Meir Lubor Dohnal (* 27. Mai 1938 in Prag, Tschechoslowakei) ist ein tschechischer Drehbuchautor, Dramaturg, Regisseur, Schauspieler und Hochschullehrer.

Leben Nach dem Abitur am Gymnasium im Prager Stadtteil Libeň 1955 absolvierte er seinen Wehrdienst. Nach einer erfolglosen Bewerbung an der Film- und Fernsehfakultät der Akademie der Musischen Künste (FAMU), war er zunächst als Bauarbeiter tätig, bis er dort im zweiten Anlauf angenommen wurde. Von 1961 bis 1965 studierte er an der FAMU Dramaturgie bei Ivan Osvald (1916–1986).

Filmschaffen Von 1968 bis 1969 war er als Dramaturg beim staatlichen tschechoslowakischen Filmunternehmen ČSF (Československý film) in Bratislava-Koliba und von 1969 bis 1971 als Drehbuchautor in den Filmstudios Barrandov. Im Anschluss arbeitete er bis 1978 in verschiedenen handwerklichen Berufsfeldern. Nachdem er wie viele andere Künstler die Charta 77 unterzeichnet hatte, emigrierte er 1978 nach München, wo er als Drehbuchautor, Regisseur und Dramatiker sowie als Kolumnist bei Radio Free Europe arbeitete. Nach Gründung der Tschechischen Republik kehrte er wieder in seine Heimat zurück.Dohnal Meir Lubor, prof., Who Is ...? (tschechisch).

Lehrtätigkeiten 1996 dozierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und gab Seminare für „tschechische Filmdramaturgie“ am Institut für Slavische Philologie (institut pro slovanskou filologii)., Fakultät für Drehbuch und Dramaturgie, FAMU. Ab 1997 dozierte er an der FAMU, wurde dort 2002 als Lehrer an der Fakultät für Drehbuch und Dramaturgie fest übernommen und 2005 zum Professor ernannt. Dohnal veröffentlichte in mehreren Filmfachzeitschriften. 2009 wurde er in den Ruhestand versetzt.

Mitgliedschaften Dohnal ist Mitglied des künstlerischen Ausschusses der Akademie der musischen Künste in Prag (AMU), Mitglied des wissenschaftlichen und künstlerischen Vorstands der Hochschule für Musische Künste Bratislava (VŠMU). Er war von 1991 bis 2006 Vorstandsmitglied des Staatsfonds für Kinematographie (Státního fondu kinematografie). Zudem war er drei Jahre lang Vorsitzender und ist seit 2006 Mitglied der Geschäftsleitung Stiftung RWE & Barrandov Studio. Er ist Ehrenmitglied der Slowakischen Filmakademie.

Filmografie 1963: Svatá Jana (Kurzfilm; Drehbuch und Schauspiel) – Regie: Elo Havetta 1966: Predpoved: Nula (Kurzfilm; Drehbuch und Schauspiel) – Regie: Elo Havetta 1967: Crucial Years (Kristove roky; Drehbuch mit Juraj Jakubisko) – Regie: Juraj Jakubisko 1969: Celebration in the Botanical Garden (Slávnost v botanickej záhrade; Drehbuch) – Regie: Elo Havetta 1971: Eine standesgemäße Ehe (Petrolejové lampy; Drehbuch mit Juraj Herz und Václav Šašek) – Regie: Juraj Herz 1981: Fürchte dich nicht, Jakob! (Drehbuch mit Radu Gabrea) – Regie: Radu Gabrea 1984: Marlene (Drehbuch mit Maximilian Schell) – Regie: Maximilian Schell 1984: Die Försterbuben (Drehbuch) – Regie: Peter Patzak 1987: Das weite Land (Adaption) – Regie: Luc Bondy 1993: Rosenemil (Rosenemil; Drehbuch mit Radu Gabrea) – Regie: Radu Gabrea 1995: Pevný bod (Regie und Drehbuch) 2010: 25 from the Sixties, or The Czechoslovak New Wave (25 ze sedesátých, aneb Ceskoslovenská nová vlna; er selbst) – Regie: Martin Sulík

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Einzelnachweise

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