Traindorf ist ein Gemeindeteil des Marktes Marktleugast im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Traindorf hat eine Fläche von 1,260 km² und ist in 204 Flurstücke aufgeteilt. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Baiersbach, Hohenreuth und Tannenwirtshaus.

Geografie Das Kirchdorf liegt auf einem Höhenrücken, der zu den südlichen Ausläufern des Frankenwaldes zählt. Im Norden befindet sich die Weidmeser Höhe (). Die Kreisstraße KU 13 führt nach Neuensorg zur Staatsstraße 2158 (2 km nordöstlich) bzw. nach Tannenwirtshaus (0,6 km südwestlich).

Geschichte Der Ort wurde in einem „Tauschvertrag“ des Bamberger Bischofs Eberhard II. von Otelingen (1146–1170) als „Tragenendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. 1384 fiel „Treyndorf“ wieder an das Hochstift Bamberg heim.Otto Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 710.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Traindorf aus 16 Anwesen (1 Hof, 3 Güter, 1 Sölde, 1 Schenkstatt, 10 Häuser). Das Hochgericht übte das Burggericht Guttenberg aus. Es hatte ggf. an das bambergische Centamt Marktschorgast auszuliefern. Grundherren waren das Burggericht Guttenberg, das Rittergut Schlößlein und das Rittergut Steinenhausen.

1810 kam Traindorf zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde der Ort dem Steuerdistrikt Guttenberg zugewiesen. 1812 entstand die Ruralgemeinde Traindorf, zu der Baiersbach, Hohenreuth und Tannenwirtshaus gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg. Von 1819 bis 1848 übernahm das Herrschaftsgericht Guttenberg weitestgehend die Befugnisse, die das Landgericht hatte. 1840 wurde die Gemeinde an das Landgericht Stadtsteinach und 1853 an das Rentamt Stadtsteinach überwiesen (1919 in Finanzamt Stadtsteinach umbenannt). Ab 1862 gehörte Traindorf zum Bezirksamt Stadtsteinach (1939 in Landkreis Stadtsteinach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Stadtsteinach (1879 in Amtsgericht Stadtsteinach umgewandelt). Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Fläche von 1,141 km², die sich durch die Eingemeindung von Neuguttenberg im Jahr 1964 auf 1,247 km² vergrößerte. Am 1. Juli 1971 wurde die Gemeinde Traindorf in Marktleugast eingegliedert.

mini|Heiligkreuzkirche

Kunstdenkmal Katholische Filialkirche Heiligkreuz, 1934 errichtet.K.-L. Lippert: Landkreis Stadtsteinach, S. 104.

Einwohnerentwicklung Ort Traindorf Jahr 1802 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 52 119 210 191 223 155 156 168 105 103 87Häuser 15 17 21 18 20 21 22 24Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 566. In den 2010er Jahren gab es in Traindorf ca. 70 Einwohner, die in ca. 50 Haushalten lebten.

Gemeinde Traindorf Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 150 431 457 476 419 392 377 369 444 409 402 399 354 395 376 364 431 372 330 385 332 313 403 337HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 36 43 42 41 53 50 77 Quelle

Religion Traindorf ist seit der Reformation gemischt konfessionell. Die Protestanten gehören zur Pfarrei Zum Heiligen Geist (Grafengehaig), die Katholiken waren ursprünglich nach Mariä Heimsuchung in Marienweiher gepfarrt und kamen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Pfarrei St. Jakobus der Jüngere (Guttenberg).

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Marktleugast) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach