mini|Stadtansicht von Osten mini|Stadtzentrum mit Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Geisenfeld ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm und bildet mit der Gemeinde Ernsgaden die Verwaltungsgemeinschaft Geisenfeld.

Geographie Lage Geisenfeld liegt im Hopfenland Hallertau, direkt an der Ilm. Die nächste Großstadt ist das etwa 20 km entfernte Ingolstadt. Weitere Entfernungen: München: 70 km Regensburg: 65 km Nürnberg: 100 km Augsburg: 70 km

Nachbargemeinden Nachbargemeinden Geisenfelds sind Aiglsbach, Ernsgaden, Mainburg, Manching, Reichertshofen, Rohrbach, Vohburg an der Donau, Wolnzach.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde hat 32 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Geschichte Bis zur Gemeindegründung mini|Ansicht des Markts Geisenfeld von Michael Wening, um 1700

Zwischen 500 und 700 kam es zur Ortsgründung durch eingewanderte Bajuwaren. Anführer der Sippe, die sich hier niederließ, war ein Mann namens Gisil, von dem die Siedlung ihren Namen erhielt (Gisilfeld, Gisinvelt, Gisenvelt). Graf Eberhard II. von Sempt und Ebersberg gründete 1037 das Benediktinerinnenkloster Geisenfeld. 1230 erfolgte die Errichtung der Ainauer Kirche anstelle der Ainauer Burg. 1281 oder 1310 wird der Ort zur Marktgemeinde erhoben. 1407 bis 1409 erfolgte der Bau einer Ringmauer um Geisenfeld. 1410 begann der Bau der Vituskirche in Geisenfeldwinden. Die Einrichtung einer ständigen Poststation erfolgte 1558, der Bau des Rathauses mit der Justitia-Darstellung von Balthasar Stoll 1626. 1701 bis 1712 wurden die Klostergebäude neu erbaut, 1728 erfolgte der Bau des Südturmes der Klosterkirche. 1789 erhielt Geisenfeld das Wildmeisteramt. 1803 wurde im Zuge der Säkularisation das Kloster aufgelöst, 1804 wurde die Klosterkirche zur Pfarrkirche umgewandelt. 1805 wurde die Ringmauer abgebrochen. 1816 erhielt Geisenfeld eine Gendarmeriestation. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die politische Gemeinde Geisenfeld.

19. bis 21. Jahrhundert Eine erste Straßenbeleuchtung entstand 1839, das Krankenhaus wurde 1842 eröffnet. 1862 wurde ein Landgericht eingerichtet, das für 39 Gemeinden zuständig war. 1879 wurde das Landgericht in Amtsgericht umbenannt.

1874 erschien das „Geisenfelder Wochenblatt“ zum ersten Mal. 1888 gab es das erste Telefon in Geisenfeld. Von 1899 bis 1900 erhielt Geisenfeld elektrisches Licht. 1905 gab es ein erstes Automobil in Geisenfeld, Eigentümer ist der Brauereibesitzer Josef Münch. 1906 wurde die Eisenbahnverbindung Geisenfeld–Wolnzach Bahnhof eröffnet. 1952 erhielt der Ort die Stadtrechte, das Amtsgericht Geisenfeld wird 1972 aufgelöst. Zwischen 1971 und 1978 erfolgten elf Eingemeindungen (siehe unten). 1983 wurde das neue Rathaus eröffnet, 1985 das Krankenhaus zum Seniorenheim umgebaut. 1987 wurde die Bahnlinie eingestellt. 2002 erfolgte die Fertigstellung der Hochwasserfreilegung.

Entwicklung des Stadtgebiets Seit dem 23. November 1952 ist Geisenfeld eine Stadt. Sie gehört zur Planungsregion Ingolstadt und ist im Regionalplan als Grundzentrum eingestuft. Zahlreiche Mittelstandsbetriebe bieten vielen Bewohnern Arbeitsplätze am Ort.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. April 1971 folgende Gemeinden eingegliedert: Engelbrechtsmünster, Gaden (mit Wasenstadt und Furthof), Geisenfeldwinden, Parleiten (mit Eichelberg, Holzleiten und Scheuerhof) und Schillwitzried (mit Schillwitzhausen, Schafhof und Gießübel). Am 1. Juli 1971 folgten Nötting, Untermettenbach (mit Obermettenbach und Ziegelstadel) und Unterpindhart (mit Kolmhof, Untereulenthal und Obereulenthal). Rottenegg (mit Hornlohe, Moosmühle und Brunn), Zell (mit Ainau, Ritterswörth, Unterzell und Oberzell) und Ilmendorf (mit Einberg) kamen am 1. Januar 1978 hinzu.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 7.753 auf 11.363 um 3.610 Einwohner bzw. um 46,6 %. 1811: 955 Einwohner 1885: 2.032 Einwohner 1900: 1.849 Einwohner 1916: 1.767 Einwohner 1919: 2.056 Einwohner 1925: 2.094 Einwohner 1939: 2.338 Einwohner 1945: 3.054 Einwohner 1949: 3.481 Einwohner 1960: 2.825 Einwohner 1961: 2.823 Einwohner 1966: 3.241 Einwohner 1970: 3.154 Einwohner 1971: 5.308 Einwohner 1978: 7.124 Einwohner 1980: 7.124 Einwohner 1990: 8.021 Einwohner 1995: 8.817 Einwohner 2000: 9.280 Einwohner 2003: 9.602 Einwohner 2004: 9.634 Einwohner 2005: 9.645 Einwohner 2006: 9.707 Einwohner 2007: 9.795 Einwohner 2008: 9.874 Einwohner 2009: 9.947 Einwohner 2010: 9.966 Einwohner 2011: 10.015 Einwohner 2012: 10.138 Einwohner 2013: 10.270 Einwohner 2014: 10.534 Einwohner 2015: 10.930 Einwohner 2016: 11.130 Einwohner

Fußnote

Zum 31. Dezember 2024 zählte die Kernstadt 5714 Einwohner, der mit Zell und Geisenfeldwinden verwobene Siedlungsbereich wies 8800 Einwohner auf.

Politik Stadtrat Der Geisenfelder Stadtrat besteht aus 24 Stadtratsmitgliedern und dem ersten Bürgermeister. Bei der Stadtratswahl am 15. März 2020 ergab sich folgende Sitzverteilung:, abgerufen am 24. Juli 2021. mini|Rathaus Partei / Liste Stimmenanteil Sitze CSU (Christlich Soziale Union) 26,3 % 6 Sitze FW (Freie Wähler) 25,4 % 6 Sitze USB (Unabhängige Soziale Bürger) 24,0 % 6 Sitze BLG (Bürgerliste Geisenfeld) 7,5 % 2 Sitze ILM (Initiative Lebendiges Miteinander) 6,6 % 2 Sitze AfD (Alternative für Deutschland) 5,7 % 1 Sitz CDG (Christliche Demokraten Geisenfeld) 4,5 % 1 Sitz

Bürgermeister Seit Mai 2020 ist Paul Weber Erster Bürgermeister. Er löste Christian Staudter ab, der das Amt seit 2008 innehatte.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bildungseinrichtungen Volksschule, Staatliche Realschule, Förderschule, Volkshochschule, Musikschule, fünf städtische Kindergärten, katholischer Kindergarten, Kinderhort, Kinderkrippe

Sehenswürdigkeiten Ensemble mit dem mächtigen Klostertrakt und der Stadtpfarrkirche Benediktinerinnenkloster Geisenfeld in dem nach Umbau das Hallertauer Hopfen- und Heimatmuseum untergebracht werden soll Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt der Pfarrei St. Emmeran mit ihren beiden Türmen – dem gedrungenen romanischen „Stifterturm“ und dem durch einen um mehrere Stockwerke 1727–1730 überhöhten Aufbau in Renaissancestil mit Zwiebelkuppel. Das Altarbild „Mariä Himmelfahrt“ wurde vom Veroneser Maler Marc Antonio Bassetti 1620 in Rom gemalt. Die Kirche ist umgangssprachlich auch als Hallertauer Dom bekannt. Altes Rathaus (erbaut 1626) Kirche St. Ulrich in Ainau: Das romanische Portal ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten im Landkreis 300 Jahre alte Kirchenlinde im Gemeindeteil Geisenfeldwinden, die allerdings vom Sturm Kyrill teilweise zerstört wurde

Landschaft Das Gebiet um Geisenfeld ist, wie weite Teile der Hallertau, sehr hügelig. Der Boden ist teilweise sehr lehmig, was dem Hopfenanbau sehr zugutekommt. Im Norden von Geisenfeld zieht sich ein Gürtel von West (Feilenforst) nach Ost (Dürnbucher Forst) mit starker Bewaldung.

Musik Folgende Musikvereine und -gruppen sind in Geisenfeld ansässig: Geisenfelder Stadtkapelle Sängerverein Blechspielzeug Kirchenchor der Pfarrei St. Emmeram Maggies Moderne Geisenfelder Schwarzholzbläser Singkreis Exsultate Bayerischer Singkreis Geisenfeld Highlanders Geisenfelder Sängerinnen Die Blech-AG Geri & the Wagtails

Naturschutzgebiet Nöttinger Viehweide – Badertaferl im Norden Geisenfelds (knapp 150 Hektar im Feilenforst)

Freizeitmöglichkeiten Flusswandern auf der Ilm Radtouren rund um Geisenfeld Naherholungsgebiet Feilenmoos Wandern im Feilenforst Spazierengehen in der Nöttinger Heide Badeweiher mit Surfmöglichkeiten Hallenbad Fußball- und Bolzplätze Spielplätze Bewegungspark Sinnesgarten Tennisplätze Wakeboard- und Wasserskilift „Skateplatz“ Schlittenberg

Regelmäßige Veranstaltungen Schäfflertanz (alle 7 Jahre) Bürgerfest Weinfest des FC Geisenfeld (immer am dritten Juli-Wochenende) 24-Stundenlauf Volksfest, immer Mitte September Kulturtage im Herbst Christkindlmarkt Freilicht-Kino Ferienpass Geisenfeld Ainauer Kunsttage, (immer am zweiten Juli-Wochenende)

Theater Nöttinger Theaterfreunde Theaterabteilung des HSV Rottenegg

Sport MSC Geisenfeld (Modellflug-Verein) TV Geisenfeld Tri Team Geisenfeld FC Geisenfeld (Fußballverein) TC Geisenfeld (Tennisverein) Surfclub Geisenfeld SpVgg Engelbrechtsmünster (Fußballverein) FC Unterpindhart (Fußballverein mit einer Abteilung für Jogging und Nordic Walking) HSV Rottenegg (Fußballverein mit einer Theaterabteilung) Geisenfelder Faschingsgesellschaft Kgl. priv. Feuerschützengesellschaft Klosterjäger Geisenfeld (Schützenverein) Pferdefreunde Geisenfeld (Reiten) Taekwon-Do Zentrum Geisenfeld

Soziales BRK Bereitschaft Geisenfeld BRK Wasserwacht Geisenfeld BRK Sozialstation Geisenfeld Bürgerring e. V. Geisenfeld Kolpingsfamilie Geisenfeld Nachbarschaftshilfe der Caritas Geisenfeld

Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen (Auswahl) König Tabakwarenhandel Wolf Anlagentechnik

Verkehr Durch Geisenfeld verläuft die Bundesstraße 300. Über sie ist die BAB 9 (Anschlussstelle Langenbruck) erreichbar. Außerdem liegt die Anschlussstelle Mainburg der BAB 93 ebenfalls in der Nähe.

Die nächsten Bahnhöfe befinden sich im Süden in Rohrbach an der Bahnstrecke München–Treuchtlingen und im Norden in Ernsgaden an der Donautalbahn. Ab Geisenfeld verkehren mehrmals täglich Regionalbusse der Ingolstädter Verkehrsgesellschaft (INVG) über Manching nach Ingolstadt. Darüber hinaus bestehen wochentags einzelne hauptsächlich auf den Schülerverkehr zugeschnittene Busverbindungen zum Bahnhof Rohrbach (Ilm), nach Pfaffenhofen, Vohburg und Münchsmünster. Die zentralen Haltestellen befinden sich am Stadtplatz bzw. der Maximilianstraße, der „Zentrale Omnibusbahnhof“ (ZOB) liegt dagegen am nördlichen Stadtrand.

Geisenfeld war über die 1906 eröffnete Bahnstrecke Wolnzach–Geisenfeld direkt an das Eisenbahnnetz angeschlossen, der Personenverkehr wurde aber bereits im Dezember 1953 durch eine Bahnbuslinie ersetzt. Güterzüge verkehrten bis 1987, im März 1988 wurde die Schienenanbindung formal stillgelegt und anschließend abgebaut.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt Heimeran Pongratz, 1589 erster Braumeister des Hofbräuhaus München Herenäus Haid (1784–1873), Theologe, Autor und Übersetzer Adalbert Johann Polsterer (1798–1839), österreichischer Historiker, Journalist und Schriftsteller Gregor Strasser (1892–1934), nationalsozialistischer Politiker, Verleger und Teilnehmer am Hitler-Ludendorff-Putsch Monika Kellerer (* 1960), Wissenschaftlerin, Fachärztin und Professorin für Innere Medizin Wolfgang Hauck (* 1964), deutscher Multimediakünstler, Theaterleiter und Ausstellungsmacher Markus Anton (* 1976), deutscher Schauspieler und Dichter

Bemerkenswerte Personen Richard Adolf Strigl (1926–1985), katholischer Theologe Andreas Martin Hofmeir (* 1978), Musiker, Kabarettist und Hochschullehrer

Literatur Michael Trost: Geschichte des Marktes Geisenfeld. Anhang, Geschichtliches über das Pfarrdorf Ainau enthaltend. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte (Historischen Verein von Oberbayern, Hrsg.), Band 38, München 1879, S. 42–72. (online). Josef Brückl: Eine Reise durch den Bezirk Pfaffenhofen, Verlags-Druckerei Udart, Pfaffenhofen 1950, S. 31–45 Hans-Michael Körner, Alois Schmid (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten, Bayern I: Altbayern und Schwaben, 4. vollständig neu geschriebene Auflage, Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-32401-6, S. 267–268 Josef Kürzinger: Kloster und Markt Geisenfeld bis zur Säkularisation 1803. Pro Business, Berlin 2014, ISBN 978-3-86386-656-3.

Weblinks

Stadt Geisenfeld

Einzelnachweise

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