Verwaltungsamt Laleia300px|Savanne und Kasuarinen am Rio de Laleia im April (Regenzeit)VerwaltungssitzLaleiaFläche226,08 km²Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.Einwohnerzahl4.192 (2022)Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.SucosEinwohner (2022)Cairui2.162Haturalan1.004Lifau1.026 Übersichtskarte300px|Verwaltungsamt Laleia
Laleia ist ein osttimoresisches Verwaltungsamt () in der Gemeinde Manatuto. Der Sitz der Verwaltung befindet sich im Suco Haturalan im Ort Laleia.Jornal da República:
Geographie mini|links|Landschaft bei Laleia im August (Trockenzeit)
Bis 2014 wurden die Verwaltungsämter noch als Subdistrikte bezeichnet.
Das Verwaltungsamt Laleia liegt im Nordosten der Gemeinde Manatuto. Westlich befindet sich das Verwaltungsamt Manatuto, Im Osten grenzt Laleia an die Gemeinde Baucau und im Süden an die Gemeinde Viqueque.Direcção-Geral de Estatística: , abgerufen am 26. Dezember 2021. Laleia gehört zu den trockensten Regionen Timors. Der Laleia, der mit seinen Nebenflüssen nahezu das gesamte Verwaltungsamt durchzieht, versiegt in der Trockenzeit. Westlich der Mündung des Laleias befindet sich der See Wilisair.
Laleia hat eine Fläche von 226,08 km² und teilt sich in drei Sucos: Cairui, Haturalan (Hatularan) und Lifau.
Einwohner mini|links|Reispflanzung in Haturalan
In Laleia leben 4.192 Menschen (2022), davon sind 2.120 Männer und 2.072 Frauen. Im Verwaltungsamt gibt es 858 Haushalte. Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Galoli. Der Altersdurchschnitt beträgt 21,9 Jahre (2010, (PDF; 2,5 MB) 2004: 20,0 JahreDirecção Nacional de Estatística: (PDF; 14,0 MB; englisch)). Er ist landesweit der höchste aller Verwaltungsamt.
Geschichte
mini|Waimaha aus Laleia (um 1940)
Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung auf Timor sind Stand 2017 zwischen 43.000 und 44.000 Jahre alt. Sie wurden in der Höhle Laili bei Laleia entdeckt.Hawkins, Stuart & O’Connor, Sue & Maloney, Tim & Litster, Mirani & Kealy, Shimona & N. Fenner, Jack & Aplin, Ken & Boulanger, Clara & Brockwell, Sally & Willan, Richard & Piotto, Elena & Louys, Julien: Oldest human occupation of Wallacea at Laili Cave, Timor-Leste, shows broad-spectrum foraging responses to late Pleistocene environments, (2017). Quaternary Science Reviews. 171. 58-72. 10.1016/j.quascirev.2017.07.008.
Laleia und Cairui waren traditionelle Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Sie erscheinen auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.Timor Loro Sae:
Laleia leistete Portugal 1868 während der Rebellion in Cová Waffenhilfe.Geoffrey C. Gunn: Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)
Im Krieg von Laleia zwischen 1878 und 1880 rebellierte Dom Manuel dos Remédios, der Liurai von Laleia, gegen den portugiesischen Gouverneur und die katholische Mission, die seit 1870 in Laleia bestand. Auslöser war die Beschuldigung von Remédios, er habe das Töten von Menschen zugelassen, die der Hexerei beschuldigt wurden. Auch er selbst habe 18 Menschen hingerichtet. Die ersten beiden Angriffe der Portugiesen scheiterten, da die beiden Truppen komplett desertierten. Auch die verbündeten Krieger aus Vemasse flohen und überließen die Portugiesen dem Schicksal, als die Krieger aus Laleia angriffen. Diese töteten aber nur zwei Verräter, die sich unter dem Schutz der Portugiesen gestellt hatten und zogen sich dann wieder zurück. Gouverneur Hugo Goodair de Lacerda Castelo Branco zog darauf Truppen aus den verbündeten Reichen zusammen. Remédios musste Laleia verlassen und fand im verbündeten Laclubar Zuflucht. Von einem befestigten Stützpunkt in den Bergen aus, griffen er und seine Krieger immer wieder Portugiesen und mit ihnen verbündete Reiche an. Es kam zu Gefechten in Vemasse, Ossuquelli und Bucoli. Die Portugiesen mussten dabei herbe Rückschläge hinnehmen. Der Ort Laleia und seine Kirche wurde von Rebellen geplündert und niedergebrannt. Erst mit Unterstützung von zusätzlichen Truppen (teils aus Afrika) und drei Feldgeschützen wendete sich das Blatt. Im Juni 1879 fiel Gouverneur Branco im Reich von Laclubar ein. Die Stützpunkte der Rebellen wurden zwischen dem 18. und 20. Juni dank der Geschütze komplett zerstört und der Liurai von Laclubar gefangen genommen. Remédios entkam zunächst, stellte sich aber schließlich im April 1880. Noch im selben Jahr wurde er in Dili vor Gericht gestellt, dann aber aus Mangel an Beweisen 1881 freigesprochen. Er regierte als Liurai noch bis zu seinem Tod im Juli 1881.Ricardo Roque: A Missão em guerra:a história oculta da colecção de crânios de Timor da Universidade de Coimbra, 2010, Antropologia Portuguesa, 26-27 (2009-2010), S. 259–283, abgerufen am 8. Mai 2023.Katharine Davidson: The Portuguese colonisation of Timor: the final stage, 1850-1912, S. 152–165, Sydney 1994.
1882 ernannte Gouverneur Bento da França Pinto de Oliveira (1882–1883) Manuel Delgado Ximenes zum Colonel Regente von Laleia, bis die Einheimischen selbst einen neuen Liurai gewählt hätten. Manuel dos Remédios hatte keine Söhne und die weiblichen Erben wollten nicht regieren. Ximenes als Feind der Familie des alten Herrschers, so dass seine Ernennung sehr provokativ war, selbst nur für eine Übergangslösung. Doch Ximenes hatte im portugiesischen Militär eine Reihe von Unterstützern. So kam es zu kleineren Unruhen. Schließlich sollte Dom Braz Feliciano Ribeiro Pires neuer Liurai werden, doch noch immer sperrten sich die Verbündeten von Ximenes. Letztendlich wurde Ximenes ausbezahlt, indem man ihm zum Liurai von Baucau machte. Es gibt widersprüchliche Angaben, ob dies 1884 oder 1887 geschah.Belo, Dom Carlos Filipe Ximenes (2011) Os antigos reinos de Timor-Leste (Reys de Lorosay e Reys de Lorotoba, Coronéis e Datos), S. 145–149. Baucau: Tipografia Diocesana Baucau. Er war der Neffe von Remédios und Sohn von Dona Maria Pires, der ehemaligen Königin von Cowa. Da Braz Feliciano Ribeiro Pires auch mit Joana da Costa dos Remédios, der ältesten Tochter von Manuel dos Remédios verheiratet war, fand Pires die Unterstützung der Adligen von Laleia. Joana hatte das Angebot der Portugiesen, selbst Herrscherin zu werden zugunsten ihres Mannes abgelehnt.Hans Hägerdal und Douglas Kammen: The Lost Queens of Timor, S. 33, 2016, In: Women and the Politics of Gender in Post-Conflict Timor-Leste: Between Heaven and Earth, Eds Sara Niner. Routledge, Taylor and Francis Group, London, New York, .
1882 kam es erneut zu Kämpfen zwischen Vemasse und Laleia, wofür der portugiesische Kommandant der Militärkommandantur verantwortlich gemacht wurde. 1888 unterstützte das Reich Laleia die Portugiesen beim Feldzug gegen Faturó und Sarau.Davidson 1994, S. 170–171.
mini|Ehrengrab für die gefallenen FALINTIL-Kämpfer in Laleia
Herrscher von Laleia Dom Salvador (1726) Dom Domingos da Costa dos Remédios (etwa 1769) Dom André Salvador da Costa dos Remedios (1815) Dona Jozepha da Costa dos Remedios (1854) Dona Lucinda Dias Veira Godinho (etwa 1860) Dom Manuel Salvador da Costa dos Remédios (1871-1881†) Dom Manuel Delgado Ximenes (1882-1884 oder 1887)
Dom Braz Feliciano Ribeiro Pires (1884 oder 1887-nach 1895) (Neffe von Dom Manuel Salvador da Costa dos Remédios)
1975 floh die Bevölkerung vor den indonesischen Invasoren aus dem Ort Laleia nach Natarbora. In den verlassenen Ort marschierte die indonesische Armee am 25. Dezember ein und vernichtete die Lebensmittelvorräte. Todesfälle durch Hunger waren die Folge. 1976 war der Subdistrikt ein Rückzugsgebiet der FALINTIL, die gegen die indonesischen Invasoren kämpfte. Hier gründete sie eine base de apoio, eine Widerstandsbasis, die Zuflucht für Flüchtlinge aus Baucau, Manatuto und Viqueque bot. Später wurde die Basis von den Indonesiern zerstört. Ende 1979 befand sich in Lifau ein indonesisches Lager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den Besatzern umgesiedelt werden sollten. Zwischen 1970 und 1980 sank die Bevölkerungszahl des Subdistrikts von 3169 auf 1695. (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
Politik mini|links|Sitz des Verwaltungsamts am Hauptplatz in Laleia mini|Administrator Basílio Ximenes (2013)
Der Administrator des Verwaltungsamts wird von der Zentralregierung in Dili ernannt. 2015 war dies Basílio XimenesMinistério da Administração Estatal: und 2016 Simão da Costa.Jornal da República: RESOLUÇÃO DO GOVERNO N.º 34/2016 de 12 de Outubro, abgerufen am 12. Januar 2024. 2021 wurde Cosme Ximenes zum Administrator ernannt.Jornal da República: DESPACHO Nº 49 / M - MAE / IX / 2021, 1. September 2021, abgerufen am 22. Dezember 2023. Am 9. Januar 2024 wurde Francisco Jacinto Ximenes zum Administrator ernannt.Jornal da República: DESPACHO N.º 04 / M-MAE / I / 2024 – Nomeação dos Secretários Municipais, dos Diretores dos Serviços Municipais e dos Administradores dos Postos Administrativos da Autoridade Municipal de Manatuto, 9. Januar 2024, abgerufen am 23. Juli 2024.
Wirtschaft 44 % der Haushalte in Laleia bauen Reis an, 35 % Kokosnüsse, 35 % Mais, 32 % Maniok, 31 % Gemüse und 6 % Kaffee.Direcção Nacional de Estatística: (PDF; 9,8 MB; englisch). Im Nordosten finden sich kleine Vorkommen an Gips, Magnesium und Zink.
Persönlichkeiten Martinho da Costa Lopes (1918–1991), Apostolischer Administrator von Dili Xanana Gusmão (* 1946), Freiheitskämpfer und Politiker Domingos Francisco de Sousa (* 1947), Freiheitsaktivist, Autor und Diplomat Gabriel Soares (* 1971), Politiker
Partnerschaften Covilhã, PortugalMunicípios Portugueses: , abgerufen am 7. Januar 2018.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Verwaltungsamt in Manatuto (Gemeinde)