Havířov ([] ; ) ist eine Mittelstadt im Moravskoslezský kraj in Tschechien. Sie entstand 1955 und liegt im mährisch-schlesischen Industriegebiet (Ostravsko-Karvinsko).

Geographie Havířov befindet sich an der Einmündung der Sušanka in die Lučina. Im Norden grenzt es an die Bergbauregionen Petřvald, Orlová und Karviná, im Westen an die Gemeinden Šenov und Václavovice. Die Landschaft ist leicht hügelig und von Bach- und Flusstälern durchschnitten. Von Westen nach Osten durchquert die Landschaft die Eisenbahnverbindung und Fernstraße Ostrava–Svinov nach Český Těšín. Entlang der Fernstraße verläuft dicht besiedeltes Wohngebiet.

Geschichte mini|links|Havířov Die historischen Quellen erwähnen schon circa 1305 im Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis Horní und Dolní Suchá, wie auch wahrscheinlich das benachbarte Šenov (Schonwald/Schönhof). Der erste zuverlässige Nachweis über das Bestehen der Gemeinde Bludovice stammt vom Jahr 1335. 1438 wird zum ersten Mal Šumbark erwähnt. In der Hälfte des 16. Jahrhunderts wird Šumbark als Stadt bezeichnet, es ist jedoch nicht nachgewiesen, dass Šumbark wirklich die Stadtrechte nutzte.

Die Gemeinden, die später nach Havířov eingemeindet wurden, waren nach den Volkszählungen der Jahre 1880 bis 1910 mehrheitlich polnischsprachig, was zur Basis des polnischen Anspruchs nach dem Ersten Weltkrieg wurde (siehe Olsagebiet). mini|links|Die administrative Grenzänderungen (rote Linie) der Stadt Havířov nach dem Zweiten Weltkrieg, die erste sozialistisch-realistische Arbeiterstadt in blauer Farbe Die Entstehung der Stadt Havířov hängt mit dem Aufbau der Bergbausiedlungen auf dem Gebiet der Gemeinden Šumbark und Dolní Bludovice zusammen, dabei wurden auch Teile der Fluren von Šenov einbezogen. Die Ansiedlung wurde durch einen Regierungsbeschluss am 4. Dezember 1955 zur Stadt erhoben, anfänglich auf einer Fläche von 344 ha, davon 230 von Dolní Bludovice, 53 von Šumbark und 61 von Šenov. Der Name der Stadt wurde in einem öffentlichen Wettbewerb ausgewählt. Die Kandidaten waren u. a. Bezručov, Gottwaldův Hornikov, Stalin, Budosociokolektivov. Havíř (abgeleitet vom deutschen ‚Hauer‘) bedeutet auf Tschechisch: Bergmann, wie auch hawiyrz in den Teschener Mundarten. Havířov hat den Ruf als eine Stadt mit hochwertigen Wohngebieten und im Vergleich mit anderen Städten der Region einer sauberen Umwelt und guten Erholungsmöglichkeiten.

Nach der Schließung der Steinkohlenwerke sank die Zahl der Einwohner merklich.

Ab 1998 gehört die Stadt zur Euroregion Teschener Schlesien, und zwar als die größte Stadt auf der tschechischen Seite. In der Stadt gibt es ein tschechisch-deutsches Begegnungszentrum; dort befindet sich auch der Sitz des Vereins der Deutschen des Teschner Schlesiens.Verein der Deutschen des Teschner Schlesiens Nach der Volkszählung im Jahr 2011 lebten in der Stadt 1906 Polen (2,5 %), die viertgrößte Zahl im Olsagebiet. 18.396 (24 %) Personen gaben keine Nationalität an, mehr als in allen anderen Orten der Euroregion.Spis powszechny 2011 (polnisch)

Stadtteile Město (Stadt) Šumbark (Schumbarg, auch Schumberg, Schomberg, ursprünglich Schönberg)Hosák, Ladislav - Šrámek, Rudolf: Místní jména na Moravě a ve Slezsku I-II. Prag Podlesí (Podleiss, auch Podles) Životice (Ziwotitz) Bludovice (Bludowitz, älter Bluda (1335), Blaude, Nieder Bludowitz) Prostřední Suchá (Mittelsuchau älter auch Sucha, Suche) Dolní Suchá (Niedersuchau, DurcheDurche bezieht sich hierbei auf die ins Deutsche übersetzte Wortbedeutung von Sucha, nämlich Dürre. (1447)) Dolní Datyně (Niederdatein, auch Nieder Dattin)

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1869 1880 1890 1900 1910 1921 1930 1950 1961 1970 1980 1991 2001 2011 2021 Einwohner 5173 5379 5900 7223 10.409 11.765 12.782 12.898 51.103 82.068 85.946 86.297 85.855 76.694 68.153Zensus 2021, Český statistický úřad, abgerufen am 18. Juli 2025 (tschechisch)

Sehenswürdigkeiten Schloss Šumbark

Persönlichkeiten in Havířov geboren Franz Pacher (1919–2018), österreichischer Bauingenieur Ota Zaremba (1957–2026), Gewichtheber Petr Korbel (* 1971), Tischtennisspieler Jan Peterek (* 1971), Eishockeyspieler Miroslav Baranek (* 1973), Fußballspieler Daniel Zítka (* 1975), Fußballtorwart Radim Cepek (* 1975), Unihockeyspieler Tomáš Cibulec (* 1978), Tennisspieler Renáta Štrbíková (* 1979), Tischtennisspielerin Pavel Šnobel (* 1980), Tennisspieler Radka Rosická (* 1981), Model und Fernsehmoderatorin Jan Laštůvka (* 1982), Fußballspieler Tommy Hansen (* 1982), Pornodarsteller Dominik Graňák (* 1983), slowakischer Eishockeyspieler David Turoň (* 1983), Eishockeyspieler Patrick Handl (* 1987), Eishockeyspieler Tomáš Mrkva (* 1989), Handballtorwart Robert Mayer (* 1989), tschechisch-schweizerischer Eishockeyspieler Pavel Maslák (* 1991), Sprinter Marek Bárta (* 1992), Diskuswerfer Radek Číp (* 1992), Eishockeyspieler Kateřina Pauláthová (* 1993), Skirennläuferin David Pastrňák (* 1996), Eishockeyspieler Ondřej Lingr (* 1998), Fußballspieler Tereza Szewieczková (* 1998), Fußballspielerin

Partnerstädte Mažeikiai, Litauen Harlow, Vereinigtes Königreich Collegno, Italien Jastrzębie-Zdrój, Polen

Weblinks Website der Stadt (CZ/EN/DE/PL)

Verein der Deutschen des Teschner Schlesiens

Einzelnachweise

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