Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der norwegischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Weltmeisterschaften. Norwegen konnten sich für alle WM-Endrunden der Frauen qualifizieren und belegt in der ewigen Tabelle seit der WM 2023 Platz 4. Die Norwegerinnen wurden als erste europäische Mannschaft Weltmeister der Frauen, konnten danach aber nicht mehr das Finale erreichen.
Die Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab, siehe , Seite 159 Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1991 Volksrepublik China Finale USA Vize-Weltmeister Even Pellerud 1995 Schweden Finale DeutschlandWeltmeister Even PellerudAnn Kristin Aarønes Torschützenkönigin 1999 USA Spiel um Platz 3 Brasilien 4. Per-Mathias HagmoNiederlage im Elfmeterschießen 2003 USA Viertelfinale USA 7. Age Steen 2007 Volksrepublik China Spiel um Platz 3 USA4. Bjarne Berntsen 2011 Deutschland Vorrunde Äquatorialguinea, Brasilien, Australien10. Eli Landsem Erstes Aus in der Vorrunde eines Ex-Weltmeisters 2015 Kanada Achtelfinale England 10. Even Pellerud 2019 Frankreich Viertelfinale England8. In der Qualifikation traf die Mannschaft auf die Niederlande, Irland, die Slowakei und Nordirland. Durch einen Sieg am letzten Spieltag gegen die Niederlande gelang die direkte Qualifikation. Gegner in Frankreich waren in der Gruppenphase der Gastgeber sowie Nigeria und Südkorea. Achtelfinalsieg im Elfmeterschießen gegen Australien. 2023 Australien/Neuseeland Achtelfinale Japan 15. Hege Riise In der Qualifikation trafen die Norwegerinnen auf Belgien, Polen, Albanien, Kosovo und Armenien.
Statistik (Angaben inkl. 2023: Neun Weltmeisterschaften)
nicht teilgenommen: nie (0 %) ohne Qualifikation qualifiziert (als Gastgeber): nie (0 %) qualifiziert: neunmal (100 %) Vorrunde: einmal (11,1 %; 2011) Achtelfinale: einmal (22,2 %; 2011 und 2023) Viertelfinale: zweimal (22,2 %; 2003, 2019) Spiel um Platz 3: zweimal (22,2 %; 1999 und 2007) Vizeweltmeister: einmal (11,1 %; 1991) Weltmeister: einmal (11,1 %; 1995)
Die Turniere WM 1991 in der Volksrepublik China mini|Aufstellungen im ersten WM-Finale der Frauen
Für die erste WM der Frauen qualifizierten sich die Norwegerinnen als Zweiter der Europameisterschaft 1991. Dafür hatten sie sich zunächst in der EM-Qualifikation mit fünf Siegen und einem Remis ohne Gegentor gegen England, Finnland und Belgien durchgesetzt. Im Viertelfinale gegen Ungarn mussten sie dann beim 2:1-Heimsieg das erste Gegentor hinnehmen, gewannen aber das Auswärtsspiel mit 2:0. Damit waren sie bereits für die WM qualifiziert. Bei der EM-Endrunde wurde Dänemark nach torlosen 100 Minuten – die reguläre Spielzeit betrug damals 2×40 Minuten – im Elfmeterschießen besiegt. Im Finale gegen Deutschland ging es ebenfalls in die Verlängerung, in der die Deutschen mit 3:1 gewannen.
In der Volksrepublik China wurde Norwegen in die Gruppe mit dem Gastgeber, Dänemark und Neuseeland gelost. Im ersten Spiel einer offiziellen Frauen-WM verloren sie mit 0:4 gegen die Chinesinnen. Das zweite Spiel gegen Neuseeland gewannen sie dann mit 4:0. Dabei gelang Linda Medalen nach einem Eigentor von Terry McCahill als erster Norwegerin ein WM-Tor. Im Spiel um Platz 2 der Gruppe wurden dann die Däninnen mit 2:1 besiegt und damit das Viertelfinale erreicht. Aber auch die Däninnen kamen als beste Gruppendritte in die K.-o.-Runde. Gegner im Viertelfinale waren dann die Italienerinnen. Norwegen konnte zweimal in Führung gehen, aber musste immer wieder den Ausgleich hinnehmen und in die Verlängerung. In dieser sicherte Tina Svensson durch einen verwandelten Strafstoß den 3:2-Sieg. Im Halbfinale war der Nachbar Schweden der Gegner und die Norwegerinnen konnten nach 0:1-Rückstand mit einem 4:1 ins Finale einziehen. Finalgegner waren die USA, die zuvor alle Spiele gewonnen hatten und auch im Finale nicht zu bezwingen waren. Zwar konnte Linda Medalen mit ihrem sechsten Tor die Führung der USA ausgleichen, Michelle Akers sicherte aber mit ihrem zweiten Final-Tor den 2:1-Sieg der US-Girls und wurde auch mit insgesamt 10 Toren erste Torschützenkönigin.
WM 1995 in Schweden Für die WM im Nachbarland qualifizierten sich die Norwegerinnen als Halbfinalist der Europameisterschaft 1995. In der Qualifikation dazu hatte sich Norwegen mit fünf Siegen und einem Remis gegen Finnland, Ungarn und Tschechien durchgesetzt. Im Viertelfinale setzte sich Norwegen mit zwei Siegen gegen Italien durch und war damit für die WM qualifiziert. Im Halbfinale gewannen sie zwar das Hinspiel gegen Schweden mit 4:3, verloren aber in Schweden mit 1:4.
Bei der WM in Schweden trafen sie im ersten Spiel auf Afrikameister Nigeria und gewannen mit 8:0. Gegen England folgte dann ein 2:0 und gegen WM-Neuling Kanada ein 7:0. Im Viertelfinale gegen Dänemark mussten sie dann beim 3:1 das erste Gegentor hinnehmen. Im Halbfinale kam es dann zur Revanche für das vorherige WM-Finale. Diesmal hatten die Norwegerinnen aber das bessere Ende für sich und gewannen mit 1:0. Damit hatten die USA erstmals ein WM-Spiel verloren. Finalgegner war Europameister Deutschland und bei strömenden Regen sorgten Hege Riise und Marianne Pettersen kurz vor der Halbzeit für die Entscheidung für die Norwegerinnen. Damit war Norwegen zum ersten Mal Weltmeister. Bereits mit dem Einzug ins Viertelfinale hatte sich Norwegen auch für das erste Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 1996 qualifiziert an dem nur die acht besten Mannschaften der WM teilnehmen konnten.Weil allerdings England als siebtbeste Mannschaft bei den Olympischen Spielen nicht startberechtigt war, konnte Brasilien als neuntbeste Mannschaft auch teilnehmen.
WM 1999 in den USA Anders als bei der WM der Männer, bei der der Titelverteidiger bis 2002 automatisch qualifiziert war, musste sich für die zweite WM der Frauen auch der Titelverteidiger qualifizieren. Für die dritte Weltmeisterschaft setzte die UEFA dann auch erstmals und bis heute einziger Kontinentalverband separate Qualifikationsspiele an. In der Qualifikation traf Norwegen auf den Finalgegner von 1995 sowie die Niederlande und England. Mit vier Siegen, einem Remis und einer Niederlage in Deutschland belegte Norwegen mit einem Punkt Vorsprung vor Deutschland den ersten Platz und qualifizierte sich direkt für die WM. Deutschland, das außer in Norwegen auch bei den Niederländerinnen verloren hatte, qualifizierte sich über die Playoffs der Gruppenzweiten gegen die Ukraine ebenfalls für die WM-Endrunde.
In den USA gewannen die Norwegerinnen ihr Auftaktspiel gegen WM-Neuling Russland mit 2:1. Gegen Kanada folgte dann ein 7:1 und gegen Japan ein 4:0. Im Viertelfinale war dann wieder einmal der Nachbar Schweden der Gegner und Norwegen erreichte mit einem 3:1 zum dritten Mal in Folge das Halbfinale. Dort war China dann überlegen und gewann mit 5:0. Das Spiel um Spiel um Platz 3 gegen Brasilien blieb dann 90 Minuten lang torlos. Aufgrund des anschließenden Finals wurde keine Verlängerung gespielt und sofort ein Elfmeterschießen angesetzt, das Brasilien mit 5:4 gewann. Als Vierter hatte sich Norwegen aber für das Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 2000 qualifiziert an dem neben Gastgeber Australien nur die sieben besten Mannschaften der WM teilnehmen konnten. Dort gewann Norwegen dann die olympische Goldmedaille und wurde nach den USA die zweite Mannschaft, die sowohl Kontinentalmeister, Weltmeister und Olympiasieger wurde.
WM 2003 in den USA Eigentlich sollte die WM 2003 wieder in der Volksrepublik China stattfinden. Wegen der SARS-Epidemie wurde das Turnier kurzfristig in die USA verlegt. Damit fand die Weltmeisterschaft zum zweiten Mal in den USA statt. In der Qualifikation traf Norwegen auf Frankreich, die Ukraine und Tschechien. Mit fünf Siegen und einem Remis qualifizierte sich Norwegen als Gruppensieger für die WM. Den zweitplatzierten Französinnen gelang in den Playoffs der Gruppenzweiten ebenfalls die Qualifikation durch ein 2:0 und ein 1:1 gegen Dänemark.
In den USA trafen sie im ersten Gruppenspiel wieder auf den Qualifikationsgegner Frankreich und gewannen mit 2:0. Gegen Brasilien folgte dann eine 1:4-Niederlage aber mit einem 7:1 gegen Südkorea wurde als Gruppenzweiter noch das Viertelfinale erreicht. Hier waren wieder mal die USA der Gegner und nach einem 0:1 wurde erstmals nicht das Halbfinale erreicht. In diesem scheiterten die USA dann aber an Deutschland, so dass sie ihren Titel nicht verteidigen konnten. Mit dem Viertelfinalaus hatte Norwegen auch die Qualifikation für das Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 2004 verpasst an dem neben Gastgeber Griechenland nur die beiden besten europäischen Mannschaften der WM teilnehmen konnten, womit Norwegen keine Chance hatte den Titel als Olympiasieger zu verteidigen.
WM 2007 in der Volksrepublik China Vier Jahre später fand dann die WM doch zum zweiten Mal in der Volksrepublik China statt. In der Qualifikation traf Norwegen auf die Ukraine, Italien, Serbien und Griechenland. Mit sieben Siegen und einem Remis setzten sich die Norwegerinnen souverän durch.
Im ersten Spiel der Endrunde trafen sie auf Kanada. Nach zwei hohen Siegen bei vorherigen Endrunden reichte es diesmal nur zu einem 2:1 und im zweiten Spiel gegen Australien gar nur zu einem 1:1. Gegen Ghana folgte dann aber ein 7:2, wobei Ragnhild Gulbrandsen allein drei Tore erzielte. Damit war Norwegen Gruppensieger und traf im Viertelfinale auf Gastgeber China. Mit 1:0 konnten sich die Norwegerinnen für die Halbfinalniederlage acht Jahre zuvor revanchieren und ins Halbfinale einziehen. Hier trafen sie auf Europameister und Titelverteidiger Deutschland und verloren mit 0:3. Deutschland konnte dann auch das Finale gegen Brasilien gewinnen und als erste Mannschaft den WM-Titel verteidigen und ohne Gegentor im Turnier bleiben. Norwegen verlor dagegen auch das Kleine Finale gegen die USA mit 1:4 und damit erstmals bei einer WM drei Spiele. Mit dem Halbfinaleinzug hatte sich Norwegen aber die Qualifikation für das Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 2008 gesichert, an dem nur die drei besten europäischen Mannschaften der WM teilnehmen konnten.
WM 2011 in Deutschland Für die WM in Deutschland qualifizierten sich die Norwegerinnen mit sieben Siegen und einem Remis gegen die Niederlande, Belarus, die Slowakei und Mazedonien. Dabei gelangen Isabell Herlovsen beim 14:0-Sieg über Mazedonien sechs Tore. Mit dem 4:0 am vorletzten Spieltag in der Slowakei qualifizierte sich Norwegen vorzeitig für die Playoffs der Gruppensieger, die diesmal notwendig waren. Mit 1:0 und 2:0 wurde die Ukraine besiegt und die Fahrkarte zur WM gebucht.
In Deutschland wurde Norwegen in eine Gruppe mit WM-Neuling Äquatorialguinea, Vizeweltmeister Brasilien und Australien gelost. Im ersten Spiel gegen den WM-Neuling taten sich die Norwegerinnen lange Zeit schwer und kamen erst in der 84. Minute zum erlösenden 1:0, bei dem es dann auch blieb. Gegen Brasilien folgte dann eine 0:3-Niederlage. Im letzten Spiel gegen Australien ging es dann um den zweiten Platz. Norwegen ging zwar in der 56. Minute mit 1:0 in Führung, musste aber postwendend den Ausgleich hinnehmen. Da die Australierinnen die bessere Tordifferenz hatten, reichte ihnen dieses Remis um ins Viertelfinale einzuziehen, daher drängte Norwegen auf den Siegtreffer, musste aber in der 87. Minute das 1:2 hinnehmen und konnte dieses nicht mehr ausgleichen. Damit schied Norwegen erstmals in der Vorrunde aus und konnte sich damit auch nicht für das Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 2012 qualifizieren an dem nur die zwei besten europäischen Mannschaften der WM sowie Großbritannien als Gastgeber teilnehmen konnten. Gruppensieger Brasilien und Australien scheiterten aber beide im Viertelfinale.
WM 2015 in Kanada