Die Liste der Stolpersteine im Kölner Stadtteil Lindenthal führt die vom Künstler Gunter Demnig verlegten Stolpersteine im Kölner Stadtteil Lindenthal auf.

Die Liste der Stolpersteine beruht auf den Daten und Recherchen des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, zum Teil ergänzt um Informationen und Anmerkungen aus Wikipedia-Artikeln und externen Quellen. Ziel des Kunstprojektes ist es, biografische Details zu den Personen, die ihren (letzten) freiwillig gewählten Wohnsitz in Köln hatten, zu dokumentieren, um damit ihr Andenken zu bewahren.

Anmerkung: Vielfach ist es jedoch nicht mehr möglich, eine lückenlose Darstellung ihres Lebens und ihres Leidensweges nachzuvollziehen. Insbesondere die Umstände ihres Todes können vielfach nicht mehr recherchiert werden. Offizielle Todesfallanzeigen aus den Ghettos, Haft-, Krankenanstalten sowie den Konzentrationslagern können oft Angaben enthalten, die die wahren Umstände des Todes verschleiern, werden aber unter der Beachtung dieses Umstandes mitdokumentiert.

Bild Name sowie Details zur Inschrift Adresse Zusätzliche Informationen 120px|Stolperstein für Josef Alexander (Bachemer Straße 95) Hier wohnteJosef Alexander (Jahrgang 1866) Deportiert 1942 Tot am 27. Juli 1942 Bachemer Str. 95()Der Stolperstein erinnert an Josef Alexander, geboren am 21. September 1866 in Vallendar.

Josef Alexander war bis Ende der 1920er Jahre Besitzer eines Schuhladens in der Breite Straße 11. Seinen letzten Kölner Wohnsitz hatte er in der Bachemer Straße 95, wo sich bis zur Zwangsauflösung im März 1941 ein israelitischer Kindergarten befand und danach als sogenanntes „Ghettohaus“ genutzt wurde, in dem jüdische Einwohner Kölns in drangvoller Enge zusammen wohnen mussten. Mit dem ersten großen Transport III/1 vom Rheinland in das Ghetto Theresienstadt wurde Josef Alexander am 15. Juni 1942 deportiert.Deportationsliste Transport III/1 Köln nach Theresienstadt am 15. Juni 1942, Blatt 17, Eintrag 337Deportationsliste Transport III/1 Köln nach Theresienstadt am 15. Juni 1942 Dort verstarb er kurze Zeit später am 27. Juli 1942.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Alexander, Josef 120px|Stolperstein für Laura Alsberg (Klosterstraße 17) Hier wohnteLaura Alsberg, geb. Oppenheim (Jahrgang 1861) Deportiert 1942 Theresienstadt ??? Klosterstr. 17()Der Stolperstein erinnert an Laura Johanna Alsberg (geb. Oppenheim), geboren am 20. März 1861 in Köln.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Alsberg, Laura

Laura Johanna Alsberg war die Ehefrau von Rudolf Alsberg (geb. am 22. Mai 1858; gest. am 13. März 1935 in Duisburg). Rudolf Alsberg war der Mitinhaber eines der größten Kaufhäuser in Duisburg (Gebr. Alsberg AG, Beeckstr. 41), das im Mai 1936 im Zuge der so genannten Arisierung in den Besitz der Helmut Horten AG überging. Das Ehepaar hatte drei Kinder: Hedwig, Änne und Albert. Ihr Mann liegt wurde auf dem Duisburger Waldfriedhof (Flur 7/B 7) begraben, wo auch für Laura Alsberg eine Begräbnisstätte reserviert wurde.steinheim-institut.de: Rudolf Alsberg Mit dem Transport VII/2 wurde Laura Alsberg am 25. Juli 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert,Deportationslisten in das Ghetto Theresienstadt, N. VII/2, Nr. 291 wo sie am 6. Januar 1943 auf der Quarantänestation der sog. Jägerkaserne (Haus A II) verstarb. alternativtext=Stolperstein für Dagmar Auerbach (Nietzschestraße 8)|120x120px|Stolperstein für Dagmar Auerbach (Nietzschestraße 8) Hier wohnteDagmar Auerbach (Jahrgang 1928) Tamara Jacobs Flucht 1938 Palästina Nietzschestraße 8() alternativtext=Stolperstein für Renette Auerbach (Nietzschestraße 8)|120x120px|Stolperstein für Renette Auerbach (Nietzschestraße 8) Hier wohnteRenette Auerbach, geb. Aronson (Jahrgang 1897) Flucht 1938 Palästina Nietzschestraße 8() 120px|Stolperstein für Hans Ballin (Bachemer Straße 235) Hier wohnteHans Ballin (Jahrgang 1887) Deportiert 1942 Łódź Tot am 28. März 1942 Bachemer Str. 235() Der Stolperstein erinnert an Hans Ballin, geboren am 12. März 1887 in Bad Gandersheim.

Hans Ballin war das jüngste von sechs Kindern von Louis und Anna Ballin. Hans Ballin war Mitinhaber einer Konservendosenfabrik in Seesen und lebte seit 1935 in Köln. Er war seit dem 29. Dezember 1921 mit der Opernsängerin Albine Nagel (1884–1969) verheiratet. Im Kölner Adressbuch 1938 wird als seine Berufsbezeichnung Kaufmann angegeben. Nachdem er gezwungen wurde, sein Geschäft auszugeben, wurde er zu schwerer körperlicher Arbeit bei der Reichsbahn zwangsverpflichtet. Hans Ballin plante seine Emigration nach England. Um seine Frau nach seiner Flucht zu schützen, beantragte er Scheidung, die am 20. Mai 1939 ausgesprochen wurde. Hans Ballin musste die gemeinsame Wohnung verlassen und zog zu seiner älteren Schwester Else Lippmann. Obwohl ein befreundetes Ehepaar in England für Hans Ballin gebürgt hatte und bereits ein Visum ausgestellt war, wurde seine Ausreise durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhindert. Am 22. Oktober 1941 wurde er mit dem ersten Kölner Transport (Nr. 8) ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert (Deportationsnr. 275). In der Transportliste wird für ihn 1941 nun die Berufsbezeichnung „Erdarbeiter“ angegeben. Für seine Deportation musste Hans Ballin 95,50 Mark bezahlen, wie in der Deportationsliste vermerkt wurde.Deportationsliste Köln-Ghetto Litzmannstadt am 22. Oktober 1941, Blatt 6, Eintrag Nr. 275 Albine Nagel und seine Schwester Else Lippman versuchten mit Hilfe von Paketen und Geldüberweisungen Hans Ballin ein Überleben im Ghetto zu ermöglichen. Er starb am 28. März 1942 in Litzmannstadt.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Ballin, Hans Albine Nagel-Ballin erhielt wegen ihrer Ehe mit einem Juden Auftrittsverbot und wurde aus der Reichskulturkammer ausgeschlossen. Ihr Grabstein, auf dem sich auch eine Gedenkinschrift für ihren Ehemann befand, wurde im Jahre 2015 vom Städtischen Friedhof in Seesen entfernt und geschreddert. 120px|Stolperstein für Vera Bergmann (Gleueler Straße 113) Hier wohnteVera Bergmann, geb. König (Jahrgang 1878) Interniert Fort V Müngersdorf Vor Deportation Flucht in den Tod 23. Januar 1943 Gleueler Str. 113() Der am 5. Oktober 2020 verlegte Stolperstein erinnert an Vera Bergmann (geb. König), geboren 1878. 120px|Stolperstein für Elsa Buchholz (Theresienstraße 75) Hier wohnteElsa Buchholz, geb. Hellwitz (Jahrgang 1900) Deportiert 1941 Łódź Für tot erklärt Theresienstr. 75() Der Stolperstein erinnert an Elsa Buchholz (geb. Hellwitz), geboren am 18. Oktober 1900 in Mönchengladbach.

Elsa Buchholz war mit dem Detmolder Lederhändler Julius Buchholz verheiratet. Das Ehepaar hatte zwei Söhne – Carl Helmut (geb. 1921) und Werner (geb. 1922). Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wollte die Familie ursprünglich nach Palästina auswandern, was jedoch nicht gelang. So versuchte sie in der Anonymität der Großstadt Köln den Repressalien zu entkommen. 1936 siedelte die Familie zusammen mit Matthias Buchholz nach Köln. Der Sohn Carl Helmut wanderte nach Amerika aus, während Sohn Werner 1938 über England nach Kanada flüchtete und später ein erfolgreicher Hardwareentwickler bei IBM wurde. Beide überlebten im Ausland. Elsa Buchholz wurde zusammen mit ihrem Mann am 30. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt deportiert (Nr. 300),Deportationsliste Köln-Litzmannstadt am 30. Oktober 1941, Blatt 6Deportationsliste des 16. Transportes Köln-Litzmannstadt am 30. Oktober 1941 wo sich ihre Spur verliert.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Buchholz, ElsaYad Vashem: Gedenkblatt für Elsa Buchholz (mit Foto) Ihr Mann starb im Ghetto am 16. September 1942. Nach neueren Informationen, welche zum Zeitpunkt der Stolpersteinverlegung nicht bekannt waren, wurde Elsa Buchholz im Sommer 1944 von Litzmannstadt (Łódź) nach Kulmhof deportiert und dort ermordet. Ein weiterer Stolperstein wurde für Elsa Buchholz in der Lothringer Str. 51 (Neustadt-Süd) verlegt. Hier findet sich auch ein Stolperstein für ihren Ehemann. 120px|Stolperstein für Laura Caspar (Nidegger Straße 4) Hier wohnteLaura Caspar, geb. Marcus (Jahrgang 1867) Deportiert Ermordet 1943 in Theresienstadt Nidegger Str. 4() Der Stolperstein erinnert an Laura Caspar (Geb. Marcus), geboren am 16. Mai 1867 in Köln.

Die Witwe Laura Caspar war die Tochter von Levy und Johanna Caspar (Geb. Loewendahl). Laura Caspar wurde im Fort V Müngersdorf interniert und von dort aus am 1. August 1943 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort ist sie am 1. Oktober 1943 gestorben.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Caspar, LauraYad Vashem: Gedenkblatt für Laura CasparDeportationsliste Transport III / Köln nach Theresienstadt am 1. Oktober 1943, Blatt 1, Eintrag Nr. 4Deportationslisten aus dem Rheinland nach Theresienstadt 1943–1945 120px|Stolperstein für Fanny Dreyfuss (Weyertal 88) Hier wohnteFanny Dreyfuss, geb. Hirsch (Jahrgang 1871) Deportiert 1942 Theresienstadt Ermordet 29. Dezember 1942 Weyertal 88(VerlegestelleEcke An St.Laurentius)() Der am 9. März 2015 verlegte Stolperstein erinnert an Fanny Dreyfuss (geb. Hirsch), geboren am 30. Juli 1871 in Dresden.

Die verwitwete Porzellanmalerin der Meißner Porzellanmanufaktur Fanny Dreyfuss wurde, nachdem sie ihre Wohnung im Salierring 48 verlassen musste, im Fort V Müngersdorf inhaftiert. Sie wurde am 15. Juni 1942 dem ersten großen Transport III/1 vom Rheinland in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Nach der Todesfallanzeige starb sie am 29. Dezember 1942 im Block 808 des Ghettos an einem „Darmkatharr“.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Dreyfuss, FannyYad Vashem: Gedenkblatt für Fanny DreyfussDeportationsliste Transport III/1 Köln nach Theresienstadt am 15. Juni 1942, Blatt 42, Eintrag 828 120px|Stolperstein für Dr. Fritz Dreyfuss (Weyertal 88) Hier wohnteDr. Fritz Dreyfuss (Jahrgang 1897) Berufsverbot Flucht 1933 Schweiz Weyertal 88(Verlegestelle:Ecke An St.Laurentius)() Der am 9. März 2015 verlegte Stolperstein erinnert an Fritz Dreyfuss, geboren am 1. Dezember 1897 in Köln.

Fritz Dreyfuss war der Sohn des Kaufmanns Wilhelm Dreyfuss und seiner Frau Fanny. Im Ersten Weltkrieg meldete sich Fritz Dreyfuss trotz mehrfacher, schwerer Verwundung wieder freiwillig zum Fronteinsatz und wurde mehrfach ausgezeichnet.Trotz erheblicher gesundheitlicher Schäden, die er während des Krieges erlitten hat, begann er das Studium der Rechtswissenschaften. Im Jahr 1923 legte er beim Oberlandesgericht Köln das Erste juristische Staatsexamen ab. Im Jahr 1930 bestand er die Zweite juristische Staatsprüfung und heiratete Elisabeth Holz. Im selben Jahr wird der Sohn Hermann Wilfried geboren. Nach dem Abschluss der Prüfungen ging Fritz Dreyfuss als Gerichtsassessor ans Amtsgericht und ab Oktober 1932 ans Landgericht Koblenz. Politisch engagierte er sich in der Deutschen Demokratischen Partei und dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold.