Der Donnersbergkreis ist eine Gebietskörperschaft in der Region Pfalz des Landes Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung ist Kirchheimbolanden, die bevölkerungsreichste Kommune ist mit weniger als 10.000 Einwohnern die Stadt Eisenberg. Der Landkreis ist ländlich geprägt, ein Großteil der Ortschaften hat weniger als 1000 Einwohner.
Geographie Lage mini|Kreisverwaltung des Donnersbergkreises in Kirchheimbolanden Der Donnersbergkreis mit seinem Verwaltungssitz Kirchheimbolanden liegt in der Nordpfalz. Der überwiegende Teil seiner Fläche gehört zum Nordpfälzer Bergland. Dessen höchste Erhebung, der Donnersberg (), zugleich höchster Berg der Pfalz, ist Namensgeber des Landkreises. Dieser hat im Süden Anteil am Pfälzerwald, im Osten – mit dem Zellertal – am Weinanbaugebiet Pfalz, im Norden auch am Weinanbaugebiet Nahe. Von Süd nach Nord durchquert den westlichen Bereich des Landkreises die Alsenz, ein Nebenfluss der Nahe.
Nachbarkreise Der Donnersbergkreis grenzt, im Nordwesten beginnend, im Uhrzeigersinn an die Landkreise Bad Kreuznach, Alzey-Worms, Bad Dürkheim, Kaiserslautern und Kusel.
Geschichte Vor 1815 gehörte das heutige Kreisgebiet zum französischen Département du Mont-Tonnerre. Ab 1818 entstand in der nun bayerischen Pfalz das Landkommissariat Kirchheim, das ab 1862 Bezirksamt genannt wurde. Von ihm wurden 1900 die westlichen Distrikte Obermoschel und Rockenhausen abgespalten und mit dem vom Bezirksamt Kaiserslautern abgetrennten Distrikt Winnweiler zu einem neuen Bezirksamt Rockenhausen zusammengeschlossen.
1939 wurden die Bezirksämter in der Pfalz in Landkreise umbenannt. Es gab seitdem in der Nordpfalz die beiden Landkreise Kirchheimbolanden und Rockenhausen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Landkreise Teil der französischen Besatzungszone und am 30. August 1946 Teil des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.Amtsblatt des französischen Oberkommandos in Deutschland, Nr. 35 (1946),
Am 7. Juni 1969 wurde der Landkreis Kirchheimbolanden mit Ausnahme von Rodenbach und Mauchenheim mit dem größten Teil des Landkreises Rockenhausen zum Donnersbergkreis zusammengeschlossen. Der Zusammenschluss wurde, vor allem von Rockenhausener Seite, kritisch gesehen. Es kam zu Protesten gegen die „Zwangsfusion“ mit Kirchheimbolanden. Am 22. April 1972 wurde die Gemeinde Sembach an den Landkreis Kaiserslautern abgetreten. Am 16. März 1974 kamen die Gemeinden Rathskirchen, Reichsthal und Seelen aus dem Landkreis Kusel hinzu.
Bevölkerung Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1970 67.100 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972. 1980 66.700 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981. 1990 69.600 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992. 2000 78.400 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002. 2010 75.878 2016 75.203 mini|hochkant=1.2|Bevölkerungspyramide für den Donnersbergkreis (Datenquelle: Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Kreis Donnersbergkreis, Alter und Geschlecht.)
Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2022 waren 44,4 % der Einwohner evangelisch, 18,9 % römisch-katholisch, und 36,7 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe., Zensus 2022 Religion Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Ende Mai 2026 hatten 39,6 % der Einwohner die evangelische Konfession, 17,1 % die katholische und 43,3 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Landkreis Donnerbergskreis Gemeindestatistik, abgerufen am 17. Juni 2026.
Religion
Evangelische Kirche Der Donnersbergkreis hat aufgrund historischer Gegebenheiten heute eine kleine protestantische Mehrheit; lediglich die ehemals zur Grafschaft Falkenstein gehörenden Gemeinden sind katholisch geblieben. In der evangelischen Kirche gehört das Kreisgebiet zur Evangelischen Kirche der Pfalz.
Katholische Kirche Nach dem Bekenntnis der kurpfälzischen Herrscher zur Reformation war das Gebiet der Nordpfalz im 17. Jahrhundert von lutherischen und reformierten Pfarreien geprägt. Erst nach dem Einfall Ludwigs XIV. in die Pfalz 1688, dem Pfälzischen Erbfolgekrieg und dem Frieden von Rijswijk 1697 bildeten sich in der Nordpfalz allmählich wieder katholische Pfarreien.Siehe hierzu auch: Pfälzische Kirchenteilung
In der römisch-katholischen Kirche gehört das Kreisgebiet zum Bistum Speyer.
Politik Kreistag Der Kreistag des Donnersbergkreises besteht aus 38 gewählten Mitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem.
Wegen der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die angegebenen prozentualen Stimmanteile als gewichtete Ergebnisse ausgewiesen, die das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben.
Die Kreistagswahl am 9. Juni 2024 hatte folgendes Ergebnis:Wahlband Kommunalwahlen 2019 - Kreise und Bezirkstag - Endgültige Ergebnisse auf wahlen.rlp.de
Parteien und Wählergruppen %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019 %2014 Sitze2014 CDU25,3923,0928,211 SPD23,1928,01134,213 AfD18,177,435,52 FWG17,5715,5615,76 GRÜNE9,2313,458,73 FDP4,626,324,02 FLN2,213,31–– LINKE––3,213,71Gesamt100,038100,038100,038Wahlbeteiligung in %66,665,159,0 FLN = Freie Liste Nordpfalz
Landräte 1969–1971Adolf Wilhelm Rothley (SPD) 1971–1981Karl Ritter (SPD) 1981–1991Klaus Rüter (SPD) 1991–2017Winfried Werner (SPD) 2017–Rainer Guth (parteilos)
Bei der Direktwahl am 7. Mai 2017 wurde der parteilose, von CDU und Freier Wählergemeinschaft unterstützte Rainer Guth mit einem Stimmenanteil von 51,9 % gewählt. Er wurde am 23. Februar 2025 mit 51,9 % in seinem Amt bestätigt.
Wappen und Flagge
Der Donnersbergkreis führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.
Wahlen
Landtagswahlen Bei Landtagswahlen bildete der Donnersbergkreis gemeinsam mit den Gemeinden der ehemaligen Verbandsgemeinde Hettenleidelheim aus dem Landkreis Bad Dürkheim den Wahlkreis Donnersberg. Dieser wird seit 2014 durch Jaqueline Rauschkolb (SPD) vertreten. Zur Landtagswahl 2026 wechseln die Ortsgemeinden der ehemaligen Verbandsgemeinde in den Wahlkreis Bad Dürkheim, womit nun Wahlkreis und Landkreis Donnersberg identisch sind.
Bundestagswahlen Bei Bundestagswahlen bildet er gemeinsam mit dem Landkreis Kusel, der kreisfreien Stadt Kaiserslautern und Teilen des Landkreises Kaiserslautern den Bundestagswahlkreis Kaiserslautern. Dieser wird seit 2021 durch Matthias Mieves (SPD) vertreten.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Im Donnersbergkreis sind vorwiegend kleine und mittelständische Unternehmen anzutreffen, welchen zum Teil noch heute als Familienbetriebe geführt werden. Insgesamt sind im Landkreis 3133 Unternehmen zu Hause, verteilt in den Bereichen Handel, Baugewerbe, im verarbeitenden Gewerbe, Dienstleistungsbereich, dem Gastgewerbe, dem Grundstücks- und Wohnungswesen sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen. Als die bedeutenden Wirtschaftsstandorte sind die Kreisstadt Kirchheimbolanden, der historische Industriestandort Eisenberg sowie Rockenhausen zu nennen. Zu den größten ansässigen Unternehmen im Kreis gehörten die Autozulieferer BorgWarner (Kirchheimbolanden) und Adient (Rockenhausen) sowie das Zementwerk Dyckerhoff AG (Göllheim). Mit der Firma Steiz Secura (Kirchheimbolanden) findet sich eines der führenden Unternehmen für Sicherheitsschuhe im Kreis wieder. Eines der ältesten ansässigen Unternehmen ist die Eisengießerei Gienanth Group, die seit 1735 in Eisenberg ansässig ist. Weiter nennenswerte Unternehmen sind W+D-Langhammer (Eisenberg), Mobotix (Winnweiler), die Walter Werke (Eisenberg) und das Rowe Mineralölwerk (Bubenheim).
Die Wirtschaft setzt auf Tourismus, punktuell auch auf Weinbau. Ackerbau und Viehzucht, insbesondere der Anbau von Weizen, Zuckerrüben, Raps und Mais, aber auch die Milchwirtschaft spielen im ländlich geprägten Donnersbergkreis eine wichtige Rolle. Die ehemals vielen kleinen landwirtschaftlichen Betriebe haben sich auf wenige Großbetriebe reduziert.
Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Donnersbergkreis Platz 232 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählte damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko-Mix“ für die Zukunft.
Verkehr Individualverkehr Der Donnersbergkreis wird von der Bundesautobahn 63 Mainz–Kaiserslautern durchquert, die Ausfahrten Göllheim und Winnweiler liegen im Kreisgebiet. Ferner berührt die A 6 Saarbrücken–Waidhaus (auch: Via Carolina genannt) den Südrand des Kreises. Mehrere Bundesstraßen durchziehen das Kreisgebiet, darunter die B 47 (Worms–Michelstadt, auch Nibelungenstraße genannt) und B 48 (Bingen–Bad Bergzabern).
Öffentlicher Personennahverkehr Geschichte Im Alsenztal betrieb die Pfälzische Nordbahn ab 1870 eine Bahnlinie von Kaiserslautern bis Winnweiler und ab 1871 bis Bad Münster am Stein. Davon zweigte in Langmeil ab 1872/73 die Donnersbergbahn nach Marnheim ab. Von dort ging ab 1873/74 die Strecke nach Kirchheimbolanden–Alzey weiter, während die Zellertalbahn nach Monsheim führte.
Von Grünstadt her kam ab 1876 die Eistalbahn nach Eisenberg hinzu, die erst 1932 durch die Deutsche Reichsbahn über Ramsen bis Enkenbach ins Alsenztal weitergeführt wurde. Nur drei Jahre später wurde das Netz bei einem Höchststand von 80 Kilometern wieder verkleinert, als die Lokalbahn Alsenz–Obermoschel (4 Kilometer) stillgelegt wurde, die 1903 durch die Pfalzbahn als schmalspurige Anschlussbahn der Stadt Obermoschel zur Station Alsenz an der Hauptstrecke eröffnet worden war.
Die Einstellungen des Personenverkehrs reduzierten die Bahnen schließlich bis auf 30 Kilometer Länge: 1935: Alsenz–Obermoschel (Schmalspurbahn) =M=, 4 Kilometer 1945: Kirchheimbolanden–Marnheim, 6 Kilometer 1951: Alzey–Morschheim–Kirchheimbolanden, 6 Kilometer (30. Mai 1999 reaktiviert) 1976: Grünstadt–Eisenberg–Eiswoog–Enkenbach, 11 Kilometer (29. Mai 1994 bis Eisenberg, 28. Mai 1995 bis Ramsen, 12. August 2001 bis Eiswoog reaktiviert) 1983: Langmeil–Marnheim–Monsheim, 23 Kilometer (26. Mai 2001 im Ausflugsverkehr reaktiviert, 2017 eingestellt)
Aktuelle Anbindung mini|vlexx-Zug nach Mainz im Bahnhof Kirchheimbolanden Von Kirchheimbolanden aus verkehrt die Donnersbergbahn über Alzey nach Mainz oder Frankfurt am Main. Die Alsenztalbahn verbindet Rockenhausen und Winnweiler mit Kaiserslautern sowie Bad Kreuznach und Bingen bzw. auch weiter bis nach Koblenz. Die Eistalbahn verbindet Eisenberg und Ramsen mit Grünstadt und mit Umstieg in Frankenthal auch mit Mannheim und der Metropolregion Rhein-Neckar. Nach der Sanierung der Zellertalbahn werden dort voraussichtlich ab 2024 auch wieder Züge nach Monsheim verkehren, von wo aus Anbindung nach Worms besteht. Durch Reaktivierungen wurde das Schienennetz im Kreisgebiet wieder mehr als verdoppelt.
Für den öffentlichen Personennahverkehr bestehen zudem 26 Buslinien, die seit Januar 2017 vom Reisedienst Krauss & Wolff mit barrierefreien Bussen betrieben werden.
Energie Das Kreisgebiet durchziehen zwei Pipelines für Erdgas der Creos Deutschland GmbH sowie die NATO-Pipeline „Zweibrücken–Fürfeld“.
Seit den 2010er Jahren sind im Donnersbergkreis mehrere große Windparks entstanden (z. B. Windpark Hungerberg).
Schulen Das dichte Netz an Grundschulen im Donnersbergkreis gerät durch sinkende Schülerzahlen zunehmend unter Druck. Um die drohende Schließung von Grundschulen durch das rheinland-pfälzische Kultusministerium abzuwenden – so etwa in Dannenfels – werden zunehmend Verbundschulen gegründet, in dem sich zwei oder mehrere Schulstandorte organisatorisch zusammenschließen.Dannenfels: Konzept zur Weiterführung der Schule ist fertig – Die Rheinpfalz. In drei Grundschulen werden mehrere Jahrgangsstufen in einer Klasse unterrichtet, in Dannenfels sogar alle vier.Antwort des Ministeriums für Bildung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Simone Huth-Haage (CDU) – Drucksache 17/1182 – Landtag Rheinland-Pfalz.