Die juristische Fakultät der Universität Heidelberg ist eine der vier Gründungsfakultäten der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Sie wurde 1386 von Kurfürst Ruprecht I. von der Pfalz gegründet und ist damit die älteste juristische Fakultät in Deutschland. Vorlesungsbeginn an der Fakultät war am 22. Dezember 1386 mit der Eröffnungsvorlesung von Johann van de Noet. Die juristische Fakultät erreichte in den QS-World-University-Rankings 2026 den 80. Rang weltweit. Im Ranking der Wirtschaftswoche 2019 wurde die Fakultät auf Platz 2 geführt.Hochschulranking 2019: Deutschlands beste Unis für Jura, wiwo.de, 2019 (offline) leitet um auf: Jan Guldner: UNI-RANKING 2019: Alle Ergebnisse im Überblick, wiwo.de, 2. Mai 2019 (Paywall)

Wissenschaftliche Ausbildung Allgemeines Bis zum Wintersemester 2017/2018 konnte das Studium der Rechtswissenschaft mit dem Abschlussziel Staatsexamen zu jedem Semester an der Universität Heidelberg begonnen werden. Ab 2018 ist ein Studienbeginn nur noch zum Wintersemester möglich.

Die Lehre erfolgt in Vorlesungen, Arbeitsgemeinschaften, Moot Courts, Seminaren und Kolloquien. Das Studium folgt dem klassischen Aufbau einer rechtswissenschaftlichen Ausbildung. Während des Grund- und Hauptstudium müssen jeweils drei Scheine („kleine“ und „große“ Scheine) in den drei Hauptfächern (Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht) absolviert werden. Hierzu ist das Verfassen jeweils einer Hausarbeit und das Bestehen einer Klausur notwendig.

Darüber hinaus gibt es ein breites Angebot an Veranstaltungen zu den sogenannten Nebenfächern (u. a. Deutsche Rechtsgeschichte, Römische Rechtsgeschichte, Verfassungsgeschichte, Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsvergleichung, Methodenlehre).

Die Juristische Fakultät war im Sommersemester 2019 die für die Ausrichtung der „Akademischen Mittagspause“ in der Universitätskirche (Peterskirche) zuständige Fakultät. Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen und Diskussionen einem fachfremden Publikum in Kurzreferaten vorzustellen. Die während der Wochentage der Vorlesungszeit täglichen Vorträge standen unter dem Titel „RECHT VERSTEHEN, RECHT GESTALTEN - Herausforderungen des juristischen Denkens“ und sind ohne die anschließende Diskussion auf Youtube zu sehen.

Schwerpunktbereich Nach der Zwischenprüfung können die Studierenden einen von zwölf Schwerpunktbereichen wählen: Rechtsgeschichte und historische Rechtsvergleichung, Kriminalwissenschaften, Deutsches und europäisches Verwaltungsrecht, Arbeitsrecht und Sozialrecht, Steuerrecht, Unternehmensrecht, Wirtschaftsrecht und Europarecht, Zivilverfahrensrecht, Internationales Privat- und Verfahrensrecht, Völkerrecht, Medizin- und Gesundheitsrecht oder Europäisches und internationales Kapitalmarkt- und Finanzdienstleistungsrecht.Liste der Schwerpunktbereiche in Heidelberg

Examensvorbereitung (Uni-Repetitorium) Die Fakultät bietet ein eigenes Examensvorbereitungsprogramm, „HeidelPräp!“ an. Dieses soll eine kostenlose Alternative zu den von vielen Studierenden besuchten kommerziellen Repetitorien darstellen. Angeboten werden ein einjähriger Dozentenkurs der Professoren, Examenstutorien zur Fallübung, wöchentliche Probeklausuren und ein in jedem Semester stattfindendes Probeexamen mit schriftlicher und mündlicher Prüfung.

Thomas Lobinger und das Examensvorbereitungsprogramm „HeidelPräp!“ erhielten 2014 den vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der Hochschulrektorenkonferenz gestifteten Ars-legendi-Fakultätenpreis für Rechtswissenschaften.

Studienabschlüsse Neben dem grundständigen Jurastudium mit dem Abschlussziel Erste juristische Prüfung und verschiedenen Doktorandenprogrammen bietet die juristische Fakultät ein allgemeines Master-of-Laws-Programm (LL.M.) für im Ausland graduierte Juristen, einen Masterstudiengang in Unternehmensrestrukturierung sowie einen Masterstudiengang im Völkerrecht, der am Heidelberg Center for Latin America in Santiago de Chile durchgeführt wird. Die Fakultät führt außerdem die Max Planck Research School for Successful Dispute Resolution in International Law in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht durch. Seit dem Sommersemester 2017 verleiht die juristische Fakultät auf Antrag und auch rückwirkend den Titel Magister oder Magistra an die erfolgreichen Absolventen des Studiengangs Rechtswissenschaft.Ordnung zur Verleihung des Hochschulgrades „Magistra“ oder „Magister“ durch die Juristische Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

StudZR und studentische Initiativen An der Fakultät wurde 2004 gemeinsam von Studenten und Professoren die Studentische Zeitschrift für Rechtswissenschaft Heidelberg („StudZR“) gegründet. Dabei handelt es sich um eine rechtswissenschaftliche Zeitschrift mit Schwerpunkt auf Ausbildungs- und Fallliteratur. Die StudZR wird bis heute im Wesentlichen durch Studenten der Fakultät erstellt und ist die älteste studentische Law Review in Deutschland.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer studentischer Initiativen an der juristischen Fakultät: u. a. ELSA Heidelberg, ProBono Heidelberg, Phi delta Phi Heidelberg. mini|Alte Aula der Universität Heidelberg: Allegorie der juristischen Fakultät

Institute Institut für geschichtliche Rechtswissenschaft Institut für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und Insolvenzrecht Institut für ausländisches und internationales Privat- und Wirtschaftsrecht Institut für deutsches und europäisches Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht Institut für deutsches, europäisches und internationales Strafrecht und Strafprozessrecht Institut für Kriminologie Institut für Staatsrecht, Verfassungslehre und Rechtsphilosophie Institut für deutsches und europäisches Verwaltungsrecht Institut für Finanz- und Steuerrecht Gemeinsames Institut für deutsches, europäisches und internationales Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik der Universitäten Heidelberg und Mannheim (IMGB) Kooperationspartner: Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht Wissenschaftlich verbunden mit dem Deutschen Rechtswörterbuch der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Professoren Professuren Bürgerliches Recht Strafrecht Öffentliches Recht Christian Baldus Dieter Dölling Peter Axer Stefan J. Geibel Volker Haas Martin Borowski Christian Hattenhauer Frank Meyer Bernd Grzeszick Christian Heinze Jan C. Schuhr Wolfgang Kahl Christoph A. Kern   Hanno Kube Thomas Lobinger   Ute Mager Andreas Piekenbrock   Fruzsina Molnár-Gábor Thomas Pfeiffer   Ekkehart Reimer Markus Stoffels   Anja Seibert-Fohr Dirk A. Verse     Marc-Philippe Weller    

Frühere Professoren (Auswahl) mini|hochkant|Paul Kirchhof

Winfried Brugger † Heinrich von Cocceji † Karl Doehring † Werner F. Ebke Eva Graul † Ludwig Häsemeyer † Thomas Hillenkamp Peter Hommelhoff, ehemaliger Rektor der Universität Heidelberg, KPMG Gerrick von Hoyningen-Huene Othmar Jauernig † Erik Jayme † Paul Kirchhof Herbert Kronke Wilfried Küper † Karl Lackner † Adolf Laufs †, Rektor der Universität Heidelberg Heinz Leferenz † Olaf Miehe † Friedrich Müller Peter-Christian Müller-Graff Reinhard Mußgnug † Fritz Nicklisch † Samuel von Pufendorf † Eberhard Schmidt-Aßmann Hans Schneider † Helmut Steinberger † Johann Wolfgang Textor † Peter Ulmer †, Rektor der Universität Heidelberg Magnus von Wedderkop † Bernhard Windscheid † Rüdiger Wolfrum, ehemaliger Präsident des Internationalen Seegerichtshofs

Honorarprofessoren (Auswahl) Christian Duve Stephan Harbarth, Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Hellwig, Hengeler Mueller Burkhard Hess, Max Planck Institute Luxembourg for International, European and Regulatory Procedural Law Carl-Heinz Heuer, Feddersen, Heuer & Partner Bernd Heuermann, Vorsitzender Richter am Bundesfinanzhof Mark Lembke Claus Meissner, ehemaliger Präsident des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg Anne Peters, Direktorin des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht Gerald Rittershaus, Kanzlei Rittershaus Jörg Winter, Kirchenrechtler und ehemaliger Oberkirchenrat mini|Juristische Vorlesung im Hörsaal 13 der Universität Heidelberg (2004)

An der juristischen Fakultät studieren 2.803 Studierende, davon 2.317 mit dem Abschlussziel Erste juristische Prüfung. Daneben gibt es 241 Doktoranden und 101 Masterstudierende. Ungefähr zehn Prozent der Studierenden kommen aus dem Ausland. Im Jahr 2016 schlossen 434 Absolventen das Studium ab; es erfolgten 50 Promotionen und eine Habilitation.Universität Heidelberg, Jahresbericht 2016. Im Jahr 2016 nahm die Fakultät 658.000 Euro Drittmittel ein. Während in Deutschland üblicherweise circa 30 % der Kandidaten die Staatsprüfung (Staatliche Pflichtfachprüfung) nicht bestehen und nur circa zehn Prozent ein Prädikat erhalten, beträgt die Durchfallquote in Heidelberg maximal 25 %, die Quote der Prädikatsexamina circa 25 %.

Internationale Kooperationen Die juristische Fakultät unterhält Forschungskooperationen und Programme zum Studierendenaustausch mit ungefähr vierzig Partneruniversitäten. Gemeinsam mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Jagiellonen-Universität Krakau betreibt sie die „Schule des deutschen Rechts“ in Krakau und ist an der deutschsprachigen Andrássy Universität Budapest beteiligt. Seit Mitte der 1960er Jahre unterhält die Fakultät eine Partnerschaft mit der juristischen Fakultät der Universität Montpellier. Neben Programmen der Studierenden- und Dozentenmobilität finden gemeinsame Seminare statt.Montpellierseminar der juristischen Fakultäten der Universitäten Heidelberg und Montpellier. Seit 1976 existiert ein Austauschprogramm der Universität Heidelberg mit der Universität Cambridge. Es werden Jahres- und Sommerstipendien gewährt.Cambridgeaustausch. Das Studium des Schwerpunktbereichs „Europäisches und internationales Kapitalmarkt- und Finanzdienstleistungsrecht“ beinhaltet zwei Semester an der Universität Luxemburg. Im Rahmen eines Kooperationsabkommens mit der Pepperdine University besteht die Möglichkeit, ein Semester in Heidelberg und ein Semester in Pepperdine zu studieren, um den dortigen „LL.M. in Dispute Resolution“ zu erwerben.Pepperdine-LL.M. Auf Grund eines Kooperationsabkommens mit der Universität Freiburg (Schweiz) können Studierende den Doppelabschluss Legum Magister (LL.M.) im Deutschen und Europäischen Recht (Heidelberg) und den Master of Law (Freiburg, Schweiz) erwerben.Doppeldiplom Freiburg / Heidelberg. Das Projekt „HeiParisMax“ ist eine deutsch-französische akademische Partnerschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, einen grenzüberschreitenden Gedankenaustausch zwischen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu fördern und so der Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft Rechnung zu tragen. Auf deutscher Seite sind neben der Juristischen Fakultät der Universität Heidelberg das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, auf französischer Seite die Sorbonne und die Sciences Po Paris beteiligt.http://www.heiparismax.eu/de Das Institut für ausländisches und internationales Privat- und Wirtschaftsrecht ist maßgeblich an dem Graduiertenkolleg „International Max Planck Research School on Successful Dispute Resolution in International Law“ beteiligt.IMPRS-SDR International Max Planck Research School for Successful Dispute Resolution in International Law, Heidelberg / Luxembourg

Persönlichkeiten (Auswahl) Mit der Juristischen Fakultät der Universität Heidelberg ist eine Reihe von namhaften Persönlichkeiten verbunden, die an ihr studiert, geforscht oder gelehrt haben. Eine ausführliche Liste dieser Personen findet sich unter Liste berühmter Persönlichkeiten der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. mini|hochkant|Anton Friedrich Justus Thibaut mini|hochkant|Gustav Radbruch

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