miniatur|Christ-König-Kirche um 1955 miniatur|Christ-König-Kirche 2010 miniatur|Das „Boomskröks“

Die katholische Kirche Christ König in Holzlar, einem Ortsteil des Bonner Stadtbezirks Beuel, war das erste in Holzlar gebaute Kirchengebäude.

Geschichte

Im Jahr 1925 entstand in Holzlar eine Initiative zum Bau einer eigenen Kirche in der Nähe der Schule. Der Plan scheiterte zunächst an den Kosten.

Erneut griff 1951 eine Bürgerversammlung die Kirchbaufrage auf. Am 22. Juli 1951 wurde eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Gründer der Kautex-Werke und damaligen Gemeindebürgermeister Reinold Hagen als Vorsitzenden gebildet. Als bester Platz für die Kirche galt erneut die Nähe der Schule. Das rund 5000 m² große Grundstück konnte mithilfe des Erzbistums Köln und Reinold Hagens erworben werden. Den von Köln genehmigten Plan erstellte Hagens Bruder Hermann, der auch die Bauleitung übernahm.

Der Bau begann am 20. Juni 1952. Schüler zogen mit ihrem Lehrer einen Graben zur Bodenprobe. Am 15. Januar 1953 folgten die Ausschachtungsarbeiten.

Am Sonntag, dem 28. Juni 1953, legte Dechant Rösgen den Grundstein. Noch im selben Jahr wurde die Holzlarer Kirche fertiggestellt. Die Zeiten für die Sonntagsmesse, die zunächst die Geistlichen aus Pützchen halten sollten, wurden auf 8.30 und 10 Uhr festgelegt. Am 13. Dezember 1953 benedizierte Prälat Lewen aus Köln die Kirche. Drei Tage später fand der erste Schulgottesdienst statt. Die Konsekration der Christkönigskirche erfolgte am 19. April 1954 durch Weihbischof Joseph Ferche.

Im Jahre 2000 wurde ein Andachts-, Unterrichts- und Tanzraum angebaut; im Jahre 2008 wurden bunte Fenster eingebaut.

Zur Kirchengemeinde Christ König gehören der benachbarte, vorher zur Kirchengemeinde Stieldorf gehörende Bonner Stadtteil Hoholz und die in der Nachbarstadt Sankt Augustin gelegene Kapelle im Schloss Birlinghoven. Die Kirchengemeinde mit ihren etwa 4200 Kirchenmitgliedern ist seit 18. März 2002 mit den Nachbargemeinden Sankt Adelheid (Pützchen) und Sankt Antonius (Holtorf) zum Pfarrverband „Am Ennert“, seit 1. Januar 2010 „Katholischer Kirchengemeindeverband Am Ennert“ zusammengeschlossen; die Seelsorge war seit 2011 bis August 2019 dem indischen Karmeliterorden CMI übertragen.

Orgel Im Jahre 1988 erstellte die Firma Kleuker Orgelbau, Brackwede auf der Empore über dem Kircheneingang eine Orgel mit 19 Registern (1314 Pfeifen).Peter Jurgilewitsch, Wolfgang Pütz-Liebenow: Die Geschichte der Orgel in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis, Bouvier Verlag, Bonn 1990, ISBN 3-416-80606-9, S. 190–191.

I Hauptwerk Principal 8′ Bleigedackt 8′ Octave 4′ Nasard ′ Feldflöte 2′ Mixtur IV ′ Trompete 8′ Tremulant II Schwellwerk Rohrflöte 8′ Viola di Gamba 8′ Blockflöte 4′ Prinzipal 2′ Quinte ′ Sesquialtera II ′ Scharff III 1′ Hautbois 8′ Tremulant Pedal Subbass 16′ Principal 8′ Pommerbass 8′ Piffaro 4′ + 2′ Koppeln: Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P als Wippen und Fußtritte Spielhilfen: 6-fache elektrische Setzerkombination, Tutti, Auslöser

Glocken Die Feier der Glockenweihe wurde im Kirchenschiff am 6. Dezember 1953 begangen. Durch Stiftungen konnten 1953 vier Kirchenglocken von Hans Hüesker in der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher gegossen werden, die Dechant Rösgen segnete: die Christ-König-Glocke wurde gestiftet von der Belegschaft der Kautexwerke. Mit ihren Schlagtönen b1, c2, es2 und f2 ergeben die Glocken die Anfangstöne des Chorals Christ ist erstanden. Für jede Glocke waren in besonderen Versammlungen Paten ausgelost worden, so dass alle vier Ortsteile bedacht waren.

Glocke Name Durchmesser Gewicht Schlagton Inschrift 1 Christus König 845 mm 370 kg b′-6 + SEIN REICH IST EIN REICH DER WAHRHEIT UND DES LEBENS + EIN REICH DER HEILIGKEIT UND DER GNADE + EIN REICH DER GERECHTIGKEIT UND DES FRIEDENS.am Schlagring: GESTIFTET VON DER BELEGSCHAFT DES KAUTEXWERKES 2 Maria 755 mm 250 kg c″-5 MARIA JUNGFRAU UND GOTTESMUTTER MARIA, BREIT DEN MANTEL AUS + MACH SCHIRM UND SCHILD FÜR UNS DARAUS 3 Margareta 620 mm 140 kg es″-5 ST. MARGARETA JUNGFRAU UND MÄRTYRINSIE WAR EINE KLUGE JUNGFRAU, DIE DER HERR WACHEND GEFUNDEN. 4 Antonius 544 mm 100 kg f″-6 ST. ANTONIUS EREMIT + SELIG DER MANN, DER DEN HERRN FÜRCHTET UND FREUDE HAT AN SEINEN GEBOTEN.

Boomskröks Das „Boomskröks“ genannte Holzwegekreuz von 1816 war einst eins der sieben (später acht) Kreuze der Holzlarer Fußfälle.Hiltigund Langen: Die Holzlarer Wegekreuze; Holzlarer Bote Band 6 Nr. 2, Juni 1992, Hrsg. Bürgerverein Holzlar e.V. Es wurde 1816 an der Ecke Hauptstraße und Mühlenweg errichtet. Das Kreuz wurde mehrfach umgesetzt und stand zuletzt an der Ecke Heideweg und Hauptstraße, dort wurde es bei einem Verkehrsunfall schwer zerstört. Die Überreste wurden durch die Holzlarer Junggesellen geborgen und der Kirche übergeben. Es ist unter der Nummer A 3230 in der Liste der Baudenkmäler im Bonner Ortsteil Holzlar verzeichnet.

Weblinks

Einzelnachweise

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