mini|hochkant=1.2|Gurkha-Soldaten 1815 Gurkhas sind nepalesische Soldaten im Dienst der British Army und der indischen Streitkräfte, in denen sie eigene Verbände und Einheiten bilden. Die Armee von Brunei verfügt mit der „Gurkha Reserve Unit“ ebenso wie die Polizei von Singapur mit dem „Gurkha Contingent“ über Gurkhas.
Die Briten und Singapurer rekrutieren ihre Gurkhas gemeinsam, hauptsächlich aus Bergvölkern tibetobirmanischer Herkunft (Gurung, Magar, Tamang, Limbu, Rai). Die Inder nehmen auch andere Nepali-Ethnien auf.
Geschichte mini|Khas Thakuri (Rajput) König Prithvi Narayan Shah des Königreichs Gorkha, Gründer und Einiger des modernen Königreichs Nepal. Großbritannien erhielt durch den Protektoratsvertrag von 1816 mit dem Königreich Gorkha (heutiges Nepal) das Recht, für die Armee der Britische Ostindien-Kompanie und später die Britisch-Indische Armee Nepali-Söldner zu rekrutieren. Hieraus leitet sich die englische Bezeichnung „Gurkhas“ ab.Origins of the Legendary Gurkha Die Gurkhas galten als zäh und genügsam und kämpften in vielen Teilen des Empire, im Ersten Weltkrieg z. B. auch in den Schützengräben der Champagne.
In der folgenden Zeit kämpften Gurkhakrieger im Dienste des Vereinigten Königreiches in jedem britischen Krieg. Mit der Zeit entstanden zehn stehende Gurkha-Regimenter mit jeweils zwei Bataillonen, die zum größten Teil in Indien stationiert waren. Die meisten dieser Gurkha stammten von den Stämmen der Magar und Gurung, es gab aber auch Sunuwars und Rais aus dem Osten Nepals und aus Khasa im Westen. Für die jeweiligen Kriege wurden die benötigten Kontingente von diesen Gurkha-Truppen abgezogen und in das Kriegsgebiet entsandt, beispielsweise 1903, als Gurkha-Einheiten in Somalia eingesetzt wurden.
Einsatz in den Weltkriegen mini|Gurkha-Soldaten (24. Juli 1896) Als der Erste Weltkrieg ausbrach, konnte eine schnelle und umfassende Heeresvermehrung der Briten nur über die Kolonialarmeen erfolgen. Zum ersten Mal nach dem Sepoy-Aufstand wurden wieder größere Zahlen von Gurkhas rekrutiert. Am Ende des Krieges kämpften 114.000 Gurkhas und damit fast die gesamte kriegstaugliche männliche Bevölkerung auf der Seite des Vereinigten Königreichs. Vor allem wurden diese gegen die Osmanen eingesetzt, kämpften aber auch an der Westfront in Frankreich und an abgelegenen Fronten wie Afghanistan, wo in der Folge des Krieges Aufstände ausbrachen, für deren Niederschlagung die Briten keine sonstigen Truppen erübrigen konnten.
Besonders zeichneten sich die 8. Gurkha Rifles in Flandern aus, die gegen eine überlegene deutsche Division kämpften und deren Offensive im Alleingang aufhielten. Dabei wurde der Verband jedoch aufgerieben, da sich niemand ergab und es auch keine Desertion gab. Die 6. Gurkha Rifles waren der einzige alliierte Verband, der es bei Gallipoli schaffte, in die türkischen Linien auf den Hügeln einzubrechen und einen dieser Hügel auch gegen massivste türkische Gegenangriffe zu halten.
Zwei Gurkhas erhielten im Ersten Weltkrieg das Victoria-Kreuz: Kulbir Thapa im November 1915 für einen Einsatz in Frankreich und Karnabahadur Rana im Juni 1918 für einen Einsatz in Ägypten.
In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg hielten die Gurkha-Truppen an vielen Stellen des britischen Empire dessen Herrschaft aufrecht, da das Vereinigte Königreich durch den vorangegangenen Krieg sehr geschwächt war und man wieder nur eine geringe Truppenstärke aus Berufssoldaten unterhielt.
Während des Zweiten Weltkrieges stieg die Zahl der eingesetzten Gurkha-Soldaten auf 250.000 an, es wurden insgesamt 45 Bataillone aufgestellt, die vor allem gegen Japan zum Einsatz kamen. Bei ihren Einsätzen in Burma und Malaysia zeigte sich, dass die Gurkhas hervorragende Dschungelkämpfer waren. Sie waren unter anderem in Nordafrika, Italien, Malaya und bei den Chindits in Birma im Einsatz. Die Gurkhas kamen auch in Afrika, Tunesien, Griechenland und Italien zum Einsatz, wo sie sich mehrmals gegen deutsche Eliteverbände bewährten. Am bekanntesten ist dabei die Schlacht um Monte Cassino, wo die Briten im Wissen um die Präsenz deutscher Fallschirmjäger die Gurkhas an die Spitze stellten. Zehn Gurkhas wurden mit dem Victoria-Kreuz ausgezeichnet.
Einsätze nach 1945 Bei der Teilung Indiens und seiner Unabhängigkeit wurden die noch bestehenden Gurkhaverbände zwischen Indien und dem Vereinigten Königreich aufgeteilt. Dabei erhielten die Briten mit dem 2., dem 6., dem 7. und dem 10. Regiment vier Gurkha-Regimenter mit jeweils zwei Bataillonen. Diese tragen jeweils den Namen Gurkha Rifles. Dazu gibt es Unterstützungseinheiten, wie eigene Fernmelder und Transporteinheiten. Die von der Indischen Armee übernommenen sechs Gurkha-Regimenter (umbenannt in Gorkhas) kämpften bald gegen Pakistan im Kaschmir-Konflikt und bewährten sich auch dort. Auch im Indisch-Chinesischen Grenzkrieg standen die Gurkhas auf indischer Seite. Heute dienen ca. 40.000 Nepali in Gorkha-Einheiten der indischen Armee.
Auf der britischen Seite kämpften die Gurkhas in den Kolonialkriegen, die auf den Zweiten Weltkrieg folgten, da sie sich als Dschungelkämpfer bewährt hatten. Alle Verbände kämpften in Brunei, Indonesien, in Malaysia und Sarawak. Gurkhas wurden auch erstmals als Blauhelme im Zypernkonflikt eingesetzt, wenn auch nur in geringer Anzahl. Bei den Kämpfen um Sarawak wurde dem Gurkha Ram Bahadur Limbu das 13. Victoria-Kreuz für die Gurkhas in einem Jahrhundert verliehen. Nach dem Zerfall des britischen Weltreichs wurden die zweiten Bataillone der Regimenter nach und nach aufgelöst:
am 19. September 1968 das 2. Bataillon, 10th Princess Mary’s Own Gurkha Rifles am 16. Juni 1969 das 2. Bataillon, 6th Queen Elizabeth’s Own Gurkha Rifles am 31. Juli 1970 das 2. Bataillon, 7th Duke of Edinburgh’s Own Gurkha Rifles am 14. September 1992 das 2. Bataillon, 2nd King Edward VII’s Own Gurkha Rifles
Am 1. Juli 1994 wurden die vier Regimenter zum Royal Gurkha Rifles Regiment fusioniert. Am selben Tag fusionierten das 1. Bataillon, 2nd King Edward VII’s Own Gurkha Rifles mit dem 1. Bataillon, 6th Queen Elizabeth’s Own Gurkha Rifles zum 1. Bataillon, Royal Gurkha Rifles. Das 1. Bataillon, 7th Duke of Edinburgh’s Own Gurkha Rifles wurde zum 2. Bataillon, Royal Gurkha Rifles und das 1. Bataillon 10th Princess Mary’s Own Gurkha Rifles zum 3. Bataillon, Royal Gurkha Rifles. Das 3. Bataillon wurde am 26. November 1996 mit dem 2. Bataillon fusioniert.
Nach der Übergabe Hongkongs wurde ein Gurkha-Bataillon in Aldershot in England stationiert und als Fallschirmjägereinheit ausgebildet und verstärkt die 16 Air Assault Brigade, während das andere alternierend in Brunei stationiert ist.
Nach dem Falklandkrieg kam im Vereinigten Königreich die Diskussion auf, ob man sich diese Relikte aus der Vergangenheit überhaupt noch weiter leisten sollte. Schließlich sei ja die Hauptaufgabe der Friedenseinsatz und die Gurkhas seien von ihrer Einstellung und ihren Fähigkeiten her einfach nicht mehr modern. Außerdem verursachten sie zusätzliche Kosten, während man umgekehrt genug eigene britische Truppen für alle Aufgaben hätte. Die Diskussion kam wieder bei der Übergabe der Kronkolonie Hongkong auf, womit nach Meinung vieler Briten die Gurkhas ihre Existenzberechtigung verloren hätten und die Gurkha Fieldforce abziehen musste. Im folgenden Zweiten Golfkrieg kamen die Gurkhas jedoch erstmals seit dem Falklandkrieg wieder zum Einsatz, hatten aber kaum Feindberührung.
Gurkhas wurden in kleinen Gruppen auch in Bosnien eingesetzt sowie zeitweilig im Kosovo und in Osttimor. Man versprach sich durch sie eine enorme Kampfverstärkung. Im Dritten Golfkrieg kam es wieder zu einem größeren Einsatz für die Gurkhas, aber wieder wurden nicht alle Einheiten eingesetzt, und abgesehen von einigen kleineren Scharmützeln und Schießereien waren sie in wenige Gefechte verwickelt, was auch mit der relativ ruhigeren Lage im „britischen Teil“ des Iraks zusammenhing.
Jüngste Entwicklungen mini|hochkant|Gurkhas der Polizei von Singapur 1995 wurden einige Kompanien des Regiments The Royal Gurkha Rifles (RGR) als Teil der IFOR in Bosnien eingesetzt, unterstützt von Einheiten der Queen's Gurkha Signals (Fernmelder) und des Queen's Gurkha Transport Regiment.
mini|hochkant|Gurkhas in Diensten der indischen Armee während der Ausbildung (2008) Wie bei allen Einheiten Europas stieg auch bei den Gurkhas der Anteil in Unterstützungstruppen immer weiter an, während die Kampftruppen zurückgefahren wurden. Ab 1990 hatte die Britische Armee ein zunehmendes Rekrutierungsproblem für britische Verbände, während bei den Gurkhas zu viele Bewerber vorhanden waren. Daher wurden verschiedene Kompanien aus dem Royal Gurkha Rifles Regiment herausgelöst und anderen britischen Verbänden unterstellt, um deren Sollstärke und Kampfkraft aufrechtzuerhalten. Kompanieweise dienen Gurkhas beim 1. Bataillon The Royal Scots, dem 1. Bataillon The Princess of Wales Royal Regiment (1 PWRR) und dem 2. Bataillon des The Parachute Regiment (2 PARA). Zusätzlich wurden 1994/95 im Infantry Training Centre in Wales zwei weitere Kompanien aufgestellt, die als Übungsgegner an der Royal Military Academy Sandhurst und an der Infantry Battle School in Brecon agieren, und dafür die Kampftruppen weiter abgebaut.
1995 waren 4.100 Gurkhas zusammen mit 1.600 britischen Soldaten in Hongkong stationiert. 1997 wurden große Teile des 1 PWRR in Zaire eingesetzt und mit ihnen auch die angegliederten Gurkhas. 1998 waren die Gurkhas des Royal Gurkhas Rifles Regiment wieder in Bosnien aktiv. 1999 waren Teile des 1. Bataillon der Royal Gurkha Rifles und die Airborne Gurkhas mit die ersten britischen Truppen im Kosovo. Die 5th Airborne Brigade hatte dabei eine diffizile Operation zu bewältigen, sie sollte einen Flugplatz sichern, auf dem wenige Minuten zuvor russische Fallschirmjäger gelandet waren. Es kam in der Folge fast zu einer Auseinandersetzung zwischen den Gurkhas und den Russen.
Derweilen wurde das 2. Bataillon der Royal Gurkha Rifles von Brunei aus nach Osttimor verbracht und operierte dort unter australischem Kommando.
Im Jahr 2000 war die C Kompanie der 2 PARA, die man für diesen Einsatz an das 1. Bataillon The Parachute Regiment angliederte, in Sierra Leone und dort die erste britische Truppe in Freetown und Speerspitze der Operation. Die Gurkhas drängten dabei mit enormen Tempo vorwärts. Anfänglich zielte die Operation nur auf die Evakuierung von Zivilisten aus einem Kriegsgebiet (Non-combatant Evacuation Operation). Die Erfolge der Gurkhakompanie und die allgemeine Lage machten dann daraus eine Peace Support Operation.
Am 6. Juni 2000 hielt das gesamte 1. Bataillon des Royal Gurkha Rifles Regiment eine Parade vor dem Prince of Wales ab. Das Bataillon wurde danach von Church Crookham nach Shorncliffe in Kent verlegt. Derweil wurden die Gurkhas auf dem Balkan durch zwei Kompanien, die an 1 PWRR und The Royal Scots angegliedert sind, abgelöst. Im folgenden Jahr wechselte das 1. Bataillon das 2. Bataillon in Brunei ab, während dieses nach Shorncliffe verlegte. Bei diesem Wechsel wurde ein umfangreiches Manöver in Belize unternommen. Im Jahr 2001 war dann die C Kompanie (die am häufigsten eingesetzte Gurkha Kompanie überhaupt) in Mazedonien als Teil der „Task Force Harvest“ eingesetzt. Im Dezember 2001 ging dann die C Kompanie mit dem 2. Bataillon The Parachute Regiment nach Afghanistan ab. Im Frühjahr 2002 war sie unter den ersten Truppen, die Kabul erreichten.
Im Februar 2003 wurden Teile des Queen's Own Gurkha Logistic Regiment, der Queen's Gurkha Signals und der Queen's Gurkha Engineers im Nahen Osten stationiert, um dort mit den anderen Truppen militärisches Drohpotential gegen Saddam Hussein zu bewirken. Die entsprechenden Gurkha Kampftruppen zogen dann mit dem 1. Bataillon Royal Irish Regiment und als Teil der 16. Air Assault Brigade mit an den Golf und nahmen mit diesen Einheiten dann auch am später folgenden Krieg teil.