Eastern Air Lines war eine US-amerikanische Fluggesellschaft mit Sitz in Miami, die am 18. Januar 1991 Bankrott anmelden und den Betrieb einstellen musste.
Geschichte mini|Eine Lockheed L-1011 der Eastern Air Lines Am 19. April 1926 unter dem Namen Pitcairn Aviation gegründet, hat sich die Firma nach Gewinn eines Regierungsauftrages auf den Posttransport zwischen New York und Atlanta konzentriert. Im Jahr 1929 wurde sie von der North American Aviation übernommen und 1930 in Eastern Air Transport umbenannt. Man begann nun, das Streckennetz durch Übernahme verschiedener kleinerer Fluggesellschaften zu erweitern und stieg in den Passagierverkehr ein. Infolge des Luftpost-Skandals erfolgte 1934 die Umbenennung in Eastern Air Lines und der Rückzug von North American Aviation aus dem Unternehmen. Geführt vom legendären Fliegerass Eddie Rickenbacker begann eine Zeit des Wachstums.
Nachdem man sich zunächst auf Strecken an der amerikanischen Ostküste konzentriert hatte, wurde das Netz nach 1945 auch auf das übrige Inland und ab 1956, durch die Übernahme von Colonial Airlines, auf internationale Routen ausgedehnt. Im Jahr 1960 wurden mit Maschinen der Typen DC-8 und Boeing 720 erstmals Jets in die Flotte aufgenommen. Eastern Air Lines war ab Juli 1977 die erste amerikanische Fluggesellschaft, die mit dem Airbus A300 auch Maschinen des europäischen Herstellers einsetzte.„Airbus at thirty – Family planning.“ Flight International, (englisch), abgerufen am 20. Mai 2019. Der Airline Deregulation Act vom 28. Oktober 1978 erschwerte das Geschäft der Fluggesellschaft. Die profitablere Delta Air Lines war direkter Wettbewerber am wichtigen Hartsfield-Jackson International Airport in Atlanta.
Ab 1985 nahm man mit der Strecke Miami–London den Transatlantikverkehr auf. Mitte der Achtziger bereiteten die steigenden Personalkosten der Firma mehr und mehr Probleme. Versuche, sie zu senken, führten zu massiven Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften, aber nicht zum gewünschten Erfolg. 1986 musste der damalige Präsident der Gesellschaft, Ex-NASA-Astronaut Frank Borman, schließlich der Übernahme der geschwächten Firma durch die Texas Air Corporation zustimmen.
Das neue Management unter Frank Lorenzo verfolgte einen noch rigideren Sparkurs und geriet so ebenfalls in Konfrontation mit der Belegschaft. Zudem bemühte man sich, Eastern als Fluggesellschaft mit einem hohen Gewerkschaftsorganisationsgrad gezielt zu Gunsten anderer Gesellschaften der Texas-Air-Gruppe zu schwächen. So wurden z. B. Eastern-Gelder zu anderen Gesellschaften des Konglomerates transferiert, Jets – ohne dass Zahlungen erfolgten – an Continental Airlines, ein weiteres Unternehmen unter Kontrolle der Gruppe, verkauft und das Buchungssystem der Gesellschaft abgeschafft, um fortan das der Texas International zu nutzen – gegen 10 Millionen US-Dollar Gebühr pro Monat.
Infolge dieser Aktionen und des ohnehin bereits bestehenden Kostenproblems geriet Eastern mehr und mehr in finanzielle Schwierigkeiten und war gezwungen, massiv Personal abzubauen. Dies wiederum verschärfte die Streitigkeiten zwischen Geschäftsleitung und den Gewerkschaften und damit auch die wirtschaftliche Schieflage. Zunächst versuchte man, das Unternehmen durch Verkäufe von Streckenrechten und der Schließung von Flughafendrehkreuzen finanziell zu entlasten. Trotzdem erwirtschaftete Eastern Air Lines 1989 mehr als 800 Millionen Dollar Verlust. Verschärft wurde die Situation durch Streiks, die zeitweise Teile der Flotte lahmlegten. Im Januar 1991 kam schließlich das endgültige Aus für Eastern Air Lines, die unter einer Schuldenlast von über anderthalb Milliarden Dollar zusammenbrach.
Im Jahr 2009 wurde der Name gekauft und 2011 eine neue Eastern Air Lines gegründet,aerotelegraph.com, abgerufen am 31. Januar 2014 die den Flugbetrieb Ende Mai 2015 aufnahm.Eastern Air Lines startet nach Kuba, abgerufen am 25. Mai 2015 Im Juni 2017 fusionierte die Gesellschaft mit Swift Air, worauf der Name Eastern Air Lines wieder verschwand.Ch-aviation – Swift Air to acquire Eastern Air Lines (englisch), abgerufen am 24. Juni 2017 Seit 2019 gibt es erneut eine Fluggesellschaft mit dem Namen Eastern Airlines.
Zubringergesellschaften Unter den Namen Eastern Express (durchgeführt vom Air Midwest, Atlantis Airlines, Bar Harbor Airlines, Metro Express, Precision Airlines, Provincetown-Boston Airlines und Sunair),Eastern Express rzjets.net; (englisch); abgerufen am 2. November 2023 Eastern Metro Express (durchgeführt von Metro Express),Eastern Metro Express sunshineskies.com; (englisch); abgerufen am 2. November 2023Eastern Metro Express planespotters.net; (englisch); abgerufen am 6. November 2023 Eastern Atlantis Express,Eastern Atlantis Express British Aerospace Jetstream 31 (N992AX) Atlanta – Hartsfield Jackson International airteamimages.com; (englisch); abgerufen am 2. November 2023 Eastern Partner und Caribair (durchgeführt von Leeward Islands Air Transport, LIAT)LIAT Timetable 31. Januar 1988 airtimes.com; (englisch); abgerufen am 2. November 2023 flogen Zubringergesellschaften für Eastern Air Lines.
Zwischenfälle Unfälle Von 1936 bis zur Betriebseinstellung 1991 kam es bei Eastern Air Lines zu 46 Totalschäden von Flugzeugen. Bei 26 davon kamen 771 Menschen ums Leben.Unfallstatistik Eastern Air Lines, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 9. Dezember 2023. Auszüge:
Am 7. September 1945 entstand in einer Douglas DC-3-201G der Eastern Air Lines (Luftfahrzeugkennzeichen NC33631) während des Fluges ein Brand im hinteren Frachtraum. Noch bevor eine bereits eingeleitete Notlandung erfolgen konnte, kam es zum Kontrollverlust und Absturz 10 km entfernt von Florence (South Carolina). Alle 22 Menschen an Bord kamen ums Leben.
Am 18. Januar 1946 entstand an einer Douglas DC-3-201E der Eastern Air Lines (NC19970) während des Fluges vom Flughafen New York-LaGuardia nach Boston ein Brand im linken Triebwerk. Das Feuer breitete sich derart stark aus, dass die linke Tragfläche nach oben und hinten abbrach und die Maschine bei Cheshire (Connecticut) (USA) abstürzte. Auslöser war eine schadhafte Kraftstoffleitungsverbindung, aus der Benzin austrat. Alle 17 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 14 Passagiere, kamen ums Leben (siehe auch Eastern-Air-Lines-Flug 16B).
Am 11. Oktober 1946 wurde eine Douglas DC-4/C-54B-15-DO der Eastern Air Lines (NC88729) beim zweiten Anflugversuch auf den Flughafen Washington National (USA) knapp 10 Kilometer vom Ziel entfernt in den Boden geflogen. Die Maschine kollidierte mit einem gerade einmal 60 Meter hohen Hügel, sprang wieder hoch und schlug mehrfach auf, wobei sie sich in alle wesentlichen Teile zerlegte und auf dem Rücken zu liegen kam. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) überlebten erstaunlicherweise alle 26 Insassen, vier Besatzungsmitglieder und 22 Passagiere, den Unfall, nachdem ein Feuer ausgebrochen war.
Am 12. Januar 1947 wurde eine Douglas DC-3/C-49-DO der Eastern Air Lines (NC88872) bei Galax (Virginia, USA) in 760 Metern Höhe in zerklüftetem Gelände in den Boden geflogen. Die Piloten waren entgegen den Bestimmungen eine Abkürzung geflogen statt über ein Funkfeuer und kannten auch ihre Position in Bezug auf den Zielflughafen von Winston-Salem nicht, von dem sie noch 102 Kilometer entfernt waren. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden 18 der 19 Insassen getötet, alle drei Besatzungsmitglieder und 15 Passagiere.
Am 30. Mai 1947 stürzte eine Douglas DC-4/C-54B der Eastern Air Lines (NC88814) auf dem planmäßigen Flug von Newark (New Jersey) nach Miami (Florida) aus dem Reiseflug heraus in ein Waldgebiet nahe Baltimore. Alle 53 Menschen an Bord kamen ums Leben. Die Ursache konnte nie gefunden werden.
Am 21. Januar 1948 wurde eine Lockheed L-649 Constellation der Eastern Air Lines (NC111A) bei der Landung auf dem Flughafen Boston-Logan (Massachusetts, USA) irreparabel beschädigt. Die Landebahn war mit 13 mm Neuschnee bedeckt, vor allem aber auch mit Schneeverwehungen. Nach der Kollision des linken Hauptfahrwerks mit einer solchen drehte sich die Maschine nach links und krachte dort in einen größeren Schneehaufen, woraufhin ein Feuer in der Tragfläche ausbrach. Alle 25 Insassen, fünf Besatzungsmitglieder und 20 Passagiere, überlebten. Die Unfallermittler sahen die Schuld für den Totalschaden beim Flughafenbetreiber, bei dem örtlichen Betriebsinspektor der Luftfahrtbehörde CAA und beim Stationsleiter der Fluggesellschaft, die alle nicht für einen ordnungsgemäßen Zustand der Landebahnoberfläche gesorgt hatten.
Am 30. Juli 1949 wurde eine Douglas DC-3-201D der Eastern Air Lines (N19963) bei Chesterfield (New Jersey, USA) von einem Jagdflugzeug des Typs Grumman F6F-5 Hellcat der US Navy gerammt. Die F6F-5 wurde schon vorher dabei beobachtet, wie sie Kunstflug-Manöver durchführte und ein kleines Zivilflugzeug „anschwirrte“. Diese Manöver endeten in einer Kollision zwischen der Hellcat und der DC-3. Bei der Kollision verlor das Kampfflugzeug seine linke Tragfläche und die DC-3 den äußeren Teil ihrer linken. Beide Flugzeuge stürzten dann ab und verloren dabei verschiedene Teile. Die DC-3 verbrannte, nachdem sie auf dem Boden aufschlug. Als Unfallursache wurde das rücksichtslose Verhalten des Navy-Piloten bei der Durchführung von Kunstflug-Manövern auf einer zivilen Flugroute festgestellt. Alle 15 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 12 Passagiere, kamen ums Leben, außerdem der Militärpilot.
Am 1. November 1949 stieß ein Kampfflugzeug des Typs Lockheed P-38 Lightning der Bolivianischen Luftfahrtbehörde (NX26927) kurz vor dem Flughafen Washington/National mit einer Douglas DC-4 der Eastern Air Lines (N88727) zusammen, die sich gerade in der Endanflugkurve befand. Alle 55 Insassen der DC-4 wurden getötet. Der bolivianische Pilot war zu diesem Zeitpunkt ohne Freigabe in den Anflug gegangen (siehe auch Eastern-Air-Lines-Flug 537).Air-Britain Archive: Casualty compendium part 50 (englisch), September 1993, S. 81.
Am 19. Oktober 1953 wurde eine Lockheed L-749A Constellation der Eastern Airlines (N119A) kurz nach dem Start vom Flughafen New York-Idlewild in den Boden geflogen. Ursache war die fehlerhafte Wahrnehmung der Fluglage durch die Piloten beim Start in ein Nebelgebiet. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden zwei der 27 Insassen getötet (siehe auch Eastern-Air-Lines-Flug 627).
Am 21. Dezember 1955 wurde eine Lockheed L-749A Constellation der Eastern Air Lines (N112A) einen Kilometer südwestlich des Flughafens Jacksonville-Imeson (Florida, USA) in den Boden geflogen. Im Anflug in dichtem Nebel kam die Maschine nach links und nach unten vom Sollflugweg des ILS ab; dabei war zu spät das Durchstarten eingeleitet worden. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 17 Insassen getötet, fünf Besatzungsmitglieder und 12 Passagiere.ICAO Aircraft Accident Digest No. 8, Circular 54-AN/49, Montreal 1958 (englisch), S. 22–26.Peter J. Marson: The Lockheed Constellation (2 Bände). Air-Britain (Historians), Tonbridge, 2007, ISBN 0-85130-366-8, S. 444.
Am 17. Februar 1956 stürzte eine Martin 4-0-4 der Eastern Airlines (N445A) beim Anflug auf den Owensboro-Daviess County Regional Airport (Kentucky, USA) ab. In regnerischem Wetter kam es zum Strömungsabriss, nach dem das Flugzeug in Rückenlage kurz vor der Landebahn 05 liegen blieb. Alle Insassen überlebten den schweren Unfall.ICAO Aircraft Accident Digest No. 8, Circular 54-AN/49, Montreal 1958 (englisch), S. 36–40.
Am 10. März 1957 wurde eine Martin 4-0-4 der Eastern Airlines (N453A) bei der Landung auf dem Flughafen Louisville (Kentucky, USA) zerstört. Die Landung war derart hart, dass die linke Tragfläche am Rumpf komplett abbrach und das Flugzeug sich auf den Rücken drehte. Erstaunlicherweise überlebten alle 34 Insassen den Totalschaden, lediglich ein Passagier wurde schwer verletzt.ICAO Aircraft Accident Digest No. 9, Circular 56-AN/51, Montreal 1959 (englisch), S. 72–75.