Der Nahverkehr in Lübeck besteht aus den Stadtbuslinien der Stadtwerke Lübeck Mobil, den Regionalbuslinien von DB Regio Autokraft und NAHBUS Nordwestmecklenburg sowie dem Schienen-Personennahverkehr der Regionalbahn in der Region Lübeck.
Historisches mini|links|Lübecker Hauptbahnhof mini|links|Blick vom Kohlmarkt in die Breite Straße, 1902 Lübeck wurde 1851 mit der Bahnstrecke Lübeck–Lüneburg erstmals an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Bis 1882 folgten die Bahnstrecken nach Hamburg, Kiel, Bad Kleinen und Travemünde; 1928 wurde die Bahnstrecke nach Neustadt (Holst) in Betrieb genommen. Durch diese Bahnstrecken wurden erstmals einige der zahlreichen ländlichen Stadtteile Lübecks an den Nahverkehr angebunden. Von einem Stadtverkehr im eigentlichen Sinn kann dabei aber keine Rede sein, denn in der eigentlichen Kernstadt gab es mit dem Hauptbahnhof nur eine Zugangsmöglichkeit zur Eisenbahn. Somit bestand nur die Möglichkeit, aus weit außerhalb gelegenen Stadtteilen wie etwa Niendorf oder Travemünde mit der Bahn die Innenstadt zu erreichen. mini|links|Depot Finkenstraße um 1910 Die Geschichte des eigentlichen Lübecker Stadtverkehrs begann mit der Eröffnung der Pferdestraßenbahn am 30. April 1881. Im Jahr 1894 wurden die Strecken der Pferdestraßenbahn elektrifiziert und fortan ein elektrischer Straßenbahnbetrieb auf 1100 mm Spurbreite durchgeführt. Die erste Omnibuslinie auf Lübecker Stadtgebiet wurde 1924 zwischen Lübeck und der (damaligen) Lübecker Exklave Nusse eingerichtet. Bald folgten weitere Linien, etwa zwischen der Straßenbahn-Endhaltestelle Kücknitz und Travemünde, von Lübeck nach Ahrensbök, nach Utecht oder der „Luftbus“, eine Zubringerlinie, die in den 1920er Jahren vom Lübecker Hauptbahnhof zum damaligen Flugplatz auf dem Priwall verkehrte.W. Saager, L. Bartoschek: 75 Jahre Kraftomnibusse in Lübeck, Stadtverkehr Lübeck, Lübeck 2000, 1. Auflage, S. 28 ff. Ab 1935 kamen erstmals Busse auch im Stadtverkehr zum Einsatz. Mit ihrer Einführung verdrängten sie erstmals eine Straßenbahnstrecke: Sie ersetzten die Straßenbahn in der Breiten Straße. Fortan wurde das Stadtbusnetz kontinuierlich zulasten der Straßenbahn ausgebaut. Nach einer kurzen „Blüte“ im Zweiten Weltkrieg und in der unmittelbaren Nachkriegszeit (die vorhandenen Busse wurden zum Teil anders gebraucht, Kraftstoff und Reifen waren knapp, daher wurden zum Teil wieder Straßenbahnstrecken reaktiviert) schrumpfte das Straßenbahnnetz immer mehr. Ende 1955 verkehrten noch sechs Straßenbahnlinien und acht Stadtbuslinien.Fahrplan, gültig ab 14. November 1955, Stadtwerke Lübeck Verkehrsbetriebe Am 16. November 1959 schließlich war die Umstellung der Straßenbahn auf Busverkehr vollendet.W. Saager, L. Bartoschek: 75 Jahre Kraftomnibusse in Lübeck, Stadtverkehr Lübeck, Lübeck 2000, 1. Auflage, S. 49. Die Wiedereinführung einer Straßenbahn wurde in jüngerer Zeit mehrmals diskutiert, jedoch zuletzt im November 2025 von der Lübecker Bürgerschaft deutlich abgelehnt. → siehe: Straßenbahn Lübeck
Somit bestand der Lübecker Stadtverkehr fortan aus den Buslinien der Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft (LVG, zwischen Lübeck und Travemünde) und der Stadtwerke Lübeck. Eine Besonderheit in Lübeck war der Kleine Grenzverkehr, im Rahmen dessen es ab 1973 eine Linienbusverbindung der Stadtwerke Lübeck über die innerdeutsche Grenze gab. Eine Neuerung erfuhr der Nahverkehr in Lübeck mit der Gründung der Tarifgemeinschaft Lübeck (TGL) 1992. Damit gab es erstmals eine Tarifgemeinschaft zwischen Buslinien der Stadtwerke und der LVG. Bis dahin war es nicht möglich, aus Travemünde (das nur von der LVG bedient wurde) mit einem Fahrschein über die Innenstadt hinaus zu fahren. 1993 trat die DB der TGL mit der Eisenbahnlinie Lübeck Hbf – Travemünde Strand bei. Die TGL bestand bis 2011 und wurde dann in den Schleswig-Holstein-Tarif integriert.
Eisenbahnverkehr Lübeck wird seit 1851 von der Eisenbahn erreicht. Von Lübeck aus gibt es Eisenbahnstrecken in alle Himmelsrichtungen. Der größte und wichtigste Bahnhof ist der Hauptbahnhof. Der Regionalbahn kommt eine nicht unbeträchtliche Rolle im Lübecker Stadt- und Vorortverkehr zu. Insgesamt gibt es zehn Bahnstationen im Stadtgebiet. Die Regionalbahn vom Lübecker Hauptbahnhof nach Travemünde verläuft ausschließlich auf Lübecker Stadtgebiet.
+ Übersicht Regionalbahn (Stand 2026) Linie Zuglauf Takt in der HVZ/NVZ Lübeck Hbf – Lübeck-St. Jürgen – Herrnburg – Schönberg (Meckl) – Grevesmühlen – Bad Kleinen 60 min Lübeck Hbf – Lübeck-Moisling – Reinfeld (Holst) – Bad Oldesloe – (Ahrensburg) – Hamburg Hbf 30 min Lübeck Hbf – Lübeck-Dänischburg IKEA – Lübeck-Kücknitz – Lübeck-Travemünde Skandinavienkai – Lübeck-Travemünde Hafen – Lübeck-Travemünde Strand 60 min (Juni–Okt, sa+so: 30 min) Lübeck Hbf – Lübeck-Hochschulstadtteil – Lübeck-Flughafen – Ratzeburg – Mölln – Büchen – Lauenburg (Elbe) – Echem – Lüneburg 60 min Lübeck Hbf – Bad Schwartau – (Pansdorf – Pönitz) – Eutin – Bad Malente – Plön – Ascheberg – Preetz – Raisdorf – (Kiel-Elmschenhagen) – Kiel Hbf ≈ 30 min Lübeck Hbf – Bad Schwartau – Timmendorfer Strand – Scharbeutz – Haffkrug – Sierksdorf – Neustadt (Holstein) 60 min (30 min) Lübeck Hbf – Lensahn – Oldenburg (Holstein) – Großenbrode – Fehmarn (bis vsl. 2032 Ersatz mit Buslinie X85)60 min
Busverkehr Das Gebiet der Stadt Lübeck und direkt angrenzender Orte (Region Lübeck) wird durch das Busnetz der Stadtwerke Lübeck Mobil abgedeckt. Daneben gibt es zehn Regionalbuslinien, die die Stadt mit dem Umland verbinden und auch im Stadtgebiet genutzt werden können. Eine Sonderstellung nimmt die Linie 8720 ein, die zwar reine Regionalbuslinie ist, aber zugleich den als einzigen Stadtteil nicht an das Stadtbusnetz angebundenen Stadtteil Kronsforde bedient.
Zentraler Knotenpunkt ist der ZOB mit 20 Bussteigen (Zentraler Omnibus-Bahnhof). Hier treffen sich fast alle Stadt- und Regionalbuslinien in Lübeck. Auch Fernbusse halten hier. Er wurde 1973 direkt südlich vom Hauptbahnhof in Betrieb genommen. Außerdem kann man am Kohlmarkt, mitten in der Altstadt, in fast alle Linien umsteigen.
Stadtbusse Die Stadtwerke Lübeck beförderten im Jahr 2025 mit ihrer Verkehrsgesellschaft SWLmobil mit 29 Buslinien und 2 Fährlinien im Lübecker Ballungsraum jährlich insgesamt rund 31 Millionen Fahrgäste.Anmerkung: Angaben für Fahrgastzahlen, bzw. Beförderungsfälle der Verkehrsunternehmen beruhen teilweise auf unterschiedlichen Zählweisen. Die Stadtbuslinien verkehren täglich zwischen etwa 04:30 Uhr und 00:30 Uhr, davon werden neun Linien in die Stadtteile Kücknitz und Travemünde von der integrierten Tochtergesellschaft LVG betrieben. Einige Stadtbuslinien bedienen auch die Nachbargemeinden Stockelsdorf, Bad Schwartau, Sereetz, Selmsdorf, Herrnburg, Groß Grönau, Krummesse und Klein-Wesenberg (diese bilden mit der Stadt Lübeck die Tarifregion Lübeck)Netzplan Region Lübeck, auf netzplan-sv-luebeck.de sowie Timmendorfer Strand, Scharbeutz und Warnsdorf.
Die Taktfrequenz der Linien beträgt montags bis freitags zwischen 7 und 20 Uhr (Haupt- und Normalverkehrszeit) 10/15/20/30/60 Minuten, davor und danach in der Schwachverkehrszeit 30/60/120 Minuten. Die Stadt Lübeck als Aufgabenträger für den kommunalen ÖPNV hat mit dem Regionalen Nahverkehrsplan (RNVP) zum Fahrplanwechsel 2024 beim Stadtbusverkehr der SWLmobil, auf Grundlage eines Integralen-Takt-Fahrplans, die Ausweitung eines 10-Minuten-Taktes auf allen radialen Streckenachsen durch Kombinationen von zwei oder drei Linien beschlossen. An Haltestellen mit diesem "Lübeck-Takt" fährt montags bis freitags zwischen 7 und 20 Uhr mindestens alle zehn Minuten ein Bus. Im Liniennetzplan sind diese Strecken fett dargestellt. Die Schnellbusse der Linien 30, 40 und 50 halten nicht an allen Haltestellen in der Travemünder Allee. Der Spätverkehr nach 20 Uhr wird am ZOB als Treffpunktsystem abgewickelt. Einen Nachtlinien-Verkehr gibt es nicht, dafür das On-Demand Angebot LÜMO.
In den Randzeiten bietet die SWLmobil in Lübeck seit 2018 das Ridepooling-Angebot „LÜMO“. Die eingesetzten Elektro-Kleinbusse fahren innerhalb der Kernstadt freitags, samstags und vor Feiertagen von 20 bis 4 Uhr, sonntags bis donnerstags von 20 bis 1 Uhr. Fahrgäste zahlen für die Nutzung den üblichen Basispreis bar oder bargeldlos (Einzelticket, Zeitkarteninhaber nicht) und lediglich einen Euro Zuschlag je Person. Diese Sammel-Rufbusse haben keine festen Haltestellen und sind über die LÜMO-App buchbar.