mini|hochkant|John Travolta, 2018 John Joseph Travolta (* 18. Februar 1954 in Englewood, New Jersey) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Sänger, Tänzer, Produzent und Autor. Er wurde für die Filme Saturday Night Fever und Pulp Fiction für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert. Zu seinen Auszeichnungen zählen drei Golden Globes, 2026 erhielt er die Goldene Palme.

Jugend mini|hochkant|John Travolta, 1983 mini|hochkant|John Travolta, 2007 John Travolta wurde 1954 als jüngstes Kind des Ehepaares Helen Cecilia Burke (1912–1978) und Salvatore „Sam“ Travolta (1912–1995) geboren. Seine fünf älteren Geschwister Ellen, Sam Jr., Margaret, Ann und Joey Travolta schlugen alle Karrieren in der Filmbranche ein.Diane Saks: So You Want to Be a Rock N’ Roll Bride. iUniverse, 2001, ISBN 978-0-595-18276-3, S. 153 ff. Er ist halb italienischer (väterlicherseits) und halb irischer (mütterlicherseits) Abstammung. Vater Salvatore Travolta arbeitete als Reifenhändler. Seine Mutter Helen war als Schauspielerin, Sängerin und Regisseurin tätig, bevor sie Lehrerin für darstellende Kunst und Englisch wurde. Sie unterrichtete auch ihren jüngsten Sohn John und verschaffte ihm erste Rollen in lokalen Theaterproduktionen.

Bereits als 16-Jähriger brach John mit dem Einverständnis seiner Eltern die Highschool ab und zog nach New York City, wo er anfangs bei seiner Schwester Margaret wohnte. John erhielt Theaterrollen am Broadway, unter anderem in dem Musical Grease, mit dem er auch auf Tournee ging. Außerdem nahm er bei Gene Kellys Bruder Stepptanzunterricht, was ihm in seiner späteren Laufbahn zugutekam. Er arbeitete auch in Nachtclubs und drehte Werbespots fürs Fernsehen. Mitte der 1970er Jahre zog er nach Los Angeles.

Karriere Mit 21 Jahren kam dann der Durchbruch als Schauspieler, als er die Rolle des Vinnie Barbarino in der TV-Sitcom Welcome Back, Kotter (1975–1979) verkörperte. Travolta hatte seine erste große Filmrolle als Billy Nolan in Brian De Palmas Horrorfilm Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976). Auf dem Höhepunkt der Disco-Welle wurde er mit Nur Samstag Nacht (Saturday Night Fever, 1977) und Grease (1978) zu einem der größten Stars Hollywoods. Saturday Night Fever brachte ihm seine erste Oscarnominierung ein. Seine Karriere geriet nach der Produktion von Staying Alive und Perfect ins Stocken, beide Filme wurden stark verrissen. Erst 1989 hatte er mit Kuck mal, wer da spricht! wieder Erfolg.

Das Comeback gelang Travolta 1994 mit der Rolle des Vincent Vega in Quentin Tarantinos Film Pulp Fiction, die ihm eine weitere Oscar-Nominierung einbrachte. Danach drehte er neben kommerziell erfolgreichen Filmen wie Schnappt Shorty und dessen Fortsetzung Be Cool, Face/Off – Im Körper des Feindes und Passwort: Swordfish auch immer wieder kommerziell weniger erfolgreiche Filme wie Lucky Numbers. Für die Rolle des Gouverneurs Jack Stanton im Filmdrama Mit aller Macht (1998) wurde er 1999 für den Golden Globe Award nominiert.

2007 spielte Travolta in dem Musik- und Tanzfilm Hairspray zum ersten Mal die Rolle einer (übergewichtigen) Frau, für deren Darstellung er während der Dreharbeiten einen 15 Kilogramm schweren Fettanzug tragen musste. 2016 übernahm er in der Anthologyserie American Crime Story die Rolle von Robert Shapiro, des Strafverteidigers von O. J. Simpson. Für diese Rolle erhielt er ebenfalls eine Golden-Globe-Nominierung.

John Travolta ist auch als Buchautor tätig: Sein Debüt gab er 1997 mit dem Kinderbuch Nachtflug nach L.A. (Propeller One-Way Night Coach), einer Geschichte über den achtjährigen Jungen Jeff, der gerne fliegen möchte. Bei der Verfilmung des Buches gab er sein Regiedebüt und war auch als Schauspieler, Produzent und Drehbuchautor beteiligt. Propeller One-Way Night Coach wurde bei den Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2026 uraufgeführt.

Travolta wurde in Deutschland von Thomas Danneberg synchronisiert. Nach dessen Rückzug aus dem Synchrongeschäft übernahm Ronald Nitschke die Synchronisation (Stand: Mai 2020).

mini|John Travoltas Stern auf dem Hollywood Walk of Fame

Scientology

John Travolta ist seit 1975 neben Juliette Lewis, Tom Cruise und Kirstie Alley ein prominentes Mitglied der umstrittenen und in mehreren deutschen Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachteten religiösen Vereinigung Scientology. In der Verfilmung des Science-Fiction-Romans Kampf um die Erde des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard übernahm Travolta die Produktion und eine größere Rolle. Der Film Battlefield Earth – Kampf um die Erde (2000) gilt als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten und wurde ein kommerzieller Flop.

Privatleben Während der Dreharbeiten zu The Boy in the Plastic Bubble (1976) verliebte sich Travolta in seine Schauspielkollegin Diana Hyland. Sie starb 1977 im Alter von 41 Jahren an Brustkrebs; ein Jahr später starb auch Travoltas Mutter Helen an Krebs. Beide Todesfälle führten dazu, dass er einige Zeit keine Rollen annahm.

1989 lernte er bei der Arbeit zum Film Die Experten die Schauspielerin Kelly Preston kennen. Beide trennten sich nach kurzer Zeit, doch 1991 fanden Travolta und Preston wieder zusammen und heirateten im September. Mit ihr bekam er drei Kinder: zwei Söhne (* 14. April 1992; * 23. November 2010) und eine Tochter (* 3. April 2000). Sein ältester Sohn Jett kam 2009 im Alter von 16 Jahren auf den Bahamas durch einen Krampfanfall ums Leben.

Nach Jetts Tod gingen die Travoltas gerichtlich gegen einen Sanitäter und seine Anwältin vor. Die beiden Beklagten sollen die Familie Travolta um 25 Millionen Dollar erpresst haben und hätten gedroht, Details der Todesumstände zu veröffentlichen und Travolta eine Mitschuld anzulasten. Im Herbst 2009 wurde das Verfahren unmittelbar vor Verkündung des Urteils abgebrochen, nachdem das Ergebnis der Geschworenenberatung vorzeitig veröffentlicht worden war. Wie im September 2010 bekannt wurde, legte Travolta den Rechtsstreit gegen die zwei mutmaßlichen Erpresser bei. Als Grund gab die Familie an, sie habe zu sehr unter dem anstrengenden Verfahren gelitten und es deshalb hinter sich lassen wollen. Im Juli 2020 starb seine Frau Kelly Preston im Alter von 57 Jahren an Brustkrebs.

Fliegerei mini|Boeing 707-138B von John Travolta Travoltas Hobby ist seit 1989 die Fliegerei, sein Haus in Ocala (Florida) besitzt eine eigene Start- und Landebahn inklusive Flugsteig am Privatflughafen Jumbolair (Greystone Airport) (FAA LID: 17FL). Obwohl Travolta nur über eine Privatpilotenlizenz verfügt, hat er u. a. Musterberechtigungen für die Flugzeugtypen Boeing 707 und Boeing 747 absolviert. Travolta besaß längere Zeit fünf Flugzeuge, unter anderem eine Boeing 707-138B, die er im Juni 2017 der Historical Aircraft Restoration Society (HARS) auf dem Illawarra Airport in Wollongong, New South Wales (Australien) überschrieb. Die Maschine ist nach seinen Kindern benannt: Jett Clipper Ella. Er durfte die Maschine zwar selbst fliegen, aufgrund der bisher absolvierten Flugstunden auf diesem Muster jedoch nur als Copilot in Begleitung eines Flugkapitäns, der für dieses Muster qualifiziert war.

Trivia John Travolta sang auf dem Soundtrack zum Musikfilm Grease (1978) fünf Songs, darunter das Duett You’re the One That I Want mit Olivia Newton-John. Die Single wurde ein weltweiter Hit und erreichte in zahlreichen Ländern Platz 1. Bei den Dreharbeiten des Films Pulp Fiction (Produktionskosten: 8,5 Millionen Dollar) verzichteten sowohl John Travolta (Gage: 150.000 US-Dollar) als auch Bruce Willis auf einen großen Teil ihrer üblichen Bezahlung, vereinbarten aber eine prozentuale Umsatzbeteiligung. Travolta mietete sich während der für ihn sieben Wochen dauernden Arbeiten im Hotel Beverly Wilshire (Beverly Hills, Kalifornien) ein und erzählte später, dass er sogar noch Geld draufzahlen würde, um bei diesem Film mitzuwirken. Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti im Jahr 2010 unterstützte John Travolta gemeinsam mit anderen Prominenten die Hilfsmaßnahmen und flog mit seiner Boeing 707 Hilfsgüter und Ärzte in das Katastrophengebiet. In White Rock, einem südwestlichen Vorort der nordostaustralischen Stadt Cairns in Queensland, ist die Sackgasse Travolta Close, nach ihm benannt.

Filmografie

Diskografie

Studioalben

Soundtracks

Kompilationen 1979: Super John Travolta 1982: La grande storia del rock 47 1991: You Set My Dreams to Music 1993: Gold 1995: Let Her In 1996: The Best of John Travolta 1996: Greased Lightnin’ 1997: 20 Greatest Hits 1999: Slow Dancing 1999: Essential 2001: You Set My Dreams to Music 2002: Saturday Night Fiction 2003: The Collection 2005: Cult Fiction 2005: The Hit Years 2008: Forever Gold

EPs 1978: Dejala Entrar (Let Her In) 1998: Grease Is Still the Word (Radio PressKit) 1998: Grease (The Remix EP)

Singles

Weitere Singles 1977: Big Trouble 1977: (Feel so Good) Slow Dancing 1977: Easy Evil 1978: Razzamatazz 1978: The Official John Travolta Fan Club (persönliche Botschaft Travoltas) 1979: A Girl Like You 1983: Take A Chance (mit Olivia Newton-John) 1998: Summer Nights [Martian Remix] (mit Olivia Newton-John)

Weitere Lieder 1978: We Go Together (UK: )

Auszeichnungen (Auswahl) Auszeichnungen 1996: Golden Globe als Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical für Schnappt Shorty 2001: Goldene Himbeere als Schlechtester Produzent für Battlefield Earth – Kampf um die Erde 2001: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Battlefield Earth – Kampf um die Erde und Lucky Numbers 2001: Goldene Himbeere als Schlechtestes Leinwandpaar (zusammen mit jeder weiteren Person auf der Leinwand) für Battlefield Earth – Kampf um die Erde 2011: Goldene Kamera als Bester Schauspieler International 2012: Lifetime Achievement Award, Zurich Film Festival 2020: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Burning Speed – Sieg um jeden Preis und The Fanatic 2026: Ehrenpalme der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2026

Nominierungen 1978: Oscar als Bester Hauptdarsteller für Nur Samstag Nacht 1978: Golden Globe als Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical für Nur Samstag Nacht 1984: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Staying Alive und Zwei vom gleichen Schlag 1986: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Perfect 1990: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler des Jahrzehnts 1992: Goldene Himbeere als Schlechtester Nebendarsteller für Shout 1995: Oscar als Bester Hauptdarsteller für Pulp Fiction 1995: Golden Globe als Bester Hauptdarsteller – Drama für Pulp Fiction 1999: Golden Globe als Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical für Mit aller Macht 2002: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Tödliches Vertrauen und Passwort: Swordfish 2010: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Old Dogs – Daddy oder Deal 2010: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler des Jahrzehnts 2017: Golden Globe als Bester Nebendarsteller – Serie, Mini-Serie oder TV-Film für American Crime Story 2019: Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler für Gotti 2019: Goldene Himbeere als Schlechtestes Leinwandpaar (zusammen mit Kelly Preston) für Gotti 2020: Goldene Himbeere als Schlechtestes Leinwandpaar (und jedes Drehbuch, das er annimmt)

Belletristik John Travolta: Nachtflug nach L.A. orange-press, Freiburg 2002, ISBN 3-936086-00-1 (Erzählung).

Literatur Brigitte Tast (Hrsg.): John Travolta – 30 Interviews. Kulleraugen, Hildesheim 1978, ISBN 3-88842-103-9. Nigel Andrews: Travolta: The Life. Bloomsbury, New York 1998, ISBN 1-58234-002-1 (englisch).

Dokumentarfilm Channel 5 broadcasting Ltd. 2021: The True Story of … (44 min, ZDF-Synchronfassung 2023)

Weblinks

travolta.com

Immer für eine Pirouette gut – epd-Film-Porträt von Birgit Glombitza 9/2009

Einzelnachweise

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