Dieser Artikel behandelt tagesbezogene Nachrichten und Ereignisse im Januar 2005.
Tagesgeschehen
Samstag, 1. Januar 2005 Ankara/Türkei: Die Neue Türkische Lira (YTL) ist seit heute offizielles Zahlungsmittel. Durch die Währungsreform wird der Geldschein im bisher höchsten Wert von TL zu 20 YTL, umgerechnet sind es rund 11 Euro. Der höchste Wert eines neuen Scheins beträgt 100 YTL. Die Inflation (seit 1971 im Mittel über 40 %) sank 2004 auf 9 %. Berlin/Deutschland: In Deutschland wird das Arbeitslosengeld II eingeführt, die Hartz-IV-Gesetze werden wirksam. Außerdem müssen LKW-Fahrer nun Maut über das neue System auf den Autobahnen bezahlen. Die 3. Stufe der Steuerreform 2000 tritt in Kraft. Bern/Schweiz: Der SVP-Politiker Samuel Schmid wird Bundespräsident der Schweiz. Brüssel/Belgien: In der Europäischen Union tritt der EU-Emissionsrechtehandel in Kraft.Wikinews: Emissionshandel in der Europäischen Union beginnt Luxemburg/Luxemburg: Das Land übernimmt die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union von den Niederlanden. New York/Vereinigte Staaten: Argentinien, Dänemark, Griechenland, Japan und Tansania werden neue nichtständige Mitglieder im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Wien/Österreich: Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker verbindet heuer mit dem musikalischen Gruß an alle Welt die Bitte, der Opfer des Tsunami vom 26.12. tätig zu gedenken. Das äußert sich auch im Programm. Erstmals entfällt eine traditionelle Zugabe: Der Radetzkymarsch von Johann Strauß.
Sonntag, 2. Januar 2005 Berlin/Deutschland: Die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) ändert ihren Namen in „Die Linkspartei“. Auf dem Parteitag kursierende Drucksachen verwenden alternativ auch die Namen „Die Linkspartei.PDS“ beziehungsweise „Die Linke.PDS“.
Dienstag, 4. Januar 2005 Bagdad/Irak: Ali al-Haidari, Gouverneur der Region und Bürgermeister der irakischen Hauptstadt Bagdad, fällt nach Polizeiangaben einem Attentat zum Opfer.Wikinews: Gouverneur von Bagdad getötet Berlin/Deutschland: Die Bundesrepublik stockt die finanzielle Hilfe für die betroffenen Länder der Flutkatastrophe auf eine halbe Milliarde Euro auf. Damit liegt Deutschland kurzfristig weltweit an der Spitze, bis es von Australien überholt wird. Nürnberg/Deutschland: Die Zahl der Arbeitslosen ist um 206.900 auf 4,464 Millionen gestiegen, teilt die Bundesagentur für Arbeit mit.
Mittwoch, 5. Januar 2005 Bern/Schweiz: Ein nationaler Trauertag und nationaler Sammeltag zugunsten der Erdbebenopfer wird begangen. Die landesweite Sammlung der Schweizer Glückskette erbringt die Rekordsumme von über 220 Mio. Franken zugunsten der Tsunami-Opfer in Südostasien.
Donnerstag, 6. Januar 2005 Bischofshofen/Österreich: Janne Ahonen aus Finnland gewinnt die 53. Vierschanzentournee vor Roar Ljøkelsøy aus Norwegen. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Das US-Verteidigungsministerium kündigt eine neue Untersuchung zu Beschuldigungen der Misshandlung Gefangener im Internierungslager Camp X-Ray in Guantánamo Bay auf der Insel Kuba an.
Freitag, 7. Januar 2005 Bologna/Italien: Mindestens 13 Menschen wurden beim Zusammenstoß eines Passagier- und eines Güterzuges bei Bolognina di Crevalcore, ca. 40 km nördlich von Bologna, getötet. Philadelphia/Vereinigte Staaten: Nach Berichten verschiedener Zeitungen wird im US-Bundesstaat Mississippi 40 Jahre nach den Morden an drei Bürgerrechtlern durch Mitglieder des Ku-Klux-Klans Mordanklage gegen einen der mutmaßlichen Täter erhoben. Der heute 79-jährige war 1967 wegen Stimmengleichheit der Geschworenen freigesprochen worden.
Samstag, 8. Januar 2005 Chemnitz/Deutschland: Die Kastelruther Spatzen gewinnen ihre fünfte Krone der Volksmusik. Cuxhaven/Deutschland: Der mutmaßliche Mörder des Mädchens Levke hat auch den seit zwei Monaten vermissten Jungen Felix aus Neu Ebersdorf (Landkreis Rotenburg (Wümme)) getötet, wie er seinem Anwalt gestand. Die Polizei hat nach Hinweisen des Verdächtigen am Freitag im Fluss Geeste bei Schiffdorf (Landkreis Cuxhaven) die Leiche von Felix gefunden. Nordeuropa: Ein Orkan wütet mit hohen Windgeschwindigkeiten und teilweise sehr starken Regengüssen über Nordeuropa. In Dänemark und Schweden sterben mehrere Menschen, auch in Deutschland wurden Autofahrer von umstürzenden Bäumen erschlagen. Der Fähr- und Flugverkehr in einigen skandinavischen Ländern musste eingestellt werden. In Schleswig-Holstein wurde auch der Zugverkehr eingestellt. In Großbritannien und Irland sind je 50.000 und 60.000 Menschen ohne Strom.
Sonntag, 9. Januar 2005 Nairobi/Kenia: In Nairobi wird ein Friedensvertrag zwischen der Regierung des Sudan unter Omar al-Baschir und den südsudanesischen Rebellen unter John Garang unterzeichnet. Das Vertragswerk beendet den längsten Bürgerkrieg des afrikanischen Kontinents (er dauerte über 20 Jahre und kostete 1,5 Mio. Menschenleben) und sieht eine Autonomie der südlichen Provinzen vor. Nach frühestens sechs Jahren soll dem Süden Gelegenheit für ein Unabhängigkeitsreferendum gegeben werden. Ramallah/Palästinensische Autonomiegebiete: Im Westjordanland haben Präsidentschaftswahlen begonnen. Favorit ist Mahmud Abbas, Vorsitzender der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO.
Montag, 10. Januar 2005 Kiew/Ukraine: Die ukrainische Wahlkommission bestätigt offiziell Wiktor Juschtschenkos Sieg der Stichwahl am 26. Dezember mit 51,99 %. Das Oberste Gericht hatte zuvor vier weitere Klagen des gescheiterten Präsidentschaftskandidaten Wiktor Janukowytsch wegen Formfehlern abgewiesen. Jedoch ist auch noch gegen das offizielle Endergebnis eine Klage vor dem Obersten Gerichtshof möglich. Ramallah/Palästinensische Autonomiegebiete: Mahmud Abbas, Vorsitzender der Palästinensischen Befreiungsorganisation, erklärt sich zum Sieger der Präsidentschaftswahlen im Westjordanland, nachdem er eigenen Angaben zufolge zwei Drittel der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Unabhängige Wahlbeobachter sprechen bis jetzt von „sauberen Wahlen“. Rom/Italien: In Italien tritt heute ein generelles Rauchverbot in Restaurants und Gaststätten in Kraft. Erste Geldbußen sollen bereits in der Nacht verhängt worden sein.
Dienstag, 11. Januar 2005 Bergen/Deutschland: Wegen seiner Mitwirkung an der Folterung von Zivilisten im Irak wird ein britischer Soldat von einem Militärgericht in seinem heimischen Stützpunkt in Niedersachsen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Bisher hatten sich nur US-Soldaten wegen ähnlicher Delikte verantworten müssen. Kiew/Ukraine: Der Oberste Gerichtshof der Ukraine hat aufgrund eines Eilantrags des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Wiktor Janukowytsch erneut die vorgeschriebene amtliche Veröffentlichung des Endergebnisses der Präsidentschaftswahl untersagt.
Mittwoch, 12. Januar 2005
Cape Canaveral/Vereinigte Staaten: Eine NASA-Raumsonde wurde erfolgreich gestartet, die im Juni mit dem Kometen Tempel 1 kontrolliert kollidieren soll, um dadurch Informationen über seine innere Struktur zu erhalten. Paris/Frankreich: Der französische Minister für Bildung und Forschung François Fillon äußerte den Wunsch, dass mehr Studenten Deutsch studieren.
Donnerstag, 13. Januar 2005 London/Vereinigtes Königreich: Der britische Prinz Harry entschuldigt sich dafür, dass er am 8. Januar auf einer Party in Nazi-Uniform mit einer Hakenkreuz-Armbinde aufgetreten ist. Paris/Frankreich: Der Pariser Club bietet den vom Tsunami betroffenen Staaten ein Einfrieren der Schulden an.
Freitag, 14. Januar 2005 mini|150px|Durch Bilder wie dieses wurde Charles Graner bekannt mini|150px|Huygens-Bild von der Oberfläche des Titans Bell County/Vereinigte Staaten: Ein Militärgericht auf der Basis Fort Hood spricht den 36-jährigen US-Soldaten Charles Graner wegen Misshandlung irakischer Gefangener im Gefängnis Abu Ghuraib bei Bagdad schuldig und verurteilt ihn zu zehn Jahren Haft. Berlin/Deutschland: Der SPD-Politiker Jann-Peter Janssen legt wegen öffentlich gewordener Gehaltszahlungen durch den VW-Konzern ohne konkrete Gegenleistung sein Bundestagsmandat nieder. Gazastreifen/Palästinensische Autonomiegebiete: Drei Selbstmordattentäter töten bei einem Sprengstoffanschlag sechs Israelis. Kenia: Wegen der schlechten Sicherheitslage in Somalia wird das Übergangskabinett des kenianischen Nachbarlands unter Ministerpräsident Ali Mohammed Ghedi auf kenianischem Boden bestätigt. Ihm gehören Warlords aller wichtigen Fraktionen in Somalia an. Mit ihrer Einbindung will Ali Mohammed Ghedi die Stabilisierung des Lands erreichen. München/Deutschland: Der Modeschöpfer Rudolph Moshammer wird in seiner Wohnung erdrosselt aufgefunden. Sein Fahrer, der die Leiche entdeckt, nimmt Moshammers Hündin Daisy in seine Obhut.Wikinews: Modezar Moshammer tot Titan: Der ESA-Lander Huygens landet weich auf dem Saturn-Mond Titan und sammelt Daten über Windverhältnisse, Atmosphäre und Oberflächenbeschaffenheit. Diese funkt sie über die NASA-Raumsonde Cassini, die sich im Orbit des Saturn befindet, an die Erde.
Samstag, 15. Januar 2005 Ramallah/Palästinensische Autonomiegebiete: Mahmud Abbas wird als neuer palästinensischer Regierungschef vereidigt. Er ist damit Nachfolger des verstorbenen Jassir Arafat.
Sonntag, 16. Januar 2005 München/Deutschland: Die Polizei nimmt im Mordfall Rudolph Moshammer den mutmaßlichen Mörder fest. Es handelt sich um einen 25-jährigen Iraker, der mit Hilfe der Gendatenbank ermittelt wurde. Dieser gesteht den Mord an Rudolph Moshammer, der nach einem Streit um Bezahlung für sexuelle Handlungen geschah. Zagreb/Kroatien: Der kroatische Staatspräsident Stjepan Mesić ist in seinem Amt bestätigt worden. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Stichwahl gewann er mit 66 Prozent der Stimmen gegen Jadranka Kosor.
Montag, 17. Januar 2005 Zagreb/Kroatien: In Kroatien findet die zweite Runde der Präsidentschaftswahl statt. Rund 4,4 Millionen Wahlberechtigte votierten im ersten Wahlgang, sofern sie zur Abstimmung gingen, mit einfacher Mehrheit für Amtsinhaber Stjepan Mesić von der Kroatischen Volkspartei, der sich schließlich gegen Jadranka Kosor von der Kroatischen Demokratischen Union in der heutigen Stichwahl deutlich durchsetzt.
Dienstag, 18. Januar 2005 mini|200px|Airbus A380 beim Rollout Gusch Katif/Palästinensische Autonomiegebiete: Die Hamas verübt einen Selbstmordanschlag nahe Gusch Katif im südlichen Gazastreifen: ein Israeli kommt ums Leben, drei weitere werden verletzt. Toulouse/Frankreich: Der neue Airbus A380, das größte Passagierflugzeug in der Geschichte der Luftfahrt, wird mit einer großen Licht- und Lasershow der Öffentlichkeit vorgestellt. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: US-Präsident George W. Bush schließt einen Militärschlag gegen den Iran nicht aus, falls Teheran über sein Atomprogramm nicht umfassend Auskunft gibt. Der US-Präsident sagte dem Nachrichtensender NBC, er hoffe auf eine friedliche Lösung des Konfliktes. Wiesbaden/Deutschland: Das Unwort des Jahres 2004 lautet nach Ansicht der Gesellschaft für deutsche Sprache „Humankapital“, da der Begriff die Versachlichung menschlicher Ressourcen repräsentiere.Wikinews: „Humankapital“ zum Unwort des Jahres gewählt
Mittwoch, 19. Januar 2005 Leipzig/Deutschland: Das Bundesverwaltungsgericht erklärt die Einberufungspraxis der Bundeswehr als verfassungsgemäß.
Donnerstag, 20. Januar 2005 mini|175px|George W. Bush (rechts) mini|150px|Unzufriedenheit mit der Bush-Regierung Berlin/Deutschland: Bundespräsident Horst Köhler ordnet Staatstrauer zum Gedenken an die Opfer des Erdbebens im Indischen Ozean 2004 an. Kiew/Ukraine: Das Oberste Gericht der Ukraine erklärt den Wahlsieg Juschtschenkos nach der Wiederholungswahl für endgültig. Alle Klagen Janukowytschs sind damit abgewiesen. Paris/Frankreich: Das Land liefert den wegen Korruption und Steuerhinterziehung gesuchten ehemaligen Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung Ludwig-Holger Pfahls an Deutschland aus.