Kleinwalbur ist ein Gemeindeteil von Meeder im oberfränkischen Landkreis Coburg.

Geographie Das Dorf liegt etwa 10 Kilometer nordwestlich von Coburg am Fuß der Langen Berge. In dem Dorf vereinigen sich der Wellenbach und der Ohrbach zur Walbur. Eine Gemeindeverbindungsstraße von Ottowind nach Birkenmoor führt durch den Ort und kreuzt die Kreisstraße CO 17, die Meeder mit Großwalbur verbindet. Ein Kilometer südlich vom Ortskern verläuft die Bahnstrecke Coburg–Bad Rodach.

Geschichte Kleinwalbur wurde 1317 erstmals im Urbarium, einer Auflistung von Besitzungen der Henneberger beim Erwerb der Neuen Herrschaft, als „wenigen Walber“ urkundlich erwähnt. Horst Graßmuck:Die Ortsnamen des Landkreises Coburg. Inaugural-Dissertation der Universität Erlangen 1955, S. 69 Es war wohl eine Nebensiedlung von Großwalbur.

Anfang des 14. Jahrhunderts lag Kleinwalbur im Herrschaftsbereich der Henneberger. 1353 kam der Ort mit dem Coburger Land im Erbgang zu den Wettinern und war somit ab 1485 Teil des Kurfürstentums Sachsen, aus dem später das Herzogtum Sachsen-Coburg hervorging.

Im Jahr 1481 wurde erstmals die Mühle urkundlich erwähnt. Besitzer des Rittergutes und Dorfherren waren unter anderem die Repperts von Kleinwalbur. Obwohl im Gerichtsbezirk Rodach gelegen, gehörte Kleinwalbur zum Amt Coburg und zum Gericht Lauter.Albin Schubert: 1150 Jahre Grosswalbur. Ein wehrhaftes Dorf in der Landschaft zwischen den Rennsteig des Thüringer Waldes und dem oberen Main. Ein geschichtlicher Abriß. Druck Resch, Coburg 1983. S. 36

Von 1910 bis in die 1990er Jahre gab es bei Kleinwalbur eine Haltestelle der Bahnstrecke Coburg–Bad Rodach.Wolfgang Bleiweis, Bernd Schmitt: Die Eisenbahn nach Rodach. Eisenbahn-Fachbuch-Verlag, Coburg 2002, ISBN 3-9807748-2-1, S. 41 In einer Volksbefragung am 30. November 1919 stimmten zwei Kleinwalburer Bürger für den Beitritt des Freistaates Coburg zum thüringischen Staat und fünfzig dagegen. Am 1. Juli 1920 wurde der Freistaat Coburg mit dem Freistaat Bayern vereinigt.Coburger Zeitung, Ausgabe Nr. 280 vom 1. Dezember 1919

Am 1. April 1971 wurde Kleinwalbur ein Gemeindeteil der Gemeinde Meeder. 1987 hatte der Gemeindeteil 79 Einwohner und 22 Wohnhäuser.Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München, 1991

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohnerzahl 1910 116 1933 112 1939 95 1970 109 2004 109Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2007. Verlag de Gruyter, ISBN 978-3-00-042206-5.

Söhne und Töchter des Ortes Johann Daniel Ludwig von Reppert (1724–1800), Landrat des Daber-Naugard-Dewitzschen Kreises in Hinterpommern

Weblinks

Ortsblatt von 1861

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Coburg Kategorie:Geographie (Meeder) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Coburg) Kategorie:Ersterwähnung 1317 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971