Die Liste der Stolpersteine im Kölner Stadtteil Ehrenfeld führt die vom Künstler Gunter Demnig verlegten Stolpersteine im Kölner Stadtteil Ehrenfeld auf.

Die Liste der Stolpersteine beruht auf den Daten und Recherchen des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, zum Teil ergänzt um Informationen und Anmerkungen aus Wikipedia-Artikeln und externen Quellen. Ziel des Kunstprojektes ist es, biografische Details zu den Personen, die ihren (letzten) freiwillig gewählten Wohnsitz in Köln hatten, zu dokumentieren, um damit ihr Andenken zu bewahren.

Anmerkung: Vielfach ist es jedoch nicht mehr möglich, eine lückenlose Darstellung ihres Lebens und ihres Leidensweges nachzuvollziehen. Insbesondere die Umstände ihres Todes können vielfach nicht mehr recherchiert werden. Offizielle Todesfallanzeigen aus den Ghettos, Haft-, Krankenanstalten sowie den Konzentrationslagern können oft Angaben enthalten, die die wahren Umstände des Todes verschleiern, werden aber unter der Beachtung dieses Umstandes mitdokumentiert. Die Koordinaten können im Einzelfall abweichend sein.

Bild Name sowie Details zur Inschrift Adresse Zusätzliche Informationen 120px|Stolperstein für Grigorie Baisonasch (Geisselstr. 92) Hier wohnteGrigorie Baisonasch (Jahrgang 1919) Ermordet 19. Dezember 1944 Gestapo Geisselstr. 92() Der Stolperstein erinnert an Grigorie Baisonasch, geboren am 29. Dezember 1919 in Dubno, Ukraine.

Der Zwangsarbeiter Grigorie Baisonasch wohnte im Hinterhaus der Geisselstraße 92 und arbeitete dort in der Autogarage Paul Alard. Am 4. Oktober 1944 wurde er im Rahmen der Gestapo-Razzia nach dem Mord an dem NSDAP-Ortsgruppenleiter Heinrich Soentgen verhaftet, da ihm Verbindungen zur Ehrenfelder Gruppe nachgewiesen werden konnten. Er wurde vom 4. Oktober bis zum 28. Oktober 1944 in der Abtei Brauweiler inhaftiert und anschließend in das EL-DE-Haus nach Köln verlegt. Am 19. Dezember 1944 wurde er von der Kölner Gestapo im Innenhof des EL-DE-Haus ermordet.

Das Haus Geißelstraße 92 existiert heute nicht mehr, und es ist kein begehbarer Bürgersteig vorhanden, so dass der Stolperstein am Ende der Straße (Richtung Melaten-Friedhof) verlegt wurde.NS Dok - Lager der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangenen und der KZ-Häftlinge in Köln: Datensatz 98 - Geisselstraße 92, abgerufen am 25. Januar 2015 120px|Stolperstein für Emma Bastin (Wahlenstr. 37) Hier wohnteEmma Bastin, geb. Salm (Jahrgang 1877) Deportiert Theresienstadt Tot 7. August 1944 Wahlenstr. 37() Der Stolperstein erinnert an Emma Bastin (geb. Salm), geboren am 16. Mai 1870 in Erpel.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Bastin, Emma

Emma Bastin, eine Katholikin jüdischer Abstammung war mit einem „Nichtjuden“ verheiratet. Eine ursprünglich für den 24. August 1942 verfügte Deportation wurde mit Schreiben der Bezirksstelle Rheinland der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland am 22. August 1942 aufgehoben. Ihre Bemühungen ihre Zwangsmitgliedschaft in der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland aufheben zu lassen wurden am 6. Mai 1943 abgelehnt.Horst Matzerath, Elfi Pracht, Barbara Becker-Jákli (Hrsg.): Jüdisches Schicksal in Köln 1918–1945 - Katalog zur Ausstellung des Historischen Archivs der Stadt Köln/NS-Dokumentationszentrum (8. November 1988 bis 22. Januar 1989, im Kölnischen Stadtmuseum/Alte Wache), Stadt Köln 1988, Seite 305

Emma Bastin wurde am 1. August 1943 mit dem Transport III/9 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. In der Transportliste wurde Emma Bastin als „verwitwet“ eingetragen.Deportationsliste von Köln nach Theresienstadt am 1. August 1943, Blatt 1, Eintrag Nr.1statistik-des-holocaust.de Deportationen aus dem Rheinland nach Theresienstadt 1943–1945 Emma Bastin starb am 7. August 1944 im KZ Theresienstadt.Yad Vashem: Haeftlingsliste des Lagers Theresienstadt Emma Bastin, abgerufen am 3. April 2016

Nach neueren Informationen, welche zum Zeitpunkt der Stolpersteinverlegung nicht bekannt waren, wurde Emma Bastin im Jahr 1870 geboren. 120px|Stolperstein für Johanna Bastin (Wahlenstr. 37) Hier wohnteJohanna Bastin (Jahrgang 1898) Deportiert ??? Wahlenstr. 37() Der Stolperstein erinnert an Johanna Bastin, geboren am 23. Januar 1898 in Ostende.Yad Vashem: Gedenkblatt für Johanna Bastin, abgerufen am 3. April 2016 120px|Stolperstein für Jakob Baum (Leostr. 48) Hier wohnteJakob Baum (Jahrgang 1881) Deportiert 1941 Łódź/Litzmannstadt 1944 Auschwitz Ermordet Leostr. 48()100px|Verlegestelle Leostr. 48 Der Stolperstein erinnert an Jakob Baum. Verlegung am 7. November 2025 120px|Stolperstein für Silvia Baum (Leostr. 48) Hier wohnteSilvia Baum geb. Kaufmann (Jahrgang 1896) Deportiert 1941 Łódź/Litzmannstadt 1944 Auschwitz Ermordet Der Stolperstein erinnert an Silvia Baum. Verlegung am 7. November 2025 120px|Stolperstein für Siegbert Baum (Leostr. 48) Hier wohnteSiegbert Baum (Jahrgang 1923) Deportiert 1941 Łódź/Litzmannstadt Mehrere Lager KZ Bergen-Belsen Befreit Der Stolperstein erinnert an Siegbert Baum. Verlegung am 7. November 2025. Ein zweiter Stein für Siegbert Baum befindet sich vor dem Gymnasium Kreuzgasse, Vogelsanger Str. 1, Köln-Neustadt-Nord 120px|Stolperstein für Anneliese Baum (Leostr. 48) Hier wohnteAnneliese Baum (Jahrgang 1925) Deportiert 1941 Łódź/Litzmannstadt 1944 Auschwitz Ermordet Der Stolperstein erinnert an Anneliese Baum. Verlegung am 7. November 2025120px|Stolperstein für Gustav Bermel (Melatengürtel 86) Hier wohnteGustav Bermel (Jahrgang 1927) Gestapohaft Gehenkt 10. November 1944 17 Jahre alt Melatengürtel 86() Der Stolperstein erinnert an Gustav Bermel, geboren am 11. August 1927 in Köln.

Gustav Bermel wurde zum Reichsarbeitsdienst einberufen und zu Schanzarbeiten am Westwall eingesetzt. Von dort floh er nach Hause und schloss sich der Ehrenfelder Gruppe an. Am 4. Oktober 1944 wurde er verhaftet. Am 10. November 1944 wurden 13 Angehörige der Ehrenfelder Gruppe in der Hüttenstraße in Ehrenfeld ohne Gerichtsurteil von der Gestapo gehängt. Die hingerichteten jungen Männer wurden nach jahrelangem Streit als Opfer des Nationalsozialismus rehabilitiert und 1986 mit einer Erinnerungstafel geehrt. 120px|Stolperstein für Luise Bogen (Pellenzstr. 42-44) Hier wohnteLuise Bogen geb. Hertz, (Jahrgang 1909) Flucht 1938 Holland interniert Westerbork deportiert 1944 Theresienstadt Auschwitz ermordet 6.10.1944 Pellenzstraße 42–44() Luise Bogen wurde am 26. April 1909 in Keyenberg bei Erkelenz in eine deutsch-niederländische Kaufmannsfamilie hineingeboren. Ihr Vater Hermann Hertz stammte aus dem holländischen Beek, ihre Mutter Josefina, geborene Liffmann, kam aus Beckrath, einem kleinen Dorf bei Mönchengladbach. Am 26. Juni 1931 heiratete sie den Kölner Kaufmann Samuel Bogen (geboren am 18. April 1905) und im Jahr darauf, am 1. Mai 1932, wurde die gemeinsame Tochter Ruth geboren. 1937 zog die Familie aus der Dasselstraße 79, in der sie mehrere Jahre gelebt hatte, in die Schützenstraße 42 bis 44, die heutige Pellenzstraße. Am 13. November 1938 flohen Samuel und Luise Bogen mit ihrer Tochter nach Beek, wo Verwandte von Luise Bogen lebten. Am 20. März 1940 zog die Familie in das „Zentrale Flüchtlingslager Westerbork“, ein Auffanglager für geflüchtete Jüdinnen und Juden aus Deutschland und Österreich, das nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in das „Durchgangslager Westerbork“. Vier Jahre verbrachten Samuel, Luise und Ruth Bogen in dem Lager, das am 1. Juli 1942 wurde das Lager offiziell in ein „polizeiliches Judendurchgangslager“ umgewandelt. Wenig später begannen unter Aufsicht der SS von dort aus die Deportationen der jüdischen Bevölkerung in die Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und Sobibor. Die Familie Bogen wurde am 4. September 1944 in das Ghetto Theresienstadt deportiert.Am 29. September wurde zuerst Samuel Bogen nach Auschwitz-Birkenau verschleppt. Luise und Ruth Boden folgten ihm am 4. Oktober und wurden zwei Tage später – vermutlich sofort nach ihrer Ankunft – in dem Todeslager ermordet. Samuel Bogen starb am 28. März 1945 in Melk, einem Außenlager des KZ Mauthausen, in das man ihn am 25. Januar deportiert hatte, nur zwei Tage vor der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee. 120px|Stolperstein für Ruth Bogen (Pellenzstr. 42-44) Hier wohnteRuth Bogen (Jahrgang 1932) Flucht 1938 Holland interniert Westerbork deportiert 1944 Theresienstadt Auschwitz ermordet 6.10.1944 Pellenzstraße 42–44() 120px|Stolperstein für Samuel Bogen (Pellenzstr. 42-44) Hier wohnteSamuel Bogen (Jahrgang 1905) Flucht 1938 Holland interniert Westerbork deportiert 1944 Theresienstadt Auschwitz 1945 KZ Mauthausen KZ Melk ermordet 28.3.1945 Pellenzstraße 42–44() 120px|Stolperstein für Sophie Buechenbacher (Leostraße 48) Hier wohnteSophie Buechenbacher (Jahrgang 1877) Deportiert 1941 Łódź/Litzmannstadt Ermordet 10. Mai 1942 Chelmno/Kulmhof Leostr. 48() Der Stolperstein erinnert an Sophie Büchenbacher (geb. Kohnstamm), geboren am 6. Februar 1877 in Fürth.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Büchenbacher, Sophie

Die Hausfrau Sophie Buechenbacher war die Tochter von Moses Kohnstamm und seiner Frau Babette Klein. Sophie Buechenbacher war die Witwe von Julius Buechenbacher.Yad Vashem: Gedenkblatt für Sophie BuechenbacherYad Vashem: Gedenkblatt für Sophie Buechenbacher Am 22. Oktober 1941 wurde sie mit dem 8. Transport in das Ghetto Litzmannstadt deportiert. In der Transportliste wurde sie „ohne“ Beruf eingetragen.Deportationsliste des 8. Transportes von Köln nach Litzmannstadt am 22. Oktober 1941, Blatt 11, Eintrag Nr. 548statistik-des-holocaust.de: Deportationszug des 8. Transportes von Köln nach Litzmannstadt am 22. Oktober 1941 Sophie Büchenbacher starb im Mai 1942 im Vernichtungslager Kulmhof.NS-Dok: Gedenkbucheintrag Sophie Büchenbacher 120px|Stolperstein für Boris Bunjaew (Grüner Weg 8) Grüner Weg 8lebte zwangsweiseBoris Bunjaew (Jahrgang 1926) Sowjetischer Zwangsarbeiter Maschinenfabrik Gebr. Herrmann Erschossen 3. Dezember 1944 Grüner Weg 8() Der am 22. November 2017 verlegte Stolperstein erinnert an Boris Bunjaew, geboren am 3. Januar 1926 in Dserschinsk, Russland.

Der Zwangsarbeiter bei der Maschinenfabrik Gebrüder Herrmann, Boris Bunjaew wurde am 3. Dezember 1944 auf dem Fabrikgelände erschossen. Im Personenstandsregister wurde als Todesursache Kopfschuß. bei Widerstandsleistung erschossen eingetragen., abgerufen am 12. Dezember 2017report-k.de vom 23. November 2017: Gunter Demnig verlegt 65 neue Stolpersteine, abgerufen am 12. Dezember 2017

Der Stolperstein wurde von den Fraktionen in der Bezirksvertretung Ehrenfeld beim Rat der Stadt Köln im Gedenken an getötete Zwangsarbeiter*innen beantragt.ratsinformation.stadt-koeln.de: Bescheidenes Gedenken an getötete Zwangsarbeiter*innen, abgerufen am 10. Dezember 2017 120px|Stolpersteine für Alexander Buscher (Leostr. 67) Hier wohnteAlexander Buscher (Jahrgang 1883) Deportiert 1942 Minsk Ermordet Leostr. 67() 120px|Stolpersteine für Alexander Buscher (Leostr. 67) Hier wohnteAlexander Buscher (Jahrgang 1883) Deportiert 1942 Minsk Ermordet Hier wohnteDr. Simon Ehrenreich (Jahrgang 1895) Berufsverbot 1935 Flucht 1935 Palästina Venloer Straße 265() Die Verlegung ist für den 10. Juni 2026 geplant. Hier wohnteMelanie ‚Anni‘ Ehrenreich (Jahrgang 1895) Flucht 1935 Palästina Die Verlegung ist für den 10. Juni 2026 geplant. Hier wohnteMelanie ‚Anni‘ EhrenreichShulamith Ginossar (Jahrgang 1929) Flucht 1935 Palästina Die Verlegung ist für den 10. Juni 2026 geplant. Hier wohnteLiese EhrenreichElisshewa Gilor (Jahrgang 1929) Flucht 1935 Palästina Die Verlegung ist für den 10. Juni 2026 geplant. 120px|Stolpersteine für Ilse Elise Eisenfrey (Klarastr. 44) Hier wohnteIlse Elise Eiserfey, geb. Esserholz (Jahrgang 1881) Deportiert 1941 Łódź