Die ab 1983 gebauten ET41–58 sind normalspurige Elektrotriebwagen für den Einsatz auf den mit 1000 Volt Gleichspannung elektrifizierten Salzburger Lokalbahnstrecken, die heute in das Netz der S-Bahn Salzburg integriert sind. Hierbei handelt es sich um die S1 Salzburg–Lamprechtshausen und die S11 Bürmoos–Ostermiething. Die Fahrzeuge wurden als Ersatz für die Triebwagen 22–24 und 31–33 beschafft und basieren konstruktiv auf den etwas älteren U3-Triebwagen der U-Bahn Frankfurt.Mackinger, Osterer, Schindler, Schnell: 30 Jahre Gelenktriebwagen: Die Baureihe ET40 – ET50, Oktober 2013
Aufbau Mechanischer Teil Der Wagenkasten ist als selbsttragende Stahlkonstruktion ausgeführt, welche sich auf den beiden Motordrehgestellen an den Fahrzeugenden sowie auf Jakobs-Drehgestelle abstützt. Der Fahrmotor ist den Drehgestellen als Längsmotor eingebaut, die Kraftübertragung erfolgt über Winkelgetriebe (Tandemantrieb). Die Primärfederung wurde mittels Megi-Federn ausgeführt, zwischen Drehgestell und Wagenkasten kommen Schraubenfedern in Verbindung mit hydraulischen Stoßdämpfern zum Einsatz.
Elektrischer Teil Die Fahrmotoren sind als vierpolige, kompensierte Vollspannungs-Reihenschlussmotoren mit 300 kW Nennleistung ausgeführt. Jeder Motor wird von einem eigenen Thyristor-Gleichstromsteller (Chopper) angesteuert. Durch die Verwendung von Gleichstromstellern ist es möglich, Bremsenergie in die Fahrleitung zurückzuspeisen. Kann die Bremsenergie nicht aufgenommen werden, wird diese durch Bremswiderstände in Wärme umgewandelt. Die eingebaute Vielfachsteuerung erlaubt das Kuppeln von bis zu vier Fahrzeugen im Regelbetrieb.
Modifizierungen Im Laufe ihres Einsatzes wurden die Triebwagen mehreren Modifizierungen unterzogen:
Kundeninformationssystem Die ersten drei Serien wurden zur Fahrtzielanzeige mit Brosebändern ausgerüstet. Nach Auslieferung der vierten Serie, die bereits mit LCD-Matrixanzeigen bestückt war, wurden die restlichen Triebwagen dementsprechend nachgerüstet.
Niederflur-Mittelteil Die Wagen 50–58 wurden in den Jahren 2012–2014 um ein Niederflur-Mittelteil erweitert. Der Umbau wurde beim tschechischen Unternehmen INEKON Group durchgeführt. Weiters wurden in den Endwagen Sitze und Bodenbeläge getauscht sowie die Drehfalttüren durch Schwenkschiebetüren der Firma IFE ersetzt. Das Umbauprogramm wurde 2019 mit dem ET46 abgeschlossen. Somit sind von den 18 Triebwagen insgesamt 13 mit Mittelteil (ET46–ET58, Bezeichnung ET40NF) ausgestattet und 5 Fahrzeuge (ET41–ET45) noch wie ursprünglich 2-teilig. Vom Türumbau ausgenommen waren die Triebwagen ET55–ET58, da diese bereits mit Schwenkschiebetüren ausgeliefert wurden.
Türen Als Folgeprojekt zu den Niederflur-Mittelteilen wurden bei den nicht verlängerten Triebwagen ebenfalls die Drehfalttüren durch Schwenkschiebetüren ersetzt.
Bemängelt wird, dass der gesamte Triebewagenbestand auch im Zuge der letzten Modifizierungen noch mit keiner Klimaanlage versehen wurde.
Benennung mini|Triebwagen ET55 mit dem Namen Land Salzburg
Die Wagen 41–58 erhielten Namen von Gemeinden, durch die die beiden Strecken führen sowie einige weitere Ortsbezeichnungen aus der Region einschließlich aus dem benachbarten Bayern. Die Ortsnamen sind zusätzlich mit dem jeweiligen Wappen an beiden Seiten der Wagen aufgebracht.
Triebwagen Name Baujahr ET41 Salzburg 1983 ET42 Bergheim 1983 ET43 Oberndorf 1983 ET44 Bürmoos 1983 ET45 Lamprechtshausen 1983 ET46 Anthering 1988 ET47 Nußdorf 1988 ET48 Göming 1988 ET49 St. Georgen 1988 ET50 Freilassing 1988 ET51 Berchtesgaden 1992 ET52 Dorfbeuern 1992 ET53 St. Pantaleon 1992 ET54 Laufen 1992 ET55 Land Salzburg 2001 ET56 Land Oberösterreich 2002 ET57 Oberes Innviertel 2002 ET58 Partnerstadt Dresden 2002
Literatur
Weblinks
Salzburger Lokalbahn auf Dokumentationszentrum Eisenbahn
Einzelnachweise
Kategorie:Elektrotriebwagen für Wechselstrom 15 kV 16,7 Hz Kategorie:Triebfahrzeug (Salzburger Lokalbahn) Kategorie:Schienenfahrzeug (Simmering-Graz-Pauker) Kategorie:S-Bahn Salzburg