Sustrum ist eine Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Lathen im Landkreis Emsland in Niedersachsen. Sie entstand am 1. Januar 1973 im Zuge einer Gebietsreform aus den Gemeinden Sustrum mit Sustrum-Moor und Neusustrum. Sustrum ist eine der ältesten Siedlungen des Emslands.

Die Gemeinde hat mehr als 1300 Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von 35,59 Quadratkilometern. Der Verwaltungssitz der Samtgemeinde befindet sich in der Gemeinde Lathen.

Geografie Geografische Lage Sustrum liegt westlich der Ems und reicht bis an die Grenze der Niederlande. Durch die Gemeinde zieht sich die Autobahn A 31 mit der Anschlussstelle Lathen.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde gehören die Orte Sustrum, Neusustrum und Sustrum-Moor.Internetauftritt der Samtgemeinde Lathen: Mitgliedsgemeinde Sustrum

Sustrum Das Dorf Sustrum wurde erstmals im Jahr 854 in den Registern des Klosters Corvey erwähnt und zählt damit zu den ältesten Gemeinden des Emslandes. Kirchlich war die Siedlung der Pfarrgemeinde Steinbild angegliedert, was für den Kirchbesuch den umständlichen und gefahrvollen Weg mit der Fähre über die Ems bedeutete. Obwohl mehrere Fährunglücke überliefert sind, kam es erst nach dem Fährunglück am 12. März 1920 zu konkreten Plänen zum Bau einer eigenen Kirche. Am 6. Dezember 1923 wurde die St.-Nikolaus-Kirche eingeweiht, deren Konsekration 1927 erfolgte.

Neusustrum Neusustrum wurde am 17. August 1788 als Moorkolonie gegründet. Das Moorgebiet gehörte zur Markengemeinde Sustrum. Die ersten Siedler litten unter existenziellen Problemen, weil der kärgliche Boden kaum Ertrag abwarf und die Hauptnahrung aus Buchweizen bestand. Erst ab 1829 kam es zu Verbesserungen, als östlich der Siedlung ertragreichere Flächen hinzugekauft werden konnten und mit dem Roggenanbau begonnen wurde.

Sustrum-Moor Sustrum-Moor reicht im Westen bis an die niederländische Grenze und entstand in den 1930er Jahren im Rahmen der weiteren Moorkultivierung. Ab 1950 entstanden in dem Gebiet die ersten Wohnhäuser und eine Schule. 1959 wurde die Kirche eingeweiht und 1969 wurde die Linksemsische Mittelpunktschule in Sustrum-Moor eröffnet.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinde Walchum in der Samtgemeinde Dörpen, im Osten die Gemeinde Kluse (Samtgemeinde Dörpen) und die Gemeinde Fresenburg, im Süden die Gemeinde Niederlangen, mit Rütenbrock die Stadt Haren und die niederländische Gemeinde Westerwolde.

Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete Das Gemeindegebiet gehört naturräumlich zur Emsniederung im nördlichen Emsland und zum Flusssystem der Ems.

Die Landschaft ist durch Niederungsbereiche, Entwässerungsgräben, Feuchtflächen und ehemalige Moorgebiete geprägt. Insbesondere die Ortsteile Neusustrum und Sustrum-Moor weisen einen engen historischen und landschaftlichen Bezug zu den emsländischen Moor- und Feuchtgebieten auf.

Die Ems bildet die östliche Gemeindegrenze und prägt die hydrologischen Verhältnisse der Umgebung. Daneben besteht ein dichtes Netz künstlicher Entwässerungsgräben und kleiner Vorfluter, die im Zuge der Moorkolonisation und landwirtschaftlichen Nutzung angelegt wurden. Diese Gewässer dienen bis heute der Regulierung des Wasserhaushalts in den Niederungs- und Moorflächen.

Die Moorgebiete um Sustrum entstanden überwiegend auf nährstoffarmen, dauerhaft vernässten Standorten. Im Gemeindegebiet finden sich überwiegend kultivierte und entwässerte Moorreste, die historisch für Torfabbau und landwirtschaftliche Nutzung erschlossen wurden.

Die Landschaft um Sustrum ist historisch durch die Kultivierung des Bourtanger Moores geprägt. Heute bestehen in der Umgebung verschiedene Schutz- und Entwicklungsflächen des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000, insbesondere Moor- und Feuchtlebensräume entlang der Emsniederung.

Geschichte Urkundlich wurde Sustrum erstmals, wie die meisten der umliegenden Gemeinden, im Jahr 854 erwähnt und war im Lauf der Zeit unter den Bezeichnungen suhtram (12. Jahrhundert), zutgerum oder Zutzerem (1358) bekannt. Seit 1534 scheint der heutige Name üblich zu sein.J. B. Diepenbrock: Geschichte des vormaligen münsterschen Amtes Meppen oder des jetzigen hannoverschen Herzogthums Arenberg-Meppen. Coppenrath, Münster 1838, S. 81 Im Volltext abrufbar.

1933 wurde auf dem Gebiet von Sustrum-Moor als drittes der insgesamt 15 Emslandlager das für 1000 so genannte politische Schutzhäftlinge ausgerichtete KZ Neusustrum eröffnet und ab 1934 als Strafgefangenenlager des Reichsjustizministeriums genutzt. Das Lager V Neusustrum auf der Homepage des KZ Esterwegen, aufgerufen am 15. Juni 2016 Unter anderem fand in diesem Lager der Sozialdemokrat und Demokrat Ludwig Pappenheim aus Eschwege am 4. Januar 1934 den Tod. Angeblich wurde er „auf der Flucht erschossen“. Auch nach dem Ende der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Täter nie belangt.Vortrag von Dietfrid Krause-Vilmar in gekürzter Fassung: Ludwig Pappenheim (1887–1934). In der Gedenkstätte Breitenau am 11. Juni 2002.

Eingemeindungen Am 1. Januar 1973 wurde im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen die Nachbargemeinde Neusustrum eingegliedert.

Politik Gemeinderat Der Sustrumer Gemeinderat setzt sich aus elf Ratsmitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die allgemeine Wahlperiode beginnt am 1. November nach der letzten Wahl und endet nach fünf Jahren zum 31. Oktober. §47 NKomVG-Wahlperiode +SitzverteilungPartei2026202120162011 CDU11111111

Bürgermeister Heinz-Hermann Hoppe (CDU)

Wappen Das Wappen der Gemeinde ist horizontal in der Mitte geteilt. Die gelbe untere Fläche und die rote obere Fläche überlappen sich wellenförmig. Vom Schildfuß erhebt sich eine Ähre, die von zwei Rohrkolben flankiert wird. In der rechten und linken unteren Ecke befindet sich jeweils ein rotes dreiblättriges Kleeblatt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Literatur Werner Kaemling: Atlas zur Geschichte Niedersachsens, Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3 Hermann Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929 Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Hrsg.): Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4) Sustrum 2004: Beiträge zur Geschichte. Verlag Gemeinde Sustrum und Heimatverein Sustrum, Sustrum 2004 Bernd Faulenbach, Andrea Kaltofen (Hrsg.): „Hölle im Moor“. Die Emslandlager 1933–1945. Wallstein, Göttingen 2017, ISBN 978-3-8353-3137-2.

Weblinks

Internetauftritt der Samtgemeinde Lathen

Einzelnachweise

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