Neuensorg ist ein Gemeindeteil des Marktes Marktleugast im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Neuensorg hat eine Fläche von 4,537 km². Sie ist in 523 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 8675,58 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Großrehmühle, Hinterrehberg, Kleinrehmühle, Mittelrehberg und Vorderrehberg.

Lage Das Dorf liegt auf einem Höhenzug des Frankenwaldes. Die Staatsstraße 2158 führt nach Marktleugast zur Bundesstraße 289 (1,8 km südlich) bzw. nach Großrehmühle (1,5 km nördlich). Die Kreisstraße KU 13 führt nach Traindorf (2 km südwestlich) bzw. nach Hohenberg (2,4 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Vorderrehberg (0,3 km nordwestlich). Eine Anliegerstraße führt nach Ösel (0,6 km südlich). Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Geschichte Der Ort wurde 1384 erstmals urkundlich erwähnt. Der Einzelhof hieß damals „Göschwitz“ und gelangte laut Urkunde vom Kloster Langheim an das Hochstift Bamberg. Infolge des Dreißigjährigen Krieges verödete der gesamte Ort. Danach beim Wiederaufbau erhob auch das markgräfliche Amt Plassenburg Ansprüche.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 428.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Neuensorg aus 24 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Marktschorgast aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogteiamt Marktschorgast. Grundherren waren das bambergische Kastenamt Stadtsteinach: 1 Halbhof, 1 Gut, 1 Tropfgütlein, 11 Tropfhäuser, 3 halbe Tropfhäuser, 1 Wirtshaus; das Burggericht Guttenberg: 1 Söldengut; die Gemeinde: 5 Tropfhäuser.

1810 kam Neuensorg zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Marktleugast und der im gleichen Jahr gebildeten Ruralgemeinde Marktleugast zugewiesen. Am 28. Januar 1845 wurde die Gemeinde Neuensorg gebildet, zu der Großrehmühle, Hinterrehberg, Kleinrehmühle und Vorderrehberg gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Stadtsteinach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Stadtsteinach (1919 in Finanzamt Stadtsteinach umbenannt). Ab 1862 gehörte Neuensorg zum Bezirksamt Stadtsteinach (1939 in Landkreis Stadtsteinach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Stadtsteinach (1879 in Amtsgericht Stadtsteinach umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,533 km². Am 1. Januar 1978 wurde die Gemeinde Neuensorg in Marktleugast eingegliedert.

Baudenkmäler Einjochige Bruchsteinbogenbrücke über den Rehbach

ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 11: Eingeschossiges, verputzt massives Wohnstallhaus mit Halbwalmdach und Gauben; Wohnungs- und Stalltür mit profilierter Sandsteinrahmung, erstere doppelligiert bezeichnet „JW / 1820“.K.-L. Lippert: Landkreis Stadtsteinach, S. 68. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung. Haus Nr. 12: Ehemaliges Gasthaus Zum Schwarzen Adler. Stattliches, zweigeschossiges Gebäude, wohl der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, drei zu sechs Obergeschossachsen mit hohem Walmdach und traufhohem einachsigen Anbau an der westlichen Stirnseite (der ursprünglich eine Hauskapelle enthielt). Gliederung in Sandstein; gekehltes Traufgesims, an den abgerundeten Gebäudeecken Lisenen, profilierte Fensterrahmungen (nur an den Schauseiten, im Westen und Süden).

Einwohnerentwicklung Gemeinde Neuensorg Jahr 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 461 465 485 569 489 505 487 475 463 433 442 446 414 412 439 439 419 509 479 459 411 415HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 54 55 57 60 68 70 79 Quelle

Ort Neuensorg Jahr 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 179 270 266 240 233 222 291 259 274 237Häuser 24 31 31 38 40 50 71Quelle

Religion Neuensorg war bis zum Dreißigjährigen Krieg katholisch geprägt und gehörte zur Kirchengemeinde St. Bartholomäus und Martin (Marktleugast), einer Filiale von Mariä Heimsuchung in Marienweiher. Danach war der Ort lange Zeit gemischt konfessionell, im 19. Jahrhundert jedoch war Neuensorg wieder rein katholisch.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Marktleugast) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Gemeindegründung 1845 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977 Kategorie:Ersterwähnung 1384 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach