Franz Sikora (* 25. Januar 1895 im oberschlesischen Lipine, Kreis Beuthen; † 9. Mai 1980 in Berlin) war ein Kunstmaler und der Sohn eines Hüttenmeisters der Kattowitzer Zinkhütte. Aufgewachsen inmitten eines Steinkohlebergbaugebietes, umgeben von Eisen- und Zinkhütten, suchte er zeit seines Lebens nach der Verbindung zwischen den Wünschen nach einem glücklichen und harmonischen Leben und der sehr mit Arbeit, Armut und Leid verbundenen Realität. Er verstand seine Kunst als Ausdruck der Seele des Menschen.
Während des Ersten Weltkrieges wurde er schwer verletzt. Nach seiner Genesung erfolgten Studienreisen nach Paris, Wien, in die Schweiz und nach Holland. Sein künstlerisch nachvollziehbares Schaffen begann nach dieser Zeit. Seine Sehnsucht nach Frieden und Harmonie brachte er in seinen Werken zum Ausdruck. Seine Kunst fand u. a. in Paris, New York, den Niederlanden, Österreich, Italien, Jena, Berlin, Kattowitz, Posen, Bromberg Beachtung. Er erhielt mehrere internationale Auszeichnungen.
Er studierte in Holland und an der Berliner Kunstschule, unter Prof. Jera. In dieser Zeit lernte er seine Frau Louise kennen, mit der er eine Tochter bekam. In Holland entstanden einige wenige Werke, die heute noch bekannt sind. Gelebt hat er unter anderem von Porträts prominenter Persönlichkeiten, wie niederländische Minister und auch Königstöchter.
Die gemeinsame Tochter starb 1967. Seine Frau Louise verlor er 10 Jahre vor seinem 90. Geburtstag. Sikora starb am 9. Mai 1980 in seiner Wahlheimat Berlin.
Leben und Wirken mini|Aufnahme in die Academie mit Goldmedaille. 1980 mini|Sonja Schlafstelle im Lager Berlin-Mariendorf Mitte der 20er Jahre zog die Familie zurück nach Kattowitz. Hier arbeitete er mit dem Kirchenmaler Prof. Kowalewski zusammen. In Kattowitz schuf er Kunst, die die Industrie, die dort lebenden Menschen und ihren Alltag darstellte. Aber auch durch seine Reisen nach Warschau, Krakau und Lemberg sah er sich veranlasst, die dort lebenden Menschen zu malen, wie er sie erlebte. 1928 gründete er die „Kattowitzer Künstlergruppe“.
Er entwickelte bereits in den zwanziger Jahren einen eigenen Kunststil, den er Butismus nannte.
Im Januar 1945 siedelten Sikora und seine Familie als Flüchtlinge nach Jena um. Dort lebten sie in einem kleinen hübschen Häuschen, wie er es selbst bezeichnete, in der Rosenthaler Straße. Viele seiner Bilder stellen in dieser Zeit seine Frau Louise, seine Tochter Sonja und auch seine Eltern dar. Seine Kritik an den zurückliegenden Kriegsjahren äußerte er in seinen Bildern, indem er ausschließlich Brauntöne zur Farbgebung verwendete. Es ist die Zeit der zerstörten Stadt Jena als Motiv in seinen Bildern.
Unter den aufkommenden Vorgaben der sozialistischen Ideen zur Kunst in der damaligen sowjetischen Besatzungszone konnte Sikora sich nicht frei entfalten. So zog er im Oktober 1950 ein weiteres Mal um. Seine neue Heimat wurde West-Berlin. Dort lebte und schuf er weitere Werke bis zu seinem Lebensende.
Im Rahmen des Lastenausgleichs beantragte er in Berlin die Entschädigung seiner im Rahmen der Kriegswirren verlorenen Kunstwerke:
250 Ölgemälde aus der Zeit von 1925 bis 1944, darunter 50 aus der Zeit von 1931 bis 1934 mit holländischen Landschaften und Stillleben, 50 aus der Zeit 1935 bis 1942 Krakau, Lemberg, Zakopane und Umgebung, 30 aus den Jahren 1942/43 mit Motiven aus Wien und Kärnten, sowie 500 Aquarelle, Temperabilder, Zeichnungen, farbige Skizzen und grafische Arbeiten aus der Zeit von 1925 bis 1946.
Ein Großteil seiner noch vorhandenen Bilder befindet sich heute in Privatbesitz, weitere in öffentlichen Museen, im Rathaus Berlin-Schöneberg sowie in Ratingen (Oberschlesisches Landesmuseum).
Seine Werke waren in verschiedenen Kunstausstellungen zu sehen:
1933: Kgl. Kleykamp den Haag, Holland 1935: Posen und Bromberg, Polen 1958: Große Berliner Kunstausstellung, Berlin 1968: Hotel Taft in New York, „Exhibition of Contemporary European Painters“ 1970: Berlin, „Franz Sikora zum 75. Geburtstag“ 1981: Le Niveau de Paris 1977 und 1978: Kulturzentrum Berlin 1977, 1978 und 1979: Freie Berliner Kunstausstellung Berlin 1982: Museo Nazionale Dell'Accademia Italia,
Weitere Ausstellungen in Zürich, Madrid, Rom, Ancona, Den Haag, Posen, Breslau, Krakau und Wien
Er erhielt folgende Auszeichnungen und Anerkennungen: 1922 Schlesischer Adlersorden 1968/69 Diplomatie di Menzione internationale Regione 1970 Tempel of Arts Museum creation genius immortality 1980 Aufnahme in die Academia Italia delle Art e der Lavoro und Auszeichnung mit der Goldmedaille 1985 Accademia Italia, Centro Bedriaco, Calvatone, Italy, Auszeichnungen mit „Oscar D’Italia 1985“
Werke (Auswahl)
und weitere Bilder, darunter auch viele Stillleben sowie die in der Stadtzeitung-Schöneberg veröffentlichten
Alte Dorfkirche in Schönberg (Ölgemälde 1954)Auf der Suche nach den Ursprüngen: Alt-Schöneberg
Literatur
„Franz Sikora – einer von uns“ in Ostpreußische Nachrichten, 1. November 1952, Berlin Aleksandra Krypczyk: „Con Amore. Portret twórczości Franza Sikory“ in Kronika Katowic Band 10,2005
Who is who?, 3. und 5. Ausgabe International Directory of Arts, 15. Ausgabe 1981/1982 Weltenzyklopädie der zeitgenössischen Künstler, vom 15. Oktober 1983 Tendenzen und Zeugnisse der zeitgenössischen Kunst, Accademia Italia, 1982 Enciclopedia Mondiale degli Artisti Contemporanei, Selidizioni, 1984 Deister- und Weserzeitung, Heimatzeitung für das mittlere Wesergebiet, Hameln, vom 30. Juli 1944 Gleiwitzer-Beuthener-Tarnowitzer Heimatblatt, 16. Jahrgang, August 1966, Heft 8 Schlesische Rundschau, Wangen/Allgäu vom 25. August 1955 Artikel von Achim Anders: „Kunst als Ausdruck der Seele“ zum 70. Geburtstag des schlesischen Malers Franz Sikora, 1965 Große Berliner Kunstausstellung, 1958 in Berlin Artikel von Ben yan Eyselstein, 1931, Haagsche Courant Polska Zachodnia: 1935, Siech Katalog Echo der Zeit, Artikel von Achim Anders, vom 24. Juli 1955 Europäische Begegnung, Beitr. zum west-östlichen Verständnis, Aug./Sept. 1962, Heft 8/9 Verwirrung der Zeit im Spiegel der Kunst vom 3. Mai 1968 Ruhr-Nachrichten vom 27. Juni 1966 Deutsches Kunstmagazin, erschienen in Mainz, Magazin Kunst 36/1969, Seite 1526 Der Tagesspiegel / Berliner Teil, Freitag, den 25. Januar 1985 Schenkungsbestätigung zweier Werke an die Stiftung Haus Oberschlesien, Ratingen vom 5. Oktober 1984 Dankschreiben des Städtisches Museum Braunschweig vom 28. Februar 1982, Schriften für die Sammlung der Bibliothek Braunschweig Anfrage der University of Cincinnati, Ohio vom 31. Juli 1980 Anfrage der Stadt Salzgitter – der Oberstadtdirektor vom 25. Juli 1984
Einzelnachweise
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