London Basisdaten Staat: Landesteil: Koordinaten: Höhe: Zeitzone: Im Winter: UTC+0im Sommer BST: UTC+1 Fläche:Metropolregion: 1.572 km² (Stadt)8.382 km² Einwohner:Metropolregion: 8.866.180 (30. Juni 2022)Population estimates, England and Wales 202214.370.000 (2019)Population of the London metropolitan area in the United Kingdom (UK) from 2002 to 2019 Stand: 2019 Bevölkerungsdichte:Metropolregion: 5.597 Einwohner/km²1.714 Einwohner/km² Telefonvorwahl: 020 Postleitzahlen-abschnitt: E, EC, N, NW, SE,SW, TW, W, WC Stadtgliederung: City of Londonund 32 Boroughs Website: www.london.gov.uk Politik Bürgermeister Sadiq Khan (Labour) 280px|Lage Londons im Vereinigten Königreich Greater London im Vereinigten Königreich

London (deutsche Aussprache [] oder gelegentlich [], englische Aussprache []) ist zugleich die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs und Englands. Die Stadt liegt an der Themse im Südosten Englands. Das heutige Verwaltungsgebiet mit 33 Stadtbezirken entstand 1965 durch die Gründung von Greater London. Dort lebten 2022 rund 8,9 Millionen Menschen, davon rund 3,4 Millionen in den 13 Stadtbezirken Inner Londons. In der gesamten Metropolregion London lebten 2019 knapp 14,4 Millionen Einwohner.

Im Jahr 50 n. Chr. von den Römern als Londinium gegründet, wurde die Stadt nach der normannischen Eroberung 1066 Hauptstadt und Königssitz des Königreichs England. Bereits im Mittelalter entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden internationalen Handelsplatz. Unter der Herrschaft von Elisabeth I. stieg ihre Bedeutung als Hafenstadt der Nordsee. Durch den Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert wuchs auch die Bevölkerung Londons, sodass es um 1800 eine der ersten Städte war, die mehr als eine Million Einwohner zählte. Bis 1900 versechsfachte sich die Bevölkerung, und London war bis 1925 die größte Stadt der Welt. Es entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum der Technik und Industrie und wird bis heute zu den Weltstädten gerechnet.

London ist eines der bedeutendsten Kultur- und Handelszentren der Welt mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Theatern und Museen. Mit einem BIP von 801,66 Mrd. € im Jahr 2017 ist London die größte städtische Wirtschaft Europas. Die Stadt zählt außerdem neben New York City, Singapur und Hongkong zu den größten Finanzplätzen der Welt., abgerufen am 1. Februar 2017. Historische Gebäude wie der Palace of Westminster oder Tower of London zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Mit jährlich über 19 Millionen Touristen aus dem Ausland war London 2016 nach Bangkok weltweit die zweitmeistbesuchte Stadt vor Paris.Jedoch zieht die Region Paris mit Versailles, Disneyland u. a. rund 50 Millionen Touristen jährlich an; vgl. https://www.chooseparisregion.org/de/aktuelles/tourismus-paris.

Geographie Geographische Lage mini|Lage von London in England mini|London vom Satelliten Sentinel-2 aus gesehen Die geografischen Koordinaten des Stadtzentrums in der Nähe des Trafalgar Square sind 51° 30′ nördlicher Breite und 0° 8′ westlicher Länge. Die Lage nahe dem Nullmeridian ist kein Zufall, denn dieser wurde durch das königliche Observatorium, das Royal Greenwich Observatory in Greenwich gelegt; er ist Ausgangspunkt der Längengrade und damit der Zeitzonen.

London erstreckt sich etwa 44,3 Kilometer entlang der schiffbaren Themse und liegt durchschnittlich 15 Meter über dem Meeresspiegel. London entstand aus einer Siedlung am Nordufer, der heutigen City of London. Die London Bridge war bis 1739 die einzige Brücke über den Fluss.

Aus diesem Grund befindet sich der größere Teil der Stadt nördlich des Flusses. Mit dem Bau weiterer Brücken im 18. Jahrhundert und dem Bau der Eisenbahnen im 19. Jahrhundert begann sich die Stadt in allen Richtungen auszudehnen. Die Landschaft ist flach bis leicht wellig, wodurch das ungehinderte Wachstum begünstigt wurde.

Die Themse war in früheren Zeiten wesentlich breiter und seichter als heute. Sie wird heute fast gänzlich durch Dämme begrenzt und die meisten der rund 15 Zuflüsse fließen unterirdisch.Das unterirdische London: Pestgruben, Kommandozentralen und verborgene Flüsse in Neue Zürcher Zeitung vom 14. Januar 2016 Die Gezeiten der Nordsee machen sich in London noch deutlich bemerkbar, die Stadt ist deshalb durch Überschwemmungen und Sturmfluten gefährdet. Bei Woolwich – östlich von Greenwich gelegen – wurde in den 1970er-Jahren die Thames Barrier gebaut, um diese Gefahr einzudämmen.

Geologie Südostengland mit der Hauptstadt London, der klimatisch meistbegünstigte Teil Großbritanniens, unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von den anderen Teilen der Insel. Die geologische Struktur wird durch die mesozoischen Sedimente bestimmt, die eine großzügig gegliederte Schichtstufenlandschaft entstehen ließen. Ihre Höhen ragen nirgends hoch auf, so dass der gesamte Raum die klimatischen Vorteile des Südostens genießt. Historisch profitierte London von seiner Lage inmitten einer Ackerbauregion. Der kontinentnahe Südosten galt von jeher als Schwergewicht des Inselreiches. Hier fassten die vom Festland kommenden Eroberer – Römer, Sachsen, Normannen – zuerst Fuß. Auch als mit der Entdeckung Amerikas und der Entwicklung der Überseeschifffahrt die Außenseiten der Insel infolge ihrer günstigeren Lage stärker belebt wurden, konnte sich das alte Kulturzentrum behaupten. London blieb das Tor zur Insel.

Stadtgliederung London gliedert sich in 32 Stadtbezirke (London Boroughs) und die City of London.

City of London City of Westminster Kensington and Chelsea Hammersmith and Fulham Wandsworth Lambeth Southwark Tower Hamlets Hackney Islington Camden Brent Ealing Hounslow Richmond Kingston Merton500pxSutton Croydon Bromley Lewisham Greenwich Bexley Havering Barking and Dagenham Redbridge Newham Waltham Forest Haringey Enfield Barnet Harrow Hillingdon

Klima London befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die Sommer sind warm, aber selten heiß; die Winter sind zwar kühl, doch sinkt die Temperatur selten unter den Gefrierpunkt. Der wärmste Monat ist Juli mit 18,6 Grad Celsius im Durchschnitt, der kälteste Januar mit 5,6 Grad Celsius im Mittel. Die höchste jemals in London gemessene Temperatur war jedoch 40,3 Grad Celsius, gemessen 2022. Die große überbaute Fläche hält die Wärme zurück und schafft dadurch ein Mikroklima. Manchmal ist es in der Stadt bis zu fünf Grad wärmer als in der umliegenden Landschaft.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 11 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 557,5 Millimeter. In den Monaten Oktober, November und Dezember gibt es den meisten Niederschlag mit durchschnittlich 56 Millimeter und der wenigste im Februar bzw. Juli mit 36,3 bzw. 34,6 Millimeter im Durchschnitt. Schnee fällt eher selten, höchstens einige Zentimeter pro Jahr. Ereignisse wie die Schneekatastrophe von 1978 sind eine Seltenheit. Anfang Februar 2009 gab es das schlimmste Schneechaos seit 18 Jahren, als über 15 Zentimeter Neuschnee fiel. Keine Seltenheit sind dagegen Inversionswetterlagen. Eine davon führte im Dezember 1952 zu einer großen Smog-Katastrophe.

Modellrechnungen aus dem Jahr 2019 zu den Folgen des vom Menschen verursachten Klimawandels ergeben, dass London bereits bei Eintritt des als optimistisch eingeschätzten RCP4.5-Szenarios in eine andere Klimazone verlagert werden würde; demnach wäre das Klima in London bereits im Jahr 2050 dem bisherigen Klima im deutlich südlicher gelegenen Barcelona ähnlicher als dem bisherigen in London.J.-F. Bastin et al.: Understanding climate change from a global analysis of city analogues. In: PLoS One. Nr. 14(7), 2019, e0217592. doi:10.1371/journal.pone.0217592

Geschichte

Antike mini|Karte des antiken Londinium Die Existenz einer vorrömischen Siedlung der Kelten im Bereich der City of London konnte nicht nachgewiesen werden. Wahrscheinlich im Jahr 47 n. Chr. gründeten die Römer die Stadt Londinium. Im Jahr 60 oder 61 n. Chr. zerstörten die Icener, angeführt von Königin Boudicca, die Siedlung. Londinium wurde wieder aufgebaut und löste zu Beginn des 2. Jahrhunderts Camulodunum (Colchester) als Hauptstadt Britanniens ab. Ab 197 n. Chr. war Londinium Hauptstadt der Provinz Britannia superior, ab etwa 300 n. Chr. der Provinz Maxima Caesariensis. Rund um die Stadt wurden Wallanlagen errichtet.

Im Jahr 410 n. Chr. zogen die Römer ihre Legionen zurück und die Bevölkerung war den Raubzügen germanischer Stämme zunehmend schutzlos ausgeliefert. Nach der Eroberung Englands durch die Angeln und Sachsen verfiel Londinium bis Ende des 5. Jahrhunderts zu einer unbewohnten Ansammlung von Ruinen.

Mittelalter mini|Um 1300 befand sich London immer noch innerhalb der römischen Stadtmauer

Die Angelsachsen mieden zunächst die unmittelbare Umgebung der zerstörten Stadt. Im späteren 7. Jahrhundert gründeten sie westlich davon die Siedlung Lundenwic, die zunächst zum Königreich Mercia, später zum Königreich Essex gehörte. Unter der Führung von Alfred dem Großen, dem König von Wessex, eroberten die Angelsachsen im Jahr 878 die Gegend an der Themsemündung von den Dänen zurück. In den folgenden Jahren wurde das Gebiet innerhalb der römischen Stadtmauer wieder besiedelt. Die neu entstandene Stadt hieß Lundenburgh.

Im Jahr 1066 eroberten die Normannen England und London löste Winchester als Hauptstadt ab. Der neue Herrscher Wilhelm I. bestätigte die besonderen Rechte Londons. Richard Löwenherz ernannte 1189 den ersten Lord Mayor (Bürgermeister), der dann ab 1215 von den immer mächtiger werdenden Kaufmannsgilden selbst gewählt wurde. 1209 wurde die erste aus Stein errichtete Brücke, die London Bridge, fertiggestellt, die bis 1750 die einzige Brücke im heutigen Stadtzentrum war. Mehrere Male musste London Plünderungen durch aufständische Bauernheere erdulden, so zum Beispiel im Jahr 1381 während des Bauernaufstands von 1381 und 1450 während der Jack-Cade-Rebellion.

Im Rosenkrieg, der 1485 mit der Krönung von Henry Tudor als Heinrich VII. zu Ende ging, hielt die Stadt zur Partei der Yorks. Die Reformation brach die Macht der Kirche, die bis dahin rund die Hälfte des Bodens besaß; die Neuverteilung kirchlicher Güter ab 1535 leitete eine Ära des wirtschaftlichen Wachstums ein und London stieg zu einer führenden Handelsstadt auf.

Frühe Neuzeit mini|links|Karte von London 1682 mini|Blick auf London 1751 mini|Stadtplan von London aus dem Jahr 1770

London musste in seiner wechselvollen Geschichte einige Rückschläge hinnehmen: Nachdem im 16. Jahrhundert die Gründung der ersten großen Handelskompanien und der Royal Exchange den wirtschaftlichen Aufstieg vorangetrieben hatte, wurde die Stadt in den Jahren 1664 und 1665 von der „Großen Pest“ heimgesucht, die über 70.000 Menschenleben forderte. Im September 1666 verwüstete der „Große Brand von London“ weite Teile der Stadt. Etwa 13.000 Häuser und 89 Kirchen fielen, insbesondere weil damals noch viel Holz zum Bau verwendet wurde,Helmut Gebelein: Das Element Feuer in Haushalt und Familie. In: Trude Ehlert (Hrsg.): Haushalt und Familie in Mittelalter und früher Neuzeit. Sigmaringen 1991, ISBN 978-3-7995-4156-5, S. 137–151, hier: S. 139. dem Großbrand zum Opfer.

Die Stadt wurde nach dem verheerenden Brand neu aufgebaut. Pläne für eine grundlegende Neugestaltung scheiterten jedoch an den zu hohen Kosten, weshalb die neuen Häuser im Wesentlichen entlang der alten verwinkelten Straßen errichtet wurden. Verantwortlich für den Wiederaufbau war der Architekt Christopher Wren. In der Folge zogen fast alle adeligen Bewohner endgültig aus der alten Innenstadt weg und ließen sich im aufstrebenden West End neue repräsentative Wohnhäuser bauen. Ins East End abgedrängt wurden die ärmsten Bevölkerungsschichten, die im expandierenden Hafen ihr Auskommen finden mussten. Ende des 17. Jahrhunderts stieg London zum bedeutendsten Finanzzentrum der Welt auf.