A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn ist eine US-amerikanische Filmbiografie des Regisseurs Ron Howard. Sie erzählt die Lebensgeschichte des insbesondere für die Spieltheorie bekannten Mathematikers John Forbes Nash nach dessen gleichnamiger Biografie von Sylvia Nasar. Der vielfach ausgezeichnete Film hatte am 21. Dezember 2001 Premiere.

Handlung Der Film beginnt mit Nashs Studienzeit in Princeton, wo er bereits den Ruf eines Mathematikgenies genießt, aber ein Außenseiterdasein führt. In dieser Zeit lernt er auch seine Frau am Lehrstuhl kennen. Seit seinem Studium hat er eine schizophrene Psychose, die ihn immer mehr in den Wahn führt, er entschlüssele im streng geheimen Auftrag der amerikanischen Regierung Codes sowjetischer Agenten. Auch sein bester Freund und Zimmergenosse Charles ist, wie sich schließlich herausstellt, nur eine Wahnvorstellung, ausgelöst durch Schizophrenie. Schließlich folgt der Zusammenbruch, Nash wird in die geschlossene Psychiatrie eingeliefert. Dort wird er mit Insulin behandelt, das ihn in ein künstliches Koma versetzt und Schocks auslöst (Insulinschocktherapie). Als er wieder aus der Klinik nach Hause kommt, kümmert sich seine Frau um ihn, wird dabei aber selber an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht. Erst in den 1990er Jahren feiert er, von seiner Erkrankung weitgehend genesen, ein vielbeachtetes Comeback, das schließlich im Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften 1994 gipfelt.

Soundtrack Die Musik wurde komponiert und dirigiert von James Horner. A Kaleidoscope of Mathematics Playing a Game of ‘Go!’ Looking for the Next Great Idea Creating ‘Governing Dynamics’ Cracking the Russian Codes Nash Descends into Parcher’s World First Drop-Off, First Kiss The Car Chase Alicia Discovers Nash’s Dark World Real or Imagined? Of One Heart, of One Mind Saying Goodbye to Those You So Love Teaching Mathematics Again The Prize of One’s Life... The Prize of One’s Mind All Love Can Be Closing Credits

Umsetzung

Im Film Nash wird zwar von Anfang an als Sonderling dargestellt, jedoch werden seine zunehmenden Wahnvorstellungen zunächst ganz plausibel in die Handlung eingebettet, d. h. Nashs Wahrnehmung ist Teil der filmischen Realität. Erst später wechselt der Blickwinkel zur Sichtweise seiner Mitmenschen, worauf sich beispielsweise sein Büro oder ein „Computerzentrum“ in das verwandelt, was es in Wirklichkeit ist: eine in den wahnhaften Phasen seiner Erkrankung erstellte wirre Zettelwirtschaft. Auch treten Nashs Wahnfiguren (dargestellt z. B. durch Ed Harris und Paul Bettany) als zunächst glaubhafte Charaktere auf und entpuppen sich erst im Verlauf des Filmes als Phantasiegestalten. Trotzdem gibt es während des Films Hinweise darauf, dass John Nash einen Wahn durchlebt. Zum Beispiel erwähnt er gegenüber einer Wahnfigur, dem FBI-Agenten William Parcher, dass die Lagerräume, in denen sich das Computerzentrum befinden soll, laut Universitätseinweisung leer seien. Letztendlich wird der deutlichste Hinweis, dass nämlich die Wahnfigur Marcee nicht älter wird, für Nash zum Schlüssel zur Erkenntnis seiner Krankheit.

Unterschiede zur Biografie Der Film hat sich zugunsten der für Hollywood typischen Dramaturgie einige künstlerische Freiheiten genommen. Im Film besteht die Ehe zwischen John Nash und seiner Frau mindestens bis zur Verleihung des Alfred-Nobel-Gedächtnispreises fort. Das Ehepaar ließ sich im realen Leben jedoch schon 1963 scheiden und heiratete erst wieder im Erscheinungsjahr des Films. Auch Nashs homosexuelle Erfahrungen werden im Film nicht erwähnt. John Nashs älterer Sohn aus einer Beziehung vor der Ehe mit Alicia Lardé findet im Film keine Erwähnung. Die Paranoia, die Teil des Krankheitsbildes ist, richtet sich im Film gegen sowjetische Agenten. Der Nash-Biografin Sylvia Nasar zufolge waren seine Ausbrüche jedoch antisemitisch. Seine Reisen nach Paris, Genf und London, die ihn als weltläufig charakterisiert hätten, finden im Film keine Erwähnung. Der Sieg des Verstandes über seine Erkrankung, die er im Film gemeinsam mit seiner Ehefrau durchsteht, wird zwangsläufig zugespitzt und ist ein Motiv dieses Films.

Kritik

A Beautiful Mind erhielt ein sehr gutes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes überwiegend positive Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein. Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Grundsätzlich Wohlwollend“ aus. Insgesamt listet They Shoot Pictures, Don’t They? A Beautiful Mind unter den angesehensten Filmen des 21. Jahrhunderts.

Auch das Publikum war sehr angetan. So vergaben US-Kinobesucher einen CinemaScore von A– entsprechend der deutschen Schulnote 1–. bei CinemaScore Außerdem setzen die Nutzer der Filmdatenbank IMDb A Beautiful Mind auf Platz 151 ihrer Top 250 beliebtesten Filme.

Auszeichnungen Es folgt eine Auswahl der wichtigsten Auszeichnungen, eine vollständige Auflistung findet sich in der Filmdatenbank IMDb.

Weblinks abeautifulmind.com (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2001 Kategorie:Filmdrama Nash Kategorie:Literaturverfilmung Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Psychose im Film