In den folgenden Tabellen werden die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Schenefeld (Kreis Pinneberg) aufgelistet.

Geschichte Die erste Gemeindevertretung wurde nach den Regularien des am 11. August 1875 verabschiedeten Ortstatutes gewählt, welche die bisherige Versammlung aller stimmberechtigten Gemeindemitglieder – in Schenefeld damals 50 von 724 Einwohnern – ersetzte. Neben dem Besitzer des Hofes Friedrichshulde, der automatisch als ständiges Mitglied der Gemeindevertretung angehörte, wurden die Wahlberechtigten nach den von ihnen entrichteten Staatssteuern in drei Abteilungen (meist inkorrekt als Klassen bezeichnet) eingeteilt und wählten weitere 6 (je 2 pro Abteilung) Gemeindeverordnete. Das Ergebnis der ersten Wahl ist nicht mehr zu rekonstruieren. Erst ab 1893 sind die Wahlergebnisse bruchstückhaft überliefert.

Am 10. Mai 1893 wurde das Statut geändert, so dass die Gemeindevertretung nun aus dem Gemeindevorsteher und seinem Stellvertreter sowie 9 weiteren (je 3 pro Abteilung) Mitgliedern bestand.

Am 31. März 1911 trat zum ersten Mal mit einem Mitglied der SPD der Vertreter einer Partei zur Wahl um ein Mandat in der Gemeindevertretung an.

Mit dem Ende des Kaiserreichs und der Ausrufung der Republik 1918 änderte sich auch das Wahlrecht grundlegend. Die Mitglieder der Gemeindevertretung wurden nun in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt. Auch Frauen und Soldaten erhielten das Wahlrecht. Die Wahl von Personen wurde durch die Abstimmung für eine Parteiliste ersetzt.

Am 4. Februar 1933 ordnete Hermann Göring als kommissarischer preußischer Innenminister die zwangsweise Auflösung sämtlicher Gemeindevertretungen Preußens zum 8. Februar an und ordnete Neuwahlen für den 12. März an. Gleichzeitig wurden Gemeindeorgane reichsweit unter Gewaltandrohung aufgelöst. Das nicht parlamentarisch zustande gekommene Preußische Gemeindeverfassungsgesetz vom 15. Dezember 1933 vereinheitlichte – „bis ein Reichsgesetz demnächst eine grundlegende Reform der Gemeindeverfassung für das ganze Reich durchführt“ – das bis dahin in Preußen geltende unterschiedliche Kommunalrecht zum 1. Januar 1934 nach nationalsozialistischen Grundsätzen.

Die Deutsche Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 schuf eine zentralistische Regelung, die im gesamten Deutschen Reich galt und demokratische Elemente wie die Wahlen oder Abstimmungen im Gemeinderat abschaffte und die Stellung der NSDAP fest verankerte. Im Sinne der Einheit zwischen Partei und Staat leitete bei der Berufung und Abberufung des Bürgermeisters der Kreisleiter der NSDAP das Verfahren. Nach Beratung mit den Gemeinderäten schlug er dem Landrat des Kreises Pinneberg drei Bewerber vor. Die Position sollte ehrenamtlich für sechs Jahre besetzt werden. Zur Vertretung des Bürgermeisters standen diesem ebenfalls berufene Beigeordnete zur Seite, welche „die dauernde Fühlung der Verwaltung der Gemeinde mit allen Schichten der Bürgerschaft zu sichern“ hatten. Frauen waren nicht mehr zugelassen. Ihre Berufung erfolgte auf 6 Jahre durch den Beauftragten der NSDAP im Benehmen mit dem Bürgermeister. Dabei war auf nationale Zuverlässigkeit, Eignung und Leumund zu achten.

Am 4. Dezember 1945 wurde von der Britischen Militärregierung ein Bürgermeister eingesetzt und eine Gemeindevertretung mit 17 Mitgliedern ernannt.

Seit 1948 werden die Gemeindevertretungen nach den Vorgaben der Schleswig-Holsteinischen Gemeindeordnung und dem Gemeinde- und Kreiswahlgesetz gewählt.

Die durchgehende Konstante in der Schenefelder Parteienlandschaft stellt die SPD dar, die seit 1911 an allen demokratisch legitimierten Wahlen teilgenommen hat. Das bürgerliche Lager hatte sich bereits in der Zeit der Weimarer Republik unter wechselnden Bezeichnungen immer wieder von Wahl zu Wahl neu konstituiert und in der Endphase vor 1933 mit der aufkommenden NS-Bewegung zusammengeschlossen. So verhinderte die Bildung einer Nationalen Einheitsliste zur Kommunalwahl 1933 eine eigenständige Kandidatur der NSDAP. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich dieses Muster fort und unter bemerkenswerten personellen Kontinuitäten gruppierten sich bis 1966 zu jeder Wahl neue Parteien und spiegelten in kleinem Rahmen die wechselvolle Parteiengeschichte in Schleswig-Holstein wider. Erst durch die Neugründung der Schenefelder CDU im Jahre 1964 kam es auf diesem Gebiet zu einer dauerhaften Stetigkeit.

Zum 1. Juli 1972 wurden Schenefeld durch das Innenministerium Schleswig-Holstein die Stadtrechte verliehen. An diesem Tag konstituierte sich die bisherige Gemeindevertretung als Ratsversammlung neu.

1994 kam es durch die Gründung der STATT-Partei und 2003 durch die Schill-Partei zu einem Überschwappen von Parteigründungen in Hamburg nach Schenefeld.

Parteien und Wählergemeinschaften seit 1946 BfB: Wählergemeinschaft Bürger für Bürger * teilgenommen: 2013, 2018, 2023 B’90/Grüne: Bündnis 90/Die Grünen * 1986 bis 2003: GASCH = Grüne Alternative Schenefeld * ab 2013: Bündnis 90/Die Grünen CDU: Christlich Demokratische Union Deutschlands * teilgenommen: 1946, 1948, seit 1966 DW: Deutscher Wahlblock * 1951 gemeinsame Liste von CDU, FDP und DP (Deutsche Partei) FDP: Freie Demokratische Partei * teilgenommen: 1946, 1959, seit 1966 FWS: Freie Wählervereinigung Schenefeld * teilgenommen: 1966 und 1970 GPD = Gesamtdeutsche Partei * 1951: BHE = Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten * 1955: Gesamtdeutscher Block-BHE * 1959: GB/BHE = Gesamtdeutscher Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten * 1962: GDP (BHE/DP) = Gesamtdeutsche Partei * 1966: GPD = Gesamtdeutsche Partei KPD: Kommunistische Partei Deutschlands * teilgenommen: 1933, 1946 bis 1955 OfS: Offensive für Schenefeld * 2003: Partei Rechtsstaatlicher Offensive/PRO-Schill * 2008 bis 2018: OfS: Offensive für Schenefeld Sch.B.B.: Schenefelder Bürgerblock * teilgenommen: 1974 SHW: Schleswig-Holsteinische Wählervereinigung * teilgenommen: 1951 SPD: Sozialdemokratische Partei Deutschlands * teilgenommen: seit 1911 STATT-Partei: STATT Partei * teilgenommen: 1994, 1998, 2003 SW: Schenefelder Wählergemeinschaft * teilgenommen: 1962 SWB: Schenefelder Wahlblock * 1955 Zusammenschluss von CDU, FDP, Gesamtdeutscher Block-BHE und SHB (Schleswig/Holstein Block)

Mandate (seit 1946) alle bei den jeweiligen Kommunalwahlen erworbenen Mandate spätere Verschiebungen und Übertritte während der Wahlperiode sind nicht berücksichtigt

Fettdruck = stärkste Partei bei der jeweiligen Wahl

ParteiGesamt19461948195119551959196219661970197419781982198619901994199820032008201320182023SPD18710849989139111112121212911978 CDU 15916DWSWB 101214121411109914108712 FDP 39 4 DWSWB7 12543120023113 B’90/Grüne 39 33523 689STATT-P.11 542 SWB 10 10 OfS 10 2332 SHW 9 9 SW 9 9 BfB9 2 25 BHE->GPD 8 3SWB320 FWS 3 30 DW 1 1 KPD00000 DP- DWSWB

Kommunalwahlen Ergebnis der Kommunalwahl vom 14. Mai 2023

Wahlberechtigte: 15.623 Wählende: 6.900 Wahlbeteiligung: 44,2 % (+ 6,2 %) Ungültige Stimmen: 77 Gültige Stimmen: 6.823

Wahlsystem: 14 Wahlkreise 1 Kandidat pro Partei in jedem Wahlkreis 1 Stimme pro Wähler

Die CDU errang 3 Überhangmandate, dadurch erhielten die Grünen 3, die SPD 2 und die FDP und die BfB jeweils 1 Ausgleichsmandat. Somit erhöhte sich die Zahl der Abgeordneten von 27 auf 37.

37 Abgeordnete 14 direkt: 12 CDU – 1 Bündnis 90/Die Grünen – 1 SPD 23 über Liste: 8 Bündnis 90/Die Grünen – 7 SPD – 5 BfB – 3 FDP

Ergebnis der Kommunalwahl vom 6. Mai 2018

Wahlberechtigte: 15.786 Wählende: 6.001 Wahlbeteiligung: 38,0 % Ungültige Stimmen: 93 Gültige Stimmen: 5.908

Wahlsystem: 14 Wahlkreise 1 Kandidat pro Partei in jedem Wahlkreis 1 Stimme pro Wähler

27 Abgeordnete 14 direkt: 8 Bündnis 90/Die Grünen – 3 SPD – 3 CDU 13 über Liste: 4 SPD – 4 CDU – 2 OfS – 2 BfB – 1 FDP

Im November 2019 verließ ein Mitglied der Ratsversammlung die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen und schloss sich der umbenannten Fraktionsgemeinschaft Bürger für Bürger an.

Seitdem hatte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen 7 Mandate

Zum März 2021 trat der Abgeordnete wieder aus der Fraktionsgemeinschaft aus und gehörte seitdem der Ratsversammlung als fraktionsloses Mitglied an. Seitdem hieß die Fraktion der Wählergemeinschaft Bürger für Bürger wieder „Fraktion Bürger für Bürger-BfB“ und war wieder mit zwei Abgeordneten in der Ratsversammlung vertreten.

Ergebnis der Kommunalwahl vom 26. Mai 2013

Wahlberechtigte: 15.372 Wählende: 6.108 Wahlbeteiligung: 39,7 % Ungültige Stimmen: 79 Gültige Stimmen: 6.029

Wahlsystem: 14 Wahlkreise 1 Kandidat pro Partei in jedem Wahlkreis 1 Stimme pro Wähler

Die SPD errang ein Überhangmandat, dadurch erhielt die CDU ein Ausgleichsmandat. Somit erhöhte sich die Zahl der Abgeordneten von 27 auf 29

29 Abgeordnete 14 direkt: 9 SPD – 3 CDU – 2 Bündnis 90/Die Grünen 15 über Liste: 5 CDU – 4 Bündnis 90/Die Grünen – 3 OfS – 2 BfB – 1 FDP

Der FDP-Abgeordnete hatte sich vor der konstituierenden Sitzung der Ratsversammlung der CDU-Fraktion angeschlossen. Damit erhöhte sich deren Anzahl an Ratsmitgliedern auf 9.

Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2008

Wahlberechtigte: 14.844 Gültige Stimmen: 5.892 Wahlbeteiligung: 39,7 %

Wahlsystem: 15 Wahlkreise 1 Kandidat pro Partei in jedem Wahlkreis 1 Stimme pro Wähler

27 Abgeordnete 14 direkt: 9 SPD – 6 CDU 13 über Liste: 2 SPD – 4 CDU – 3 FDP – 3 OfS ParteiStimmenProzentSitze SPD 2.346 39,8 % 11 CDU 2.121 36,0 % 10 FDP 801 13,6 % 3 OfS 624 10,1 % 3

Ergebnis der Kommunalwahl vom 2. März 2003

Wahlsystem: 15 Wahlkreise 1 Kandidat pro Partei in jedem Wahlkreis 1 Stimme pro Wähler

Die CDU errang 2 Überhangmandate, dadurch erhielten die SPD, der GASCH und die FDP jeweils ein Ausgleichsmandat. Somit erhöhte sich die Anzahl der Mitglieder der Ratsversammlung von 27 auf 32

32 Abgeordnete 15 direkt: 14 CDU – 1 SPD 17 über Liste: 8 SPD – 3 GASCH – 2 STATT – 2 Pro-Schill – 2 FDP ParteiStimmenProzentSitze CDU 2.816 41,2 % 14 SPD 1.935 28,3 % 9 GASCH 658 9,6 % 3 STATT Partei 539 7,9 % 2 PRO-Schill 483 7,1 % 2 FDP 410 6,0 % 2

Die Fraktion der PRO-Schill benannte sich während der Wahlperiode erst in Offensive D und schließlich in OfS = „Offensive für Schenefeld“ um. Ein FDP-Mitglied verließ Partei und Fraktion und schloss sich der Offensive D an, woraufhin die FDP ihren Fraktionsstatus in der Ratsversammlung verlor.

Ergebnis der Kommunalwahl vom 22. März 1998

Wahlsystem: 15 Wahlkreise 1 Kandidat pro Partei in jedem Wahlkreis 1 Stimme pro Wähler

27 Abgeordnete 15 direkt: 12 SPD – 3 CDU 12 über Liste: 6 CDU – 4 STATT – 2 GASCH ParteiStimmenProzentSitze SPD 3.026 41,1 % 12 CDU 2.288 31,1 % 9 STATT Partei 974 13,2 % 4 GASCH 727 9,9 % 2 FDP 343 4,7 %

Ergebnis der Kommunalwahl am 20. März 1994

Wahlsystem: 15 Wahlkreise 1 Kandidat pro Partei in jedem Wahlkreis 1 Stimme pro Wähler

Die SPD errang 2 Überhangmandate, dadurch erhielten die CDU und die GASCH jeweils ein Ausgleichsmandat. Somit erhöhte sich die Anzahl der Mitglieder der Ratsversammlung von 27 auf 31

31 Abgeordnete 15 direkt: 12 SPD – 3 CDU 16 über Liste: 6 CDU – 5 STATT – 5 GASCH ParteiStimmenProzentSitze SPD 2.711 34,3 % 12 CDU 2.263 28,6 % 9 STATT Partei 1.333 16,9 % 5 GASCH 1.207 15,3 % 5 FDP 386 4,9 %

Ergebnis der Kommunalwahl am 25. März 1990

Wahlsystem: 15 Wahlkreise 1 Kandidat pro Partei in jedem Wahlkreis 1 Stimme pro Wähler

27 Abgeordnete 15 direkt: 12 SPD – 3 CDU 12 über Liste: 7 CDU – 3 GASCH – 2 FDP ParteiStimmenProzentSitze SPD 3.387 43,4 % 12 CDU 2.852 36,6 % 10 GASCH 931 11,9 % 3 FDP 627 8,0 % 2

Ergebnis der Kommunalwahl am 2. März 1986

Wahlsystem: 15 Wahlkreise 1 Kandidat pro Partei in jedem Wahlkreis 1 Stimme pro Wähler

27 Abgeordnete 15 direkt: 10 SPD – 5 CDU 12 über Liste: 2 SPD – 6 CDU – 3 GASCH – 1 FDP ParteiStimmenProzentSitze SPD 3.218 44,0 % 12 CDU 2.924 40,0 % 11 GASCH 800 10,9 % 3 FDP 371 5,1 % 1

Ergebnis der Kommunalwahl am 7. März 1982

Wahlsystem: 15 Wahlkreise 1 Kandidat pro Partei in jedem Wahlkreis 1 Stimme pro Wähler

Die CDU errang 1 Überhangmandat