Wilhelm Lenschow (* 4. Oktober 1878 in Blüssen; † 14. November 1937 in Lübeck) war ein deutscher Architekt.

Leben mini|Ehemaliges Warenhaus des Konsumvereins in Lübeck (2019) Wilhelm Lenschow wurde als zweiter Sohn des Dorfschulzen Joachim Heinrich Lenschow und dessen Ehefrau Engel Elisabeth Lenschow geb. Kassow im mecklenburgischen Blüssen geboren. Nach seinem Studium arbeitete er bei Hubert Stier in Hannover und unter Albert Erbe bei der staatlichen Bauverwaltung in Hamburg. Vor dem Ersten Weltkrieg gründete er mit Alfred Runge ein Architekturbüro (Lenschow & Runge) in Lübeck. Gemeinsam realisierten sie zahlreiche Wohn- und Geschäftshäuser. Von 1928 bis 1930 entstand durch das Büro Runge & Lenschow in Lübeck am Klingenberg das Warenhaus des Konsumvereins – später Kaufhaus am Klingenberg (GeG) – in den Formen des Backsteinexpressionismus. Beim Luftangriff auf Lübeck am 29. März 1942 brannte das Innere komplett aus; das Gebäude selbst blieb dank seiner Stahlbetonkonstruktion bis heute erhalten.

Wilhelm Lenschow blieb neben seiner Tätigkeit im Lübecker Raum auch dem Fürstentum Ratzeburg verbunden. Er engagierte sich im Heimatbund und veröffentlichte Artikel über das ländliche Bauen. Von 1921 bis 1933 war er beratender Architekt der Schönberger Stadtverwaltung. Er starb unverheiratet und wurde im Familiengrab auf dem Friedhof in Lübsee beigesetzt.

Werk Bauten und Entwürfe 1908: Fachwerk-Anbau am Schulzenhaus in Blüssen 1911: Doppelhaus in Schönberg, Rottensdorfer Straße 1912: Viehhaus, Schulzenstelle (I) in Kleinfeld 1913: Sommerhaus Jarke in Gneversdorf 1924: Anbau Scheune Schulzenstelle (I) in Blüssen 1924: Gemeindesaal (Katharinenhaus) in Schönberg, An der Kirche 12 1925–1926: Zuchtviehauktionshalle in Lübeck 1926: Wohnhaus Hof II in Blüssen 1928: Geschäftshaus des Lübecker Generalanzeigers in Lübeck 1928–1930: Warenhaus des Konsumvereins in Lübeck, Sandstraße 24–28 1930: Gewerkschaftshaus (heute Ordnungsamt) in Lübeck, Dr.-Julius-Leber-Straße 46–48 sowie Vierfamilienhaus am Gymnasium in Schönberg Doppelwohnhaus am Gymnasium in Schönberg Wohn- und Geschäftshaus in Lübeck, Wahmstraße Bauten der Chemischen Fabrik W. Th. Wengenroth in Lübeck Einfamilienhaus (Strohkaten) in Lübeck, Vorstadt Wohnhaus für Frau Konsul Bertling in Lübeck mini|Am Bahnhof (1929) Kasino für die Hochofenwerk Lübeck AG in Lübeck Landhaus Nöltingshof in Lübeck-St. Jürgen Café Seestern in Travemünde kleines Landhaus in Langenbuch Herrenhaus in Schwelbek Pferdestall in Neu-Schwelbek Herrenhaus Rethwischhof in Bad Oldesloe Wohnhaus Blunck & Sohn in Lübeck Wohn- und Geschäftshaus Blunck & Sohn in Lübeck, Am Bahnhof

Inneneinrichtungen Speisezimmer-Fensterplatz für Frau Dr. Brockmann Verkaufsraum im Pavillon Gebr. Begasse Schauhalle Gebr. Hirschfeld in Lübeck, Breite Straße

Schriften Veröffentlichungen in den Mitteilungen des Heimatbundes für das Fürstentum Ratzeburg: Alte Backhäuser auf den Bauernhöfen im Ratzeburgischen. Band 2, 1920. Der Baum und die Einfriedungen im Dorfbild. Band 2, 1921. Die bauliche Entwicklung des Bauernhauses im Fürstentum Ratzeburg. Band 3, 1921. Das Bauen auf dem Lande. Jahrgang 1925, Nr. 2. Die Baugeschichte der Kirche zu Lübsee. Band 3, 1923. Der Dachreiter und anderes vom Ratzeburger Dom. Band 1, 1932.

Literatur Martin Richard Möbius (Einl.): Bauten von Alfred Runge und Wilh. Lenschow B.D.A. (= Neue Werkkunst) Friedrich Ernst Hübsch Verlag, Berlin / Leipzig / Wien 1929. Archiv der Hansestadt Lübeck (Hrsg.), Hans Meyer (Red.): Bau- und Architekturgeschichte, Stadtentwicklung in Lübeck. G.03: Baumeister, Architekten, Wohnungsbauunternehmen L–R. (Redaktionsschluss 28. Mai 2011) (online als PDF; 1,10 MB)

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