Die Schlacht bei den Ost-Salomonen, im Rahmen der Operation Ka, der japanischen Gegenoffensive auf die US-amerikanische Besetzung der Inseln Guadalcanal und Florida in den Salomonen während der Operationen Ringbolt und Watchtower, fand als kombinierte See- und Luftschlacht vom 23. bis zum 25. August 1942 während des Pazifikkriegs im Zweiten Weltkrieg statt.
Vorgeschichte Die beiden US-Operationen wurden am 7. August 1942 von der 1. Marinedivision unter dem Kommando von Generalmajor Alexander A. Vandegrift unter dem lokalen Kommando von Vizeadmiral Frank J. Fletcher und dem Gesamtkommando der Südpazifik-Streitmacht der Pazifikflotte von Vizeadmiral Robert L. Ghormley durchgeführt. Fletcher führte dazu eine Task Force, die sich auf drei Flugzeugträger stützte, um den Angriff zu decken.
Nach der erfolgreichen Besetzung der Salomonen-Inseln Guadalcanal und Florida am 7. und 8. August und den schweren Verlusten bei der Seeschlacht in der Nacht vor der Insel Savo am 9. August folgte eine Phase relativer Inaktivität von etwa zwei Wochen. In dieser Zeit wurden kleine Verstärkungsoperationen für die Marines im Gebiet Guadalcanal-Tulagi durchgeführt, die die Japaner mit Schiffseinsätzen und Kampfflugzeugen versuchten zu verhindern. Zeitgleich brachten die Japaner verstärkt Truppen nach Rabaul auf Neubritannien um einen Großangriff auf den neu gewonnenen Stützpunkt der Amerikaner auf Guadalcanal zu starten. Sie betrachteten die Insel als wesentlich für die Sicherheit ihrer äußeren Verteidigungslinie, denn sie planten die Insel zu einer Basis auszubauen, von der aus die alliierten Nachschublinien über den Pazifik von den USA nach Neuseeland und Australien unterbinden konnten. Deshalb planten und starteten die Japaner die Operation Ka um die Marines und ihre unterstützenden Seestreitkräfte vom südöstlichen Ende des Salomonen-Archipels zu vertreiben.
Nach schweren japanischen Luftangriffen zog Fletcher am 8. August seine verwundbaren Träger und Transportschiffe zurück auf die Inseln Espíritu Santo und Neukaledonien. 16.000 US-Marines auf Guadalcanal und 6.000 weitere auf Tulagi waren nun ohne Deckung der Pazifikflotte. Ihre Rationen reichten nur für 37 Tage und sie besaßen nur begrenzte Munition für die Artillerie und die Handfeuerwaffen.
Vorbereitungen der Japaner Am 15. August war die Abteilung, die für die Gegenoffensive auf Guadalcanal vorgesehen war, auf Truk eingetroffen. Sie stand unter dem Kommando von Oberst Ichiki Kiyonao. Die komplette 35. Brigade würde die Insel erst am 23. August erreichen. Da die Gegenoffensive noch vor der Indienststellung von Henderson Field durch die Amerikaner begonnen werden sollte, befahl Vizeadmiral Mikawa Gun’ichi, Kommandant der 8. Flotte mit Sitz in Rabaul, am 15. August Konteradmiral Tanaka Raizō, Kommandant des 2. Zerstörergeschwaders, sechs Schiffe seiner Zerstörerdivisionen 4 und 7 zur Landung der Ichiki-Abteilung einzusetzen und die ersten 917 seiner Männer auf Guadalcanal anzulanden. Tanaka wurde befohlen, am Morgen des folgenden Tages zu dieser Mission aufzubrechen und in der Nacht vom 17. auf den 18. August Guadalcanal zu erreichen. Die restlichen 1.411 Mann der Abteilung und die Artillerie sollten Truk noch am selben Tag verlassen, jedoch nur in zwei veralteten Armeetransportern, die nur 9 Knoten Maximalgeschwindigkeit liefen und daher erst am 22. August eintreffen konnten. Diese Schiffe wurden weit nach Osten geleitet, um der Entdeckung durch alliierte Aufklärungsflugzeuge zu entgehen, die von der Milne-Bucht am äußersten östlichen Ende der Insel Neuguinea aus operierten. Zu diesem Zeitpunkt war den Japanern auch noch nicht klar, dass die Alliierten einen einsatzfähigen Flugplatz auf Espíritu Santo in der Inselgruppe der Neuen Hebriden hatten. Daher glaubten sie, dass die aktuellen Aufklärungsflüge aus dem Südosten von Efate, ebenfalls in den Neuen Hebriden, gestartet würden. mini|251x251px|Oberst Ichiki Kiyonao Die Operation erhielt die Bezeichnung KA und sollte am 24. August beginnen. Am selben Tag sollten zwei Bataillone der 35. Brigade Truk nach Tulagi verlassen und bis zum 27. August sollte die Ichiki-Abteilung Henderson-Feld zurückerobert haben. Anschließend sollte die lokale Luftüberlegenheit durch die dortige Stationierung von Zero-Jagdflugzeugen gewährleistet werden. Für den Folgetag war das Eintreffen der 35. Brigade vorgesehen, die als „Räumkommando“ gegen die Amerikaner vorgehen und Guadalcanal und Tulagi zurückerobern sollte.
Beginn der Operation Ka Östlich des Verteidigungsbereichs der US-Marines am Lunga Point landeten am 17. August die ersten japanischen Verstärkungen. Dies waren 113 Mann der 5. Yokosuka-Spezial-Marinelandungseinheit und etwa 100 Mann der 3. Kure-Spezial-Marinelandungseinheit, die der Zerstörer Oite nach Guadalcanal gebracht hatte. Die Oite war für geheime Hochgeschwindigkeitsfahrten nach Guadalcanal abkommandiert worden.
Noch am selben Tag trafen die Schiffe der 2. Flotte unter Admiral Kondō Nobutake im Truk-Atoll ein und die der 3. Flotte unter Nagumo Chūichi etwa vier Tage später. Dahinter folgte Admiral Yamamoto Isoroku mit dem Schlachtschiff Yamato, das von einem Geleitflugzeugträger und drei Zerstörern unterstützt wurde. Alle diese Bewegungen wurden vom alliierten Geheimdienst entdeckt, doch da die Japaner am 15. August eine umfassende Überarbeitung ihrer Signalcodes durchführten, wurde die Arbeit der alliierten Kryptoanalytiker bei der Bereitstellung zeitnaher und genauer Informationen stark behindert.
Die Ichiki-Abteilung mit 917 Mann wurde gegen 1:00 Uhr am 19. August bei Taivu Point, etwa 35 Kilometer östlich von Lunga Point, von sechs Zerstörern ohne Gegenwehr angelandet. Ichiki schickte seine Männer auf Patrouillengänge, um die westlich liegenden Amerikaner und deren Stellungen auszukundschaften. In der Folge entbrannte am 21. August die Schlacht am Tenaru.
Vor der Schlacht Während die Japaner in der Vorbereitung der Operation Ka waren, konnten die Marines das Flugfeld auf Guadalcanal für den Betrieb mit Jägern und leichten Kampfflugzeugen ausbauen. Allerdings lagen sie immer noch unter täglichen Luftangriffen und Bombardierungen von See. mini|Die Saratoga in Begleitung eines Zerstörers Zwischen dem 9. und 23. August bombardierten Gruppen japanischer Kreuzer und Zerstörer fast jede Nacht ohne Gegenwehr Guadalcanal. Eigentlich wären diese Schiffe gute Ziele für Trägerflugzeuge und Schiffsangriffe gewesen, denen die Amerikaner zeitweise zahlenmäßig überlegen waren. Um jedoch die Präsenz der Flugzeugträger vor den Japanern zu verbergen, operierten diese weit südlich von Guadalcanal, außerhalb der Reichweite japanischer Suchflugzeuge. Die drei verfügbaren Task Forces, zusammengefasst als Task Force FOX unter dem Kommando von Vizeadmiral Fletcher auf der Saratoga, umfassten die Enterprise-Gruppe unter Konteradmiral Thomas C. Kinkaid und die Wasp-Gruppe unter Konteradmiral Leigh Noyes.
Die Marine Air Group auf Guadalcanal war ebenfalls verfügbar. Sie bestand zu dieser Zeit aus zwölf Aufklärungsbombern, 20 Jägern und den Langstrecken-Patrouillenflugzeugen der Air Force, South Pacific (COMAIRSOPAC), bestehend aus 39 PBYs und 30 B-17. Die Patrouillenflugzeuge standen unter dem Kommando von Konteradmiral John S. McCain und führten tägliche Aufklärungsflüge von den Stützpunkten in Neukaledonien und auf den Neuen Hebriden durch. mini|Die Saratoga und die Enterprise (Hintergrund) in den Gewässern der Salomonen Die amerikanischen Schiffe befanden sich am 23. August zwischen 160 und 400 Kilometer südöstlich von Guadalcanal, wo sie jederzeit erwarteten, dass die Japaner bald vorrücken würden. Eine unglückliche Kombination aus Treibstoffbedarf und unkorrekten Aufklärungsberichten über die Position der japanischen Träger führte dann dazu, dass die Wasp-Gruppe von Fletcher zum Betanken abkommandiert wurde.
Verlauf der Schlacht Eine japanische Flotte unter Admiral Nagumo Chūichi versuchte, die Task Force von Admiral Frank Jack Fletcher in eine Falle zu locken, indem der japanische Leichte Flugzeugträger Ryūjō vorausgeschickt wurde, um den Amerikanern ein lohnendes Ziel zu bieten und sie so zu veranlassen, mit allen ihren Flugzeugen die Ryūjō anzugreifen und ihre Flugzeugträger ohne Schutz durch Jagdflugzeuge zurückzulassen. Zugleich machten sich vier Truppentransporter mit 1500 Mann auf den Weg, um die Besatzung von Guadalcanal zu verstärken.
Erste Sichtung Der erste positive Beweis dafür, dass sich die Japaner auf Guadalcanal zubewegten, war die Sichtung einer japanischen Transportergruppe um 10:40 Uhr am 23. August. Diese Gruppe, bestehend aus vier Transportern, die von zwei Kreuzern und drei Zerstörern unterstützt wurden, die mit einer geschätzten Geschwindigkeit von 17 Knoten südlich liefen, wurde von einem der Langstrecken-Suchflugzeuge der COMAIRSOPAC etwa 400 Kilometer nördlich von Guadalcanal gesichtet. Kurz darauf wurden zwei japanische U-Boote gesichtet, die mit hoher Geschwindigkeit nach Süden vordrangen und vermutlich die Hauptflotte der Japaner abschirmten und nach Gegnern suchten. Das erste U-Boot wurde ohne sichtbare Wirkung bombardiert, das zweite dann kurz darauf, aber auch ohne Schaden anzurichten.
Am nächsten Morgen um 10:15 Uhr griffen drei Mitsubishi F1M2 vom japanischen Seeflugzeugträger Chitose kommend, ein PBY-Flugboot an, das versuchte die japanische Trägertruppe zu lokalisieren. Drei weitere verjagten eine PBY, die auf der Suche nach dem Truppenverband der Verstärkungsgruppe von Konteradmiral Tanaka war. Ein Wasserflugzeug der Chitose gelang kurz darauf die Lokalisierung der Task Force der US-Streitkräfte.
Der erste Angriff mini|Eine Staffel Scout Bomber Douglas (SBD) Dauntless Von der Saratoga startete gegen 15:10 Uhr eine Angriffsgruppe, bestehend aus 31 mit 1.000-Pfund-Bomben bewaffneten SBD und sechs mit Torpedos bewaffneten TBF. Die japanischen Schiffe hatten aber in der Zwischenzeit ihren Kurs geändert. Diese Information erreichte die Saratoga allerdings erst am frühen Morgen des Folgetages um 1:00 Uhr. Daher verfehlte der Angriff die japanischen Schiffe. mini|Mitsubishi A6M Jäger beim Start von der Shōkaku Eine Angriffsgruppe der Marines wurde um 16:45 Uhr von Guadalcanal ebenfalls mit den japanischen Schiffen als Ziel gestartet, konnte aber keinen Kontakt herstellen. Wie die Saratoga hatten auch sie keine Nachricht von der Kursänderung erhalten. Die Flugstaffel der Saratoga verbrachte die Nacht in Alarmbereitschaft auf Guadalcanal. Die meisten Piloten und Besatzungen schliefen in ihren Flugzeugen. Sie wurden gegen 2:00 Uhr von einem japanischen U-Boot geweckt, das die Küstenpositionen der Marine bombardierte.
Die Hauptschlacht Die Task Force FOX hatte in der Nacht zum 23. August einen nördlichen Kurs verfolgt, wobei die beiden Trägergruppen taktisch zusammen vorgingen, aber tatsächlich etwa 8 Kilometer voneinander entfernt lagen. Ihre Position um 8:00 Uhr war östlich der Insel Malaita als die Flugzeuge der Saratoga von Guadalcanal zurückkehrten. Im Morgengrauen starteten 20 SBDs der Enterprise zu Aufklärungsflügen bis zu einer Entfernung von 320 Kilometern. Sie kehrten um 10:50 Uhr zurück, ohne Kontakt zu den japanischen Schiffen hergestellt zu haben. Gegen 11:00 Uhr sichtete ein Patrouillenflugzeug ein japanisches U-Boot und griff es an, ohne allerdings Schaden anzurichten.
In der Zwischenzeit hatte die Enterprise um 10:17 Uhr eine Meldung von COMAIRSOPAC erhalten, dass eines seiner Flugzeuge um 09:35 Uhr eine japanische Streitmacht, bestehend aus einem Träger, zwei schweren Kreuzern und einem Zerstörer, nördlich von Malaita gesichtet hatte. Die Entfernung zur Task Force FOX sollte rund 380 Kilometer betragen. Da Admiral Fletcher diese Informationen nicht genügten beorderte er um 12:10 Uhr von der Enterprise weitere Aufklärungsflüge in das Gebiet und Admiral Kinkaid wurde darüber informiert, dass er die Staffel der Saratoga in Bereitschaft halten solle, bis genauere Informationen vorlägen. mini|Die Shōkaku