mini|Naturdenkmal-Schild (mit der „Kurt-Kretschmann-Eule“) an einem Baum am Ostrower Platz in Cottbus

Die Liste der Naturdenkmäler in Cottbus führt die Naturdenkmäler der kreisfreien Stadt Cottbus im Land Brandenburg auf.

Im Stadtgebiet von Cottbus gibt es an 66 Standorten ausgewiesene Naturdenkmäler (Stand: 2015). Dabei handelt es sich überwiegend um Einzelbäume, Alleen und Baumreihen. Die meisten Objekte wurden im März 1982 auf Grundlage des Naturschutzgesetzes der DDR durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung unter Naturdenkmalschutz gestellt. Die amtliche Liste der Naturdenkmale liegt beim Umweltamt der Stadtverwaltung Cottbus vor.

Geregelt ist der Naturdenkmal-Schutzstatus im Bundesnaturschutzgesetz (§ 28 BNatSchG) und im Brandenburgischen Naturschutzgesetz (§ 23 BbgNatSchG). Auf dieser Grundlage kann die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Cottbus Rechtsverordnungen zur Festsetzung konkreter Naturdenkmäler erlassen. – Nicht mit dem Naturdenkmalstatus zu verwechseln ist der Schutz von Bäumen durch eine kommunale Baumschutzsatzung. Eine solche Satzung, die generell für alle Bäume bestimmter Arten und Mindeststammumfänge im baurechtlichen Innenbereich gilt, gibt es auch in Cottbus (Satzung zum Schutz von Bäumen der Stadt Cottbus).

Historischer Hintergrund Beginn der planmäßigen Anlage städtischen Grüns 1872 in Cottbus Durch die Entwicklung der Stadt Cottbus im 19. Jahrhundert zum wirtschaftlichen, militärischen und administrativen Zentrum der Niederlausitz stieg die Bevölkerung stetig.

Die verschiedenen Bevölkerungsgruppen „suchten erholsamen Ausgleich in der spärlich bemessenen Freizeit … Die Stadt mühte sich, kam mit ihren Aktivitäten aber nicht schnell genug nach. So nahmen die Bürger das Zepter in die Hand: Dem Gründungsaufruf vom 6. Mai 1872“ des Cottbuser Verschönerungsvereins „schlossen sich 45 Persönlichkeiten an, unter ihnen der damalige Oberbürgermeister Leopold und Generalmajor von Puttlitz. … Fast alle lieb gewonnenen Oasen in unserer Stadt gehen auf das Wirken des Verschönerungsvereins und seiner Nachfolger zurück. … 1925 enden die Aufzeichnungen. Während der Nazizeit war der Verein nicht aktiv, genauere Angaben fehlen.“

„In den Jahren seines Wirkens sammelte“ der Verein „Mittel und Gelder für die Verschönerung der Stadt und beteiligte sich an zahlreichen auch städtischen Maßnahmen der Gestaltung der Anlagen. … Aber auch Baum- und Strauchpflanzungen in zahlreichen Cottbuser Straßen unterstützten die Mitglieder.“

Wesentliche Anteile hatte der Verschönerungsverein unter anderem an der Gestaltung der folgenden Anlagen:

Kaiser-Wilhelm-Platz (heute Brandenburger Platz) Luckauer Wall (die Puschkinpromenade befindet sich auf dem ehemaligen Luckauer Wall) Spremberger Wall Dreieck Dresdener/Bautzener Straße Friedrich-Ebert-Straße/Sielower Straße-Anfang Berliner Platz Karlstraße bis Nordfriedhof Kastanien in der Ludwig-Leichhardt-Allee bis zur Bahnstrecke Spreedamm bis Markgrafenmühle Klosterplatz

„In der Amtszeit von Oberbürgermeister Werner wurden … angelegt: 1895–1899 der Goethepark 1901 der Eliaspark 1902 der Bonnaskenplatz und die Anlage am Schloss angelegt 1903–1904 der Neustädter Platz (Ostteil vom Brandenburger Platz) 1905 wurden Arbeiten an der Puschkinpromenade durchgeführt 1907 entstanden die Pflanzungen am Mühlgraben (Ostrower Damm) 1908 die Anlage am heutigen Staatstheater einschließlich der Baumpflanzungen 1909–1912 entstand die Märkische Waldwiese im Waldpark (Volkspark – Madlower Schluchten)

Die in den genannten Jahren durchgeführten Pflanzungen beinhalten eine Fülle der heutigen als Naturdenkmale unter Schutz stehenden Bäume, sie sind somit wertvolle Aussagen über ihr Alter und ihre Geschichte.“

Ursprung der Bäume als Naturdenkmal Am 4. August 1954 verabschiedete die Volkskammer das Naturschutzgesetz der DDR.

In der Naturschutzpraxis der 1950er und 1960er Jahre standen folgende Aufgaben im Vordergrund: wiederholte Bearbeitung der Naturdenkmallisten der Kreise, Erfassung bestehender Naturdenkmale und Mitwirkung an der Sicherung neuer; Kennzeichnung der Naturschutzobjekte mit der „Naturschutz-Eule“ Daran erinnert sich Ulrich Winzer, der erste Naturschutzbeauftragter der Stadt Cottbus, von 1956 bis 1963, in seinen Tagebuchaufzeichnungen … dass zu seinen Aufgaben gehörte: „… besonders markante Bäume mit dem Anbringen von Naturschutzschildern unter Schutz zu stellen.“

Am 1. Februar 1961 bestätigte der damalige Rat der Stadt die erste Liste der Naturdenkmäler.

Im März 1982 verabschiedeten die Stadtverordneten von Cottbus durch ihren Beschluss die Liste der Naturdenkmale im Stadtgebiet Cottbus – Einzelbäume, Baumgruppen, Alleen. Voraus ging ein Vorschlag beim Kulturbund von 1978 und umfangreiche Kartierarbeiten, insbesondere durch den Revierförster Manfred Rescher, den Landschaftsarchitekten Helmut Rippl und Dr. Elze.

1994 beauftragte das Umweltamt der Stadtverwaltung Cottbus Karl-Heinz-Reiche eine Bestandsaufnahme der als Naturdenkmal geschützten Bäume vorzunehmen. 1995 veröffentlichte er die Bestandsaufnahme und Beschreibung der Bäume im Gutachten Naturdenkmäler in Cottbus – Einzelbäume, Baumgruppen, Reihen, Alleen. Er schreibt: „Die … erneut durchgeführte Bestandsaufnahme zeigte, dass … 12 Jahre nicht spurlos vorübergehen. … Ungünstige Standortbedingungen (in einigen Fällen hat sich bei Gruppen, Reihen, Alleen die Anzahl der Bäume verringert), Teilversiegelung des Bodens, aber auch anthropogene Einflüsse, wie Veränderung der Wasserführung oder Baumaßnahmen haben oft zur Beschleunigung des Schadensverlaufes beigetragen. Durch Veränderung des städtebaulichen Raumes oder des Landschaftsraumes hat sich teilweise das Umfeld der Naturdenkmäler gewandelt. … Ihre Bedeutung begründet sich in der Originalität und der Retrospektive, Zeitzeuge einer wechselvollen Geschichte, benachbarte Bebauung ist verschwunden, neue hinzugekommen. Manche Bäume sind ‚in die Stadt gewandert‘.“ (Stadterweiterung-eingemeindet)

Aktualisiert mit den Zu- und Abgängen, sowie genauer Standortbestimmung, bildet dieses Gutachten die Basis für den Wikipedia-Eintrag. (Stand 2015)

Liste der Naturdenkmäler

Zukünftige Naturdenkmäler Am 27. August 2013 wurde eine ca. 150-jährige Stieleiche im rückwärtigen Bereich der Bahnhofstraße 70 einstweilig als Naturdenkmal festgesetzt. Sie befindet sich in der Gemarkung Altstadt, Flur 18 auf dem Flurstück 154. Im März 2015 wurde der Baum als „Stieleiche Wernerstraße Nr. 7“ zum Naturdenkmal erklärt.Rechtsverordnung über das Naturdenkmal „Stieleiche Wernerstraße Nr. 7“

Siehe auch Liste der Bodendenkmale in Cottbus Liste der Baudenkmale in Cottbus Liste der Naturschutzgebiete in der Stadt Cottbus

Weblinks

Weide, Foto vom 19. September 2006 Naturschutzgeschichte Ostdeutschlands – – wurde im Rahmen des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Projekts „Zeitzeugen als Quelle für Forschung und Bildung – Das Beispiel Naturschutz in der DDR“ erarbeitet.

Einzelnachweise

Anmerkungen 1 von 6 Sumpfeichen am Standort Ostrower Damm 1 von 8 Stieleichen am Standort Ostrower Damm 1 von 4 Rotbuchen am Standort Ostrower Damm 1 von 2 Silberweiden am Standort Ostrower Damm 2 von 4 Platanen am Standort Am Anger 1 von 3 Eichen am Standort Schmellwitzer Straße 2014 nur noch 2 von ehemals 11 Rosskastanien vorhanden 2014 nur noch 2 von ehemals 5 Winterlinden vorhanden Fotografie 2011, 2004 – „Manfred Rescher hat als langjähriger Stadtförster große Verdienste um die Erhaltung, Pflege und Weiterentwicklung des Stadtgrüns erworben. Rastlos setzte er sich als Stadtverordneter und Umweltschützer für den Ruf von Cottbus als einer grünen Stadt ein. Die Verleihung der Ehrenmedaille ist verbunden mit der Eintragung in das Goldene Buch der Stadt Cottbus.“ Am Schillerplatz fallen heute die letzten Roteichen – Stadt kündigt Neupflanzung von 53 Roteichen für Spätherbst an. Am Schillerplatz werden heute und morgen die letzten Roteichen gefällt. Das teilte die Stadtverwaltung gestern mit. Noch im Herbst sollen aber auch 53 neue Roteichen gepflanzt werden. Um die Baumfällung am Schillerplatz wurde vor wenigen Wochen hart gestritten. (…)Lausitzer Rundschau, 06.10.2005 2.5.2012 – Cottbuser Rathaus-Eintragung in die Ehrenchronik – Helga Leber ist seit der Gründung des Naturschutzbundes (NABU), Regionalverband Cottbus e. V., im Jahr 1989 als Vorstandsmitglied aktiv. Bis heute ist sie engagiertes Mitglied und dabei im unermüdlichen Einsatz, um die Interessen des NABU im Umweltschutz in Cottbus und in der Umgebung zu vertreten. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass die Bürgerinitiative zum Erhalt des Naturdenkmals „Eiche in der Linnéstraße“ in Cottbus erfolgreich war.

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