mini|hochkant=1.35|Gemeindegebiet von Oberkrämer und seine Umgebung mit Höhen und Gewässern mini|hochkant=1.35|Mühlensee Oberkrämer ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Oberhavel in Brandenburg.

Geographie Der Name der Gemeinde ist vom angrenzenden Waldgebiet Krämer abgeleitet. Sie liegt im äußersten Südwesten des Landkreises Oberhavel, mitten im Havelländischen Luch, etwa zehn Kilometer nordwestlich der Berliner Stadtgrenze. Zwischen den Ortsteilen Vehlefanz, Schwante und Neu-Vehlefanz liegt der Mühlensee.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Oberkrämer gliedert sich laut Hauptsatzung in folgende Ortsteile: Bärenklau Bötzow Eichstädt Marwitz Neu-Vehlefanz Schwante Vehlefanz

Auf dem Gemeindegebiet existieren folgende Wohnplätze: Altes Forsthaus Bärenklau, Am Wasserwerk, An Konarskis Pfuhl, Ausbau Eichstädt, Bötzow-Ausbau, Bötzow-West, Försterei Oberkrämer, Haus im Wind, Karlsruh, Klein-Ziethen, Koppehof, Krämerpfuhl, Kuckswinkel, Lindensiedlung, Neu-Schwante, Oberer Priesterweg, Siedlung am Bärenklauer Weg, Sommerswalde, Wendemark, Wirus und Wolfslake.

Geschichte Auf dem Mathiasberg befand sich von 1941 bis 1945 eine Versuchsanlage zur Windenergienutzung.

Am 7. Oktober 1989, noch vor dem Fall der Berliner Mauer, wurde im Schwanter Pfarrhaus die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP) von einer Gruppe von 40 aktiven Bürgerrechtlern gegründet. Sie gehörte zur damaligen Bürgerbewegung. Aus der SDP entstand dann 1990 die ostdeutsche SPD. Die Geschichte der Gemeinde Oberkrämer geht im Grunde bis 1992 zurück. Im Zuge der Ämterbildung in Brandenburg hatten sich sieben Gemeinden im damaligen Kreis Oranienburg zu einem Verwaltungsverbund, dem Amt Oberkrämer zusammengeschlossen. Am 30. Juli 1992 erteilte der Minister des Innern des Landes Brandenburg seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Oberkrämer. Als Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes wurde der 10. August 1992 festgelegt. Das Amt hatte seinen Sitz in der Gemeinde Eichstädt.

Am 27. September 1998 bildeten die Gemeinden Eichstädt, Neu-Vehlefanz und Vehlefanz die neue Gemeinde Oberkrämer. Zum 31. Dezember 2001 wurde aus den Gemeinden Oberkrämer, Bärenklau, Bötzow, Marwitz und Schwante die neue Gemeinde Oberkrämer gebildet. Das Amt Oberkrämer wurde zum selben Datum aufgelöst. Erster und einziger Amtsdirektor war Helmut Jilg.

Veränderungen des Gemeindegebiets

Seit 1937 fanden auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Oberkrämer vier Gemeindegebietsveränderungen statt. In zwei Fällen handelte es sich um Eingemeindungen, in den anderen beiden Fällen um Gemeindeneugründungen.

Wirkungsdatum Aufgelöste Gemeinde Aufnehmende Gemeinde Art der Veränderung 1937-01-01Neu-SchwanteSchwanteEingemeindung 1938-01-01Neu BötzowBötzowEingemeindung 1998-05-18EichstädtNeu-VehlefanzVehlefanzOberkrämer (1998–2001)Gemeindeneugründung 2001-12-31BärenklauBötzowMarwitzOberkrämer (1998–2001)SchwanteOberkrämerGemeindeneugründung

Baumdenkmal für die Deutsche Einheit Das Baumdenkmal für die Deutsche Einheit wurde im Herbst 2015 auf Antrag von Bernd Ostwald (CDU) und Beschluss der Gemeindevertretung auf der Wiese hinter der Gemeindeverwaltung, Pernewitzer Weg 2, gepflanzt und mit Enthüllung des Steins am 9. November 2015 vom Bürgermeister Peter Leys eingeweiht.(red.): Drei Bäume für Deutschlands Einheit. In: Internet-Seite Gemeinde Oberkrämer, 9. November 2015, abgerufen am 1. Dezember 2023.

Bevölkerungsentwicklung Gemeinde Oberkrämer Jahr Einwohner 1998 8 584 2000 9 457 2005 10 727 2010 10 661 2015 10 879 2020 11 833 Jahr Einwohner 2021 11 860 2022 12 092 2023 12 062 2024 12 145 2025 12 112 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember). Ab 2011 auf Basis des Zensus 2011. Ab 2022 auf Basis Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022

Ortsteile Jahr Bötzow Schwante Vehlefanz Neu-Vehlefanz Marwitz Bärenklau Eichstädt 2005 2.904 1.997 1.777 348 1.400 1.294 939 2010 2.981 2.089 1.765 385 1.429 1.288 850 2015 3.112 2.075 1.764 367 1.496 1.517 810 2016Oberkrämer.de Einwohnerstatistik 3.181 2.112 1.822 384 1.518 1.436 842 2017 3.232 2.164 1.816 394 1.536 1.515 844 2018Einwohnerstatistik: Marwitz sorgt für großen Zuwachs. Märkische Allgemeine; abgerufen am 22. März 2019 3.202 2.164 1.834 394 1.679 1.542 842 2019Oberkrämer durchbricht Schallmauer von 12 000 Einwohnern. In: Märkische Oderzeitung, 21. Februar 2020. 3.210 2.207 1.852 385 1.950 1.572 835 20203.1972.2611.8513682.0301.556836 20213.2292.2801.8613761.9891.561832 20223.2502.3111.9093812.0601.593831 20233.2572.2871.8683802.0521.601820

Angaben der Gemeindeverwaltung Oberkrämer

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Oberkrämer besteht aus 22 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 71,4 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Bürger für Oberkrämer (BfO) 37,9 % 8 26,1 % 6 AfD 13,6 % 3 20,4 % 4 Zukunft Oberkrämer – – 17,8 % 4 CDU 11,7 % 3 11,4 % 2 Freie Wähler Oberhavel (FWO) 7,8 % 2 8,1 % 2 SPD 12,2 % 3 7,2 % 2 Bündnis 90/Die Grünen 8,5 % 2 4,2 % 1 Die Linke 6,3 % 1 3,0 % 1 FDP 1,9 % – 1,7 % – Insgesamt 100 % 22 100 % 22

Bürgermeister 1998–2002: Hubert Gediga 2002–2008: Helmut Jilg (CDU)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen (PDF) S. 27 (Rücktritt im Februar 2008 wegen Erreichens der Altersgrenze von 65 Jahren) 2008–2022: Peter Leys (Bürger für Oberkrämer) seit 2022: Wolfgang Geppert (BVB/Freie Wähler)

Leys wurde in der Bürgermeisterwahl am 8. November 2015 mit 64,7 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 8. November 2015 Er wurde zum 1. März 2022 auf eigenen Wunsch in den Ruhestand versetzt.

In der Bürgermeisterstichwahl am 13. Februar 2022 wurde Geppert mit 68,0 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 23. Februar 2022 Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74

Wappen

Flagge Die Flagge wurde von Christian Gering aus Schönwalde-Dorf und Lynn Tabbert aus Vehlefanz gestaltet und am 17. Februar 1995 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Die Flagge ist Grün – Weiß – Grün (1:2:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Wappen belegt.

Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Gemeinde mit der Umschrift .

Partnergemeinde Seit 2011 ist Kotuń in Polen Partnergemeinde Oberkrämers.

Ratsinformationssystem Die Gemeinde betreibt ein öffentlich zugängliches Ratsinformationssystem.Ratsinformationssystem

Sehenswürdigkeiten In der Liste der Baudenkmale in Oberkrämer stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale. Burg Vehlefanz Turmhügelburg Botscheberg Bockwindmühle Nikolaikirche (Bötzow) Schloss Schwante (eigentlich Gutshaus) Schloss Sommerswalde bei Schwante Remontedepot Bärenklau Die Dorfkirche Marwitz ist eine Saalkirche aus dem Jahr 1767. Die Kirchenausstattung stammt einheitlich aus der Bauzeit. Sie umfasst außerdem eine Relieftafel mit einer Darstellung des Evangelisten Johannes aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dorfkirche Schwante Baumdenkmal für die Deutsche Einheit in Eichstädt auf der Wiese hinter der Gemeindeverwaltung wurde am 9. November 2015 gepflanzt

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen Größere Unternehmen in Oberkrämer sind die Freenet Shop, die ihre Verwaltung in Oberkrämer hat, und die HiPer-Gruppe, ein Maschinenbau- und Medizintechnikunternehmen, das auf keramische Werkstoffe spezialisiert ist und 2012 mit 80 Mitarbeitern rund sechs Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete.Uwe Feiler: Der Stimmung im Mittelstand auf der Spur. 17. September 2013 Die HB-Werkstätten für Keramik in Marwitz wurden von Hedwig Bollhagen gegründet. Ein weiteres Traditionsunternehmen ist die seit 130 Jahren produzierende Bäckerei Plentz in Schwante mit mehreren Filialen in der GegendSeit 135 Jahren Backwaren aus Zutaten der Region Oberhavel. Mein Rosinenbomber; abgerufen am 12. Januar 2015 und die Tischlerei Thiede, die unter anderem Orgelprospekte und die Inneneinrichtungen von Schienenfahrzeugen (ICE 3, Nord-Ostsee-Bahn, Straßenbahn München) herstellt.Frederike Haupt: Ein Düsentrieb aus Oberkrämer. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. September 2008.

Zur 1994 gegründeten HiPer Ceramics Group gehören die HiPer Ceramics GmbH, die Spezialteile aus Keramik für Maschinenbau und Medizintechnik herstellt, die HiPer Medical, die Endoprothesen und Dentalblanks herstellt sowie die Zellwerk GmbH,Systeme zur Corona-Zellkultivierung die Technik für die Zellkultivierung produziert.

mini|Haltepunkt Schwante

Verkehr Oberkrämer liegt an der Landesstraße L 17 nach Hennigsdorf. Über die Anschlussstelle Oberkrämer (bis 2004 SchwanteStreckenupdates 2004. autobahnatlas-online.de) an der Bundesautobahn 10 ist Oberkrämer an das Bundesfernstraßennetz angebunden. An der Ausfahrt Oberkrämer befindet sich ein Autohof.

Die Ortsteile Bärenklau, Vehlefanz und Schwante besitzen jeweils Haltepunkte an der Bahnstrecke Berlin-Schönholz–Kremmen. Die an den genannten Stationen haltenden Regionalbahnzüge der Linie RB 55 verkehren zwischen Hennigsdorf und Kremmen.

Der Bahnhof Bötzow und die Haltepunkte Bötzow Nord und Marwitz lagen an der Bahnstrecke Nauen–Velten.

Bildung Grundschulen: Grundschule Bötzow Nashorn-Grundschule Vehlefanz

Persönlichkeiten Friedrich August Cochius (1771–1828), Kriegs- und Domänenrat und Geheimer Oberbaurat, in Bötzow geboren Eduard Ockel (1834–1910), Maler, in Schwante geboren Otto Merten (1874–nach 1939), Reichstags- und Landtagsabgeordneter, in Vehlefanz geboren Hedwig Bollhagen (1907–2001), Keramikerin, ehemalige Inhaberin der HB-Werkstätten für Keramik in Marwitz

Weblinks

Website der Gemeinde Oberkrämer

Einzelnachweise Hauptsatzung der Gemeinde Oberkrämer vom 11. Dezember 2008 PDF

Bildung der Ämter Oberkrämer und „Schenkenländchen“. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 30. Juli 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 62, 25. August 1992, S. 1054. Bildung einer neuen Gemeinde aus den Gemeinden Eichstädt, Neu-Vehlefanz und Vehlefanz. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 30. April 1998. In: Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 9. Jahrgang, Nummer 21, 2. Juni 1998, S. 499. Bildung einer neuen Gemeinde Oberkrämer. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 19. November 2001. In: Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, Nummer 50, 11. Dezember 2001, S. 851; /bravors.brandenburg.de (PDF; 764 kB) Herzlich Willkommen im Amt Oberkrämer. (PDF; 2,3 MB) Online-Broschüre, 1997 Hauptsatzung der Gemeinde Oberkrämer MOZ.de

Kategorie:Gemeindegründung 1998