mini|Rokon Trail-Breaker (Mk 3) Die Rokon Trail-Breaker ist ein seit mehr als 50 Jahren vom US-amerikanischen Hersteller Rokon gebautes Motorrad, dessen beide Räder über Ketten angetrieben werden. Dies verhilft ihm zu ungewöhnlicher Bergsteigefähigkeit, außerdem ist das Motorrad mit Ballonreifen schwimmfähig.motorradonline.de Seit 50 Jahren auf dem Markt Allradmotorrad: Rokon Trail-Breaker im Test (abgerufen am 31. Januar 2015)Orla Larsen mit Trail-Breaker Mk 2 Durch seine Bauart ist es ein Zweirad mit Frontantrieb.

Geschichte 1958 stellte Charles Fehn (1915–1972) den ersten Prototyp eines allradgetriebenen Motordreirades her; am 20. August 1963 beantragte er ein Patent auf ein kettengetriebenes Motorrad mit Allradantrieb das unter der Nummer US3268025 registriert wurde. Einen ähnlichen Antrieb mit mehreren Ketten konstruierte schon 1924 Bill Bradley.Christian Bartsch (Hrsg.): Ein Jahrhundert Motorradtechnik. VDI Verlag, Düsseldorf 1987, ISBN 3-18-400757-X, S. 228. Motorenlieferanten für die Vorserie der Trail-Breaker waren zunächst ILO und Maico. In der 1963 begonnenen Serienproduktion wurde ein Zweitaktmotor von West Bend mit 134-cm³ Hubraum verwendet, der ursprünglich als Bootsmotor konzipiert war. 1965 wurde der Motorenhersteller von Chrysler übernommen. 1965 fügte ein neuer Investor den Markennamen Rokon (hergeleitet „On The Rocks“) hinzu.Jerry Hatfield: Standard Catalog of American Motorcycles 1898-1981. Krause Publications 2006, ISBN 978-0-89689-949-0, S. 440. In den 1990er-Jahren erhielten die Modelle Viertaktmotoren von Honda und Kohler.Hugo Wilson: Das Lexikon vom Motorrad. S. 161. Unterbrochen durch Firmenverkauf (Nethercutt Industrial Corporation an Orla Larsen), Insolvenz (1978–1982) und Modellwechsel wird das Modell Rokon Trail-Breaker bis heute gebaut. mini|hochkant|Rokon Trail-Breaker (Mk 3)

Technik Der gebläsegekühlte, kolbenkantengesteuerte Einzylinder-Zweitaktmotor der ersten Modellreihe war liegend im Doppelrohrrahmen eingebaut und wurde über einen Seilzug gestartet. Er lief mit 1 : 20 Zweitaktgemisch. Der Motor hatte einen Schwunglichtmagnetzünder und einen lageunabhängigen Tillotson-Membranvergaser. Ein Dreiganggetriebe mit Flüssigkeitskupplungrokonworld.com Broschüre überträgt die Kraft über eine Kette und ein Winkelgetriebe auf eine Antriebswelle im Rahmenhauptrohr; diese war über ein Kreuzgelenk in Lenkachsenflucht, Winkelgetriebe und eine Kette mit dem Vorderrad verbunden; eine weitere Kette trieb das Hinterrad an. Eine Schlingfederkupplung (Freilauf) erlaubt für die bessere Fahrbarkeit dem Vorderrad eine höhere Drehzahl als dem Hinterrad. Spätere Modelle erhielten statt der Flüssigkeitskupplung eine Fliehkraftkupplung und ein automatisches stufenloses Keilriemengetriebe. Mit einem im Stand schaltbaren Dreigangvorgelege konnte man die Höchstgeschwindigkeit und das maximale Raddrehmoment vorwählen. Das ungefederte Fahrzeug hatte einen Radstand von 1244 mmMotorrad Katalog 1976, S. 55. und Ballonreifen der Größe 6,70 × 15 Zoll von Goodyear.François-Marie Dumas: Unusual Motorcycles. S. 69.

Flussdurchfahrten sind bis zu einer Wattiefe von 61 cm möglich. Das Motorrad ist in Verbindung mit den Ballonreifen schwimmfähig, so dass man es „bei Flussdurchquerungen einfach hinter sich herziehen“ kann.youtube.com Tim Ralston of National Geographic’s (ab 7:45). Andererseits sind die hohlen Aluminium-Radkörper auch als Vorratsbehälter für Trinkwasser oder Benzin mit einem Fassungsvermögen von 17 Litern nutzbar oder können mit Sand gefüllt werden, wodurch sich jeweils die Traktion erhöht, während die Schwimmfähigkeit verloren geht. In einer alten Broschüre gab der Hersteller die Bergsteigefähigkeit mit unglaublichen 60 Grad an,rokonworld.com Broschüre inzwischen wurde das auf 60 % korrigiert. Das Leergewicht liegt je nach Modell zwischen 83,5 und 99 kg. Broschüre (abgerufen am 31. Januar 2015)

Das Motorrad hatte zunächst nur eine Trommelbremse im Vorderrad, seit 1974 waren es zwei mechanisch betätigte, und seit 2007 sind es hydraulisch betätigte Scheibenbremsen an der Antriebswelle. Die vordere Scheibenbremse wirkt über den Freilauf auf beide Räder.

Die weitere Modellpflege umfasste die Einführung einer elektronischen Zündung (1985), Viertaktmotoren (1994), elektrischem Starter (1999) und einer Langarmschwinge (2008). Für die Rokon Trail-Breaker sind verschiedene Anbaugeräte sowie Anhängerkupplung für den Holztransporter erhältlich.

Modelle Trail-Breaker Mk 2–4Trail-Breaker Mk 5–7Trail-Breaker Mk 8Wird aktuell unter der Bezeichnung Ranger angeboten.Trail-Breaker Bauzeit1963 bis 19731974 bis 19931994 bis 1999seit 1999 Motor Einzylinder-Zweitaktmotor HerstellerWest BendChrysler/ForceHondaKohler Hubraum134 cm³134 cm³160 cm³208 cm³ Leistung7 HP (5,2 kW)bei 6.500/min10 HP (7,5 kW)bei 8.000/min5 HP (3,7 kW)bei 3.600/min7 HP (5,2 kW)bei 3.600/minrokon.com Trail-Breaker (abgerufen am 31. Januar 2015) Höchstgeschwindigkeit40 km/h56 km/h48 km/h72 km/h

Literatur François-Marie Dumas: Unusual Motorcycles. Haynes 2012, ISBN 978-0-85733-261-5. Hugo Wilson: Das Lexikon vom Motorrad. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-613-01719-9.

Weblinks Mk I Mk II Mk III Mk IV Mk 8

Einzelnachweise und Anmerkungen

Kategorie:Motorradmodell Kategorie:Zweirad mit Frontantrieb