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover. auf mh-hannover.de, abgerufen am 16. März 2015. In den beiden Standorten des Klinikums werden jährlich rund 50.000 stationäre und 200.000 ambulante Patienten medizinisch versorgt und behandelt.

Geschichte Die Geschichte des Klinikums reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Im Frühjahr 1891 begannen an der Celler Straße die Bauarbeiten für das neue Herzogliche Krankenhaus, das 1895 fertiggestellt und am 27. April eingeweiht wurde. Die Patienten aus dem alten Krankenhaus wurden nun in den Neubau verlegt. Der medizinische Komplex umfasste 1897 insgesamt 22 Gebäude, in denen alle Abteilungen des vorherigen Standorts am Wendentor Aufnahme fanden. auf klinikum-braunschweig.de, abgerufen am 16. März 2015.

Im Jahr 1903 entstand aus dem neuen städtischen Kinderheim nach und nach das Krankenhaus Holwedestraße, das 1927 eine Aufnahmekapazität für 304 Patienten bot. auf klinikum-braunschweig.de, abgerufen am 16. März 2015. Benannt wurde das heutige Holwede-Krankenhaus nach Benno von Holwede (1850–1924), der von 1895 bis 1924 das damalige Städtische Pflege- und Krankenhaus leitete.

Am Standort des Klinikums Salzdahlumer Straße befand sich zunächst ein Lazarett, das in der Zeit des Nationalsozialismus auf dem Gelände des Großen Exerzierplatzes für die Luftwaffe des NS-Regimes errichtet wurde. Die Planung für diesen Gebäudekomplex begann im Jahr 1936, fertiggestellt wurde er 1940. Im Jahr 2010 gab es vor Ort eine Ausstellung mit dem Titel „Vom Luftwaffenlazarett zum modernen Klinikum Salzdahlumer Straße“, die sich dieser Thematik widmete. auf braunschweig.de, abgerufen am 16. März 2015. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die beiden anderen Standorte jeweils mit Luftschutzbunker-Anlagen ausgestattet. Das Krankenhaus an der Celler Straße erhielt einen Luftschutzbunker, der als Operationsbunker mit allen dafür notwendigen Einrichtungen ausgestattet wurde. Er lag zwischen den Gebäuden der Chirurgischen Klinik und der Frauenklinik. Beide Kliniken waren über Zugänge auf den einzelnen Etagen mit dem fünfgeschossigen Hochbunker verbunden. Der Bunker verfügte über rund 1020 Schutzplätze (870 mit Liegemöglichkeit). Hinzu kamen ein unterirdischer Schutzraum und ein Infektionsbunker. auf stuecksicht.de, abgerufen am 16. März 2015.Michael Foedrowitz: Bunkerwelten. Luftschutzanlagen in Norddeutschland. Ch. Links Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-86153-155-0, S. 60.

Als vierter Standort zählte bis 2011 das Klinikum Gliesmaroder Straße zum Städtischen Klinikum Braunschweig. Es war der älteste Teil, der bereits 1881–1882 als Garnisonslazarett diente. Es wurde 1991 als eigenständige Medizinische Klinik IV mit den Fachbereichen Geriatrie und Rheumatologie in das Klinikum eingegliedert.Das Klinikum Braunschweig ist (noch) auf vier Standorte in der Stadt verteilt (PDF) auf klinikum-braunschweig.de, abgerufen am 16. März 2015. (Strukturierter Qualitätsbericht 2010)

Der Standort Holwedestraße wurde zum Jahresende 2024 geschlossen. Die ansässigen Kliniken, Fachbereiche und Institutionen wurden in die anderen Krankenhaus-Standorte eingegliedert oder sind innerhalb des Stadtgebietes umgezogen.Der letzte Patient verlässt die Klinik: Standort Holwedestraße schließt seine Türen auf klinikum-braunschweig.de, abgerufen am 6. März 2025.

Standorte/Kliniken mini|Ehemaliges Krankenhaus Holwedestraße Klinikum Celler StraßeKlinikwegweiser auf klinikum-braunschweig.de, abgerufen am 9. September 2021. Klinikum Salzdahlumer Straße Kliniken Frauenklinik (Geburtshilfe), Abteilung Brusterkrankungen (Brustzentrum), Gynäkologisches Krebszentrum Klinik für Anästhesiologie Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie Kinderklinik (Kinderintensivstation) Medizinische Klinik für Geriatrie Medizinische Klinik für Hämatologie, Onkologie Tag- und Nachtklinik (klinische Sozialpsychiatrie) Physiotherapie Institutionen Institut für klinische Transfusionsmedizin Institut für Mikrobiologie, Immunologie und Krankenhaushygiene Institut für Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin Institut für Pathologie Apotheke Kliniken Augenklinik Chirurgische Klinik (Abteilung für Kinderchirurgie) Abteilung für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik Klinik für Anästhesiologie Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Klinik für Urologie und Uroonkologie (Abteilung für Kinderurologie, Prostatazentrum) Medizinische Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselkrankheiten, Endokrinologie Medizinische Klinik für Kardiologie, Pneumologie, Angiologie Medizinische Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten Neurologische Klinik und Neurochirurgische Klinik Unfallchirurgische Klinik (Orthopädische Chirurgie) Institutionen Darmkrebszentrum und Wirbelsäulenzentrum Institut für Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin Physiotherapie Schmerzambulanz Wirbelsäulenzentrum Zentrale Notaufnahme Einrichtungen außerhalb der Krankenhaus-Standorte: Sozialpädiatrisches Zentrum (Theodor-Heuss-Straße 5) Physiotherapie (Nîmes-Straße 1)

Tochtergesellschaften Bistro Klinikum Braunschweig GmbH Klinikum Braunschweig Klinikdienste GmbH (Reinigung) Klinikum Braunschweig Textilservice GmbH (Wäscherei) Medizinisches Versorgungszentrum Braunschweig (MVZ) skbs.digital GmbHskbs.digital

Auszeichnung Das Klinikum zählt zu den größten Arbeitgebern der Region Braunschweig. Es hat ein eigenes neues Arbeitszeitmodell entwickelt und umgesetzt, bei dem bestmöglich auf Bereitschaftsdienste verzichtet werden kann. Hierfür wurde es vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und der „Initiative für Beschäftigung“ im Frühjahr 2008 mit einem Preis im bundesweiten Wettbewerb „Beschäftigung gestalten“ ausgezeichnet.Wettbewerb „Beschäftigung gestalten – Unternehmen zeigen Verantwortung“ – Preisträger 2007/2008 (PDF) auf arbeitsagentur.de, abgerufen am 16. März 2015. Philipp Jungebluth, Assistenzarzt der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Städtischen Klinikums Salzdahlumer Straße, wurde 2014 von der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) mit dem „Ernst-Derra-Preis“ (benannt nach Ernst Derra) für seine Arbeit im Bereich der Gewebeaufbereitung und Zelltherapie bei Erkrankungen des Thorax ausgezeichnet. Ernst-Derra-Preis auf dgthg.de abgerufen am 16. Mai 2019. Das Städtische Klinikum Braunschweig stand 2015 im Klinik-Ranking des Magazins Focus unter den hundert besten Kliniken Deutschlands auf Platz 46 (bei insgesamt 1073 untersuchten Krankenhäusern). Im Jahr 2021 steht es auf Platz 35 in der Rangliste.Klinikum Braunschweig gehört erneut zu Deutschlands besten Kliniken klinikum-braunschweig.de.

Literatur Jahresbericht. Braunschweig ab 1981, . 100 Jahre Krankenhaus Celler Straße: 1895–1995. Braunschweig 1995, . Helmut Reise, Christine Renz-Kreikebohm, Bernd Schneider: Vom Luftwaffenlazarett zum Städtischen Klinikum: 60 Jahre Krankenhaus an der Salzdahlumer Straße. Eine Festschrift. Braunschweig 2000, . Carolin Schneider, Marion Lenz: 100 Jahre Krankenhaus Holwedestraße. Braunschweig 2003, . Wege zur medizin. Versorgung …: ambulant, stationär, menschlich. Quensen, Lamspringe 2003, ISBN 3-922805-65-5. Geschäftsbericht. Braunschweig 2006–2013 auf Mein Braunschweiger Kinderkrankenhaus. (Illustriert von Corinna Vogelmann) Bachem, Köln 2014, ISBN 978-3-7616-2849-2. Helmut Weihsmann: Bauen unterm Hakenkreuz. Architektur des Untergangs. Promedia Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien 1998, ISBN 3-85371-113-8, S. 317.

Weblinks

Website des Krankenhauses Strukturierter Qualitätsbericht (PDF) für das Berichtsjahr 2010 nach § 136b SGB V

Einzelnachweise

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