Die Liste der Stolpersteine im Kölner Stadtteil Nippes führt die vom Künstler Gunter Demnig verlegten Stolpersteine im Kölner Stadtteil Nippes auf.

Die Liste der Stolpersteine beruht auf den Daten und Recherchen des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, zum Teil ergänzt um Informationen und Anmerkungen aus Wikipedia-Artikeln und externen Quellen. Ziel des Kunstprojektes ist es, biografische Details zu den Personen, die ihren (letzten) freiwillig gewählten Wohnsitz in Köln hatten, zu dokumentieren, um damit ihr Andenken zu bewahren.

Anmerkung: Vielfach ist es jedoch nicht mehr möglich, eine lückenlose Darstellung ihres Lebens und ihres Leidensweges nachzuvollziehen. Insbesondere die Umstände ihres Todes können vielfach nicht mehr recherchiert werden. Offizielle Todesfallanzeigen aus den Ghettos, Haft-, Krankenanstalten sowie den Konzentrationslagern können oft Angaben enthalten, die die wahren Umstände des Todes verschleiern, werden aber unter der Beachtung dieses Umstandes mitdokumentiert.

Bild Name sowie Details zur Inschrift Adresse Zusätzliche Informationen 120px|Stolperstein für Siegmund Bachenheimer (Niehler Str. 49) Hier wohnteSiegmund Bachenheimer(Jahrgang 1884) Deportiert 1945 Theresienstadt Befreit Niehler Straße 49 (früher 51)()100px|Verlegestelle Niehler Str. 49Der jüdische Kaufmann Siegmund Bachenheimer wurde am 12. Oktober 1884 in der hessischen Kleinstadt Wetter geboren. Er war das vierte Kind von Sußmann und Hedwig Bachenheimer und hatte elf Geschwister. Er zog vermutlich 1911 oder 1912 nach Köln und ließ sich als Kaufmann in der Albertusstraße 13 nieder. Josefine Frieda Bachenheimer, geborene Fischer, stammte aus Lothringen und wurde am 28. März 1884 in Marspich, einem Ortsteil von Hayange, in eine katholische Arbeiterfamilie hineingeboren. Sie war die älteste Tochter von Nikolaus und Luise Fischer und hatte zwei jüngere Brüder.Mitteilung des NS-Dokumentationszentrum Köln an die Anwohner des Hauses Niehler Straße 49.

Wann und wo Frieda und Siegmund Bachenheimer heirateten, ist nicht bekannt. Frieda Bachenheimer soll kurz vor der Hochzeit zum Judentum übergetreten sein. Das Ehepaar zog Mitte der 1920er Jahre in die Niehler Straße 51 und war unter dieser Adresse bis 1939 gemeldet. Die „Mischehe“ wurde nach Angaben von Friedas Familie von den Nazis annulliert, sie selbst floh nach Sachsen. Siegmund Bachenheimer wurde in ein sogenanntes Ghettohaus in der Utrechter Straße 6 eingewiesen. Von dort aus wurde er am 14. Februar 1945 gemeinsam mit 13 weiteren Kölnerinnen und Kölnern in einem Sammeltransport in das Ghetto Theresienstadt deportiert und am 8. Mai von der Roten Armee befreit.

Nach Kriegsende kehrten Frieda und Siegmund Bachenheimer nach Köln zurück und bezogen eine Wohnung in der Gottfried-Daniels-Straße 33 in Ehrenfeld. Siegmund Bachenheimer engagierte sich im Kulturrat der Synagogen-Gemeinde Köln. Er starb am 2. Mai 1954, Josefine Frieda am 27. August 1972.

18 Mitglieder der Familie Bachenheimer wurden im Holocaust ermordet. Frieda und Siegmund Bachenheimer ließen ein Grabmal mit deren Namen auf dem Jüdischen Friedhof Bocklemünd errichten.

Die Stolpersteine für Frieda und Siegmund Bachenheimer wurden am 11. Juni 2026 verlegt. 120px|Stolperstein für Frieda Bachenheimer (Niehler Str. 49) Hier wohnteFrieda Bachenheimer, geb. Fischer (Jahrgang 1884) Ausgegrenzt / Drangsaliert Überlebt Niehler Straße 49 (früher 51)() 120px|Stolperstein für Alice Behrens (Auguststraße 14) Hier wohnteAlice Behrens, geb. Salm (Jahrgang 1884) Deportiert 1941 Łódź Verschollen Auguststr. 14()100px|Verlegestelle Auguststraße 14 Nach neueren Informationen, welche zum Zeitpunkt der Stolpersteinverlegung nicht bekannt waren, wurde Alice Behrens im Mai 1942 von Litzmannstadt (Łódź) nach Kulmhof deportiert und dort ermordet. 120px|Stolperstein für Julius Behrens (Auguststraße 14) Hier wohnteJulius Behrens (Jahrgang 1878) Deportiert 1941 Łódź Verschollen Auguststr. 14()100px|Verlegestelle Auguststraße 14 Nach neueren Informationen, welche zum Zeitpunkt der Stolpersteinverlegung nicht bekannt waren, wurde Julius Behrens im Mai 1942 von Litzmannstadt (Łódź) nach Kulmhof deportiert und dort ermordet. 120px|Stolperstein Heinrich Bergers Hier wohnteHeinrich Bergers (Jahrgang 1890) verurteilt 1939, 1942 § 175 'Vorbeugungshaft' 1943 KZ Sachsenhausen überlebt Ulrich-Zell-Straße 2() Heinrich Bergers wurde 1890 im Kreis Neuss in eine kinderreiche Bauernfamilie geboren. Nach der Volksschule half er zunächst in der elterlichen Landwirtschaft. 1913 kam er nach Köln, um bei der Reichspost zu arbeiten. Während des Ersten Weltkriegs erlitt er eine Kriegsverwundung, und 1920 heiratete er. Ende der 1930er-Jahre wurde ihm vorgeworfen, er habe einen jüngeren Arbeitskollegen „unsittlich berührt“. Im September 1939 wurde er vom Kölner Landgericht wegen „Verführung männlicher Personen unter 21 Jahren“ zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. 1942 erhielt Heinrich Bergers eine siebenmonatige Gefängnisstrafe, nachdem er in einer öffentlichen Bedürfnisanstalt einen Mann angefasst haben sollte. Nach Verbüßung der Strafe im Kölner Gefängnis Klingelpütz wurde er nicht freigelassen, sondern in das KZ Sachsenhausen deportiert. Seine Frau beantragte zweimal seine Freilassung, da sie Not leide und die Unterstützung ihres Mannes bräuchte.

Nach Kriegsende wurde Bergers zunächst als politisch Verfolgter anerkannt und erhielt als früherer KZ-Häftling finanzielle Unterstützung. Während er sich als Angehöriger eines Entnazifizierungsausschusses gesellschaftlich engagierte, versuchte er, mithilfe eines Wiederaufnahmeverfahrens gegen seine Verurteilungen in der NS-Zeit vorzugehen. Nachdem bekannt wurde, dass Bergers im NS-Regime wegen homosexueller „Verfehlungen“ verfolgt worden war, wurde ihm der Status als politisch Verfolgter Ende 1949 wieder aberkannt und erhielt keinerlei Wiedergutmachung für das erlittene Unrecht. 120px|Stolperstein Regina Boksch Hier wohnteRegina Boksch, geb. Kahlenberg (Jahrgang 1898) seit 1930 mehrmals in Heilanstalt Galkhausen zwangssterilisiert 1935 'verlegt' 20.3.1943 Großscheidnitz ermordet 30.3.1943 Schwerinstraße 4() Regina Boksch wurde am 25. Juni 1898 in Köln-Nippes geboren und war katholisch. Ihr Vater Michael Kahlenberg war Schreiner, über ihre Mutter Anna Maria ist nichts bekannt; die Familie lebte in ärmlichen Verhältnisse. Regina Bocksch machte eine Ausbildung zur Näherin und heiratete am 18. Mai 1923 den Herrenschneider Vinzenz Boksch aus Dubin, einem Dorf in Polen. Das Ehepaar bekam zwei Söhne. Vermutlich in dieser Zeit erkrankte Regina Boksch psychisch. 1930 wurde sie in die psychiatrische Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt Galkhausen eingewiesen, aber offenbar schon bald wieder entlassen. Am 17. Mai 1932 kam ihr dritter Sohn zur Welt. Kurz danach wurde sie erneut für ein Jahr in eine Heilanstalt eingewiesen und 1935 zwangssterilisiert.

Am 14. Dezember starb Vinzenz Boksch an einer Lungenentzündung und seine Frau war nun alleinstehend mit drei minderjährigen Kindern. Wenig später starben auch ihre Eltern, und Regina Boksch bekam eine Vermundin. Ein Jahr später unternahm sie einen Selbstmordversuch. Sie wurde dauerhaft in die Heilanstalt Galkhausen eingewiesen und am 20. März 1943 in die Landesanstalt Großschweidnitz in Sachsen verlegt. Die Patienten wurden dort durch überdosierte Beruhigungsmittel getötet oder starben an Hunger und Vernachlässigung, so auch Regina Boksch. Sie starb am 30. März 1943, zehn Tage nach ihrer Ankunft in Großschweidnitz. 120px|Stolperstein für Gittel Dingfelder (Auguststraße 14) Hier wohnteGittel Dingfelder (Jahrgang 1938) Deportiert 1941 Łódź Ermordet Mai 1942 in Kulmhof Auguststr. 14()100px|Verlegestelle Auguststraße 14 120px|Stolperstein für Käthe Dingfelder (Auguststraße 14) Hier wohnteKäthe Dingfelder, geb. Lustig (Jahrgang 1913) Deportiert 1941 Łódź Ermordet Mai 1942 in Kulmhof Auguststr. 14()100px|Verlegestelle Auguststraße 14 120px|Stolperstein für Ella Ehrenberg (Neusser Straße 229) Hier wohnteElla Ehrenberg, geb. Berlin (Jahrgang 1873) Deportiert 1942 Theresienstadt Treblinka-Minsk Ermordet Neusser Str. 229()100px|Verlegestelle Neusser Straße 229 120px|Stolperstein für Erich Emil Ehrenberg (Neusser Straße 229) Hier wohnteErich Emil Ehrenberg (Jahrgang 1875) Deportiert 1942 Theresienstadt Treblinka 1942 ??? Neusser Str. 229()100px|Verlegestelle Neusser Straße 229 120px|Stolperstein für Veronika Esserholz (Auguststraße 14) Hier wohnteVeronika Esserholz (Jahrgang 1895) Deportiert 1941 Łódź Für tot erklärt Auguststr. 14()100px|Verlegestelle Auguststraße 14 Nach neueren Informationen, welche zum Zeitpunkt der Stolpersteinverlegung nicht bekannt waren, wurde Veronika Esserholz im Mai 1942 von Litzmannstadt (Łódź) nach Kulmhof deportiert und dort ermordet. 120px|Stolperstein für Elly Fey (Wilhelmstraße 85) Hier wohnteElly Fey (Jahrgang 1899) Zeugin Jehovas Deportiert 1939 KZ Ravensbrück Überlebt Wilhelmstr. 85()100px|Wohnhaus Wilhelmstraße 85 Der am 4. Oktober 2004 verlegte Stolperstein erinnert an Elly Fey, geboren am 9. Oktober 1899 in Köln-Nippes.

Elly Fey war Arbeiterin bei den Rheinischen Draht- und Kabelwerken in Köln-Niehl. Seit 1932 bekannte sie sich zur Internationalen Bibelforscher-Vereinigung und beteiligte sich an der Verteilung von Flugblättern und biblischer Literatur wie dem Buch Die Harfe Gottes. Elly Fey leitete zeitweise als Gruppendienerin eine Kölner Gruppe der Ernsten Bibelforscher im Untergrund. Am 10. September 1937 wurde sie, nachdem sie 1500 Flugblätter verteilt hatte, verhaftet und in das Kölner Gefängnis Klingelpütz gebracht. Am 4. April 1938 wurde sie vom Sondergericht Köln zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßung ihrer Gefängnisstrafe wurde sie am 28. September 1939, auf unbestimmte Zeit in das Frauen-KZ Ravensbrück eingeliefert (Häftlingsnummer 2183). In der Aufbauphase des KZ musste Elly Fey an schweren Ausschachtungsarbeiten für die neuen Gebäude arbeiten. Später wurde sie in der Nähstube eingesetzt. Im Dezember 1939 weigerten sich die Zeuginnen Jehovas der Nähstube aus Gewissensgründen Uniformteile für Soldaten herzustellen, worauf die Gruppe durch Nahrungsmittelentzug, Dunkelhaft, Kälte und Zwangsarbeit bestraft wurde. Ende April 1945 wurde Elly Fey aus dem KZ Ravensbrück befreit. Nach ihrer Haftentlassung heiratete sie den Stellmacher August Scholz, der den Todesmarsch vom KZ Ravensbrück nach Raben Steinfeld (Schwerin) überlebt hatte. Elly Fey und August Scholz lebten nach dem Krieg in der Glasstraße 66 in Köln-Ehrenfeld und beteiligten sich aktiv am Wiederaufbau der Kölner Gemeinden der Zeugen Jehovas. Elly Fey starb 1979 in Köln. 120px|Stolperstein für Leo Frank (Dormagener Straße 1) Hier wohnteLeo Frank (Jahrgang 1904) Deportiert 1941 Łódź ??? Dormagener Str. 1()100px|Verlegestelle Dormagener Straße 1 Nach neueren Informationen, welche zum Zeitpunkt der Stolpersteinverlegung nicht bekannt waren, wurde Leo Frank im September 1942 von Litzmannstadt (Łódź) nach Kulmhof deportiert und dort ermordet. 120px|Stolperstein für Hedwig Freund (Wilhelmstraße 55) Hier wohnteHedwig Freund, geb. Seligmann (Jahrgang 1881) Deportiert 1941 Łódź Für tot erklärt Wilhelmstr. 55()100px|Verlegestelle Wilhelmstraße 55 Nach neueren Informationen, welche zum Zeitpunkt der Stolpersteinverlegung nicht bekannt waren, wurde Hedwig Freund nicht 1941 nach Łódź deportiert, sondern am 20. Juli 1942 nach Minsk. Dort wurde sie wenige Tage nach der Ankunft ermordet. 120px|Stolperstein für Julius Freund (Wilhelmstraße 55) Hier wohnteJulius Freund (Jahrgang 1880) Deportiert 1941 Łódź