Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der tunesischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften. Tunesien nahm 2026 zum siebten Mal an einer Weltmeisterschaftsendrunde teil. In der ewigen Tabelle der WM-Endrundenteilnehmer belegte Tunesien vor der WM 2026 den 44. Platz, nun Platz 50.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1930 Uruguay nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1934 Italien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1938 Frankreich nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1950 Brasilien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1954 Schweiz nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1958 Schweden nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied 1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation in der Vorrunde im Entscheidungsspiel nach Losentscheid an Marokko gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1966 England zurückgezogen Alle 15 afrikanischen Mannschaften zogen sich aus der Qualifikation zurück, da die FIFA den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur einen Endrundenplatz zugestand. 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde wieder im Entscheidungsspiel nach Losentscheid an Marokko gescheitert. 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde an der Elfenbeinküste gescheitert, die sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1978 Argentinien Vorrunde Mexiko, Polen, Deutschland 13. Nach einem Sieg gegen Mexiko, einer Niederlage gegen Polen und einem Remis gegen Titelverteidiger Deutschland als Gruppendritter ausgeschieden. 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde nach Elfmeterschießen an Nigeria gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation im Finale der Staffel A an Algerien gescheitert. 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. und letzten Runde an Kamerun gescheitert. 1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde wieder an Marokko gescheitert. 1998 Frankreich Vorrunde England, Kolumbien, Rumänien 26. Nach zwei Niederlagen und einem Remis gegen Gruppensieger Rumänien als Gruppenletzter ausgeschieden. 2002 Südkorea/Japan Vorrunde Russland, Belgien, Japan 29. / Ammar Souayah Nach zwei Niederlagen und einem Remis gegen Belgien als Gruppenletzter ausgeschieden. 2006 Deutschland Vorrunde Saudi-Arabien, Spanien, Ukraine 24. Nach einem Remis (gegen Saudi-Arabien) und zwei Niederlagen als Gruppendritter ausgeschieden. 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. Runde wieder an Nigeria gescheitert. 2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der letzten Runde an Kamerun gescheitert. 2018 Russland Vorrunde England, Belgien, Panama 24. Nabil Maaloul Nach Niederlagen in den ersten beiden Spielen hatte die Mannschaft schon vor dem letzten Spiel gegen Panama keine Chance mehr das Achtelfinale zu erreichen 2022 Katar Vorrunde Dänemark, Australien, Frankreich 21. Jalel Kadri In der Qualifikation setzte sich Tunesien in der zweiten Runde gegen Äquatorialguinea, Mauretanien und Sambia durch und setzte sich in der dritten Runde gegen Mali durch. Bei der Endrunde waren Titelverteidiger Frankreich (1:0), Dänemark (0:0) und Australien (0:1) die Gruppenphasengegner; die Mannschaft schied als Gruppendritter in der Vorrunde aus. 2026 Kanada/Mexiko/USA Vorrunde Japan, Niederlande, Schweden 47. (1. Gruppenspiel) In der Qualifikation setzte sich Tunesien in der ersten Runde gegen Namibia, Liberia, Malawi, Äquatorialguineaq sowie São Tomé und Príncipe. Nach Niederlagen gegen Schweden und Japan hatte die Mannschaft schon vor dem letzten Gruppenspiel keine Chance mehr, die K.-o.-Runde zu erreichen.

Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) mini|Platzierung der tunesischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Nicht teilgenommen (kein selbstständiger Staat oder nicht anerkannt): 6× (26,1 %; 1930 bis 1958) Zurückgezogen: 1× (4,3 %; 1966) Nicht qualifiziert: 9× (39,1 %; 1962, 1970, 1974, 1982, 1986, 1990, 1994, 2010 und 2014) Sportliche Qualifikation: 7× (30,4 % bzw. bei 43,8 % der Versuche) Vorrunde: 7× (30,4 %; 1978, 1998, 2002, 2006, 2018, 2022 und 2026)

WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 bis 1954 und 1958 Als französische Kolonie konnte Tunesien bei den ersten fünf Turnieren nicht teilnehmen. Die Fédération Tunisienne de Football wurde 1956 nach der Unabhängigkeit gegründet, aber erst 1960 in die FIFA aufgenommen. Daher konnte Tunesien auch 1958 noch nicht teilnehmen.

1962 in Chile An der Qualifikation zur WM in Chile durfte Tunesien erstmals teilnehmen und am 30. Oktober 1960 fand in Casablanca das erste WM-Qualifikationsspiel der Tunesier und Marokkaner statt und Tunesien verlor gegen Marokko mit 1:2. Da das Rückspiel in Tunis 14 Tage später mit 2:1 gewonnen wurde, musste ein drittes Spiel stattfinden. Da dieses in Palermo 1:1 nach Verlängerung endete, kam es zum Losentscheid, durch den Marokko in die nächste Runde einzog und Tunesien ausschied. Marokko erreichte dann im weiteren Verlauf als Sieger der Afrika-Zone das Playoffspiel gegen Spanien und verlor beide Spiele (0:1 und 2:3), so dass kein afrikanischer Vertreter an der WM teilnehmen konnte.

1966 in England Für die WM im „Mutterland des Fußballs“ sollte Tunesien in der Qualifikations-Vorrunde gegen Algerien und Liberia antreten. Da aber den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur ein Platz bei der Endrunde zugestanden wurde, zogen alle 15 afrikanischen Mannschaften zurück. Aus der Asiengruppe zog sich Südkorea zurück, so dass allein Nordkorea und Australien den WM-Startplatz unter sich ausspielten, den Nordkorea schließlich errang.

1970 in Mexiko Für die erste WM in Mittelamerika musste Tunesien in der ersten Runde gegen Algerien antreten. Das erste WM-Qualifikationsspiel am 17. November 1968 in Algier wurde mit 2:1 gewonnen, so dass Tunesien ein 0:0 im Rückspiel in Tunis reichte, um die zweite Runde zu erreichen. In dieser scheiterte Tunesien dann wieder durch Losentscheid nach Entscheidungsspiel an Marokko, das damit die nächste Runde erreichte und sich dort als erste afrikanische Mannschaft nach dem Zweiten Weltkrieg für eine WM-Endrunde qualifizieren konnte. Zuvor waren beide Heimspiele torlos geblieben und das Entscheidungsspiel in Marseille endete 2:2 nach Verlängerung.

1974 in Deutschland In der Qualifikation für die erste WM in Deutschland traf Tunesien in der ersten Runde auf die von Dettmar Cramer trainierten Ägypter. Nach einem 1:2 in Kairo wurde in Tunis mit 2:0 gewonnen, womit die zweite Runde gegen die Elfenbeinküste erreicht wurde, die erstmals an der Qualifikation teilnahm. In dieser langte es im Heimspiel nur zu einem 1:1, wogegen das Rückspiel mit 1:2 verloren wurde. Die Elfenbeinküste scheiterte dann in der dritten Runde an Marokko, das seinerseits in der vierten Runde die Qualifikation verpasste.

1978 in Argentinien Vier Jahre später glückte dann erstmals die Qualifikation. In der Qualifikation zur WM in Argentinien musste Tunesien wieder einmal in der ersten Runde gegen Marokko antreten. Da beide Spiele 1:1 endeten, musste das inzwischen eingeführte Elfmeterschießen entscheiden, das Tunesien mit 4:2 für sich entschied. In der zweiten Runde war der Nachbar Algerien der Gegner und nach einem 2:0 im Heimspiel reichte ein 1:1 in Algerien, um die dritte Runde zu erreichen. Hier traf die Mannschaft auf Guinea und verlor in Conakry mit 0:1. Durch ein 3:1 im Rückspiel gelang aber der Sprung in die vierte Runde. Dort setzten sich die Tunesier gegen Ägypten und Nigeria durch und konnten zur WM nach Argentinien fahren.

In Argentinien trafen die Tunesier in ihrem ersten WM-Spiel auf Mexiko. Nachdem sie 44 Minuten lang ein 0:0 gehalten hatten, gerieten sie kurz vor der Halbzeitpause durch einen Handelfmeter in Rückstand. Nach der Pause konnten sie aber das Spiel drehen und als erste afrikanische Mannschaft ein WM-Spiel gewinnen, wobei Ali Kaabi in der 55. Minute das erste WM-Tor für Tunesien erzielte. Im zweiten Spiel gegen den vorherigen WM-Dritten Polen verloren sie durch ein Tor des vorherigen WM-Torschützenkönigs Grzegorz Lato mit 0:1. Im letzten Gruppenspiel gegen Titelverteidiger Deutschland hätte Tunesien einen Sieg gebraucht, um die zweite Finalrunde zu erreichen, während den Deutschen ein Remis genügte, da sie gegen Mexiko mit 6:0 gewonnen hatten und sich torlos von Polen getrennt hatten. Mit einem erneuten torlosen Remis erreichten die Deutschen dann auch die zweite Runde,0:0 gegen Tunesien: Schön und die „Ohnmacht auf der Bank“. dfb.de zwar nur als Gruppenzweiter, aber dafür gingen sie wie 1974 Argentinien und Brasilien aus dem Weg. Tunesien verabschiedete sich dagegen für 20 Jahre von der WM-Bühne.

Turniere mit 24 Teilnehmern 1982 in Spanien Für die WM in Spanien wurde die Anzahl der Startplätze erhöht und den Afrikanern ein weiterer zugestanden. In der Qualifikation mussten die Tunesier in der ersten Runde gegen Nigeria antreten. Nachdem beide ihre Heimspiele gewonnen hatten, musste das Elfmeterschießen entscheiden. Dieses ging mit 4:3 zu Gunsten der Nigerianer aus. Damit war für Tunesien bereits nach zwei Spielen die Qualifikation beendet. Nigeria scheiterte dann in der letzten Runde an Algerien, das sich damit erstmals für die WM qualifizierte und dort Deutschland überraschend besiegte, aber nach dem Nichtangriffspakt von Gijón ausschied.

1986 in Mexiko In der Qualifikation zur zweiten WM in Mexiko mussten die Tunesier in der ersten Runde gegen Benin antreten und setzten sich mit 2:0 und 4:0 durch. In der zweiten Runde gegen Guinea wurde zwar in Guinea mit 0:1 verloren, durch ein 2:0 im Heimspiel aber die dritte Runde erreicht. Hier war wieder einmal Nigeria der Gegner. Nach einem 0:1 im Auswärtsspiel reichte wieder ein 2:0, um die letzte Runde zu erreichen, in der Algerien wartete. Durch zwei Niederlagen (1:4 und 0:3) wurde die Teilnahme an der WM verspielt. Beim WM-Turnier 1986 in Mexiko schied Algerien als Gruppenletzter in der Vorrunde aus.

1990 in Italien Die Qualifikation zur zweiten WM in Italien verlief wieder nicht erfolgreich. Zwar setzte sich Tunesien in der ersten Runde mit 5:0 und 0:3 gegen Guinea durch und überstand auch die zweite Runde gegen Sambia, Zaire und Marokko, in der dritten und letzten Runde wurden aber beide Spiele gegen Kamerun verloren (0:2 und 0:1). Kamerun drang dann bei der WM-Endrunde als erste afrikanische Mannschaft bis ins Viertelfinale vor und besiegte im Eröffnungsspiel überraschend Titelverteidiger Argentinien.

1994 in den Vereinigten Staaten Die Qualifikation zur WM in den USA, für die die Afrikaner einen weiteren Startplatz erhielten, verlief ebenfalls nicht erfolgreich. Tunesien scheiterte in einer Gruppe mit Marokko, Äthiopien und Benin. Verpasst wurde der Sprung in die zweite Runde durch ein 0:0 am letzten Spieltag in Marokko, das sich in der zweiten Runde dann für die WM qualifizierte, dort aber ohne Punkt als Gruppenletzter in der Vorrunde ausschied.

Turniere mit 32 Teilnehmern 1998 in Frankreich Die Qualifikation zur zweiten WM in Frankreich verlief dann endlich besser. Den Afrikanern standen nun fünf Startplätze zu. Die erste Runde überstand Tunesien mit zwei Siegen (3:1 und 2:0) gegen Ruanda und setzte sich dann in der zweiten Runde gegen Ägypten, Liberia sowie Namibia durch. Dabei wurden nur in Ägypten die Punkte geteilt.

In Frankreich traf Tunesien im ersten Spiel auf England und verlor mit 0:2. Auch gegen Kolumbien wurde verloren (0:1), so dass bereits vor dem letzten Gruppenspiel gegen Rumänien das Aus feststand. Das 1:1 hatte daher nur noch statistischen Wert.

2002 in Japan und Südkorea