Berg am Laim () ist der Stadtbezirk 14 der bayerischen Landeshauptstadt München. Seit der Neugliederung im Jahr 1992 gehört Berg am Laim einwohnermäßig zu den kleinsten Münchner Stadtbezirken. Berg am Laim hat keinen geographischen Bezug zum zehn Kilometer weiter westlich gelegenen Münchner Stadtbezirk 25 Laim.

Lage Berg am Laim liegt im Osten von München und ist eingebettet zwischen Haidhausen im Westen, Trudering im Osten und Ramersdorf im Süden. Die Grenze zu Bogenhausen im Norden wird durch die Bahnstrecken München–Simbach und München–Rosenheim im Bereich der Station Berg am Laim gebildet. Dadurch wurden die ehemaligen Ortsteile Zamdorf und Steinhausen, die ursprünglich zur ehemaligen Gemeinde Berg am Laim gehörten, dem Stadtbezirk Bogenhausen zugeschlagen.

Nachbarbezirke sind Bogenhausen im Norden, Trudering-Riem im Osten, Ramersdorf-Perlach im Süden und Au-Haidhausen im Westen.

Geschichte und Entwicklung mini|Berg am Laim auf einer Karte von 1858 mini|„Schloß Perg am Laimb“ und „St. Michaelis Kirch“ um 1700 (Stich von Michael Wening) mini|Lageplan von Jagdschloss Berg am Laim und der Josephsburg auf dem Urkataster von Bayern mini|hochkant|Alte Ansichtskarte von St. Michael München-Berg am Laim

Bis zum 19. Jahrhundert Berg am Laim wurde am 23. April 812 als „ad Perke“ urkundlich erwähnt, der Zusatz „am Laim“ als „auf dem Laimb“ erstmals 1430. Der Begriff Laim bedeutet im heutigen Deutsch „Lehm“. Der Name beschreibt die Lage auf einer Erhöhung (Berg), die sich auf der etwa ein Kilometer breiten Löß-Lehm-Zunge der Münchner Schotterebene zwischen Ismaning und Berg am Laim befindet. Ziegel aus Berg am Laim wurden für große Teile der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Münchner Innenstadt und für die Frauenkirche verwendet. Arbeiter der Ziegeleien siedelten in der Gründerzeit in der Gegend ihrer Arbeitsorte. Um 1900 ging die Ziegelbrennerei wegen Erschöpfung der Lehmvorkommen zugrunde. Heute erinnern zum Beispiel die Gestaltung der U-Bahnstation Kreillerstraße mit ihren Backstein-Mosaiken oder die Fassaden des Gebäude-Ensembles "Die Macherei" (Berg-am-Laim-Straße 103) an diese Vergangenheit.

Berg am Laim war Sitz einer Hofmark des Hochstifts Freising. Sie kam an den Kölner Kurfürsten Joseph Clemens von Bayern, Bruder von Kurfürst Max Emanuel von Bayern, da er auch Fürstbischof von Freising war. Vor der Säkularisation war die Hofmark dann persönliches Eigentum von Mitgliedern des Hauses Wittelsbach. Der bedeutendste Inhaber war der Kölner Kurfürst Clemens August I. von Bayern, der die bedeutende barocke Stiftskirche St. Michael als Ritterordens- und Bruderschaftskirche errichten ließ. Er ließ auch das Jagdschlösschen für Herzog Ferdinand Maria Innozenz von Bayern errichten, seit 1840 Institut der Englischen Fräulein, heute Mädchenrealschule und Pfarrbüro.

Die Anlage wird als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-1-7835-0583 im Bayernatlas als „untertägige frühneuzeitliche Befunde im Bereich des abgegangenen Hofmarkschlosses von Berg am Laim mit barocker Gartenanlage sowie des herzoglichen Jagdschlosses“ geführt.

Mit dem bayerischen Gemeindeedikt wurde Berg am Laim 1818 zur selbständigen Gemeinde erhoben und erhielt ein eigenes Patrimonialgericht. Baumkirchen, Echarding und Josephsburg wurden Ortsteile. Letzter Inhaber der Patrimonialgerichtsbarkeit war bis 1835 Wilhelm von Hompesch zu Bolheim.

Die Eingliederung nach München erfolgte am 1. Juli 1913.

Historische Ortsteile der Gemeinde Berg am Laim mini|St. Stephan München-Baumkirchen

Baumkirchen

Das Pfarrdorf wurde 870 erstmals als „ad Pouminunchirihum“ erwähnt. Der Name bedeutet entweder „Aus Baumstämmen gefertigte Kirche“ oder „mit Bäumen umstandene Kirche“. Der Ortskern befand sich um die katholische Filialkirche St. Stephan, die eine der ältesten urkundlich erwähnten Kirchen im Raum München ist. Ihre Erbauung könnte auf die Zeit um 800 zurückgehen, denn in einer Urkunde von 813 wird von einer Kirchenstiftung an das Bistum Freising berichtet. Im Zuge der Säkularisation 1806 verlor St. Stephan auf Grund eines königlichen Erlasses seinen Status als Pfarrkirche an die „Bruderschaftskirche“ St. Michael Berg am Laim und wurde selbst zur Filialkirche. 1818 wurde Baumkirchen Teil der Gemeinde Berg am Laim, die Eingliederung nach München als Teil der Gemeinde Berg am Laim erfolgte am 1. Juli 1913.

Echarding

Der Ort wurde erstmals 1091 als „Erhartingin“ erwähnt, der Name bedeutet so viel wie „Besitz des Erhards“. Die Eingliederung nach München als Teil der Gemeinde Berg am Laim erfolgte am 1. Juli 1913.

Josephsburg

Der Ort entstand 1693 als Residenz des Kölner Kurfürsten Joseph Clemens von Bayern, Bruder von Kurfürst Max Emanuel von Bayern. 1701 erfolgte die Benennung der Ortschaft nach ihrem Erbauer als „Josephs-Burg“. 1818 wurde der Ort Josephsburg Teil der Gemeinde Berg am Laim, die Eingliederung nach München als Teil der Gemeinde Berg am Laim erfolgte am 1. Juli 1913.

Pachem Der Ort wurde 1315 als „Pachem“ erstmals erwähnt. Der Name gilt als Variante von Bachheim und leitet sich vom „Bach“ ab, wahrscheinlich ist hier der Hachinger Bach Namensgeber.Laura Bachmann, Anne Dreesbach: Lost & Dark Places München. Bruckmann, 2021. ISBN 978-3-73432049-1, S. 90ff Die Kapelle Pachem wird 1315 als Filiale von St. Stephan Baumkirchen erwähnt. 1384 wird der Ort noch einmal genannt und ist dann abgegangen. Über die Gründe lässt sich spekulieren, die Pest um 1348 wird für einen Verlust von fast einem Drittel der Bevölkerung verantwortlich gemacht, eine Vielzahl an Siedlungen wurden anschließend aufgegeben. Außerdem kommt der Landshuter Erbfolgekrieg von 1504 in Betracht, das endgültige Verschwinden der Siedlung ausgelöst zu haben. Ein Feldzug des Landshuter Kämmerers und Hauptmanns Georg Wisbeck in der Region war die letzte größere Kampfhandlung im Bruderkrieg. Wisbeck und sein Haufen brandschatzten damals noch auf dem Gebiet von Bayern-München des Herzogs Albrecht IV. obwohl der Konflikt im Ganzen für sie schon verloren war.Stadtgeschichte München: Pachemstraße, abgerufen am 4. Oktober 2025 Eine friedlichere Erklärung wäre die Entwicklung des Hachinger Bachs. Mit den Niederschlagsmengen und dem Grundwasserspiegel schwankt seine Wasserführung noch heute enorm. In Zeiten der Trockenheit versickert er unmittelbar nach dem Ostpark und verläuft nur unterirdisch. Eine längere solche Phase etwa im Zusammenhang mit der Kleinen Eiszeit wird als Ursache für eine Absiedlung diskutiert. Das ursprüngliche erste Kapitel von Bram Stokers Buch „Dracula“ wird mit Pachem in Verbindung gebracht, Jonathan Harker besucht darin einen Münchner Friedhof und muss vor einer Untoten gerettet werden. Stoker ließ es 1897 in der Endfassung weg und so wurde es erst 1914 als eigenständige Kurzgeschichte „Draculas Gast“ veröffentlicht.Bayerischer Rundfunk: „Dracula beginnt in Bayern“, Programm Bayern 2, Zeit für Bayern, 1. April 2017 (abgerufen am 4. Oktober 2025)Julia Sturm: 11 Orte in München, die schaurige Geschichten zum Gruseln erzählen. München mit Vergnügen, 2023, abgerufen am 4. Oktober 2025.Benjamin Krischke: Angeberwissen für Münchner. Süddeutsche Zeitung, 1. August 2011 An Pachem erinnert seit 1920 die Pachemstraße, eine kleine Straße, die die Kreillerstraße und Josephsburgstraße verbindet.

Außerdem kamen 1875 Steinhausen und Zamdorf, die zuvor zur Gemeinde Daglfing gehört hatten, zur Gemeinde Berg am Laim. Diese beiden Ortsteile wurden 1937 dem Stadtbezirk Bogenhausen zugeordnet.

Entwicklung von 1900 bis 1945 mini|Grundler-Villa Die Berg am Laimer Eisenbahnersiedlungen Die Entwicklung Berg am Laims ab etwa 1900 wurde stark von den 1871 eröffneten Eisenbahnstrecken von München in Richtung Simbach und in Richtung Rosenheim beeinflusst. In der Folge entstanden in Berg am Laim bis 1924 unter anderem ein Rangierbahnhof und ein Bahnbetriebswerk mit dem entsprechenden Personalbedarf. Östlich des Ostbahnhofs und entlang des Richtung Osten verlaufenden Bahnkörpers entstanden vor dem Ersten Weltkrieg die ersten Eisenbahnerwohnungen im Geschosswohnungsbau, die in der Zeit zwischen den Weltkriegen stark erweitert wurden. Das bis heute existierende Eckhaus an der Kreuzung Berg-am-Laim-Straße/Leuchtenbergring wurde 1901 errichtet und war eines der ersten Häuser in Berg am Laim im Geschosswohnungsbau. Es wird bis heute von der Eisenbahner-Baugenossenschaft München-Hauptbahnhof eG (EBM) verwaltet. Weitere, im Jahre 1911 entstandene und 1929 erweiterte Eisenbahnerwohnungen, die bis heute existent sind, finden sich an der Kreuzung von Schlüsselbergstraße und Altöttinger Straße. Direkt an den heutigen S-Bahn-Haltepunkt Berg am Laim angrenzend findet sich eine größere zusammenhängende Siedlung an Eisenbahnerwohnungen aus der Zeit zwischen den Weltkriegen.

Eingemeindung in die Stadt München Am 1. Juli 1913 wurde die Gemeinde Berg am Laim in die königliche Haupt- und Residenzstadt München eingemeindet. Der Gemeinderat von Berg am Laim hatte fünf Anträge auf Eingemeindung bei der Stadt München eingereicht, bis endlich die Zustimmung erfolgte. Er erhoffte sich eine Anbindung an das Münchner Straßenbahnnetz, die jedoch erst 1926 zustande kam. Die Gemeinde Berg am Laim hatte sich durch Infrastrukturprojekte wie Kanalisation und Straßenbau verschuldet, ohne dies durch die Gemeindesteuern ausgleichen zu können; die Stadt München musste nun die Folgekosten zahlen.Erich Kasberger: Von der selbstständigen Gemeinde Berg am Laim zum Stadtteil Münchens: Die Eingemeindung 1913. In:

Erschließung durch die Straßenbahn In den späten 1920er und in den 1930er Jahren sollte sich das Stadtteilbild des bis dato immer noch überwiegend ländlich geprägten Berg am Laim in größerem Maße verändern, da nun die ersten Großwohnsiedlungen des sozialen Wohnungsbaus für viele tausend Menschen auf Berg am Laimer Gebiet geplant waren. Die Entwicklung des Stadtteils Berg am Laim ist dabei in engem Zusammenhang mit der Entwicklung des südlich angrenzenden Nachbarstadtteils Ramersdorf zu sehen, das bis in die 1920er Jahre hinein ebenfalls ländlich-dörflich geprägt war. 1926 wurde die bisher am Ostbahnhof endende Straßenbahn bis Berg am Laim und nach Ramersdorf verlängert, was die erste Voraussetzung für den geplanten Wohnungsbau in größerem Maße war.

Neuramersdorf – Die erste Großwohnsiedlung Im Jahre 1928 wurde unter Wohnungsbaurat Karl Preis mit dem Bau der Großwohnsiedlung Neuramersdorf begonnen, die nördlich des alten Ramersdorfer Ortskernes entstand und die erste Siedlung des sozialen Wohnungsbaus in München überhaupt war. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG wurde eigens dazu 1928 gegründet. Zwischen 1928 und 1931 entstand der erste Bauabschnitt um die Melusinenstraße und den Piusplatz, also etwa zur Hälfte auf heutigem Berg am Laimer Gebiet. Zwischen 1936 und 1941 wurde die Siedlung um den Piusplatz herum nochmals deutlich erweitert. Die Wohngebäude dieser Siedlung bestehen bis heute.

Die Volkswohnungsanlage Berg am Laim mini|Heilbrunner Str.: Einige verbliebene Gebäude aus der Zeit zwischen 1936 und 1939