Die Blumenstraße liegt im Ortsteil Friedrichshain des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Bis 1816 hieß sie Lehmgasse. Ursprünglich lag sie zwischen der Alexanderstraße in Mitte und der Andreasstraße. Namensgebend waren die am Straßenlauf gelegenen GärtenBouché übernahm von seinem Vater Pierre Bouché den Gärtnereibetrieb. Nicolai rühmte die „vorzüglich schönen Früchte“ aus dem „Bocherschen Obstgarten“. des Jean David Bouché (1747–1819). 1872 war die Straße Ausgangspunkt der sogenannten Blumenstraßenkrawalle, eines Mieterprotests, an dem mehrere tausend Anwohner und Polizisten beteiligt waren. Durch die Neubebauung südlich der Karl-Marx-Allee (damals Stalinallee) wurde der Straßenzug der Blumenstraße zwischen Krautstraße und Alexanderstraße bis 1970 überbaut und aufgehoben, die ersetzende Bebauung wurde durch einen rechtwinkligen Straßenverlauf – – verbunden, der (vorwiegend im Ortsteil Mitte verlaufend) am 9. August 1963 den Namen Neue Blumenstraße erhielt.
Lage und Überblick Lage und Statistik Die Blumenstraße liegt zwischen und ,Karte von Berlin 1:5000 sie hat die Straßennummer 44676, eine Länge von 212 Metern und liegt eben.An der Krautstraße sind es und an der Andreasstraße In gesamter Länge gehört sie nach der Gliederung der lebensweltlich orientierten Räume zum Prognoseraum Friedrichshain West, der Bezirksregion Karl-Marx-Allee Süd und dem Planungsraum Andreasviertel. Als Straße im regionalen BezugssystemRBS: Die Berliner Variante der kleinräumigen Gliederung heißt Regionales Bezugssystem, es ist eine Geodatenbank mit den Adressen, Straßen, Blöcken und Bezugsräumen von Berlin. wird sie als „sonstige Straßen“Kategorie V laut StEP, dem Straßenentwicklungsplan notiert. Die Postleitzahl ist 10243. Es gibt noch die Hausnummern 38 bis 49, die fortlaufend gezählt sind, wie es bei der Bebauung im 18./19. Jahrhundert üblich war. Dabei begann es an der Alexanderstraße mit Hausnummer 1 und weiter rechte (südliche) Seite bis 49 und nach Seitenwechsel auf die Nordseite bis 101 (102) zurück. Diese (Nord-)Grundstücke bis Krautstraße sind mit dem Wohnblock der Karl-Marx-Allee überbaut.
Veränderung nach 1945 Wegen der Zerstörung des Viertels an und um die Blumenstraße durch Bombenangriffe und 1945 beim Sturm auf BerlinGebäudeschäden 1945 Blau: total zerstört, hellblau: wiederaufbaufähig, der alte Straßenverlauf der Blumenstraße ist mit der Straßenführung der 1970er Jahre unterlegt wurde der westliche Teil von Krautstraße bis Hausnummer 1 und 101 an der Alexander- gegenüber der Schicklerstraße () aufgehoben und überbaut. In Richtung West nach Ost besaß sie im Bezirk Mitte bis dahin die Seitenstraßen: Wallnertheaterstraße (südlich), Schillingstraße (nördlich), Ifflandstraße und Grüner (1935–1945 Brauner) Weg (Südseite), Markusstraße (kreuzend). Der weitere Lauf gehörte zum Verwaltungsbezirk Friedrichshain mit der Kreuzung Krautstraße und dem Abschluss an der Andreasstraße. mini|Karte 4231 aus 1940:Kartengrundlage: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Geodatenservice, Landesarchiv Berlin, Kartenabt., Allg. Kartensammlung Blumenstraße 1940, vergleiche dazu: Kriegsschäden 1945Gebäudeschäden 1945: Blumenstraße Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde für die Stadtmitte im Osten – für Friedrichshain (Stalinallee) – bei völliger Neugestaltung der Straßenzüge – die neue Berliner Mitte projektiert. Die 1015 Meter lange Blumenstraße verlor 800 m und wurde bis Ende der 1960er Jahre schrittweiseAuf zeigt die Karte 423D/1966 noch zwei Abschnitte der Blumenstraße, die auf 423D/1970 entfallen sind. 1) Für Friedrichshain 90 Meter westlich der Krautstraße 2) für Mitte 120 Meter westlich der Markusstraße mit den Häusern 77–79 und 22, 25, 26. aufgehoben. Der neue Straßenzug war eine gerade Fortsetzung in den Bezirk Mitte als Neue Blumenstraße benannt.Karte von Berlin 1:5000: Lage aktuell: Hausnummern 38–41, 47, 47a, 49
Der alte Verlauf mini|links|hochkant=0.9|Erhaltenes Eckhaus Blumenstraße 49 (1890er Bau) mini|links|hochkant=0.9|Straßenland Blumenstraße 11: wurde Singerstraße 1 mini|links|hochkant=0.9|Fußweg an der Plansche Singerstraße zur Neuen Blumenstraße 1
Die (historische) Blumenstraße gehörte zum Stralauer Viertel. Die Grundstücke wurden fortlaufend gezählt, ab Alexanderstraße an der südlichen Straßenseite mit Grundstück 1 beginnend. Sie lag im Polizeirevier 22, organisatorisch gehörten die Grundstücke 1, 2, 4–26 und 59–84 zum Stadtbezirk 103 (Alexanderstraßen-Bezirk), das Haus 3 zu 102 (Holzmarkt-Bezirk), im mittleren Abschnitt lagen 27–34 und 51a–58 im Stadtbezirk 104 (Blumenstraßen-Bezirk) und 34a bis 51 gehörten zu 119 (Nicolaus-Hospital-Bezirk). Den Kirchengemeinden waren die südlichen Häuser 1–14a Kirchspiel Ⅰ (St. Andreas-Kirche, Stralauer Platz) zugeordnet, die östlichen Wohnhäuser dem Kirchspiel XVI (St. Marcus-Kirche, Weberstraße 54/55) und die nördlichen Häuser 76–84 Kirchspiel VIII (St. Jacobi-Kirche, Oranienstraße 133). 1850 ist die Blumenstraße mit den 109 Grundstücken (große waren geteilt, einige zusammengefasst) weitestgehend bebaut: es sind 23 Mietshäuser mit mehr als 10 Mietern, 23 vom Eigentümer bewohnte Häuser verzeichnet und als BaustelleIm Adressbuch sind als Baustelle im Kataster eingetragene Parzellen/Grundstücke mit Eigentümer gemeint. Es muss kein Bau oder Bauwille bestehen. sind Nummer 1, 7/8, 25, 33, 41, 43–45, 49, 51, 52, 55/56 verzeichnet. 20 Jahre später kommt die Wallnertheaterstraße zwischen 1 und 3 hinzu, Grundstück 2 für den Durchbruch, die Rosengasse hieß Markusstraße. Grundstück 40/41 wurde zu Andreasstraße 48 und Straßenland. Grundstücke sind neu bebaut: 9 und 9a sind 1870 im Umbau, 49 ist noch und 11 und 79 wurden Baustelle. In 42 Häusern wohnen nun mehr als 10 Mieter (Dienstboten, Gehülfen und Hausdiener sind im Adressbuch nicht erfasst). Anmerkung: die östlichsten Grundstücke 40 und 41 (schon an der Lehmgasse) befanden sich am Durchgang zur Großen Frankfurter Straße. Sie wurden um 1860 aufgehoben, um beim Ausbau der Andreasstraße vom Andreasplatz zur Großen Frankfurter Straße eine Nord-Süd-Verbindung durchzuführen.
Im Jahr 1913 (Beschlussfassung 1912Mit der Anerkennung von Lichtenberg als Stadtgemeinde kam es zu Gebiets- und Grundstücksänderungen im Osten von (Alt-)Berlin insbesondere Friedrichshains.) wurden die Grundstücke der Blumenstraße neu geordnet, das Haus 1 lag weiterhin an der Alexanderstraße, aber die Zählung endete gegenüber mit Grundstück 102 (vorher 84), das zu Alexanderstraße 24 gehört. Geteilte Grundstücke (wie 51, 51a, 51b, 51c) wurden nun durchgezählt. Auffällig ist zu diesem Zeitpunkt eine hohe Zahl Mietshäuser im Eigentum der Erben oder von Rentiers. Das Adressbuch 1912 (mit dem Stand des Jahres 1911) zeigt noch das nördliche Eckgrundstück Alexanderstraße als 84 an, an der Andreasstraße wechselte die Zählung von 39 auf 42 zur Nordseite rücklaufend.
Die bei den Zerstörungen im KriegLuftbilder 1953, Maßstab 1:22 000, es ist der Lauf der Blumenstraße zu sehen und es sind aufbaufähige Kriegsruinen zu erkennen. teilweise erhaltenen Wohnhäuser Blumenstraße 22–26 (südlich) und 77–79 (nördlich) und einige weitere noch bewohnbare Ruinenhäuser wurden letztlich bis 1970 für Neubauten beräumt. Erhalten geblieben sind knapp 40 Meter der alten Blumenstraße vor dem Wohnhaus Singerstraße 1. Dieses Wohnhaus besaß die Adresse Blumenstraße 11 und überstand Ruinenberämungen und Neubebauungen. Das Reststück befindet sich gegenüber der Mündung der Neuen Blumenstraße auf die Singerstraße, 30 Meter zur Straßenecke mit Grüner Weg (seit 1947 Singerstraße) und Ifflandstraße, die Wohnhäuser 12 und 13 zur Straßenecke waren Kriegsruinen. Dieser in Straßenland und Gebäude erhaltene Rest wurde mit Umadressierung in die Singerstraße einbezogen. Tatsächlich in der Bausubstanz von 1890 blieb das südliche Eckhaus Nummer 49 an der Andreasstraße erhalten. Es ist ausgebaut und saniert worden. Anzumerken ist, dass der gegenüberliegende „Stalinallee-Bau“ (Andreasstraße 46) 1953 einer der ersten Wohnbauten der Stalinallee-Süd war. Der Lauf der Blumenstraße wird an der „Plansche Singerstraße“Drucksache - 0903/V Wasserplansche in Berlin-Mitte, Große Anfrage in der BVV Mitte von Berlin, Entscheidung 21. Dezember 2017]Nach der Sanierung 2017 und Problemen mit der Wasserqualität, war sie im Juli 2018 in Betrieb. Dazu: Zwei Kinderplanschen laufen nicht. In: Berliner Woche, 2. August 2013. + Wo sind sie hin, die Kinderplanschen? In: Tagesspiegel, 5. Juli 2016. + Wasserspielplätze starten verspätet in die Saison. In: Berliner Woche, 4. Juni 2017. sichtbar markiert.Singerstraße: Planschbecken und Grünfläche. Auf: friedrichshainblog.de, 11. Mai 2010 Die Plansche in Trapezform liegt der Singerstraße an und ist nördlich abgeschrägt. Der Gehweg in der Baumreihe am Nordrand der PlanscheGoogle Earth: zwischen 52°31'1,7 N / 13°25'31,3 O und 52°31'1,8 N / 13°25'25,7 O (am Südrand vom vormaligen Kinderkrippen-Grundstück Neue Blumenstraße 5) liegt im Blumenstraßen-Lauf, damals standen hier die Mietshäuser 15–18 sowie 86–82 nahe der einmündenden Marsiliusstraße.
Geschichte mini|Lehmgasse (m) in der Stralauer Vorstadt 1740 mini|Blumenstraße auf Karte 1846 mini|Blumenstraße auf Sineck-Plan 1882
Die Lehmgasse wurde mit dem Zuzug der Hugenotten als Straßenzug genutzt, vor den Toren der Stadt war sie wohl schon vorher als Weg an die Frankfurter Chaussee oder in die Gärten und Felder angelegt.Angemerkt sei, dass das Stralower Tor in Spreenähe bereits um 1650 bestand. Nach Norden war das Georgentor in Verlängerung der Georgenstraße das nächste. Das Frankfurter Tor kam erst später und für eine Lehmgasse war das Niederlegen von Stadtmauer und Stadtgraben als Zollmauer günstig. Die Alexanderstraße lag als Communication vor der Stadt. Im Verzeichnis von 1801 (Neue anschauliche Tabellen von der gesamten Residenz-Stadt Berlin, oder Nachweisung aller Eigenthümer) ist die Lehm-Gasse mit einer Länge von 350 Ruthen oder 1750 Schritt aufgeführt. Das Grundstück 70 gegenüber von Der Grüne Weg gehörte dem Gärtner Paul Bouché: die Auffahrt, und Seitenfront vom Gewächshaus, nebst Gartenzaun zu Nr. 67. Unter anderen Bouché: Kunstgärtner D. jun. Bouché: Blumenstraße 12 // Kunstgärtner L. Bouché: Blumenstraße 70 (Eigentümer) // Kunstgärtner P.F. Bouché: Blumenstraße 11 (Eigentümer) Das Verzeichnis von 1844 zeigt erstmals die Lage nach Straßen und deren Bewohner.
Eine Zwangsräumung am 25. Juli 1872 im Hause Nr. 51c führte zu den als Blumenstraßenkrawalle oder Aufstand in der Blumenstraße bekannt gewordenen Mieterprotesten.Joachim Berger: Berlin freiheitlich & rebellisch. Berlin 1987, S. 104. Kuno Haberbusch: Dokumentation Berliner Linie, Berlin 1981, S. 3: Nach: geschichtsmaterialien.dragonerareal.org Anlass der Unruhen war es, dass sich wegen der Wohnsitzlosigkeit ihrer Angehörigen zwei Familienväter am 2. April 1872 das Leben nahmen.Der laute Jammer von Unglücklichen – der Blumenstraßenkrawall
Im Januar 1919 kam es in Berlin der Novemberrevolution nachfolgend zum spontanen Spartakusaufstand. Mit dem Generalstreik kam es in den Arbeiterbezirken, so auch um die Große Frankfurter Straße und im Stralauer / Andreasviertel, zu Straßenkämpfen mit Barrikaden. Der Polizeichef Noske ließ schwere Waffen gegen die Aufständischen einsetzen, wobei Wohnhäuser zerstört wurden.Sammlung Stadtmuseum Inv.Nr. IV 63/1888 V. Novemberrevolution: Zerstörung i. d. Blumentstraße. Während der Märzkämpfe 1919, Hersteller Verlag Michaelis, Berlin S. In der Blumenstraße wurde das Haus 68 (Nordosteckhaus Marsiliusstraße) dabei schwer beschädigt.Postkarte Große Straßenkämpfe während des Heneralstreiks. - Zerstörtes Haus Blumenstraße 68 (Vier Geschosse und Dachgeschoss)
Bewohner und Grundstücke