mini|hochkant=1.2|Blick von der Burg auf die Stadt mini|hochkant=1.2|Die zentrale Promenade geht entlang der Ljubljanica, über die mehr als ein Dutzend Brücken führen. Ljubljana ( slowenisch [], umgangssprachlich [], , ) ist die Hauptstadt Sloweniens und mit 288.382 Einwohnern (2024) zugleich bevölkerungsreichste Gemeinde des Landes.

Die Stadt ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Sloweniens. Ljubljana ist Sitz des gleichnamigen römisch-katholischen Erzbistums und seit 1919 Universitätsstadt.

Die Stadt Ljubljana bildet gemeinsam mit einigen kleineren umliegenden Siedlungen die Stadtgemeinde Ljubljana (slowenisch Mestna občina Ljubljana, abgekürzt MOL).

Name der Stadt Für die Herkunft des slowenischen Namens der Stadt gibt es mehrere Erklärungen: nach der einen, wohl volksetymologischen Erklärung, kommt er vom slowenischen ljubljena („geliebte Stadt“), nach der anderen von dem lateinischen Flussnamen Aluviana. Der Stadtname wurde in dieser Form zum ersten Mal 1146 als Luwigana erwähnt.Peter Štih: The Middle Ages between the Eastern Alps and the Northern Adriatic. Leiden 2010, ISBN 978-90-04-18770-2, S. 431, 447 ().

Im deutschsprachigen Raum hat sich neben dem Namen Ljubljana auch der historische deutsche, ursprünglich wohl wie der gleichlautende Flussname aus dem SlawischenJohann Jakob Egli: Nomina geographica. Sprach- und Sacherklärung von 42000 geographischen Namen aller Erdräume. 2., vermehrte und verbesserte Auflage. Friedrich Brandstetter, Leipzig 1893, , S. 521 f. (). Nachdruck: Olms, Hildesheim/New York 1973, ISBN 3-487-04571-0. abgeleitete Name Laibach gehalten, der heute vor allem in Österreich gebräuchlich ist. In der österreichischenÖsterreichische Botschaft Laibach. In: bmeia.gv.at, abgerufen am 4. Juli 2022. Diplomatie wird die Stadt amtlich Laibach bezeichnet. Der deutsche Name der Stadt wurde zum ersten Mal 1112–1125 als Leibach erwähnt. Diese Form ist auch gleichzeitig die älteste bekannte Erwähnung der Stadt.Peter Štih: The Middle Ages between the Eastern Alps and the Northern Adriatic. Leiden 2010, ISBN 978-90-04-18770-2, S. 284 ().

Geschichte + Politische Zugehörigkeit Ljubljanas seit 1144 Staat Verwaltungseinheit Zugehörigkeit Heiliges Römisches Reich Markgrafschaft Krain (ab 1278 habsburgisch) 1144–1364 Herzogtum Krain (1379/1411–1457 und 1564–1619 Innerösterreich) 1364–1804 Österreich Herzogtum Krain 1804–1809 Frankreich Illyrische Provinzen 1809–1813 Österreich Illyrische Provinzen von Österreich besetzt. 1813–1816 Königreich Illyrien 1816–1849 Herzogtum Krain 1849–1867 Österreich-Ungarn Herzogtum Krain (Cisleithanien) 1867–1918 SHS-Staat/Jugoslawien Provinz Slowenien 1918–1922 Oblast Ljubljana 1922–1929 Banschaft Drau 1929–1941 Italien Provinz Laibach 1941–1943 Deutsches Reich Provinz Laibach formell italienisch, de facto unter deutscher Kontrolle (OAK). 1943–1945 Jugoslawien Volksrepublik Slowenien 1945–1963 Sozialist. Rep. Slowenien 1963–1990 Republik Slowenien 1990–1991 Slowenien Stadtgemeinde Ljubljana seit 1991

Vorgeschichte Von 3600 bis 3100 v. Chr. finden sich die frühesten Seebehausungen (Pfahlbauten) im Laibacher Moor.

Zwischen 1000 und 700 v. Chr. existierten erste illyrische und venetische Siedlungen und um 400 v. Chr. folgte die Periode der Kelten.

Als erster mythischer Bewohner gilt Iason (siehe den Abschnitt Wappen).

Römisches Reich Im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde von den Römern eine militärische Festung an der Stelle des heutigen Ljubljana errichtet und im Jahr 14 die römische Siedlung Emona oder Aemona (Colonia Aemona Iulia tribu Claudia) angelegt. Administrativ gehörte diese Stadt während der Antike zu Italien. Sie befand sich zwar an der Stelle des heutigen Ljubljana, ging jedoch in der Völkerwanderung unter und ist daher nur eine Vorgängersiedlung der heutigen Stadt, deren Straße Emonska cesta den Namen bewahrt.

Völkerwanderung und Fränkisches Reich Um 600 wanderten slawische Stämme in das Gebiet, gefolgt von einem Niedergang Emonas. Um 800 fiel das Gebiet von Laibach unter die Herrschaft der Franken.

Heiliges Römisches Reich Die Stadt vor dem 13. Jahrhundert mini|In dieser Urkunde des Patriarchen von Aquileia von 1146 erscheint ein „Wodolricus de Luwigana“, womit zum ersten Mal der Name der späteren Stadt genannt wird. Im Ostfränkischen und später Heiligen Römischen Reich gehörte das Gebiet um Ljubljana zur Mark Krain. Der Zeitraum zwischen 1112 und 1125 ist die Entstehungszeit der ersten schriftlichen Aufzeichnungen von Laibach. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahr 1144. Die von den Spanheimern gegründete Siedlung wurde um 1220 erstmals Stadt genannt, 1243 sind ihr Marktrecht und ihre Stadtmauer aktenkundig, 1280 wurden die Einwohner (Bürger) genannt.Miha Kosi (Laibach): Stadtgründung und Stadtwerdung. Probleme und Beispiele aus dem slowenischen Raum. In: Pro Civitate Austriae. Informationen zur Stadtgeschichtsforschung in Österreich. Hrsg. von Österreichischer Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung und Verein für Geschichte der Stadt Wien. Neue Folge, Heft 14, Linz 2009, , S. 7.

1270 wurde Laibach von dem böhmischen König Přemysl Ottokar II. erobert, der sich zuvor nach dem Aussterben der Babenberger im Mannesstamm, 1246, deren österreichisches Herrschaftsgebiet untertan gemacht hatte.

Habsburgische Herrschaft, Reformation und Gegenreformation alt=|mini|Slowenische Philharmonie, gegründet 1701 1278 ging Laibach nach der Niederlage des Königs Ottokar II. gegen Rudolf von Habsburg in den Besitz der Habsburger über.

1335 wurde Laibach unter den Habsburgern Hauptstadt des zum Heiligen Römischen Reich zählenden Herzogtums Krain. Im Jahr 1415 widerstand Laibach einer türkischen Invasion.

Im Jahr 1461 wurde die Diözese Laibach gegründet (siehe auch: Liste der Bischöfe von Ljubljana) und die Kirche St. Nikolaus wurde zur Kathedrale. 1504 fand die Wahl des ersten Bürgermeisters statt. 1511 erlebte Laibach sein erstes großes Erdbeben.

Die erste reformatorische Predigt wurde spätestens 1523 gehalten. Gefördert durch die Krainer Landstände errichteten Protestanten im Jahr 1536 eine professionelle Lateinschule im Range eines Gymnasiums. Prägend für die reformatorische Entwicklung war neben dem Humanismus vor allem der slowenische Reformator Primož Trubar (Primus Truber, 1508–1586) durch seine in slowenischer Sprache gehaltenen reformatorischen Predigten. Mit seinem umfangreichen, slowenisch abgefassten Schriftwerk gilt er als Begründer der slowenischen Schriftsprache. 2016 wurde Ljubljana durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ verliehen.Reformationsstadt Ljubljana. Slowenischer Luther. In: reformation-cities.org, abgerufen am 16. Oktober 2017. In: r2017.org, abgerufen am 16. Oktober 2017.

Nachdem 1597 die Jesuiten in Laibach eintrafen, die zwei Jahre später ihr eigenes Gymnasium errichteten, kam die Reformation Trubars in Slowenien im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts an ihr Ende. Mit der Gegenreformation wurde das Kirchen- und Schulministerium in Laibach geschlossen, evangelische Prediger wurden ausgewiesen, eine Religions-Reformationskommission wurde eingerichtet und der konversionsunwillige Adel des Landes verwiesen. Zu evangelischen Gemeindeneugründungen kam es – ermöglicht durch das Toleranzpatent Josephs II. von 1781 – in Laibach in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Seit 1945 existiert die Slowenische Kirche A.B. (Augsburger Bekenntnisses).

1693 erfolgte die Gründung der Academia Operosum, einer Vereinigung der angesehensten Gelehrten, und 1701 die Gründung der Academia Philharmonicorum.

1754 lag die Bevölkerungszahl der Stadt bei 9.300 Einwohnern. 1773 bis 1781 wurden der Gruberkanal (Gruberjev kanal) und der Gruber-Palast (Gruberjeva palača) erbaut. 1797 wurde die erste Tageszeitung von Slowenien herausgegeben. mini|Plan von Laibach aus dem Jahr 1745

Kaisertum Österreich mini|hochkant=0.5|Briefmarke der österreichischen Wappenausgabe 1850 mit Ortsstempel von Laibach

1804 wurde Laibach Teil des neu proklamierten Kaisertums Österreich. Nach dem Frieden von Schönbrunn musste die Stadt mit dem Umland an das napoleonische Frankreich abgetreten werden, und die Stadt wurde unter dem Namen Laybach 1809 bis 1813 Hauptstadt der Illyrischen Provinzen Frankreichs. 1814/15 kehrte sie mit dem Wiener Kongress wieder zu Österreich zurück.

1810 erfolgte die Gründung des Botanischen Gartens. 1821 fand auf Einladung von Kaiser Franz I. der Laibacher Kongress der Heiligen Allianz statt. Am 4. Oktober 1831 konnte der Präsident der Landwirtschaftlichen Gesellschaft für Krain, Franz von Hohenwart, in Laibach im Beisein des Landesgouverneurs Joseph Camillo von Schmidburg das Landesmuseum eröffnen.Franz von Hochenwart (Hrsg.): Die Eröffnung des Landes-Museums in Laibach, wie selbe … den 4. Oktober 1831 abgehalten wurde. Kleinmayr, Laibach 1832 ().

Im Jahr 1849 wurde die Eisenbahnverbindung Laibach–Wien, die österreichische Südbahn, erbaut und 1857 als Verlängerung die Verbindung Laibach–Triest.

Im Jahr 1861 erfolgte die Einführung der öffentlichen Gasbeleuchtung und 1890 der Bau der öffentlichen Wasserversorgung. Nach einem verheerenden Erdbeben verpflichtete sich Laibach 1895 zu einem modernen Aussehen. 1898 wurde die öffentliche elektrische Beleuchtung eingeführt. Drei Jahre später, 1901, folgte die Einführung der elektrischen Straßenbahn in Laibach.

Im Jahr 1900 hatte Laibach inklusive Garnison 36.547 Einwohner. Davon waren 29.733 slowenisch- (81 %) und 5.423 deutschsprachig (15 %).Special-Orts-Repertorien der im Oesterreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Hrsg. von K.K. Statistische Central-Commission. Band VI: Krain, Hölder, Wien 1883, , S. 2.

Vor dem Ersten Weltkrieg war Laibach österreichisch-ungarische Garnisonstadt. Im Jahre 1914 waren hier ganz oder in Teilen stationiert: der Stab der k. u. k. 28. Infanterie Truppen Division, das k.u.k. Krainische Infanterie-Regiment Nr. 17, das k.u.k. Steirische Infanterie-Regiment Nr. 27, das k.k. Landwehr Infanterie-Regiment Nr. 27 und das k.u.k. Feldkanonen Regiment Nr. 7. Die strategischen Entscheidungen für die Italienfront, insbesondere für die Isonzofront, wurden vom Armeekommando in Laibach getroffen, wo unter anderen Feldmarschall Boroević und der spätere österreichische Bundespräsident Körner tätig waren.

Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen und Königreich Jugoslawien Ende Oktober 1918 wurde Ljubljana Teil des neu gegründeten Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. 1919 erfolgte die Gründung der Universität von Ljubljana. 1929 wurde Ljubljana Hauptstadt der Banschaft Drau (Dravska banovina) im Königreich Jugoslawien.

Italienische Annexion und deutsche Besetzung Nach dem Überfall auf Jugoslawien im Zweiten Weltkrieg wurde am 3. Mai 1941 Ljubljana mit dem ehemaligen jugoslawischen General Leon Rupnik als Bürgermeister unter der Bezeichnung Lubiana Hauptstadt der italienischen Provincia di Lubiana. Italien hatte das Gebiet annektiert. Der Großteil der Laibacher Deutschen, das waren rund 2.400 Personen, wurde im Winter 1941/42 auf Grund eines Abkommens zwischen Adolf Hitler und Benito Mussolini ins Großdeutsche Reich umgesiedelt, mehrheitlich in die Oberkrain und die Untersteiermark.Michael Portmann: Kommunistische Abrechnung mit Kriegsverbrechern, Kollaborateuren, „Volksfeinden“ und „Verrätern“ in Jugoslawien während des Zweiten Weltkriegs und unmittelbar danach (1943–1950). Diplomarbeit. GRIN Verlag, Wien 2002, ISBN 3-638-70864-0, S. 20; 2. Auflage 2007, ISBN 978-3-638-70864-7.