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Kernen im Remstal ist eine Gemeinde des Rems-Murr-Kreises in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie Geographische Lage

Kernen liegt am südwestlichen Rand des Remstals, links der Rems. Am Südrand der Gemeinde beginnt der Schurwald. Der höchste Punkt der Gemeinde ist der Katzenkopf.

Das Zentrum der Landeshauptstadt Stuttgart ist etwa 10 km entfernt.

Gemeindegliederung Die ehemaligen Gemeinden Rommelshausen und Stetten im Remstal bilden die beiden Ortsteile von Kernen im Remstal.

Zum Ortsteil Rommelshausen gehören neben dem Dorf der Wohnplatz Hangweide sowie die abgegangene Ortschaft Hardthof.

Zum Ortsteil Stetten gehören neben dem Dorf der Wohnplatz Seemühle, die abgegangenen Ortschaften Eulenhof, Großmoltenhof, Hart, Lindhalden, Schalkshof, Sonnenberg (1850 abgebrochen) und Waldbruderhaus.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 525–526. Weiterhin liegt der Burgstall auf der Markung von Stetten.

Nachbargemeinden Von Westen beginnend grenzen im Uhrzeigersinn Fellbach, Waiblingen, Weinstadt, Aichwald (Landkreis Esslingen) und Esslingen am Neckar sowie Stuttgart an Kernen im Remstal.

Fellbach Waiblingen KorbBeinsteinMünster Rommelshausen Endersbach Bad Cannstatt 100pxWeinstadtBeutelsbach StuttgartUntertürkheimRotenberg Stetten im Remstal Strümpfelbach Obertürkheim Rüdern ObertalWäldenbronnWiflingshausenEsslingen LobenrotLiebersbronn Aichwald

Legende: Rems-Murr-Kreis Landkreis Esslingen Stuttgart

Naturdenkmale In Kernen gibt es 17 Naturdenkmale. Vier davon in Rommelshausen und 13 in Stetten.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Kernen im Remstal.

Geschichte mini|Rommelshausen um 1900 mini|Stetten im Remstal um 1900

Gemeindefusion Kernen im Remstal entstand durch die Gebietsreform in Baden-Württemberg am 20. September 1975 aus den ehemals eigenständigen Gemeinden Rommelshausen und Stetten im Remstal.

Name Nach der Zusammenlegung der beiden Ortschaften lautete der Name der so entstandenen Gemeinde übergangsweise Stetten-Rommelshausen. Der durch einen Wettbewerb ermittelte Ortsname Kernen im Remstal wurde am 1. Januar 1977 offiziell angenommen und bezieht sich auf den 513 Meter hohen Hausberg der Gemeinde, den Kernen, dessen Gipfel sich allerdings auf Fellbacher Stadtgebiet befindet., bsz-bw.de, abgerufen: 1. März 2015.

Die offizielle Benennung der Ortsteile erfolgt durch vorangestellten Gemeindenamen und mit Bindestrich nachgestelltem Ortsteilnamen.

Religionen

Nach der Reformation wurden beide Ortschaften protestantisch. Der letzte katholische Pfarrer musste Rommelshausen im Jahre 1535 verlassen. Die vorhandenen katholischen Kirchen wurden „reformiert“.

Katholische Kirche Erst im 19. Jahrhundert siedelten sich wieder Katholiken in Rommelshausen und Stetten an. 1917 wohnten in Stetten 50 und in Rommelshausen 120 Katholiken. Die katholischen Kirchen wurden 1954 (Heilig Kreuz Stetten) und 1960 (Herz Jesu Rommelshausen) errichtet.

Das Patrozinium (Titelfest) der Heilig Kreuz Kirche in Stetten wird am Fest der Kreuzerhöhung (14. September) gefeiert. Die Filialkirche in Rommelshausen ist dem Patrozinium des Heiligsten Herzens Jesu (Herz Jesu) geweiht. Dieses Hochfest wird alljährlich am dritten Freitag nach Pfingsten gefeiert.

Die heutige Katholische Kirchengemeinde „Heilig Kreuz Kernen“ hat etwa 3.300 Mitglieder (Stand 2023). Sie bildet zusammen mit den Kirchengemeinden St. Andreas Endersbach, St. Anna Beutelsbach und St. Michael Remshalden die Seelsorgeeinheit Remstaltor.Kirchenorte der Seelsorgeeinheit, auf se-remstaltor.de, abgerufen am 29. Juli 2024. Sie gehört zum Dekanat Rems-Murr, einem von 25 Dekanaten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Kirchengebäude Neben protestantischen und katholischen gibt es in Kernen zwei Neuapostolische Kirchen, eine Evangelisch-methodistische Kirche und zwei Landeskirchliche Gemeinschaften.

Politik mini|hochkant|Logo der Gemeinde für das Marketing Gemeinderat mini|hochkant|Rathaus in Rommelshausen

Der Gemeinderat in Kernen hat 22 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften20242019 Anteil Sitze Anteil SitzeCDUChristlich Demokratische Union Deutschlands26,7 %627,5 %6UFWUnabhängige Freie Wähler20,4 %423,1 %5OGLOffene Grüne Liste15,6 %318,6 %4FDPFreie Demokratische Partei12,8 %3 -- --SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands11,7 %316,1 %4PFBParteifreies Bündnis3,3 %114,7 %3OLKoffene Liste für Kernen5,1 %1 -- --BZGBündnis Zukunft Gestalten4,3 %1 -- --gesamt100,022100,022Wahlbeteiligung63,4 %61,4 %

Bürgermeister

Die Bürgermeister der Gemeinde nach der Gemeindereform: 1975–1976: Karl-Heinz Schlotterbeck (Amtsverweser) 1976–1992: Günter Haußmann 1992–2003: Rolf Frank 2003–2019: Stefan Altenberger seit 15. November 2019: Benedikt Paulowitsch (bis zum 28. Januar 2022 Amtsverweser)

Wappen mini|hochkant|Wappen der Truchsessen von Stetten

Das am 3. Januar 1977 vom Landratsamt Rems-Murr-Kreis mit der Flagge verliehene Wappen Kernens zeigt auf gelbem Grund zwei parallele Reihen von Rhomben., bsz-bw.de, abgerufen: 1. März 2015. Die Reihen verlaufen diagonal von unten nach oben, bestehen aus jeweils drei Rhomben und haben die Farben blau (obere Reihe) und schwarz.

Das Wappen wurde aus den beiden bestehenden Wappen von Rommelshausen und Stetten gebildet. Die Rauten symbolisieren die „teckschen Rauten“. Beide Ortsteile gehörten einige Zeit zum Herrschaftsgebiet der Herzöge von Teck.

Das ehemalige Wappen von Rommelshausen führt im unteren Teil gelb auf schwarz die teckschen Rauten. Die Farben stehen für Farben von Alt-Württemberg. Im oberen Teil steht der Buchstabe R für Rommelshausen. Das Wappen wurde Rommelshausen im Jahr 1938 vom Reichsstatthalter verliehen.

Stetten führte seit ca. 1900 in seinem Wappen die teckschen Rauten in blau auf gelbem Grund. Diese entstammen dem Wappen der Truchsessen von Stetten. Das älteste bekannte Wappen von Stetten, aus dem 18. Jahrhundert trägt die Initialen ST, einen Stern und ein Hirschgeweih.Klemens Stadler: Band 8 von Deutsche Wappen; Bundesrepublik Deutschland – Deutsche Wappen; Bundesrepublik Deutschland: Die Gemeindewappen des Bundeslandes Baden-Württemberg Angelsachsen-Verlag, 1971, S. 98. Ein anderes Wappen aus demselben Jahrhundert zeigt vier Sterne und ein Hirschgeweih.

Städtepartnerschaften mini|Schild zur Städtepartnerschaft in Saint-Pierre-d’Albigny Saint-Pierre-d’Albigny, Frankreich (seit 1972, geschlossen mit Stetten) Saint-Rambert-d’Albon, Frankreich Masvingo, Simbabwe Dombóvár, Ungarn (seit 1991)

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft mini|Stettener Weinberge mit der Yburg mini|Karte der Weinlagen um Stetten Rommelshausen und Stetten waren lange Zeit durch Landwirtschaft und Weinbau geprägt. In der Umgebung beider Orte liegt Löss- und Keuperboden, der für Landwirtschaft bzw. Weinbau hervorragend geeignet ist. Die Bedeutung des Weinbaus für Stetten wird erstmals 1379 urkundlich dokumentiert:

Das Stettener Brotwasser ist eine der besten Riesling-Lagen des Landes. Seine Sandstein-Terrassen liegen direkt unterhalb der Ruine Y-Burg – da, wo im Remstal der Schnee als allererstes schmilzt. Der ungewöhnliche Lagename rührt von einer im ausgehenden 17. Jahrhundert in Stetten residierenden Hofdame her. Diese ersann eine List, um ihren Weinkonsum vor der höfischen Öffentlichkeit zu verbergen. Sie ließ sich einfach den Krug, der für das Brotwasser bestimmt war, mit Wein füllen. Und jedes Mal, wenn sie das trockene Brot in das vermeintliche Wasser tauchte, konnte sie – ohne dass es irgend jemandem auffiel – einen ordentlichen Schluck Wein zu sich nehmen. Da nun die Dienerschaft jener Dame stets in den Keller statt zum Brunnen lief, um den Krug aufs neue zu füllen, blieb die kleine List nicht sehr lange verborgen und ihr Lieblingswein bekam den Namen „Brotwasser“. (Quelle: Hofkammer-Kellerei)

siehe auch: Württemberg (Weinanbaugebiet) und Württemberger Weinstraße.

Durch die Industrialisierung zog auch die Industrie in beiden Ortsteilen ein. Rommelshausen war bei der Entwicklung der ortsansässigen Industrie bevorzugt, da es seit 1861 eine eigene Haltestelle der Bahnstrecke Stuttgart-Bad Cannstatt–Nördlingen hatte.

Verkehr mini|S-Bahn-Haltestelle Rommelshausen Nördlich von Rommelshausen zweigt die Bundesstraße 29 (nächste Anschlussstelle: Beinstein) von der Bundesstraße 14 (nächste Anschlussstelle: Fellbach Süd) ab.

Kernen ist durch die S-Bahn-Linie S2 (Schorndorf – Stuttgart – Flughafen – Filderstadt) an das Stuttgarter S-Bahn-Netz angeschlossen. Im Gemeindegebiet von Kernen befindet sich der Haltepunkt Rommelshausen (der Haltepunkt Stetten-Beinstein befindet sich auf Weinstädter Gemarkung).

Des Weiteren ist Kernen durch fünf reguläre Buslinien mit Esslingen am Neckar (X20), Weinstadt (219), Waiblingen (X20, 210, 211) und Fellbach (210, 212) verbunden. Diese werden durch die Firma Schlienz betrieben. Außerdem existiert noch eine Nachtbuslinie (N31), welche die Gemeinde nachts (an Wochenenden und Feiertagen) an die umliegenden Ortschaften anschließt.

Die Stadtteile untereinander sind mit dem Fahrrad über getrennte Wirtschaftswege entlang der Hauptstraßen verbunden. Innerorts bestehen an den meisten Hauptstraßen Schutzstreifen. Touristische Radrouten wie der Hohenzollern-RadwegHohenzollern Radweg auf einer Internetseite des Schwäbische Alb Tourismusverband e. V., abgerufen am 22. Mai 2025., der Remstal-RadwegDer Remstal-Radweg auf einer Internetseite des Remstal Tourismus e. V., abgerufen am 11. Juni 2025 oder der Württemberger WeinradwegWürttemberger Weinradweg auf einer Internetseite der Projektstelle Weinwege Württemberg, c/o Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg, abgerufen am 6. Mai 2025 verlaufen durch den Stadtteil Stetten.

Ansässige Unternehmen Heutzutage sind die größten Arbeitgeber die Diakonie Stetten und die Schetter Haustechnik GmbH. Im Ortsteil Stetten befindet sich das laut Gault-Millau am höchsten bewertete griechische Restaurant Deutschlands (2 Hauben, 16/20 Punkte, 1 Stern im Guide Michelin), betrieben von Joannis Malathounis.

Früher ansässige Unternehmen Die frühere Willy Rüsch AG in Rommelshausen gehört heute zur Teleflex Medical GmbH und hat ihren Sitz in Fellbach. Das Ahoj-Brausepulver der ehemaligen Robert Friedel GmbH (Frigeo) wird heute nicht mehr im Ortsteil Rommelshausen produziert.

Bildungseinrichtungen Kernen hat im Ortsteil Rommelshausen eine Grund- (Haldenschule) und eine Realschule (Rumoldrealschule). Im Ortsteil Stetten befindet sich eine Grundschule (Karl-Mauch-Schule). In Stetten wird von der Diakonie Stetten eine Schule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche betrieben. In die Theodor-Dierlamm-Schule gehen hauptsächlich Schwerstbehinderte, in die Schlossschule leichter behinderte Schüler.

Im Alter von 15 Jahren ist von Juni bis Oktober 1892 mit einer kurzen Unterbrechung der spätere Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse als sehr sensibler und geistig vielseitig begabter Jugendlicher durch seine Eltern zwangsweise der damaligen Nervenheilanstalt Stetten zugeführt worden. Er arbeitete im Garten mit und half beim Unterricht der geistig behinderten Kinder.

Die Volkshochschule Unteres Remstal e. V. sowie die Musikschule Unteres Remstal e. V. haben Zweigstellen in Kernen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke Die Yburg oberhalb des Tals Das Bädle im Ortskern von Stetten Der Gasthof zum Ochsen, die ehemalige Herberge der Herren von Stetten