Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der japanischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Weltmeisterschaften. Japan konnte sich als einzige asiatische Mannschaft für alle WM-Endrunden der Frauen qualifizieren und belegt in der ewigen Tabelle als zweitbeste asiatische Mannschaft punktgleich mit China Platz 8. Japan ist die einzige asiatische Nation, die im Fußball Weltmeister wurde.

Die Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab, siehe , Seite 159 Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1991 Volksrepublik China Vorrunde Brasilien, Schweden, USA 12. Tamotsu Suzuki 1995 Schweden Viertelfinale USA 8. Tamotsu SuzukiNiederlage gegen den Titelverteidiger im Viertelfinale 1999 USA Vorrunde Kanada, Norwegen, Russland 14. Satoshi Miyauchi 2003 USA Vorrunde Argentinien, Deutschland, Kanada 10. Eiji Ueda 2007 Volksrepublik China Vorrunde England, Argentinien, Deutschland10. Hiroshi Ōhashi 2011 Deutschland Finale USA Weltmeister Norio SasakiErster Weltmeister aus Asien 2015 Kanada Finale USA Vize-Weltmeister Norio Sasaki Mit sechs Siegen in Folge das Finale erreicht, dann höchste Finalniederlage (2:5) 2019 Frankreich AchtelfinaleNiederlande 13. Asako TakakuraAls Asienmeister qualifiziert. Als Gruppenzweiter nach Spielen gegen Argentinien, England und Schottland für die K.-o.-Runde qualifiziert. 2023 Australien und Neuseeland ViertelfinaleSchweden 5. Futoshi Ikeda Als erste Mannschaft nach den Gastgeberinnen durch den Halbfinaleinzug bei der Asienmeisterschaft 2022 qualifiziert. 2027 Brasilien qualifiziert Als Halbfinalist der Asienmeisterschaft 2026 qualifiziert.

Statistik (Angaben inkl. 2023: Neun Weltmeisterschaften)

nicht teilgenommen: nie (0 %) qualifiziert: achtmal (100 %) Vorrunde: viermal (44,4 %; 1991, 1999, 2003 und 2007) Achtelfinale: einmal (11,1 %; 2019) Viertelfinale: zweimal (22,2 %; 1995 und 2023) Vizeweltmeister: einmal (11,1 %; 2015) Weltmeister: einmal (11,1 %; 2011)

Die Turniere WM 1991 in der Volksrepublik China Die japanische Nationalmannschaft hatte sich als Zweiter der Asienmeisterschaft 1991 für die erste Weltmeisterschaft qualifiziert. Dabei gelangen in der Vorrunde vier Siege gegen Nordkorea, Hongkong, Malaysia und Singapur. Im Halbfinale war dann das Elfmeterschießen notwendig, um die Republik China auszuschalten, um sich für die WM zu qualifizieren. Das Finale wurde dann zwar mit 0:5 gegen die Volksrepublik China verloren, aber die erste WM-Teilnahme war da schon sicher.

In der Volksrepublik China wurde das erste WM-Spiel am 17. November 1991 in Foshan mit 0:1 gegen Brasilien verloren. Zwei Tage später folgte gegen Schweden ein 0:8 und nochmals zwei Tage später ein 0:3 gegen die USA. Damit war Japan als schlechteste Mannschaft des Turniers ausgeschieden.

WM 1995 in Schweden Vier Jahre später qualifizierte sich die japanische Mannschaft als Zweiter bei den Asienspielen 1994 in Hiroshima für die zweite Weltmeisterschaft. Dabei trafen in einer Vierergruppe zunächst Japan, die Republik China, die Volksrepublik China und Südkorea aufeinander. Nach einem 1:1 gegen die Volksrepublik China, gewannen beide gegen die beiden anderen Mannschaften und trafen dann im Finale erneut aufeinander, das die Chinesinnen mit 2:0 gewannen. Beide Finalisten fuhren zur WM, die zum ersten Mal auf europäischen Boden stattfand.

In Schweden verloren die Japanerinnen wieder das Auftaktspiel mit 0:1, diesmal gegen Europameister Deutschland. Am 7. Juni 1995 gelang dann aber den Japanerinnen in Karlstad gegen Brasilien der erste WM-Sieg. Dabei gelangen Akemi Noda nach 0:1-Rückstand die beiden ersten WM-Tore für Japan, die zum Sieg reichten. Gegen Schweden folgte dann zwar ein 0:2, aber als zweitbester Gruppendritter erreichten die Japanerinnen das Viertelfinale. Hier folgte eine 0:4-Niederlage gegen Titelverteidiger USA. Als achtbeste Mannschaft hatte sich Japan aber für das erste Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen 1996 qualifiziert an dem nur die acht besten Mannschaften der WM teilnehmen konnten.Weil allerdings England als siebtbeste Mannschaft bei den Olympischen Spielen nicht startberechtigt war, konnte Brasilien als neuntbeste Mannschaft auch teilnehmen.

WM 1999 in den USA Für die dritte Weltmeisterschaft qualifizierte sich Japan als Dritter der Fußball-Asienmeisterschaft der Frauen 1997. Nach drei Vorrundensiegen gegen Indien, Hongkong und Guam, wobei mit dem 21:0 gegen Guam der höchste Länderspielsieg gelang, scheiterte Japan im Halbfinale mit 0:1 an Nordkorea. Mit einem 2:0 gegen die Republik China im Spiel um Platz drei gelang dann aber die Qualifikation.

In den USA trafen die Japanerinnen im ersten Spiel auf Kanada und erreichten ein 1:1. Dann folgten aber zwei Niederlagen gegen Russland (0:5) und Titelverteidiger Norwegen (0:4), womit Japan als Gruppenletzter ausschied.

WM 2003 in den USA Eigentlich sollte die WM wieder in der Volksrepublik China stattfinden. Wegen der SARS-Epidemie wurde das Turnier kurzfristig in die USA verlegt. Damit fand die Weltmeisterschaft zum zweiten Mal in den USA statt. Da die Anzahl der Startplätze von 12 auf 16 erhöht worden war, hatte eine vierte asiatische Mannschaft die Chance sich in den AFC/CONCACAF-Playoffs zu qualifizieren. Diese Möglichkeit nutzte Japan, nachdem bei der Asienmeisterschaft 2003 nur der vierte Platz belegt wurde. Dort hatten die Japanerinnen die Vorrunde gegen Myanmar, die Republik China, die Philippinen und Guam noch mit vier Siegen und 34:0 Toren abgeschlossen, im Halbfinale und Spiel um Platz 3 aber gegen Nordkorea mit 0:3 bzw. Südkorea mit 0:1 verloren. In den Playoffs trafen sie auf Mexiko und erreichten in Mexiko-Stadt zunächst ein 2:2. Das Rückspiel in Tokio wurde dann sieben Tage später mit 2:0 gewonnen.

In den USA trafen die Japanerinnen im Auftaktspiel auf WM-Neuling Argentinien und erreichten mit dem 6:0 ihren bisher höchsten Sieg in einem WM-Spiel. Dabei erzielte die spätere Rekordnationalspielerin und -torschützin Homare Sawa die ersten beiden Tore, Mio Ōtani gelangen sogar drei. Gegen den späteren Weltmeister Deutschland folgte dann aber ein 0:3 und gegen Kanada ein 1:3. Damit wurde Japan nur Gruppendritter. Da aber nach der Aufstockung des Teilnehmerfeldes nur noch alle Gruppensieger und -zweiten in die K.-o.-Runde kamen, schied Japan als zweitbester Gruppendritter aus.

WM 2007 in der Volksrepublik China Auch vier Jahre später musste Japan den Umweg über die Playoffs gehen. Bei der Asienmeisterschaft 2006 in Australien, das seit 2006 zum asiatischen Verband gehört, wurde wieder nur der vierte Platz belegt. Nach drei Siegen in der Vorrunde gegen die Volksrepublik China, die Republik China und Vietnam wurde das Halbfinale gegen Gastgeber Australien mit 0:2 und auch das Spiel um Platz 3 gegen Nordkorea mit 2:3 verloren. Wieder war Mexiko in den Playoffs der Gegner und diesmal hatte Japan zuerst Heimrecht. In Tokio wurde ein 2:0 vorgelegt, so dass das 1:2 eine Woche später in Toluca verkraftet werden konnte.

In China waren wie vier Jahre zuvor Argentinien und Deutschland die Gruppengegner, sowie erstmals England, gegen das im ersten Spiel ein 2:2 erreicht wurde. Nach einem 1:0 gegen Argentinien, hatten Japan und Titelverteidiger Deutschland, vor dem letzten Gruppenspiel beide vier Punkte und lagen damit vor England, das zweimal remis gespielt hatte. Da Japan aber gegen Deutschland mit 0:2 verlor während England gegen Argentinien mit 6:1 gewann, wurde Deutschland Gruppensieger und später erneut Weltmeister und England vor Japan Gruppenzweiter, das damit ausschied.

WM 2011 in Deutschland mini|Aufstellungen im Finale

Für die WM in Deutschland qualifizierte sich Japan dann wieder ohne Umweg. Bei der Asienmeisterschaft 2010, für die Japan direkt qualifiziert war, wurde der dritte Platz belegt. Die Vorrunde wurde wieder souverän mit drei Siegen gegen Nordkorea, Thailand und Myanmar überstanden. Im Halbfinale wurde dann aber gegen den späteren Asienmeister Australien mit 0:1 verloren. Mit einem 2:0 im Spiel um Platz 3 gegen den Erzrivalen China gelang aber die Qualifikation. Da die viertplatzierte asiatische Mannschaft diesmal keine Möglichkeit hatte sich über interkontinentale Playoffs zu qualifizieren, fand erstmals eine WM-Endrunde der Frauen ohne die Volksrepublik China statt.

In Deutschland traf Japan im ersten Spiel auf Neuseeland und gewann mit 2:1. Danach folgte ein 4:0 gegen Mexiko, wobei Homare Sawa drei Tore erzielte. Damit war Japan bereits vor dem letzten Gruppenspiel für die K.-o.-Runde qualifiziert, so dass die anschließende 0:2-Niederlage gegen England verkraftet werden konnte. Allerdings wurde Japan dadurch nur Gruppenzweiter und traf im Viertelfinale auf Gastgeber und Titelverteidiger Deutschland, der als erstes Land zum dritten Mal in Folge den Titel gewinnen wollte und gegen den Japan zuvor noch nie gewonnen hatte. Trotz stürmischer Angriffe gelang der deutschen Elf in 120 Minuten aber kein Tor, dagegen konnte Karina Maruyama in der 108. Minute einen Konter zum 1:0 und damit dem ersten Sieg über Deutschland abschließen und erstmals das Halbfinale einer WM erreichen. Im Halbfinale traf Japan auf Schweden und geriet bereits nach 10 Minuten in Rückstand, konnte aber acht Minuten später ausgleichen. Dabei blieb es bis zur Halbzeitpause. In der zweiten Halbzeit konnten die Japanerinnen dann noch zwei Tore nachlegen und das Finale erreichen. Hier trafen sie auf die Vereinigten Staaten, gegen die sie zuvor noch nie gewonnen hatten und gerieten wieder zunächst in Rückstand, diesmal durch einen Konter gegen sie. Dieser konnte aber in der 81. Minute ausgeglichen werden, womit es eine Verlängerung gab. Auch hier gerieten die Japanerinnen wieder in Rückstand. Homare Sawa konnte aber mit ihrem fünften Turniertor wodurch sie gleichzeitig Torschützenkönigin des Turniers wurde drei Minuten vor Ende der Verlängerung ausgleichen. In der Nachspielzeit erhielt zwar Azusa Iwashimizu wegen einer Notbremse noch die Rote Karte, aber dabei blieb es, so dass das Elfmeterschießen über den WM-Titel entscheiden musste. Da die nur 170 cm große japanische Torhüterin Ayumi Kaihori zwei Elfmeter der US-Amerikanerinnen halten konnte und zudem eine über das Tor schoss, während drei Japanerinnen verwandelten und nur eine nicht, wurde Japan als erste asiatische Mannschaft Fußballweltmeister.kicker.de Kaihori beschert Japan ersten WM-Titel, abgerufen am 24. Januar 2015.youtube.com: „Women World Cup 2011 Final Japan USA“ Homare Sawa wurde zudem mit dem Goldenen Ball als beste Spielerin und Japan als fairste Mannschaft ausgezeichnet.

WM 2015 in Kanada mini|Torszene aus dem Viertelfinalspiel gegen Australien In der Qualifikation, für die wieder die Asienmeisterschaft diente, setzte sich Japan erstmals als Asienmeister durch. In der Vorrunde wurden nach einem Remis gegen Australien, Vietnam und Jordanien deutlich geschlagen (4:0 und 7:0). Im Halbfinale setzte sich Japan dann mit 2:1 nach Verlängerung gegen die Volksrepublik China durch gewann dann im Finale mit 1:0.

Bei der Auslosung der Gruppen war Japan gesetzt und wurde als Gruppenkopf der Gruppe C festgelegt. Zugelost wurden den Japanerinnen die drei WM-Neulinge Schweiz, Kamerun und Ecuador, gegen die Japan zuvor noch nicht gespielt hatte.