Die Grünbauchamazilie oder Grünstirnamazilie (Saucerottia viridigaster, Syn.: Amazilia viridigaster) ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das die südamerikanischen Länder Venezuela und Kolumbien umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ (least concern) eingeschätzt.

Merkmale Die Grünbauchamazilie erreicht bei einem Körpergewicht von lediglich ca. 3,8 g eine Körperlänge von etwa 8,9 bis 9,4 cm, wobei der gerade Schnabel 1,8 cm lang ist. Der Unterschnabel ist überwiegend blassrosa. Die Oberseite glänzt weitgehend grün, geht aber im hinteren Rückenbereich, an Bürzel und Oberschwanzdecken ins eher bräunliche Gelbbraun über. Die Unterseite schimmert grün. Die Unterschwanzdecken sind zimtfarben. Der leicht gegabelte Schwanz ist kupferfarben violett, wirkt aber in freier Natur schwärzlich.Steven Leon Hilty u. a. (1986), S. 274.

Verhalten Wie viele Amazilien-Arten sind Grünbauchamazilien sehr kampflustig und territorial. Meist sind sie bei der Futtersuche alleine unterwegs und fliegen kleinere Gebiete mit niederen Sträuchern, Weinreben oder Kräutern an Straßenrändern an. Gelegentlich sammeln sie gemeinsam mit anderen Kolibris an kleineren blühenden Bäumen wie Inga, Korallenbäumen (Erythrina) oder die zu den Wollbaumgewächsen gehörende Gattung Quararibea.Steven Leon Hilty u. a. (2002), S. 420. Hierbei verhalten sie sich eher aggressiv.

Lautäußerungen Der Gesang klingt anmutig und ist fast eine Kopie des Gesangs der Kupferbürzelamazilie (Saucerottia tobaci (, 1788)). Der Ruf klingt wie ein hohes dünnes wehendes di-de-tit, wobei sich der letzte Ton deutlich höher anhört. Diese Töne werden gelegentlich mehrere Male in schneller Abfolge wiederholt. Diesen Gesang trällern sie in zahlreichen Varianten.

Fortpflanzung Melbourne Armstrong Carriker beobachtete im Oktober 1947 nahe Cúcuta fünf Grünbauchamazilien in Brutstimmung. Im Zeitraum von Dezember 1962 bis Januar 1963 entdeckte Pater Antonio Olivares Celis (1917–1975) in den östlichen Anden des Departamento de Boyacá sechs Nester der Grünbauchamazilie.Antonio Olivares Celis, S. 91 f.

Unterarten mini|Verbreitungsgebiet der Grünbauchamazilie Es sind sechs Unterarten bekannt:IOC World Bird List Hummingbirds Saucerottia viridigaster viridigaster (, 1843)Jules Bourcier, S. 103. – Die Nominatform ist im nördlichen zentralen Kolumbien verbreitet. Saucerottia viridigaster iodura (, 1854)Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach, S. 8. – Diese Subspezies kommt im Westen Venezuelas vor.

Früher wurde die Kupferschwanzamazilie als Unterart der Grünbauchamazilie geführt.

Etymologie und Forschungsgeschichte Jules Bourcier beschrieb die Grünbauchamazilie unter dem Namen Trochilus viridigaster. Das Typusexemplar stammte aus Fusagasugá im damaligen Vizekönigreich Neugranada.Jules Bourcier u. a., S. 104 1850 führte Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte die neue Gattung Saucerottia u. a. für die Grünamazilie (Saucerottia saucerottei ( & , 1846)) ein.Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte, S. 77 Dieser Name wurde zu Ehren von Antoine Constant Saucerotte (1805–1884), einem Arzt und Hobbyornithologen aus Lunéville vergeben.Adolphe Delattre u. a. (1846), S. 311 Das Artepitheton viridigaster setzt sich aus den lateinischen Wörtern viridis für „grün“ und gaster für „Bauch“ zusammen.viridigaster The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Iodura ist ein griechisches Wortgebilde aus für „violettfarben“ und für „-schwänzig, Schwanz“.iodura The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling

Literatur

Weblinks

Factsheet auf BirdLife International

Einzelnachweise

Kategorie:Kolibris